Was glauben messianische Juden heute?

Der Name Jachweh wird in deutsch wiedergegeben. 

Überarbeiteter Text, April 2017

Was glauben messianische Juden heute?

Vorbemerkung des Übersetzers: Dies ist ein sehr "nüchterner" Text, der aufgrund der Tatsache entstanden ist, dass es in der letzten Zeit unter den christlichen Gemeinden weltweit etwas Verwirrung bezüglich der messianischen Juden gab. Nicht alles, was heute den Begriff "messianisch" trägt, ist tatsächlich im biblischen Sinne "gläubig an den Messias, Jesus Christus". Dieser Beitrag kann denen, die Verständnis suchen, hilfreich sein...

Ein Text von Curt Landry - ein übersetzter Beitrag aus Elijah List

Die Elijah List in USA, Herausgeber Steve Shultz, veröffentlicht in regelmäßigen Abständen aktuelle Eindrücke und prophetische Einsichten von anerkannten christlichen Leitern. Glaube.de übersetzt regelmäßig Beiträge aus der Elijah List.

Curt Landy ist Präsident des "Israel Relief Fund", der Geld und Hilfsgüter für die Notleidenden in Israel verwaltet und verteilt.
email: clandry@israelrelief.org
website: www.Israelrelief.org

Shalom, ich wurde von verschiedenen Organisationen gebeten, auf die gegenwärtige und wachsende Verwirrung bezüglich des Glaubens der messianischen Juden zu antworten. Als leitender Mitarbeiter der International Messianic Jewish Alliance möchte ich daher dieses Statement veröffentlichen um zu klären, wer wir sind und was wir glauben. Die folgenden Punkte umfassen ein Verständnis des Glaubenslebens, das unsere Mitglieder weltweit teilen.

 

Es gibt Missverständnise, weil es heute eine Anzahl von Gruppen und einzelnen gibt, die sich selbst als messianische Juden bezeichnen aber anderen und auch falschen Lehren anhängen. Niemandem "gehört" diese Bezeichnung, aber unsere Organisation wurzelt in den Menschen, die sich vor mehr als dreissig Jahren erstmals als messianische Juden bezeichnet haben und in der Hebräische-Christlichen Bewegung, die im Jahr 1866 begann. Wir glauben, so wie sie es taten, dass Yeshua, Jesus, Herr und Messias ist und dass wir ausschließlich durch sein Blutopfer für uns errettet sind.

"Messianisches Judentum" ist der Begriff, mit dem Glaubensgrundsätze und -praktiken bezeichnet werden, wie sie von jüdischen Menschen, die an Jesus glauben, vertreten werden. Messianische Juden pflegen einen Lebensstil und eine Art der Anbetung, die in den jüdischen Gebräuchen und Traditionen verwurzelt sind, während sie gleichzeitig glauben, dass Yeshua (Jesus Christus = JACHWEH) von Nazereth der verheissene Messias der jüdischen Schriften ist. Messianisches Judentum ist ein Teil der weltweiten Leibes des Messias, aber messianische Juden beanspruchen das Recht, sich auf ihre Art auszudrücken, die das jüdische Erbe und den originalen jüdischen Kontext des Glaubens an Yeshua beinhaltet.

Messianische Juden feiern grundsätzlich biblische Feste (Passah, Succoth, Shavuot, Sabbat etc.), obwohl die Formen der Gestaltung zwischen Gruppen, Familien und Einzelnen sehr unterschiedlich sind und niemand daran gebunden oder genötigt ist, einem bestimmten Brauchtum zu folgen. Alle haben die Freiheit, entsprechend ihrer eigenen Vorlieben zu feiern; es gibt keine offizielle anerkannte Regelung, Lehre oder Modell bezüglich der Festbräuche für messianische Juden.

