Welche Taufe ist die Richtige?

Überarbeiteter Text, April 2017

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.

Welche Taufe ist die Richtige?

Er ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist, Jesus der Christus; nicht durch Wasser allein, sondern durch Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis gibt, weil der Geist die Wahrheit ist. Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins; und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein. (1Johannes 5, 6-8)

Das Wort Gottes redet von drei Mitteln zur Reinigung: das Blut und das Wasser.

Das Blut sühnt unsere Sünden, das Wasser reinigt uns von den Verunreinigungen in dieser Welt und der Heilige Geist bringt uns in den Himmel.

Beide waren notwendig zu unserer Bekehrung; deshalb ist der Herr Jesus gekommen in der Kraft des Wassers und des Blutes. Es war nötig, daß unsere Sünden durch sein Blut gesühnt wurden und wir mußten auch aus Wasser und Geist geboren werden.  

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! (Johannes 3, 5)

Das Wasser bedeutet das Wort Gottes, das durch den Heiligen Geist auf das Gewissen angewendet wird und dann seinen reinigenden Einfluß ausübt und die neue Geburt hervorbringt.

Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. (1Petrus 1, 23)

Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien. (Jakobus 1, 18) 

Zweifellos stehen beide in engster Verbindung: Die Waschung durch das Wasser des Wortes am Anfang des Glaubensweges ist nur möglich dank der sühnenden Wirkung des Blutes. Und doch besteht ein Unterschied in der Art der Anwendung von Blut und Wasser.

Die Anwendung des Blutes geschieht an uns ein für allemal: im Augenblick der Bekehrung. Da ergreift der Gläubige die kostbare Wahrheit, daß das Blut Jesu Christi alle seine Sünden für immer gesühnt hat, also die früheren, gegenwärtigen und zukünftigen, aber nicht vorsetzliche bewußte.

Durch dieses eine Opfer ist der Erlöste auf immerdar vollkommen gemacht: Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden. Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem zuvor gesagt worden ist: »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie in ihre Sinne schreiben«, sagt er auch: »An ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten will ich nicht mehr gedenken.« Wo aber Vergebung für diese ist, da gibt es kein Opfer mehr für Sünde. (Hebräer 10, 14-18) 

Die Taufe

Johannestaufe: Beziehungen zum Alten Testament und zeitgeschichtlichen Erscheinungen.

Das Neue Testament setzt die Taufe als bekannt voraus. Schon das Alte Testament kennt Reinigungsbäder und rituelle Waschungen (Vergleiche; 3. Mose 14, 8; 15, 5; 17, 16.). Abwaschen, Rein und unrein, Waschen, die in der prophetischen Verkündigung Sinnbild für die Reinigung von Sünden werden (Vergleiche; Jesaja 1, 16; 4, 4; Hesekiel 36, 25; Sacharja 13, 1.).

Neben diesen alttestamentlichen Vorbildern hatte Johannes wohl auch noch zeitgenössische Erscheinungen vor Augen. Hierher gehört besonders im Blick auf die Einmaligkeit der Taufe die vermutlich im 1. Jahrhundert nach Christus aufkommende Proselytentaufe. Diese Taufe wurde neben der Beschneidung an den Heiden vollzogen, die zum Judentum übertraten und war für Frauen und Mädchen das einzige äußere Zeichen ihres Übertritts. Außerdem kannte Johannes vielleicht eine Novizentaufe bei den essenischen Qumranleuten. Trotz dieser möglichen Beziehungen zeigt aber der Beiname des Johannes: der Täufer, daß seine Taufe als völlige neuartig gewertet wurde. Vergleiche, 3.Buch Mose 14, 8; 15, 5; Jesaja 1,16; 4,4; Hesekiel 36,25; Sacharja 13,1.

Die Wassertaufe des Johannes ist untrennbar mit seiner Bußpredigt und den Sündenbekenntnis des Getauften verbunden und hat die Vergebung der Sünden zum Ziel. Damit und als Hinweis auf die Taufe mit Geist und Feuer, die als Erfüllung der Bußtaufe erst mit Christus möglich wird, bleibt die Johannestaufe ein vorläufiges Geschehen in der heilsgeschichtlichen Ordnung. Durch das Wirken des Johannes wird die messianische Heilsgemeinde auf das Kommen Christi vorbereitet und gesammelt.

Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und das ganze umliegende Gebiet des Jordan, und es wurden von ihm im Jordan getauft, die ihre Sünden bekannten. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so daß ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. (Matthäus 3, 5-6.11)

So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. (Markus 1, 4)

Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja, der spricht: »Die Stimme eines Rufenden [ertönt] in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben! Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme soll gerade und die holprigen Wege eben werden; und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.« Er sprach nun zu der Volksmenge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Schlangenbrut! Wer hat euch unterwiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind! Und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.  (Lukas 3, 3-8)

Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die höhergelegenen Gebiete durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er einige Jünger fand, sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber antworteten ihm: Wir haben nicht einmal gehört, daß der Heilige Geist da ist! Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber erwiderten: Auf die Taufe des Johannes. Da sprach Paulus: Johannes hat mit einer Taufe der Buße getauft und dem Volk gesagt, daß sie an den glauben sollten, der nach ihm kommt, daß heißt an den Christus Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. (Apostelgeschichte 19,1– 6)

Die Taufe Jesus Christus

Jesus unterzieht sich auch der Johannestaufe, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Die Betextung dieser Taufe gilt betont nur ihm als dem Christus Gottes, denn nirgends im Neuen Testament wird die urgemeindliche Taufe mit dieser Taufe Jesu begründet oder beides Miteinander verbunden. Jesus gesellt sich in der Taufe uns sündigen Menschen zu. Er wird einerseits am Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit vom Vater durch den Heiligen Geist als Sohn proklamiert und bestätigt, anderseits stellt er sich als das Lamm unter das Gesetz des Gerichtes Gottes über alles sündige Fleisch. Leidenstaufe von dieser Voraussetzung aus kann Jesus dann auch das ganze Passionsgeschehen bis zum Tod am Kreuz als Taufe bezeichnen. Und hier knüpft Paulus an, wenn er die Taufe als ein Sterben versteht.

