Vom Ehelosigkeit, Ehescheidung & vom Ehebrechen.

 

Überarbeiteter Text, April 2017

Der besondere Segen für Mann und Frau!

Sie soll aber bewahrt werden durch das Kindergebären, wenn sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht.

(1.Timotheus 2,15; Vergleichen Sie bitte auch, 1.Timotheus 2,9-14)

Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat, und diese ist einverstanden, bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht entlassen; und eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, der einverstanden ist, bei ihr zu wohnen, soll ihn nicht verlassen. Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig. (1.Korinther 7,12-14)

Wenn sich aber der Ungläubige scheiden will, so scheide er sich! Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden; in Frieden aber hat uns Gott berufen. Denn was weißt du, Frau, ob du den Mann retten kannst? Oder was weißt du, Mann, ob du die Frau retten kannst? (1.Korinther 7,15-16)

Vom Ehebrechen, Ehescheidung, Ehelosigkeit

Dürfen unverheiratete Paare nach der Bibel zusammenleben?

Ab wann ist ein Paar verheiratete: Nach der Entscheidung des Paares, zusammenbleiben zu wollen?

Nach dem ersten Intimverkehr?

Nach der standesamtlichen oder kirchlichen Trauung?

Zur Klärung dieser in unserer Zeit immer brennender werdenden Fragen sollen fünf Punkte biblischer Leitlinien vorangestellt werden. Wir wenden hier einen biblischen Auslegungsgrundsatz an, bei dem die Problemlösung nicht auf einen einzigen Vers  zu fixieren ist, sondern sich erst im Kontext mehrerer Grundaussagen ergibt.

Ehe und Geschlechtlichkeit

Gott hat in seiner Schöpfungsordnung die Ehe gestiftet. Sie ist sein Wille und seine gute Idee: Und Gott der JACHWEH sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! (1.Buch Mose 2,18)

(Wörtlich : Ich will ihm eine Hilfe schaffen als sein Gegenüber d.h. die zu ihm paßt).

Sie ist als lebenslängliche Gemeinschaft angelegt: So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! (Matthäus 19, 6)

Die darum nach der Trauformel solange gilt bis dass der Tod euch scheide. Beim Einsetzen dieser von Gott gestifteten Gemeinschaft von Mann und Frau hatte der Schöpfer gesagt: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. (1.Buch Mose 2, 24)

Das Ein-Fleisch-Sein meint zunächst die leibliche, geschlechtliche Gemeinschaft. Diese Kurzformel umfasst jedoch den ganzen Menschen und somit auch Seele und Geist. Zwei Menschen mit unterschiedlichen bisherigen Lebenswegen finden zu der innigsten Gemeinschaft, die es gibt. Sie werden eins in ihrem Empfinden und Denken sowie in geistlicher und leiblicher Beziehung.

Die Geschlechtlichkeit ist ein Geschenk Gottes, und der eheliche Verkehr dient nach biblischer Sicht nicht nur zum Kinderzeugen: Vergleichen Sie bitte, die kommenden Bibelstellen;

Um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau und jede  ihren eigenen Mann haben. Der Mann gebe der Frau die Zuneigung, die er ihr schuldig ist, ebenso aber auch die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht selbst über ihren Leib, sondern der Mann; gleicherweise verfügt aber auch der Mann nicht selbst über seinen Leib, sondern die Frau. Entzieht euch einander nicht, außer nach Übereinkunft eine Zeitlang, damit ihr euch dem Fasten und dem Gebet widmen könnt; und kommt dann wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht um eurer Unenthaltsamkeit willen. Das sage ich aber aus Nachsicht und nicht als Befehl. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten; denn heiraten ist besser als in Glut geraten.  (1.Korinther 7,2-6.9)

Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, alle Tage deines nichtigen Lebens, das er dir unter der Sonne gegeben hat, alle deine nichtigen Tage hindurch; denn das ist dein Anteil in Lebens und in der Mühe, womit du dich abmühst unter der Sonne. Alles, was deine Hand zu tun vorfindet, das tue mit deiner ganzen Kraft; denn im Totenreich, in das du gehst, gibt es kein Wirken mehr und kein Planen, keine Wissenschaft und keine Weisheit! (Prediger 9, 9) Anmerkung: Denn das ist dein Anteil in diesem Lebens und in deiner Mühe.

