Neue Botschaften als Ergänzung zur Bibel?

Prof. Dr. Werner Gitt             Überarbeiteter Text, April 2017

Ein Auszug aus dem Buch: Fragen, die immer wieder gestellt werden. 16. Auflage/ Bibelzitate sind aus der Schlachter Version 2000 entnommen.

Gibt es heute noch neue Botschaften als Ergänzung zur Bibel?

 

Ist Gott nicht größer als die Schrift, um direkt zu jemandem zu reden?

Wir müssen zwei Redeweisen Gottes unterscheiden: die für alle Menschen in gleichem Maße gültige Bibel und die individuelle Führung Gottes im Leben des einzelnen.

Ergänzungen zur Bibel? Parallel mit der Entstehung der biblischen Schriften durch von Gott berufene und von ihm autorisierte Männer, z.B. wie Elisa, Jeremia, Paulus (Jeremia 1,5; 1Könige 19,16; Galater 1,12) treten auch falsche Propheten mit eigenmächtigen Botschaften auf.

Auf die auch uns bewegende Frage:  Wenn du aber in deinem Herzen sprichst: »Woran können wir das Wort erkennen, das der Jachweh nicht geredet hat?« (5.Buch Mose Kap. 18, Vers 21)

Gibt Gott als Antwort ein entscheidendes Kriterium zur Prüfung der Wahrheit: Wenn der Prophet im Namen des Jahwe redet, und jenes Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist es ein Wort, das der Jachweh nicht geredet hat; der Prophet hat aus Vermessenheit geredet, du sollst dich vor ihm nicht fürchten! (5.Buch Mose 18, 22)

Auch in der Bergpredigt warnt Jesus vor den falschen Propheten und nennt uns ebenso die Kennzeichen ihrer Identifizierung: Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. (Matthäus 7, 15-20; vgl. → Mt 24,3-13.24; Lk 6,43-46; Apg 20,29)

Der Apostel Johannes weist nicht minder eindringlich auf die Gefahr hin: Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist – das ist der Verführer und der Antichrist. Seht euch vor, daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen! Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn.  (2. Johannes 1,7-9; vgl. → 1Joh 4,1-5; 1Joh 2,18-23; 2Pt 2,1-3)

Nur die Bibel ist von Gott offenbart. Im Letzten hat Gott durch seinen Sohn geredet (Hebräer 1, 1), und es wird nun keine zusätzlichen Offenbarungen mehr geben (Offenbarung 22, 18-19).

Dem Wort der Bibel ist danach nichts mehr hinzuzufügen. Schon Petrus warnt zu seiner Zeit vor: Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht. (2. Petrus 2, 1-3; vgl. → Apg 20,29-30; Jud 1,3-4.16-19; 2Kor 11,3-15; Offb 2,14-15.20-23)

Und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen, durch ihre abscheulichen Lehren!

Die Zutaten und Entstellungen der Bibel von Joseph Smith (Buch Mormon der Mormonen) Jakob Lorbeer (Freunde der Neuoffenbarung), Ch. T. Russel (Jehovas Zeugen), M. Baker Eddy (Christliche Wissenschaft) u.a. sind keine göttlichen Botschaften, sondern bedauerliche Irrwege falscher Lehrer und Verführer.

Gott gibt keine zusätzlichen Offenbarungen mehr, sondern nur neues Licht über das, was Er uns schon längst im AT und NT mitgeteilt hat. So bleibt die Bibel die einzige verbindliche Informationsquelle und die alleinige Messlatte, an der alles zu prüfen ist. Auch Zitate heutiger Zeitgenossen mit der einleitenden Autorisierungsformel "Der Jachweh hat mir gesagt…" bedürfen wegen des oben Dargelegten einer strengen Prüfung.

Individuelle Führung Gottes: Oft wünschten wir uns ein direktes Reden Gottes in einer bestimmten Situation. Gott könnte es tun, aber es ist nicht seine Methode. Martin Luther, John Wesley, Hudson Taylor oder Billy Graham waren bzw. sind bedeutende Gottesmänner und haben Außergewöhnliches ausgerichtet. Sie haben sich auf Gottes Wort berufen und empfingen von dort Impulse ihres segensreichen Wirkens.

Unser Gebet: Weise mir, Jachweh, deinen Weg, damit ich wandle in deiner Wahrheit; richte mein Herz auf das Eine, daß ich deinen Namen fürchte! (Psalm 86, 11)

Er bittet Gottes Handeln in seinem Leben, das wir ebenfalls erbeten können. Das ist erfahrbar und erst im Nachhinein eindeutig als Wirken Gottes erkennbar, aber es geschieht lautlos ohne hörbare Stimme Gottes.

 

 

 

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