Streitpunkt Internetanschluß.

 

Überarbeiteter Text, April 2017

Fragen & Antworten – Streitpunkt Internetanschluß

Frage: In unserer Gemeinde sind viele gegen das Internet, auch Älteste. Das kam auch in einer Brüderversammlung zur Sprache. Ich hatte anschließend noch ein persönliches Gespräch mit einem maßgebenden Bruder. Es ging um Euch bzw. Eure und andere christliche Veröffentlichungen im Netz. Unter anderem wurde gesagt, daß das Wort aus der Predigt kommen sollte, das heißt durch die Verkündigung vor Ort. Ich habe vieles von Euch auf CD oder im Internet Download und weiß nun nicht, wie ich mich verhalten soll, vor allen Dingen Gott gegenüber. Ich möchte niemanden verletzen. Die Gemeinde wechseln halte ich für falsch. Jesus Christus möge mir den richtigen Weg zeigen. Was denken Sie?

Antwort: Wir pflichten Ihnen bei: Wegen einer Bagatelle sollte man die Gemeinde wirklich nicht wechseln. Keine Gemeinde ist vollkommen, jede hat ihre Schatten- und Sonnenseiten. Eine Gemeinde muß jedoch klar christuszentrisch und auf dem unfehlbaren Wort Gottes fundiert sein, und ihre Prediger und Ältesten sollten bemüht sein, im Alltag dementsprechend zu leben. Die Hauptpunkte der biblischen Lehre müssen klar sein, wie es zum Beispiel, in der Heiligen Schrift heißt es dazu: Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes. (Apg 18,25; vgl. Römer 12,2; 15,5; 2Kor 13,11; Phil 2,2-3)

Im Bezug auf Nebensächlichkeiten sollte Freiheit herrschen. Die Meinung des anderen sollte respektiert werden, wenn sie biblisch ist. Ist dies nicht der Fall, kehrt schnell ein gesetzlicher Druck ein, wodurch die Freude im und am Herrn Jesus mit der Zeit abnimmt. Man kann nicht mehr frei atmen. Jemand sagte einmal: << In den Hauptsachen Einheit, in den Nebensachen Freiheit, in allem die Liebe. >> Einheit ja, aber nur im geistlichen sinne, und Freiheit gibt es nur im Herrn Jesus (vgl. 2Kor 3,17). Wenn wir diesen Grundsatz in unseren Gemeinden anwenden, bleiben uns viele zwischenmenschliche Probleme erspart. Zur Frage, ob wir das Internet zur Verkündigung benutzen dürfen, eine Gegenfrage: Sagt die Bibel irgendwo, daß wir es nicht tun dürfen? Nicht ein Wort, sondern ganz im Gegenteil, in der Offenbarung 1,3: Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe. 

Wir können überall das Wort Gottes lesen, egal ob im Buch, oder beim zuhören, und ebenso im Internet. Gilt nicht auch noch uns das Wort, das in 2Tim 4,1-2 geschrieben steht?  Daher bezeuge ich dir ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung!

Und zeigt nicht 2Tim 4,1-2, daß der Rahmen zur Verkündigung weniger wichtig ist als der Auftrag? Das Internet ist eine völlig wertneutrale Sache wie ein Auto, ein Fahrrad usw. Es kommt ganz darauf an, was wir damit machen. So kann man zum Beispiel auch Papier für den Druck von Bibeln oder aber für Schundliteratur benutzen. Die Bibel sagt in 1Kor 10,23-24: Es ist mir alles erlaubt – aber es ist nicht alles nützlich! Es ist mir alles erlaubt – aber es erbaut nicht alles! Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen.

Das gilt auch für das Internet. Man kann es zum Guten und nützlichen wie auch zum Schlechten gebrauchen. Sollten wir dieses Medium einfach dem Teufel überlassen? Sicher nicht! So benützen wir als Missionswerk (MNR) das Internet, um das Evangelium weiterzugeben. Auf diese Weise erreichen wir auf der ganzen Welt, Millionen von Menschen mit Gottes Wort, selbst in Ländern, die für das Evangelium verschlossen sind. Ich wiederhole: Das Internet an sich ist nicht sündig. Aber was ich damit mache, kann sehr wohl zur Sünde werden! Wachsamkeit tut not!

Samuel Rindlisbacher (MNR).

 

Sollte ich ein Internetanschluß haben?

Zweiter Leserbrief.

Frage: Seit Kurzem besitze ich endlich privat einen PC. Wie Sie wissen, ist das sehr nützlich und sozusagen unentbehrlich im täglichen Leben, wenn man in der heutigen Zeit die Sachen korrekt verwalten will. Meine Frau hat jedoch eine Bedingung gestellt: Anschluß ans Internet verboten. Sie müssen verstehen, das ich das zwar etwas differenzierter sehe, sei es, weil man Programme aktualisieren muß oder um E-Mails zu versenden usw. Aber dennoch bin ich verunsichert und verwirrt, denn es soll ja im Internet Werbung und Bilder geben, die schlimmer sind als in den Zeitungen. Und da sollen engagierte Christen doch nichts damit zu tun haben. Wie kommen Sie mit dieser Frage zurecht?