Die Bibel zeigt uns den rechten Umgang mit der Sexualität. Sie grenzt sich ab sowohl von Prüderie (Hohelied, Kapitel 4) als auch von Wollust (Jeremia 5,8); Liebe und Achtung sind die bestimmenden Randbedingungen (Kolosser 3,19; 1.Petrus 3,7).

Ihr bekommt einige Zusammenstellung, wie es in früherer Zeit war, und wie diese Leute über die Ehe dachten. Von seiten der Menschlichkeit und der Kirchlichen Operhaupt.

"Zur Zeit der Lustbarkeit"

Uneheliche Geburten in Westfalen waren früher häufiger als vermutet. Dahinter verbargen sich unterschiedliche Auffassungen, ab wann eine Ehe gültig sei. Die ländliche Bevölkerung dachte darüber anders als die Kirchen.
 

In der "guten alten Zeit" gab es keine unehelichen Kinder?

Weit gefehlt. – Fälle aus Westfalen-Lippe zeigen, daß in Dörfern und Bauerschaften vor- und außereheliche Beziehungen im 17. und 18. Jahrhundert häufig waren. Heutige Beobachter sprechen gerne von einem "Verfall der Sitten", wenn Kinder außerhalb oder vor der Ehe geboren werden. Früher, so die häufige Meinung, habe man bis zur Eheschließung gewartet. Uneheliche Kinder seien deshalb kaum zur Welt gekommen.
 

Doch das ist ein Trugschluß. In ganz Westfalen und allen Konfessionen waren uneheliche Kinder zum Teil sogar recht häufig: Im katholischen Havixbeck im ehemaligen Fürstbistum Münster zum Beispiel wurden zwischen 1590 und 1600 20 % aller Kinder unehelich geboren.

In Drensteinfurt, ebenfalls im Münsterland, sind Zahlen für 1625 bis 1649 überliefert. Demnach wurden dort 10 % aller Neugeborenen unehelich geboren.
 

Seit der Reformationszeit gingen die Kirchen stark gegen außereheliche Sexualität vor (siehe Kasten). Im katholischen Westfalen wurde außer- und voreheliche Sexualität vom bischöflichen Sendgericht bestraft, das in unserer Serie in der vergangenen Woche vorgestellt worden ist. In Wadersloh etwa kam es 1692 zu einem Prozeß gegen Anna Rüters und Anton Logeman. Er hatte mit zwei Frauen sexuellen Kontakt vor der Ehe gehabt, aber nur eine heiraten können.
 

Anna Rüters hatte das Nachsehen. Sie wurde nicht nur sitzen gelassen und mußte wie Logeman und seine Frau eine Geldstrafe zahlen, sondern hatte auch als geistliche Strafe "mit brennender Kerze auf dem Chor" zu sitzen. Ihr Verhalten sollte für jeden im Dorf als Schande zu verstehen sein.

Eine nachträgliche Hochzeit hingegen minderte die Strafe.
 

Außerehelicher sexueller Kontakt wurde in den Dörfern auch weiterhin aufgenommen, allerdings nicht immer mit dem Ziel einer Hochzeit.

Bernhard Kellermann heiratete 1789 im katholischen Dingden im westlichen Münsterland die von ihm geschwängerte Gesina Schulte. Trotzdem wurden beide wegen vorehelichen Verkehrs angeklagt. Kellermann hatte aber auch ein Kind mit Mechthild Neuhaus an Fastnacht "zur Zeit der Lustbarkeit" gezeugt. Zur Verteidigung gab er an, "er hätte sie aber nicht heiraten können, weil sie größer vom Stande wäre".

Nur Beziehungen auf gleicher sozialer Ebene hatten eine Chance auf Verheiratung. Das schloß "Leichtfertigkeit" natürlich nicht aus.
 