Messianische Juden gründen normalerweise Gemeinden für ihre Gottesdienste, aber es gibt auch viele Fälle, in denen an den Messias glaubende Juden einen entsprechenden Lebensstil pflegen, während sie formal traditionellen Gemeinden angehören. Die messianischen Gemeinden sind nach dem Vorbild der frühen Kirche entsprechend der B'rit Hadashah (Neues Testament) gebildet. Messianische jüdische Gemeinden, die gelegentlich als messianische jüdische Synagogen bezeichnet werden, können in der Regel an folgenden Charakteristiken erkannt werden: Gottesdienst am Sabbat, Davidianische Musik und Tanz und weitere jüdische Traditionen, die den biblischen Überlieferungen entsprechen. In voller Übereinstimmung mit den Lehren des Neuen Testamentes ist die Mitgliedschaft für Juden und Nichtjuden offen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Bewegung ist ihre Liebe für die Menschen und die Nation Israels.

Messianisches Judentum strebt danach, der Gemeinde Jesu Christi zu helfen, die jüdischen Wurzeln wieder zu entdecken. Daher ist eines der Ziele das Brückenbauen zwischen Juden und Christen. Wir bedauern die Verwirrung, die durch einige entstanden ist, die den Begriff messianisches Judentum gebrauchen und Glaubenssätze vertreten, die wir nicht teilen. Der Verlust sowohl von Juden als auch Nichtjuden, die in gesetzliche Praktiken verfallen sind anstatt Glauben, Leben und Freiheit im Heiligen Geist zu praktizieren, schmerzt uns.

Die folgenden Punkte sind Auszüge aus dem Statement, das die Messianic Jewish Alliance of America (www.mjaa.org/StatementOfFaith.html) veröffentlich hat. Die 1915 gegründete Messianic Jewish Alliance of America ist der weltweit größte Verband von messianischen jüdischen Gläubigen.

1. Wir glauben, daß Errettung immer durch Glauben geschah, und dass die Werke des Gesetzes oder gerechte Handlungen niemals jemanden erretten konnten (1. Mose 15, 6; Römer  Kapiteln 2 - 6; Epheser 2, 8-9; Hebräer 11, 6, 39-40).

2. Wir erkennen an, dass der Leib der Gemeinde des Neuen Bundes aus Juden und Nichtjuden besteht, die Yeshua, den Messias, als den versprochenen Erlöser aufgenommen haben. Die "trennende Mauer" ist niedergebrochen worden und wir beten jetzt den Gott Israels gemeinsam an (1. Korinther 12,13; Eph. 2, 13-14).

3. Die Bibel, bestehend aus dem Tenach (Heilige Schriften) und den späteren Schriften, meist als B'rit Hadasha (Neuer Bund) bezeichnet, ist das einzige und unfehlbare Wort Gottes. Wir anerkennen seine göttliche Inspiration und akzeptieren ihre Lehren als unsere endgültige Autorität in allen Fragen des Glaubens und des praktischen Lebens. (Deut. 6, 4-9; Sprüche. 3, 1-6; Psalm 119, 89, 105; Jesaja 48, 12-16; Römer 8, 14-17; 2. Timotheus 2,15, 3,16-17).

4. Gott - Wir glauben, dass die Shema, "Höre, Israel: Der JACHWEH ist unser Gott, der JACHWEH allein" (5. Mose 6, 4), lehrt, dass Gott Echad ist, wie es geschrieben steht: Ein einziger Gott, eine zusammengesetzte Einheit, ewig existierend in pluraler Einheit [1. Mose 1,1 (Elohim: Gott); 1. Mose 1, 26 "Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich!"; 1. Mose 2, 24 Adam und Eva wurden geschaffen, um ein Fleisch zu sein (basar echad)], dass Er ein persönlicher Gott ist, der uns geschaffen hat (1. Mose 1 & 2), und dass Er in Ewigkeit in drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist, wie es in Römer 8, 14-17 und Matthäus 28, 18-20 steht.