Antwort: Das Internet beinhaltet in der Tat ein großes Gefahrenpotential, aber ebenso bietet es enorme viele Möglichkeiten, sein Wissen hinsichtlich bestimmter Themen zu vertiefen oder bei Unsicherheiten in einem Lexikon nachzuschlagen usw. Und wer Einkäufe tätigen will oder seine Bank- und Postgeschäfte nicht mehr auf herkömmliche Weise erledigen will, wird das Internet ebenfalls zu schätzen wissen. Was nun zum Beispiel unser weltweit tätiges Missionswerk anbetrifft, ist unser Dienst ohne Internet kaum mehr denkbar. Wir benützen das Internet, um per E-Mail den Kontakt zu unseren Missionaren, Mitarbeitern und Freunden zu pflegen. Zudem senden wir sämtliche Texte (Daten) für unsere Zeitschriften (MNR & Nachrichten aus Israel) und Bücher per Internet an die Übersetzer in den verschiedenen Ländern. Und ebenso erfolgt dann die Übermittlung der übersetzten Texte an die Druckerei per Internet. Das spart enorm viel Zeit und nicht zuletzt auch teure Portokosten! In der Bibel heißt es dazu, in Epheser 5, 15-16: Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. (vgl. Kol 4,5)

Und die Krönung: Menschen auf der ganzen Welt, die einen Internetanschluß haben und eine der Sprachen sprechen, in der wir unsere Zeitschriften und Bücher veröffentlichen, können unsere Website (www.mnr.ch) besuchen, Artikel lesen, die Gottesdienste in der Zionshalle oder die evangelistische Botschaft <<Notruf 50,15>> hören. Und überdies können uns unsere Freunde und Geschwister ihre Bestellungen, Adressänderungen usw. per Internet durchgeben. Zusammengefaßt kann man sagen, daß das Internet für die Missionsarbeit ein hervorragendes Medium ist. Aber, und auch das wollen wir betonen: Das Internet stellt für den einzelnen Benutzer eine große Herausforderung an Charakter, Moral und Disziplin dar. Doch die Heilige Schrift bietet Gotteskinder auch in dieser Hinsicht wunderbare Hilfe an, damit wir im Geiste Jesu zu wandeln vermögen (Galater 5,16; Röm 8,4). Vom jungen Daniel in Babylon – und wir leben ja in gewissem Sinn auch in "Babylon" steht geschrieben: Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, daß er sich nicht verunreinigen müsse. Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer. (Daniel 1,8-9) 

Wer das Internet mit diesem festen Entschluß öffnet und gezielt nach dem sucht, was er haben will, der wird bewahrt bleiben. Das heißt aber nicht, daß er nicht auf Werbung bzw. Links stoßen kann, die ihn auf eine glitschige Fährte locken wollen (vgl. Mt 26,41; Mk 14,38). Denn Satan sucht auf allen Kanälen und Lebensgebieten nach Opfern! Wenn man unbeabsichtigt auf eine falsche Homepage gelangt ist (Sexpornos, Okkultismus), dann gilt es, sich unverzüglich davon abzuwenden und Stellung zu beziehen: Ich will mich jetzt als Mann oder Frau und nicht als Waschlappen erweisen. Und dann heißt es, unverzüglich handeln und die Seite schließen! Wir sind als Gotteskinder in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt (Joh 15,19). Wir besitzen Dinge dieser Welt, aber diese Dinge dürfen uns nicht besitzen! Auf das Internet bezogen: Wir handeln so wie bei Kinowerbung, TV,  Illustrierten und Zeitungen, wo ebenfalls die Möglichkeit besteht, sich zu beschmutzen, sofort wegschauen und sich etwas anderem nützlichen zuwenden, wenn eindeutig zweideutige Bilder ins Blickfeld geraten!  Das Problem ist nicht der unabsichtliche erste kurze Blick auf etwas Zweifelhaftes, sondern der zweite! Darum sei jedem Internetbenutzer noch einmal herzlich empfohlen, wie Daniel zu handeln. Konkret, heißt es: Ich will mich nicht mit Bildern, Götzen und Texten verunreinigen, die mein Herr Jesus auch nicht anschauen würde (2Kor 6,17; Mk 7,15.18; 1Tim 4,3-5).

Paulus schreibt an Titus: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2, 11-14)

Zu dieser Besonnenheit und Disziplin gehört auch, daß wir nicht über Gebühr lange im Internet surfen, sondern die Prioritäten richtig setzen. Und wer jetzt durch diese Zeilen erkennen mußte, daß er sich durch die List des Teufels fangen ließ, indem er hinsichtlich Auswahl oder Zeiteinteilung versagte, dem darf ich zurufen: Es gibt Befreiung aus dieser Knechtschaft, denn: Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. (Joh 8,36)

Wollen Sie wirklich frei werden? Sagen Sie nicht: Ich möchte frei werden, sondern: Ja, ich will frei werden! Lassen Sie sich von aller Befleckung reinigen. Und dann klammern Sie sich an die Verheißung von Johannes 8,36! Denn dem Aufrichtigen läßt es der Jahwe gelingen (vgl. Psalm 7,11; 11,7; 32,11; 36,11; Spr 2,7; 15,8)! MNR

 

 

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