Und hier einige beweise aus der Bibel: 

Und es geschah in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen. Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! (Markus 1, 9-11)

Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen. Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit Heiligem Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist. (Johannes 1, 29-34)

Oder wißt ihr nicht, daß wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? (Römer 6, 3) 

Die Taufe in der Urgemeinde

Für eine sachgemäße Erfassung der neutestamentlichen Taufaussagen ist die Erkenntnis von grundlegender Betextung, daß in der Gemeinde Jesu die durch Johannes prophetisch angekündigte Taufe mit dem Heiligen Geist (Matthäus 3, 11) das Ereignis wird, das diese Gemeinde begründet und kennzeichnet. Die Wassertaufe wurde als Johannes - Bußtaufe durch die Jünger Jesu zunächst noch weiter geübt (Johannes 3, 26; 4, 2), während der eigentlichen öffentlichen Wirksamkeit Jesu wohl ausgesetzt, aber dann seit Pfingsten erneut und nun auf den Namen Jesu hin (Apostelgeschichte 2, 38; 8, 16; 10, 48; 1. Korinther 1, 15; 6, 11; Galater 3, 27), bzw. dem Taufbefehl Jesu entsprechend auf den Namen des dreieinigen Gottes (Matthäus 28,19) vollzogen. Sie hat jedoch gegenüber der Taufe mit dem Heiligen Geist keinen Eigenwert (1. Korinther 12, 13), sondern steht als abbildendes Zeichen in deren Dienst, vergleiche die Unterbetonung der Wasser Taufhandlung in Markus 16, 16; 1.Kor 1, 17; Hebr 6, 1; 9, 9; 1.Johannes 5, 6. nicht mit Wasser allein. Obwohl Geist - und Wassertaufe inhaltlich eng aufeinander bezogen sind, können beide zeitlich auseinander gehen; am klarsten wird das in Apostelgeschichte 8, 16. ausgesprochen Apostelgeschichte 8, 13. mit 10, 44. 48. Das ungeklärte Mißverhältnis zwischen der Zurückhaltung des Paulus etwa in Korinth, die Wassertaufe selber zu vollziehen 1. Korinther 1, 17. vielleicht haben seine Begleiter getauft, und seiner sehr entfalteten Tauftheologie Römer 6, 1 – 23. zeigt, daß auch bei ihm das ganze Schwergewicht auf dem Widerfahrnis der durch den Geist gewirkten Umgestaltung aus dem Unglauben in den Glauben an Christus liegt. 

Die Taufe und neues Leben

Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! (Johannes 3, 7)

Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. (Joh 3, 8)

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (Joh 3, 15)

Jedenfalls dürfte - vor allem nach den Berichten der Apostelgeschichte - der Zeitpunkt der Wassertaufe, die wahrscheinlich als Volltaufe durch Untertauchen vollzogen wurde Markus 1, 9; Johannes 3, 23. viel Wasser, nur geringe Bedeutung gehabt haben. Normalfall ist das unmittelbare Aufeinanderfolgen von Glaube = Geistesempfang, meist unter Handauflegung und Wassertaufe Apostelgeschichte 2, 38; 8, 12. 36 – 39; 16, 31. 33; 18, 8; Markus 16,16; Galater 3,26.

Doch ist auch umgekehrte Reihenfolge und zeitlicher Abstand möglich Apostelgeschichte 8, 16; 19,5. Wo die Wassertaufe dem vollen, geistdurchwehten Glauben vorausgeht, setzt sie mindestens vertrauende Zuwendung zu Christus voraus und ist Hinweis auf die Taufe mit dem Heiligen Geist; wo sie folgt, ist sie Bekenntnis und Zeichen des von Christus durch seinen Geist Gewirkten und bildet das Wiedergeburtsgeschehen Johannes 3, 5.

Da hat er uns – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit – errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden. (Titus 3, 5-7)

Das Bad der Wiedergeburt durch den Heiligen Geist und das Bad der Erneuerung im Heiligen Geist als Mitsterben und Mitauferstehen ab Römer 6, 3; Kolosser 2, 12.

Indem so im Vollgeschehen der Taufe d.h. in Geist und Wassertaufe Johannes 3, 5. Jesu Tod und Auferstehung gegenwartsmächtig werden, geschieht Reinigung und grundsätzliche Scheidung von der Sünde Apostelgeschichte 2, 38; 22, 16; Römer 6,1 – 23; 1.Korinther 6, 11; Epheser 5, 26; 1.Petrus 3, 21;

Kindschaft beim Vater Galater 3, 26; Eingliederung in den Leib Christi, in seine Gemeinde 1.Korinther 12, 13; und damit ein Teilhaben an der Kraft und Herrlichkeit der von Christus verliehenen Heilsgaben 1.Korinther 12, 4.

Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. (Johannes 8, 24)

Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, daß Er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist. (Apostelgeschichte 10, 42)

Hinweis auf die verwendeten Bibelübersetzungen: Wenn nichts anderes vermerkt wurde, zitiere ich die Schlachter Version 2000 [Textus-Receptus].

 

 

Nach oben