Während die Kirchen Sexualität auf die bereits geschlossene Ehe zu beschränken suchten, war für die Menschen im Dorf die Aufnahme einer sexuellen Beziehung im Rahmen der Eheanbahnung durchaus legitim. Sobald ein Mann der Frau die Ehe versprochen hatte, war es für die Frau statthaft, mit ihm zu schlafen. Wenn sie dann vor der kirchlichen Trauung schwanger wurde und der Mann sein Eheversprechen brach, stand sie allein mit dem Kind da.
 

Das passierte 1741/42 Agnes Öbekken in Wormeln im Paderborner Land. Sie sagte vor Gericht aus: "Heinrich Herdes habe ihr die Ehe versprochen, danach habe Agnes ihrer Entjungferung zugestimmt. Nach erneutem Eheversprechen habe er sie dann "nochmals fleischlich anerkannt (Sie hatten Geschlechtsverkehr miteinander)". Das Eheversprechen war für Agnes Öbbeken also die Grundlage ihres Einverständnisses. Sie betrachtete sich fast schon als verheiratet.
 

Doch dieses Versprechen hielt Heinrich Herdes nicht. Der gemeinsame Sohn wurde unehelich geboren, beide heirateten nie. Agnes Öbbeken stand allein mit dem Kind da, doch für den sexuellen Kontakt wurden beide bestraft. Ehre retten durch die "Zwangsehe"?

Im katholischen Münsterland hatten Mütter unehelicher Kinder eine relativ schwache Position. Wurde das Heiratsversprechen gebrochen und konnte die Ehe auch auf Druck von Familie und Dorf nicht geschlossen werden, blieb der Frau nur die Klage. Im Prozeß wurden dann beide bestraft. Die Frau hatte aber die Möglichkeit einer Alimentationsklage. Die Ehe oder die Zahlung einer Entschädigung oder Mitgift konnte sie vor einem Kirchengericht nicht erzwingen.
 

Das war in der reformierten Lippe anders. So reichte Elisabeth Burcharts gegen Johann Bernhard Krüger aus Heiden um 1700 eine Klage auf Einlösung des Eheversprechens ein: Krüger hatte traditionell um die Braut geworben, seine Werbung war von der Familie akzeptiert worden, die Mitgift bereits festgesetzt, das Brautgeschenk ausgetauscht und das Paar hatte den sexuellen Kontakt aufgenommen.
 

Als Elisabeth Burcharts schwanger wurde, zog der Bräutigam sein Eheversprechen zurück. Hier erkannte das Gericht aber die dörflichen Regeln der Eheanbahnung an. Da alle Schritte der Brautwerbung vollzogen worden waren, ordnete das Gericht den kirchlichen Eheschluß an. Was für heutige Beobachter wie eine Zwangsehe klingt, war für die Frau die einzige Möglichkeit, ihre Ehre zu wahren."Harte Strafen"!?

Gerichtsstrafen für eine uneheliche Geburt konnten sehr hart sein. Die Geldstrafen bei einer erstmaligen Verurteilung betrugen zum Teil den Jahreslohn eines Knechtes. Oft mußten sie gemindert werden, weil die Verurteilten sie nicht zahlen konnten. Dazu kamen Schandstrafen wie etwa, mit einem Schandlaken bekleidet und mit brennender Kerze im Gottesdienst zu sitzen. Bei mehrmaligen Verurteilungen wurden die Frauen als Huren betrachtet und konnten sogar des Landes verwiesen werden.
 

Harte Strafen und die Verinnerlichung der kirchlichen Lehren sorgten dafür, daß die unehelichen Geburten zwischen 1750 und 1800 zurückgingen. Die dörflichen Normen, die Sexualität vor der Ehe erlaubt hatten, wurden weniger wichtig, aber nicht bedeutungslos. In Lippe wurden voreheliche Konzeptionen sogar legalisiert. Während der Säkularisierung ab 1803 wurden die kirchlichen Gerichte dann abgeschafft. Nun übernahm die staatliche Sozialfürsorge diesen Bereich. Anna Krabbe

Wann beginnt eine Ehe?

Vor der Reformation, also vor 1517, war die Ehe ein Vertrag, der auf Konsens, also Zustimmung beider Ehepartner beruhte. War dieser erfolgt, wurde die Mitgift ausgetauscht und der Geschlechtsverkehr vollzogen. Die kirchliche Trauung hingegen war noch keine notwendige Bedingung für die Gültigkeit der Ehe.
 

