Spröde Knochen durch die braune Brause

Spröde Knochen durch die braune Brause (Coca Cola)?

Coca Cola & Rhabarbersind Kalziumräuber!  

Cola-Getränke bestehen aus Zucker, Koffein und Phosphorsäure. Sie enthalten pro Liter rund 140 Milligramm Phosphat. „Der hohe Gehalt von Phosphat in Colagetränken bringt den Kalziumstoffwechsel des Körpers aus dem Gleichgewicht, indem er die Aufnahme des Mineralstoffs Kalzium in den Knochen verhindert“, sagt Oecotrophologin Anja Baustian, von der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET). Das könne die Knochendichte mindern.

Bleibt die Phosphorsäure. „Als anorganische Säure bildet sie mit Kalzium ein Salz“, erklärt Erich Elstner den chemischen Vorgang im Körper. Dieses Salz sei für den Knochenaufbau wertlos, da die Kalzium-Moleküle darin gebunden sind. „Besonders in den Wachstumsphasen von Jugendlichen kann somit der Knochenaufbau und die Knochendichte durch übermäßigen Colakonsum negativ beeinflusst werden“, sagt Anja Baustian.

Zu einem ähnlichen Schluss kam auch eine Studie der amerikanischen Harvard School of Public Health. Die Forscher befragten Teenager zu ihren Trinkgewohnheiten und bisherigen Knochenbrüchen. Dabei fiel auf: Mädchen, die Getränke wie Cola oder Limonade konsumieren und außerdem sportlich aktiv sind, erleiden dreimal häufiger Knochenbrüche als Mädchen, die etwas anderes trinken. Die Frakturrate weiblicher Teenager, die nur Cola trinken, ist fünfmal höher als bei Mädchen, die keine Cola trinken.
Die Experten sehen da nur eine Möglichkeit: Kinder sollten nicht regelmäßig Cola oder andere phosphathaltige Limonaden trinken.

Macht light dicker als normale Cola?

Die bisherigen Mythen besagten alle, nichts sei schädlicher als Cola. Fast nichts. Nur Cola light könnte nach Meinung einiger Internetnutzer noch schlimmer sein. So schreibt einer im Originalbeitrag mehr schlecht als recht: „Cola light (sic!) ist gefährlich bzw. gesundheitsschädigend wegen des künstliche Süßstoff Aspartam.“

Selbst wenn der Nutzer Recht hätte: „Süßstoffe wie Aspartam sind bis zu 1000mal süßer als Zucker, deshalb sind sie in wesentlich geringerer Konzentration in den Getränken enthalten“, erklärt Rüdiger Blume, Biochemiker an der Universität Bielefeld. Zudem sei der Süßstoff offiziell als Lebensmittelzusatz zugelassen. Damit ist der Verzehr in Maßen auf jeden Fall unbedenklich.

Auch das Märchen, dass Süßstoff mehr Appetit auf Süßes und damit dicker als Zucker selbst macht, stimmt so nicht. „Nach Konsum von Süßstoff kann Insulin im Körper freigesetzt werden, obwohl kein Zucker zugeführt wurde“, sagt Peter Stehle, Ernährungsphysiologe am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Universität Bonn. „Dies könnte später zu mehr Hungergefühl führen.“ Die Gleichung könnte also lauten: mehr Hunger, mehr essen, mehr Gewicht. Diese Gleichung geht aber nicht auf: „Studien zeigen, dass Süßstoffe nicht zu mehr Kalorienaufnahme führen“, sagt Stehle. Auch die Firma Coca-Cola bestreitet diesen Vorwurf: Es gebe keine wissenschaftlichen Studien, die zum Ergebnis kämen, dass Softdrinks Fettleibigkeit förderten, sagt Pressesprecher Bernhard Taubenberger gegenüber FOCUS Online.

Cola = Zucker = Diabetes?

