Vom Weg des Lebens und des Todes

 

Überarbeiteter Text, April 2017

Vom Weg des Lebens und des Todes

Es tut mir sehr leid, dass ich die letzten Tage nichts mehr schreiben konnte. Doch heute Morgen – Preis dem Jachweh – habe ich wieder einige interessante Gedanken aus meiner Bibel mitbekommen.

Gott führte meine Augen heute Morgen auf eine Stelle aus dem Propheten Jeremia. Der Prophet wird aufgrund seiner Botschaft in ein tiefes Schlammloch geworfen und erst in letzter Minute gerettet. Doch mir geht es heute weniger um die Geschichte und mehr um die Botschaft, die Jeremia von Gott bekommen hatte. Darin wird nämlich sehr deutlich: Der Weg, den Gott seinem Volk hier vorgibt, ist menschlich Beurteilt eher ein Todesurteil als eine Hilfe.

Jeremia hat ja in einer Zeit gelebt, in der das Volk Israel sich überhaupt nicht mehr um Gott gekümmert hatte. Darum wurde Israel von Gott auch für einige Zeit verstoßen und musste in die babylonische Gefangenschaft ziehen. Der Text von heute Morgen aus Jeremia Kap. 38 spielt in den Wochen, kurz bevor die Babylonier Jerusalem einnehmen sollten. Und mitten in diese schlimme Zeit hinein sendet Gott durch Jeremia folgende Botschaft an die Führer Israels:

So spricht der Jachweh: Wer in dieser Stadt bleibt, der muß sterben durch Schwert, Hungersnot oder Pest; wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, der soll am Leben bleiben; er wird seine Seele als Beute davontragen und leben! (Jeremia 38,2)

Kein Wunder, dass die Anführer ausrasten und Jeremia töten wollten. Denn er ruft ja im Namen Gottes offen zur Kapitulation auf. Glücklicherweise wird der Prophet gerettet und bekommt die Chance, den damaligen König Zedekia zu sprechen. Erneut sagt er:

Da sprach Jeremia zu Zedekia: So spricht der Jachweh, der Gott der Heerscharen, der Gott Israels: Wenn du freiwillig zu den Fürsten des Königs von Babel hinausgehst, so sollst du am Leben bleiben, dann soll auch diese Stadt nicht mit Feuer verbrannt werden, und du sollst samt deinem Haus am Leben bleiben. Wenn du aber nicht zu den Fürsten des Königs von Babel hinausgehst, so wird diese Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben werden, und sie werden sie mit Feuer verbrennen; und du wirst ihren Händen nicht entkommen!  (Jeremia 38,17-18)

 

Der Name Jachweh wird in deutsch wiedergegeben. 

Gottes Botschaft an Israel ist klar: Ich werde euch diesmal nicht mehr auf wunderbare und übernatürliche Weise retten. Diesmal werde ich kein Engelsherr und keinen gesegneten Anführer mehr schicken. Diesmal müsst ihr die Suppe selber auslöffeln. ABER … eine Chance geben ich euch noch. WENN ihr bereit seid, euch zu ergeben und zu demütigen, DANN werde ich dafür sorgen, dass eure Niederlage glimpflich ablaufen wird. Ihr werdet am Leben bleiben und Jerusalem wird nicht zerstört werden. Bibelleser wissen; das Volk Israel war nicht gehorsam!

Gott bietet seinem Volk einen "Weg des Leben" und einen "Weg des Todes" an (Jeremia 21,8-10). Das Problem besteht nur darin, dass der Weg des Lebens menschlich betrachte eher Selbstmord zu sein scheint!

Und da heißt es Wörtlich:

Und zu diesem Volk sollst du sagen: So spricht der Jachweh: Siehe, ich lege euch den Weg des Lebens vor und den Weg des Todes: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird entweder durchs Schwert oder vor Hunger oder an der Pest sterben; wer aber hinausgeht und zu den Chaldäern überläuft, die euch belagern, der wird leben und sein Leben als Beute davontragen. Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Bösen und nicht zum Guten, spricht der Jachweh; in die Hand des Königs von Babel wird sie gegeben, und er wird sie mit Feuer verbrennen! (Jeremia 21,8-10)

Was bedeutet dieser Text für uns heute? Mir wurde heute wieder sehr deutlich bewusst, dass Gott einen Menschen nicht selbstverständlich aus jeder Not und jedem Leid im Leben hinaus holt. Natürlich ist Gott ein gnädiger Gott. Aber auch ein gnädiger Gott kann zornig über menschliches Verhalten werden. Und auch ein gnädiger Gott lässt Menschen, die sich über lange Zeit hinweg nicht für ihn interessiert haben, durch tiefes Leid und Elend gehen.  Gott ist niemand, der automatische meine Probleme löst, wenn ich mich selbstverschuldet in diese Problem hineinbegeben habe!

Was ich in Jeremia Kap. 38 sehr wohl sehen kann ist ein Gott, der Hoffnung auch in der dunkelsten Situation geben möchte. Wer sich an Gott wendet wird erleben, dass Gottes neue Perspektive auch in ein noch so verpfuschtes Leben geben kann. ABER … in Jeremia Kap. 38 sehe ich ebenso einen Gott, der die Eigenverantwortung von Menschen ernst nimmt. Und darum komme ich zum Schluss, dass Gott nicht immer alle Probleme einfach wegwischt, nur weil ein Mensch ihn darum bittet!

Wer über Jahre und Jahrzehnte sein Leben selber ruiniert hat, der wird in vielen Fällen mit den Folgen seiner Entscheidungen leben müssen, auch wenn er Christ wird. Natürlich gibt es immer wieder Beispiele dafür, dass Gott auch die schlimmsten Folgen eines verpfuschten Lebens heilen kann. Aber ganz oft tut Er das eben nicht, weil Er weis was Er tut. Und wir können Gott, hier und heute nicht verstehen, aber wenn wir bei Gott zu Hause sein werden, werden wir alles verstehen.

Mir wurde heute wieder neu klar, dass Gott uns Menschen sehr ernst nimmt. Immer wieder bietet er seine Hilfe an aber er lässt einen Menschen auch ziehen. Wie klug ist es, sich möglichst früh im Leben für ein Leben mit Gott zu entscheiden! Wie schön ist, wenn der Weg des Lebens auch tatsächlich etwas von erfülltem Leben an sich hat:

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Jachwehs und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. Nicht so die Gottlosen, sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der Jachweh kennt den Weg der Gerechten; aber der Weg der Gottlosen führt ins Verderben. (Psalm 1, 1-6)

Ich zitiere aus der Schlachter Version 2000. Alle Hervorhebungen in fetter Schrift, sind vom Textautor.

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