Das änderte sich erst mit der Reformation und dem Tridentinum, dem Konzil der katholischen Kirche (1545–1563). Die drei Konfessionskirchen – Katholizismus, Luthertum, Calvinismus – versuchten, verschärfte Moralvorstellungen durchzusetzen. So war legitime Sexualität seit der Mitte des 16. Jahrhunderts auf die Ehe begrenzt, und nur der kirchliche Eheschluß hatte Gültigkeit.
 

In der katholischen Kirche erfolgte die Eheschließung nach einer dreimaligen Proklamation im Beisein von Zeugen vor dem eigenen Pfarrer. Auch in evangelisch geprägten Regionen war nun – neben dem Konsens der Eheleute – die kirchliche Trauung nötig. Alle Kinder, die außerhalb einer solchen Ehe geboren wurden, waren unehelich. Die Bevölkerung hielt jedoch noch lange an der Tradition des nichtkirchlichen Eheversprechens fest.

Angemerkt: Der begriff  » Bastard«

 

 

Bastard ist eine alte Bezeichnung für ein uneheliches Kind, häufig das Kind einer ledigen Mutter. Heute ist der Ausdruck fast nur noch als Schimpfwort üblich. In der Biologie oder Zucht ist Bastard eine veraltete Bezeichnung für eine Hybride.

Geschichte

Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt. Hier kommt das Menschliche denken zum Vorschein. Das ist das Menschliche denken, sie wissen nicht, woher das Wort ( Bastard) kommt. Sie brauchen nur mal in die Bibel zu lesen, dann haben Sie die Antwort!

Mittelhochdeutsch bast(h)art, altfranzösisch*, bedeutete ursprünglich ‚rechtmäßig anerkannter außerehelicher Sohn eines Adligen. Die Bezeichnung* betraf vor allem Söhne, die mit Frauen niederen Standes gezeugt wurden, mit denen der adelige Vater in der Regel nicht verheiratet war. Bastarde behielten im Abendland normalerweise den Stand ihrer Mutter und hatten keinerlei Privilegien. Wenn jedoch die Gemahlin eines Adligen unfruchtbar war oder alle seine Nachkommen vorzeitig verstarben, konnte ein* die Erbfolge antreten, so wie ein Adliger auch andere nahe Verwandte als seinen Erben einsetzen konnte.

Diese Prinzipien haben bis heute Gültigkeit in Familien, die auf ihre Abstammung von Herrscherfamilien Wert legen, und wurden schon oft als Motiv für Erzählungen und Filme verwendet, etwa in Der kleine Lord.

Abwertender Sprachgebrauch

Noch in der Frühen Neuzeit war die Bezeichnung keineswegs ehrenrührig. Vielmehr wurde sie von den betreffenden Personen, die stolz auf ihre adelige Abstammung väterlicherseits waren, selbst benutzt. Die Verwendung als Schimpfwort geht darauf zurück, daß Bastarde aus Sicht Adeliger "unreinen Blutes" waren, also minderwertiger als echte Adelige. Hinzu kommt der Aspekt von Schmutzigkeit/Sündhaftigkeit außerehelicher Kinder, der durch die christlichen Kirchen geprägt wurde.

Mit dem Wandel zur Demokratie wurde diese Deutung als Schimpfwort von den "gewöhnlichen" Bevölkerungsschichten aufgenommen und findet sich heute beispielsweise in der Parole All Cops are Bastards. Auch verlagerte sich die Interpretation des Begriffs vom außerehelichen Nachkommen eines männlichen Adeligen zum außerehelichen Kind.

Was sagt die Heilige Schrift, zu unehelichen Kindern? Es gibt sehr viele Menschen, die nicht Verheiratet sind, und durch ihre Unzucht zeugen sie dann noch Kinder. Aber durch ihren Ungehorsam machen sie dann Kinder für die Hölle daraus, weil kein Uneheliches Kind in die Gemeinde Gottes kommen darf. Somit sind diese Kinder von vornherein verlorene Kinder. Und das ist das tragische daran, sie sind für immer für den Tod bestimmt, und deshalb werden diese Menschen sich ein sehr schweres Gericht sich selber aufladen. Die Menschen machen bewußt oder unbewußt, durch den willen Satans ein Kind für die Hölle daraus, durch ihrer Unehelichen Verhältnis. Und dafür müssen Sie sich rechtfertigen, wenn der Tag kommt, wenn das Endgericht vor dem großen weißen Thron kommt (Offb 20,11-15). 