5. Wir glauben an Gottes Endzeitplan für die Nation Israel und die Welt. Ein zentraler Teil des messianischen Judentums ist der Glaube an eine physische und geistliche Wiederherstellung Israels, wie es in der Schrift gelehrt wird. Ein herausragendes Wunder unserer Tage ist die Wiederherstellung oder Wiedergeburt des Staates Israel entsprechend der Prophetien (Hesekiel 34, 11-31; 36-39 ; Hosea 3; Amos 9, 11-15; Sacharia 12-14; Jesaja 11; 43; 54; 60-62; 66; Römer 11, 1-34) (siehe auch Schriftsetellen unter V. THE MESSIAH www.mjaa.org/StatementOfFaith.html)

Das messianische Judentum stammt historisch aus den frühen Gläubigen des Neuen Testamentes, die zu Pfingsten vom Heiligen Geist erfüllt wurden als Ergebnis der intensiven Suche nach der Verheißung des Vaters im Gebet. Sie wurden wiedergeboren und mit Vollmacht erfüllt durch eine Ausgießung des Heiligen Geistes. Simon Petrus versicherte den Menschen Israels: Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird. (Apostelgeschichte 2, 39)

 

Nach Jahrhunderten der erzwungenen Bekehrungen entdeckten Juden im 19. Jahrhundert wieder, dass die Evangelien jüdisch waren und durch ihre Identifizierung mit den ersten Gläubigen begannen sie, ihre jüdische Identität im Kontext ihres Glaubens zu leben. Einzelheiten zu den Entstehungen der heutigen messianischen Glaubensbewegungen sind zu finden unter www.imja.com, www.umjc.org und www.tjcii.org.

Messianische Juden waren stets der Erweckung unter Juden und der materiellen Hilfe der Menschen und des Landes in Israel hingegeben. In den letzten Jahren konnte ich als Direktor des Joseph Project MJAA (http://josephproject.org/) und als Präsident des Israel Relief Fund (http://www.israelrelief.org) ein historisches Zusammenwachsen von Christen und messianischen Juden beobachten mit dem Ziel, große Geldsummen für die Armen in Israel durch das Joseph-Projekt zu sammeln. Diese gemeinsame Anstrengung ist ein Zeugnis der Treue des Jachwehs!

Liebe Freunde, weil der Begriff "messianisch" von vielen für vieles in dieser Endzeit gebraucht wird, liegt es mir auf dem Herzen und ist mein Gebet, dass dieser Brief Klarheit für die bringt, die wirklich versuchen, Verständnis zu finden anstatt Anklagen zu sammeln. Denke daran, dass der wichtigste und am leichtesten zu identifizierende Eindruck des Messias auf seine Jünger wahre Liebe unter einander und ein Geist der tiefen Einheit zwischen ihnen war. Viele verkauften ihren Besitz und opferten für andere, die nicht genug hatten. Sie aßen zusammen, beteten miteinander und pflegten fortlaufend die Gemeinschaft. Möge es uns gelingen, miteinander in Einmütigkeit und im Geist des Jahwes ihrem Beispiel nachzueifern.

 

Amen in Yeshuas Namen.

Shalom, In Yeshua's Liebe,

Curt Landry

Übersetzt von Günter J. Matthia, Redaktionsmitarbeiter Glaube.de

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Quelle: http://www.glaube.de/artikel/thema//be1597de2/was_glauben_messianische_juden_heute.

 

Messianische Juden haben es schwer

Bild finden Sie im Internet von Ihm: Wladimir Pikman, Vorsitzender der Berliner jüdisch-messianische Gemeinde Beit Sar Shalom.

