Wenn Gott redet

Nr. 258

Wir müssen Hören wie Samuel

Wenn Gott redet und wir Ihn (Jesus Christus) einfach nicht verstehen

Der Name Jachweh im AT wird in Deutsch wiedergegeben, auf Hebräisch heißt er: Zidkenu.

Überarbeiteter Text, April 2017

Alle Bibelstellen sind aus der Schlachter Version entnommen

Der Jachweh offenbart sich an Samuel

Und der Knabe Samuel diente dem Jachweh vor Eli. Zu jener Zeit war das Wort des Jachweh selten; es brach sich keine Offenbarung Bahn. Und es geschah eines Tages, daß Eli an seinem Schlafplatz lag; seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, so dass er nicht mehr sehen konnte. Aber die Lampe Gottes war noch nicht erloschen; und Samuel schlief im Tempel des Jachwehs, wo die Lade Gottes war. Und der Jachweh rief den Samuel. Er aber antwortete: Hier bin ich! Und er lief zu Eli und sprach: Hier bin ich, denn du hast mich gerufen! Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; leg dich wieder schlafen! Und er ging hin und legte sich schlafen. (1.Samuel Kap. 3, Verse 1-5)

Da rief der Jachweh wiederum: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Hier bin ich; denn du hast mich gerufen! Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; leg dich wieder schlafen! Samuel aber kannte den Jachweh noch nicht, und das Wort des Jachwehs war ihm noch nicht geoffenbart. Da rief der Jachweh den Samuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Hier bin ich, denn du hast mich gerufen! Da erkannte Eli, daß der Jachweh den Knaben rief; und Eli sprach zu Samuel: Geh wieder hin und leg dich schlafen; und wenn Er dich rufen wird, so sprich: Rede, Jachweh, denn dein Knecht hört! Und Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort. (1.Samuel Kap. 3, Verse 6-9)

Gottes Stimme zu hören und dann auch zu verstehen scheint nicht einfach zu sein. Selbst der Große Prophet Samuel hatte zu Beginn so seine Probleme damit. Doch Gottes Reden zu verstehen ist ein Prozess, bei dem Gott selbst uns hilft.

Mann in der Einsamkeit der Natur.

Wenn ich Menschen höre, die berichten, wie sie Gottes Stimme hörbar vernommen haben, bin ich hin- und hergerissen: Entweder, ich glaube es nicht, oder ich werde einfach nur neidisch. Weil mir das so noch nicht passiert ist. Natürlich habe ich schon oft erlebt, wie Gott durch einen Bibelvers oder eine Predigt zu mir gesprochen hat, aber irgendwie wünsche ich mir, Gott auch mal laut zu hören. Ganz deutlich, ohne jeden Zweifel, wie ich jetzt entscheiden soll oder wohin der Weg geht.

Eines ist klar: Gottes Stimme zu hören, muss geübt werden, und man muss offen und empfänglich dafür sein. Und selbst, wenn meine Eltern gut darin waren, muss ich es selbst erlernen. Das zeigt Samuels Geschichte. Denn sogar der bekannte Prophet hatte zu Anfang Große Probleme, Gottes Stimme zu erkennen, wie wir in nachlesen können. Und das, obwohl seine Mutter Hannah eine ausdauernde Beterin war und Wunder Gottes erlebt hatte. Samuel musste es dennoch selbst erlernen. Ich habe mal drei Dinge aus Samuels Geschichte gezogen, die dabei helfen können, auf Gottes Stimme hören zu lernen.

Gott lädt uns ein, zu hören, für seine Worte

Für Gott ist es wirklich wichtig, dass wir ihn hören. Deshalb lädt er uns dazu ein. Er schickte ja sogar seinen eigenen Sohn (Jesus Christus), um eine enge Beziehung zu uns aufbauen zu können – und Beziehung gründet sich auf Kommunikation. Wenn er das Liebste, was er hatte, nämlich seinen eigenen Sohn, geopfert hat, um mit uns reden zu können, dann können wir davon ausgehen, dass er auch wirklich möchte, dass wir seine Stimme hören.

Jesus selbst sagte in Johannes, Kap. 10, Vers 27: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; –  weil sie seine Stimme erkennen. Gott lädt uns ein, auf ihn zu hören, und er will uns auch dabei helfen, seine Stimme zwischen den vielen Stimmen im Alltag zu erkennen und ihr zu folgen. Damit ich das tue, was in der Heiligen Schrift geschrieben steht.