5Mo 23, 3: Es soll auch kein Bastard in die Gemeinde des Jachwehs kommen; auch die zehnte Generation seiner Nachkommen soll nicht in die Gemeinde des Jachwehs kommen.

Richter 11,1-3: Nun war Jephtah, der Gileaditer, ein tapferer Held, aber er war der Sohn einer Hure; und zwar hatte Gilead den Jephtah gezeugt. Als aber die Frau Gileads ihm Söhne gebar und die Söhne dieser Frau groß wurden, da stießen sie den Jephtah aus und sprachen zu ihm: Du sollst nicht erben im Haus unseres Vaters; denn du bist der Sohn einer anderen Frau! Da floh Jephtah vor seinen Brüdern und wohnte im Land Tob; und nichtsnutzige Männer versammelten sich bei ihm und gingen mit ihm auf Streifzüge.

Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr Meer und Land durchzieht, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der Hölle aus ihm, zweimal mehr, als ihr es seid! (Mt 23,15)

Ehe und Gemeinde als Stiftung Gottes

In dieser Welt gibt es viele Formen der menschlichen Gemeinschaft, von denen Ehe und Familie, Gemeinde und Staat (Römer 13,1-7) nach dem Willen Gottes sind. Die Gemeinde Jesu Christi und die Ehe aber sind zwei besondere Stiftungen Gottes und damit entgegen mancherlei Meinung keineswegs menschliche Erfindungen.

Beide Gemeinschaften sind darum in einer gottlosen Welt angefochten: Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und Gebet. (1Timotheus 4, 3-5)

Seit der Schöpfung gibt es keine menschliche Kultur ohne Ehe. Sie hat sich nie überholt und wird trotz ehefeindlicher Zeitströmungen und trotz menschlichen Fehlverhaltens alle Zeiten überdauern, weil sie in der Fürsorge Gottes für den Menschen begründet liegt. Ebenso wird die Gemeinde nach der Verheißung Jesu selbst von den Pforten der Hölle niemals überwältigt werden können. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen. (Matthäus 16,18; vergleichen Sie bitte auch, Johannes 1,42; Epheser 2,19-22)

Die Ehe als Gleichnis

Die Bibel umschreibt oft den Glauben und die Beziehung zwischen Gott und Mensch mit dem innigsten Vertrauensverhältnis, das zwischen Menschen denkbar ist, mit der Ehe.

Denn wie ein junger Mann sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden deine Söhne sich mit dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam an seiner Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen. (Jesaja 62, 5)

Darum wird auch die Ehe als Gleichnis (Griech. mystaerion = Geheimnis) für das Verhältnis Christi zu seiner Gemeinde gewählt. (Epheser 5, 25-28)

Von dieser Analogie sagt uns Gottes Wort: Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es aber auf Christus und auf die Gemeinde. Doch auch ihr - jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht! (Eph 5, 32-33)

Schon aus dem Gleichnischarakter der Ehe für die ewige Gemeinschaft mit Christus ist ableitbar, dass Ehe eine Gemeinschaft auf die ganze Lebenszeit ist. Jede geschiedene Ehe produziert ein Zerrbild der Vorstellungen Gottes und zerstört das Gleichnishafte.

So wird auch Jesus kompromisslose Haltung in der Scheidungsfrage einsichtig: So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen? Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. (Matthäus 19, 6-9)

Lese bitte auch: Matthäus 19, 10-12. (Vgl; auch 1.Kor 7,10-16; Mt 5,31.32; Lk 16,18)

Die Hurerei als Gleichnis

Wenn eine in Liebe und Treue geführte Ehe als Bild für das Verhältnis Gottes zu seinem Volk steht, so bezeichnet die Bibel in Konsequenz den Abfall von Gott und die Anbetung fremder Götter und die elenden Götzen als Ehebruch oder Hurerei. (Vergleiche bitte, Jeremia 13, 27; Jesaja 57,1-13)

Was ist Hurerei?