Cola enthält viel Zucker, Zucker verursacht Diabetes, also verursacht Cola Diabetes. Eine genauso einfache, wie falsche Rechnung, die diesem Mythos zugrunde liegt. „Die Behauptung, dass Cola-Getränke Diabetes verursachen, ist aus wissenschaftlicher Sicht unmotiviert“, sagt Peter Stehle, Ernährungsphysiologe am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Universität Bonn. Es gebe erhebliche wissenschaftliche Dispute, ob der Konsum von großen Mengen an Zucker das Risiko, Diabetes zu bekommen, überhaupt erhöhe. „Diese Diskussion lässt sich aber unmöglich auf ein einzelnes Lebensmittel herunterbrechen.“

Dennoch mahnen Ernährungsexperten wie Anja Baustian zur Vorsicht. „Wer täglich zu einem süßen Getränk wie Cola und Limonade greift, nimmt vermutlich an Gewicht zu“, sagt Baustian. Schließlich enthalte das Getränk pro Liter etwa 36 Stücke Würfelzucker. Übergewicht gepaart mit geringer körperlicher Aktivität plus Rauchen könne das Risiko erhöhen, an Diabetes Typ II zu erkranken. Auch der Biochemiker Erich Elstner vom Forschungsinstitut Weihenstephan mahnt, dass vor allem der Lebenswandel Diabetes fördere: Wer viel Cola trinke, esse oft auch viel Junk-Food. Diese Kombination sei in keinem Fall gesund.

Kaubonbon und Cola light – eine explosive Mischung?

Eine Flasche Cola trinken, ein Kaubonbon der Marke Mentos essen – dann hilft nur noch beten. Der Mythos um einen kleinen brasilianischen Jungen, dem eben diese Mischung das Leben gekostet haben soll, hält sich hartnäckig. Ein Professor stellte folgende These auf: Der in Cola light enthaltene Süßstoff soll sich mit Mentos zu einer neuen, giftigen Substanz verbinden. Weder die oft zitierte Substanz Ta9V4, noch den gerne bemühten Professor gibt es wirklich. „Die Nachricht wird daher auch in einschlägigen Websites als Urban Legend geführt“, sagt Bernhard Taubenberger, Pressesprecher von Coca-Cola.

Der Mythos hält sich aber weiter hartnäckig. Grund für die Spekulationen ist ein beim Internet-Videoportal Youtube äußerst beliebtes Experiment. Denn Cola und Mentos reagieren heftig, fast explosiv. Mit einer Packung Kaubonbons und einer zwei Liter Cola-light-Flasche lässt sich die Softdrinkbombe starten. Ergebnis ist eine meterhohe Fontäne, die nach Sekunden aus der Flasche schießt.

Grundsätzlich würde das auch mit anderen sprudelnden und schäumenden Getränken funktionieren, meint Biochemiker Rüdiger Blume. Also ist die Fontäne keine Cola-spezifische Reaktion. Was auf den Youtube-Videos in freier Wildbahn klappt, funktioniere ansatzweise auch im Körper, sagt Blume. „Gänzlich auszuschließen ist solch ein Todesfall nicht. Egal, ob mit Cola, Sekt oder Mineralwasser.“ Durch die Kombination von sprudelnden Getränken und Mentos-Kaubonbons könne im Magen rein theoretisch eine große Menge CO2 freigesetzt werden. „Wenn diese Gasansammlung nicht aus dem Körper entweichen kann, drückt die Gasblase auf das Herz und kann es in seiner Funktion behindern“, sagt Blume. Dies sei aber vor allem ein Problem älterer Menschen.


Dennoch gab es bisher laut Bernhard Taubenberger von Coca-Cola keinen vergleichbaren Fall: „Täglich werden Millionen Mentos und große Mengen an die Coke konsumiert – ohne dass bestätigte Berichte bekannt wären, wonach es jemals zu der beschriebenen Reaktion gekommen wäre.“

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/tid-7381/ernaehrung-kaubonbon-und-cola-light-eine-explosive-mischung_aid_132448.html

 

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