Ich aber habe ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gab, daß ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, daß der Vater mich gesandt hat. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen; und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen. (Johannes Kap. 5, Verse 36-40)

Gott war hartnäckig und sprach so lange, bis Samuel es verstand

Als der junge Samuel in der Nacht eine Stimme hörte, die ihn beim Namen rief, dachte er logischerweise zunächst, dass es Eli war, dem er ja diente. Insgesamt dreimal lief er schnell im Nachthemd zu Eli, um ihn zu fragen, was er will – jedes Mal sagte ihm der Priester, dass er ihn nicht gerufen hatte.

Doch merken Sie etwas? Als Samuel beim ersten Mal Gottes Stimme nicht erkannte, sagte Gott nicht: «Oh weh, er hat es nicht verstanden und konnte Gott noch nicht hören, weil er noch nichts von Gott wusste.» Nein, Gott hatte Geduld und war langmütig zu ihm. Viermal rief er Samuel – und vermutlich hätte er auch noch länger gerufen –, bis der Junge es verstanden. Er gab Samuel nicht auf, so wichtig waren Ihm das Gespräch und die Zukunft Samuels. Und so ist er auch heute noch. Gott wird nicht aufgeben, uns zu rufen und zu uns zu reden, bis wir es kapiert haben. So wichtig ist ihm das Gespräch mit Ihnen und mir.

Wir müssen nicht alles hundertprozentig verstehen, wenn Gott zu uns redet

In diesem Lernprozess kann man leicht frustriert werden und aufgeben, weil die Dinge, die wir von Gott hören, einfach noch keinen Sinn machen. Die gute Nachricht ist: Selbst die Großen Propheten – nicht nur Samuel – hatten Probleme mit dem Verstehen. Doch Gott erwartet auch nicht, dass wir alles perfekt verstehen. Was er sich wünscht, ist ein Herz, das bereit ist, auf Ihn zu hören und das zu tun, was er sagt. Und er wird Wege und Formen finden, damit wir das, was wir verstehen sollen, auch verstehen.

Hören lernt, ein Prozess

In meinem Bestreben, Gottes Stimme deutlicher zu hören, saß ich vor einiger Zeit nichtsahnend im Gottesdienst, als der Pastor vom Gleichnis des Mitknecht (Matthäus Kap. 18, Verse 23-35) sprach. In der Predigt ging es eigentlich um Vergebung, aber ich musste mit einem Mal an eine größere Geldsumme denken, die mein Mann und ich einer anderen Person geliehen hatten. Und mir war ganz klar: Gott will, dass wir dieses geliehene Geld nicht zurückfordern. Denn unser Herr Jesus Christus sagt im Matthäus Kap. 18, Vers 35:

So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergibt.

Doch dann kamen die Zweifel: War das wirklich Gottes Stimme? Wie können wir auf so eine Große Geldsumme einfach so verzichten? Im Anschluss an die Predigt fragte ich meinen Mann ganz neutral, wie er die Predigt fand, und was er über das Gleichnis dachte. Mein Mann sagte sofort: «Ich glaube, wir sollen das geliehene Geld nicht zurückfordern.» Damit war mir klar: Das kam wirklich von Gott. Ich hatte Gottes Stimme deutlich – wenn auch nicht hörbar – vernommen und ihn verstanden.

Ich (Ricardo P.) Persönlich habe vor vielen Jahren, die Stimme unseres Herrn Jesus Christus gehört, und das war schon das zweite Mal, als Er mir diese Worte zusprach: Ich habe Satan befohlen, das er dich nicht mehr antaste, von nun an hast du ruhe vor ihm. Und wenn du mir treu bleibst, werde ich dich über vieles hinwegsetzen. Und dann verließ mich der Herr Jesus wieder. Und es war wärend der Mittagszeit, als Er das zu mir sprach.

Erlebnisse wie dies sind Teil des Prozesses. Wenn wir uns öffnen und Gott bitten, sich uns verständlich zu machen, dann nimmt er uns mit auf die Reise und wird uns immer sensibler auf seine Stimme machen. Denn er will mit uns reden, er ist hartnäckig – und er sucht einfach nur Menschen, die ihm – so wie Samuel – sagen: «Hier bin ich, Herr. Rede!»

Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes Kap. 3, Vers 36)

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