Für die beiden deutschen Wörter Hurerei und Unzucht gibt es in der Sprache des Neuen Testament nur einen Ausdruck (griech. porneia), den wir in dem Wort Pornographie wiederfinden. Das Wort Unzüchtiger (griech. pornos) wird im Neuen Testament einerseits neben Ehebrechern und Homosexuellen gebraucht (z.B. 1.Kor 6,9).

Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begeht, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib. (1.Korinther 6,18, vgl. 1.Korinther 6,19-20)

1.Thessalonicher 4,1-8, beziehtsich ebenfalls nur auf Wiedergeborene, Kinder Gottes! 

Hierzu gehören voreheliche sexuelle Gemeinschaft: Wenn jemand ein Mädchen, eine Jungfrau, antrifft, die noch nicht verlobt ist, und sie ergreift und bei ihr liegt und sie ertappt werden, so soll der Mann, der bei dem Mädchen gelegen hat, dem Vater des Mädchens 50 Silber geben, und er soll sie zur Frau haben, weil er sie geschwächt hat; er kann sie nicht verstoßen sein Leben lang. (5.Mose 22,28-29)

(Vgl; sie auch: 2.Mose 22,15)

Intimgemeinschaft mit einer anderen Frau als der Ehefrau: Du sollst dich nicht einer Frau nahen während ihrer Unreinheit, um ihre Scham zu entblößen. Auch sollst du bei der Frau deines Nächsten nicht liegen, um ihr beizuwohnen, so daß du dich mit ihr verunreinigst. (3. Buch Mose 18,19-20)

(Vgl; auch 3.Mose 15,19.24; Hesekiel 18,6; 22,10; 2.Samuel 11,4)

Man hat in dir die Blöße des Vaters aufgedeckt; man hat in dir die Frauen zur Zeit ihrer Unreinheit geschwächt. Der eine hat mit der Frau seines Nächsten Greuel verübt, und ein anderer hat seine Schwiegertochter mit Schandtat befleckt; und ein anderer hat in dir seine Schwester, die Tochter seines Vaters, geschwächt. (Hesekiel 22,10-11)

(Vgl; auch 3. Buch Mose 18, 7-9; 18,15)

Sollte ich dies nicht heimsuchen, spricht der JACHWEH, und sollte sich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen? (Jeremia 5,9)

(Vgl; auch Matthäus 5, 27-32)

Wenn ein Mann bei einer Frau liegt zur Zeit ihres Unwohlseins und ihre Scham entblößt und ihre Quelle aufdeckt, während sie die Quelle ihres Blutes entblößt, so sollen beide ausgerottet werden aus der Mitte ihres Volkes!  (3.Buch Mose 20,18; Vgl. auch: 3. Buch Mose 20,19-21)

Blutschande: Niemand soll sich irgendeiner seiner Blutsverwandten nahen, um ihre Scham zu entblößen; ich bin der JACHWEH! (3. Buch Mose 18,6)

(Vgl; sie auch 3. Buch Mose 18,7-18; 1.Korinther 5,1; 3.Mose 18,23;  2.Mose 22,18; 5.Mose 27,21)

Diejenigen, die Hurerei (Unzucht) treiben, stehen unter einem schweren Urteil Gottes!

Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. (1.Korinther 6,9-10)

Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten! (Hebräer 13,4)

Draußen aber sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut. (Offenbarung 22, 15)

Die Feigen aber und die Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner - ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod. (Offenbarung 21, 8) 

Folgerungen:

Nach diesen biblischen Grundlagen liegen die gesuchten Antworten auf der Hand. Das Zusammenleben unverheirateter Paare ist somit ebenso wie vor- oder außerehelicher Geschlechtsverkehr nach der Bibel als Hurerei zu bezeichnen und schließt vom Reiche Gottes aus, es sei denn, die Betreffenden wenden sich von diesem sündigen Leben ab und kehren um. Ab wann aber ist ein Paar verheiratet?