Berlin – Juden, die glauben, dass Jesus Christus der im Alten Testament verheißene Messias ist, haben einen schweren Stand. Sie werden von den traditionellen Juden und auch beispielsweise in Deutschland von den evangelischen Kirchen abgelehnt. Weltweit gibt es schätzungsweise 100.000 dieser messianischen Juden, wie sie sich selbst nennen; in Deutschland sind es etwa 5.000. Vom Deutschen Evangelischen Kirchentag sind sie seit vielen Jahren ausgeschlossen. Die Leitung des Protestantentreffens beruft sich auf einen gemeinsamen Beschluss des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Zentralrates der Juden. Der Vorwurf: Messianische Juden wollten Juden zu Christen machen. Doch Wladimir Pikman, Vorsitzender der Berliner jüdisch-messianische Gemeinde Beit Sar Shalom (Haus des Friedensfürsten), hält dieses Urteil für unberechtigt. Dann müsste man auch die jüdisch-messianischen Apostel Petrus und Paulus ausschließen. Beit Sar Shalom arbeitet auf der Basis der Evangelischen Allianz und ist als befreundetes Werk anerkannt.

Es ist jüdisch, an Jesus zu glauben

Messianische Juden praktizieren weiterhin die jüdischen Rituale. So beschneiden sie ihre männlichen Kinder und halten selbstverständlich den Sabbat – und nicht den Sonntag – ein. Pikman wehrt sich gegen den Vorwurf, es gehe den messianischen Juden um Abwerbung vom jüdischen Glauben. Wir wollen etwas ganz Anderes bezeugen. Es ist etwas sehr Jüdisches, an Jesus zu glauben und dabei Jude zu bleiben. So waren die Apostel damals, so waren die ersten an Jesus Gläubigen, sagte der aus der Ukraine stammende Mathematiker gegenüber dem Deutschlandradio Kultur. Ähnlich äußert sich der ebenfalls aus der Ukraine stammende Anatoli Uschomirski von der Sch‘ma-Israel-Gemeinde in Stuttgart: Was wir machen, ist Jüngerschaft, jüdische Jüngerschaft. Viele Rabbiner, aber auch viele christliche Theologen verstehen unter Judenmission die Tatsache, dass man aus Juden Christen macht. Das ist uns total fremd. Ende August trafen sich in Berlin etwa 400 Personen zu einer Messianischen Israelkonferenz.

Pröpstin: Kein Dialog mit messianischen Juden

Gleichwohl stehen Repräsentanten des Judentums und der evangelischen Kirche den messianischen Juden ablehnend gegenüber. Die stellvertretende Bischöfin der der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Pröpstin Friederike von Kirchbach (Berlin), sagte, die Gemeinde Beit Sar Shalom mache den „jüdischen Glaubensgeschwistern“ das Leben schwer, weil sie Mitglieder der jüdischen Gemeinden als „Missionsobjekte“ betrachte. Wegen der Gemeinschaft der Kirche mit der jüdischen Gemeinschaft verzichte sie auf einen Dialog mit Beit Sar Shalom.

Judenmission verboten

Der Berliner Rabbiner Andreas Nachama sieht die messianische Gemeinde als unlauter an. Zum einen verbiete es die deutsche Geschichte mit ihrem Antisemitismus, dass man Juden zu missionieren versuche. Zum anderen führten diese Gemeinden auch innerhalb der Kirchen eine „Randexistenz“ und stünden inhaltlich durchaus zur Disposition. Der orthodoxe Rabbiner Yitzak Ehrenberg lehnt Juden, die Jesus als Messias anerkennen, aus theologischen Gründen ab. Wenn der wirkliche Messias komme, werde es beispielsweise keinen Krieg mehr geben. Doch schon ein Blick in die Tagespresse zeige, dass dies nicht der Fall sei. Nach Ehrenbergs Auffassung bleiben auch messianische Juden Juden, aber sie könnten nicht mehr zur jüdischen Gemeinde und zum Gottesdienst zugelassen werden.

Quelle: http://www.idea.de/nachrichten/detail/thema-des-tages/artikel/messianische-juden-haben-es-schwer-876.html

 

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