Sabbat oder Sonntag?

 

Überarbeiteter Text, April 2017

Sabbat oder Sonntag?

Ist es wirklich so, dass wir den Sabbat halten müssen? Gläubige, die den Herrn Jesus lieb haben, wollen mich immer wieder dazu bewegen, doch den Sabbat (Sonnabend), statt den Sonntag dem Herrn zu heiligen. Ich vermag das einfach nicht so zu sehen, wüsste aber doch gerne besser Bescheid, was die Bibel zu diesem Thema sagt.

Die Frage könnte man auch anders stellen: Leben wir heute unter dem alttestamentlichen Gesetz bzw. dem Zeichen Gottes für Israel oder unter der Gnade Jesu Christi? Damit ist – so meine ich – Ihre Frage eigentlich bereits beantwortet, denn Sie und Ihre Bekannten bezeugen ja, Gotteskinder zu sein. Dass der Sabbat als Zeichen für Israel eingesetzt wurde, geht aus 2.Buch Mose 31,13-17 wiederholt und unmissverständlich hervor:

Rede du zu den Kindern Israel und sprich: Haltet nur ja meine Sabbate! Denn das ist ein Zeichen zwischen mir und euch für alle eure Geschlechter, damit ihr erkennt, daß ich der JACHWEH bin, der euch heiligt. Und deshalb sollt ihr den Sabbat halten, weil er euch heilig ist. Wer ihn entheiligt, der soll unbedingt sterben; wer an ihm eine Arbeit verrichtet, dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk! Sechs Tage soll man arbeiten; aber am  siebten Tag ist der Sabbat völliger Ruhe, heilig dem JACHWEH. Jeder, der am Sabbattag eine Arbeit verrichtet, der soll unbedingt sterben! So sollen die Kinder Israels den Sabbat halten, indem sie den Sabbat feiern für alle ihre Geschlechter, als ein ewiger Bund. Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israels; denn in sechs Tagen hat der JACHWEH Himmel und Erde gemacht; aber am siebten Tag ruhte er und erquickte sich.

Bild-Quelle ist von Ruth Eckstein: www.gottesbotschaft.de

Er sagte aber zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluß ab, den er an Gütern hat. (Lk 12,15; Schlachter Version; vgl. Ps 119,36; 1Tim 6,7-11; Hebr 13,5; Ps 49,7-10; Mt 4,4)

Die Frage, ob der an Jesus Christus Gläubige den Sabbat halten muss, war in der ersten Gemeinde, die ja vornehmlich aus Juden bestand, ohne Zweifel hochaktuell. Denn schließlich mussten sie sich ja mit ihrem bisherigen Glauben und ihrer Glaubenstradition auseinander setzen.

Trotzdem ist der Sabbat im Neuen Testament überhaupt kein Thema! Der Herr Jesus selbst räumt dem Sabbat nicht den Stellenwert ein wie die Geistlichen Seiner Zeit. (Joh 5,8; Joh 7,23; Joh 9,14)

Und in den Lehrbriefen des Neuen Testaments wird kein einziges Mal gesagt oder auch nur angedeutet, dass wir den Sabbat halten sollen. Stattessen nimmt der erste Tag der jüdischen Woche, also der Sonntag, eine wichtige Stellung ein. So ist zum Beispiel Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden, und das war der Tag, an dem sich dann die ersten Gemeinden versammelten.

Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. (Mt 28,1)

Als es nun an jenem Tag, dem ersten der Woche, Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, da kam Jesus und trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! (Joh 20,19)

Am ersten Tag der Woche aber, als die Jünger versammelt waren, um das Brot zu brechen, unterredete sich Paulus mit ihnen, da er am folgenden Tag abreisen wollte, und er dehnte die Rede bis Mitternacht aus. (Apg 20,7)

An jedem ersten Wochentag legte jeder unter euch etwas beiseite und sammle, je nachdem er Gedeihen hat, damit nicht erst dann die Sammlungen durchgeführt werden müssen, wenn ich komme. Wenn ich aber angekommen bin, will ich die, welche ihr als geeignet erachtet, mit Briefen absenden, damit sie eure Liebesgabe nach Jerusalem überbringen. (1.Kor 16,2-3)

Als Paulus und Barnabas von ihrer Missionsreise berichteten, traten einige Pharisäer auf, die an den Herrn Jesus gläubig geworden waren. Sie hielten noch an der Tradition fest und meinten, auch die Heiden müssten sich beschneiden lassen und das Gesetz Mose halten.

So kam es an diesem ersten Apostelkonzil zu einer Grundsatzdebatte (Apg  15,7-10) mit folgendem Resultat: Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wißt, daß Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, daß sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten. Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte. Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?

Bitte, lesen Sie noch, die Verse Apg 15,11-21!

Kein Wort also vom Sabbat! Wer glaubt, den Sabbat halten zu müssen, studiere bitte den Galaterbrief, insbesondere Kapitel 4, Verse 8-11 und 5,1-15.

Möglicherweise hängt ein Verfechten des Sabbats auch damit zusammen, dass man – vielleicht unbewusst – dem vollkommenen Erlösungswerk Jesu Christi noch eigene Leistung beifügen möchte.

Das wäre tragisch, denn es heißt weiter: Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durch Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen! (Galater 5,4; vgl. Gal 5,3; Röm 11,6)

Anmerkung: Ihr seid abgetrennt von dem Christus, ihr seid, als getrennt von Christo, alles Nutzens an Ihm beraubt, so viele ihr im Gesetz gerechtfertigt werdet; ihr seid aus der Gnade gefallen, wer Gesetzlich leben will. Denn Jesus hat uns befreit, von dem Fluch des Gesetzes (vgl. Josua 8,34; Gal 3,10.13; 5Mo 27,26; Jer 11,3; 2Kor 5,21; Kol 2,14; 5Mo 21,23)!

Übrigens wird im Neuen Testament zwar auf neun der Zehn Gebote Gottes Bezug genommen, nicht aber auf das Gebot der Sabbatheiligung! Es gibt also im Neuen Testament keine einzige Stelle, wonach die Glieder der Gemeinde Jesu aus den Heiden den Sabbat halten sollen. Adventisten mögen einwenden: Denn der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat. (Matthäus 12,8)

Darum: So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat. (Kolosser 2,16-17)

 

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