Mit der zunehmenden Entfremdung unseres Volkes von den Geboten Gottes beobachten wir mehr und mehr, dass unverheiratete Paare zusammenziehen und in einem eheähnlichen, aber unverbindlichen Verhältnis leben. Sie sind dennoch nicht verheiratet, auch wenn manche keinen Unterschied zwischen ihrer Lebensgemeinschaft und einer Ehe sehen. Wie Gott solche Verhältnisse beurteilt, haben wir im vorangegangenen bereits mehrfach ausgesagt. Aus dem Zeugnis der Bibel entnehmen wir, dass die Ehe nicht damit beginnt, wenn ein Paar beabsichtigt, den gemeinsamen Lebensweg zu gehen: Jakob wollte Rahel zur Frau haben.

Als die vereinbarten sieben Jahre bis zur Heirat vorbei waren, sagte Jakob zu seinem Schwiegervater Laban: Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir  meine Frau, daß ich zu ihr eingehe, denn meine Zeit ist erfüllt! (1.Buch Mose 29, 21)

Hiermit war die Geschlechtsgemeinschaft angesprochen. Zweierlei geht aus dem Textzusammenhang hervor: Vor der Ehe hat Jakob nicht sexuell mit Rahel verkehrt, und die Ehe galt ab dem öffentlichen Fest der Hochzeit.

Wenn ein Paar Intimverkehr gehabt hat: Wenn in Israel ein Mann mit einem Mädchen geschlafen hatte, musste er es auch heiraten und - wie damals üblich - den Brautpreis zahlen. (5.Mose 22, 28.29)

Intime Beziehungen waren bis zur offiziell geschlossenen Ehe nicht erlaubt.

Definition für Ehebeginn:

Eine Ehe gilt erst dann - auch vor Gott - als geschlossen, wenn sich Mann und Frau dem in der jeweiligen Gesellschaft üblichen offiziellen Ritual der Verheiratung unterzogen haben. Diese Definition ist an allen biblischen Beispielen von Hochzeiten nachvollziebar.

Hier finden wir folgendes biblische Auslegungsprinzip: Aus einer Fülle von Einzelereignissen wird das allen gemeinsame als eine biblische Lehre extrahiert. Ebenso ist diese Definition auf jeden entlegenen Stamm mit seinen eigenen, innerhalb dieser Gemeinschaft anerkannten Riten anwendbar wie auch für unseren Kulturkreis mit der Einrichtung des Standesamtes.

Wichtig ist in allen Fällen, dass die Menschen der Umgebung in eindeutiger und offizieller Weise darum wissen, dass hier zwei Menschen in einer Ehe verbindlich zusammengehören.

Sie stehen damit anderen nicht mehr zur Partnerwahl zur Verfügung. Wenn ein Mann eine verheiratete Frau (oder ein verheirateter Mann eine andere Frau und umgekehrt) ansieht, um sie (ihn) zu begehren, so wird er (sie) nach der Bergpredigt Jesu zum Ehebrecher (Mt 5,28).

Der Frau am Jakobsbrunnen sagte zu Jesus, dass der Mann, den sie hatte, nicht ihr (Ehe-) Mann war (Joh 4,18).

Wäre sie durch öffenlichen Eheschluss mit ihm verheiratet gewesen, hätte Jesus nicht in dieser Weise mit ihr geredet.

Die Bibel legt nirgends die äußere Form der Eheschließung fest, dennoch gibt es einen definierten Tag der Hochzeit, von dem an Mann und Frau offiziell zusammengehören. Zur Zeit Abrahams geschah dies anders (1.Mose 24,67) als bei Simson (siebentägige Hochzeitfeier: Richter 14,10-30) oder zur Zeit Jesu (Hochzeit zu Kana: Johannes 2,1-11).

In der Bundesrepublik ist allen die standesamtliche Trauung die öffentlichrechtliche anerkannte Form des Ehebeginns, die gemäß obiger biblisch abgeleiteter Definition auch vor Gott als Ehe gilt.

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.

Hinweis auf die verwendeten Bibelstellen: Wenn nichts anderes vermerkt wurde, zitiere ich die Schlachter Version 2000 (Textus- Receptus).

 

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