Noah kam ins Kino

Anmerkung: Die genauen Berichte über Noah & die Sintflut, können Sie im 1.Buch Mose Kapitel 6 bis 9 Verse 1-29 nachlesen. Bitte, diesen Film nicht kaufen & auch nicht ansehen, sonst würdet Ihr diese Lügenberichte fördern. Überarbeiteter Text, April 2017

Noah kommt ins Kino!

Preist den HERRN, für diesen Film?

Die Mitternachtsruf-Zeitschrift, war im April 2014 auch vorschnell, mit ihrer Berichterstattung, wie es in der Welt auch ist.

Am 03.04,2014 soll im deutschsprachigen Raum die Hollywood-Verfilmung von Noah und der Sintflut in die Kinos kommen.

Eine Möglichkeit zur Evangelisation? Vielleicht. Eine gute Sache? Eher nicht. Leute, die die Rohfassung des Filmes gesehen haben, berichten von überaus verrückten Zusätzen. Mag sein, dass mache dieser Zusätze im fertigen Film nicht vorhanden sind, aber das macht Noah noch nicht zu einem seriösen Historienfilm. Es scheint, als hätte Regisseur Darren Aronofsky aus Gottes Gericht über die Sündhaftigkeit der Menschen eine Öko-Fabel gemacht. Ken Ham, Leiter des Missionswerkes Answers in Genesis, schreibt über Noahs »Verkündigung« im gleichnamigen Hollywood-Film: »Er wiederholte immer wieder, dass Gott ihre Neubevölkerung nicht zulassen würde, da Gott Eden wieder pflanzen würde, und zwar ohne den Menschen, und dass die Perfektion wiederhergestellt würde mit den unschuldigen Tieren, die Gott zur Arche brachte.« das ist nicht das einzige Problem: Offenbar kommt der Körper der Schlange (Satan in Eden) vor, der irgendwelche magischen Fähigkeiten hat. »Felsen«, die gefallene Engel (Dämonen) zu sein scheinen, bauen die Arche mit Noah. Methusalem ist eine Art Medizinmann, dessen mentale Gesundheit fraglich erscheint. Ein Widersacher von Noah kann sich in der Arche verstecken. Noah will das Kind seiner schwangeren Schwiegertochter ermorden, weil er glaubt, der Mensch dürfe sich nicht mehr fortpflanzen. Am Ende überlegt er`s sich anders. Dies sind nur einige Punkte. Offenbar gebraucht Hollywood die Noah-Geschichte als Sprungbrett für ein möglichst verrücktes Fantasy-Epos.

Rem – Aus der MNR-Zeitschrift 04.2014

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Dieser Film wird heute (03.10.2016) auf Pro7 ausgestrahlt, um 20:15Uhr

ZEITGESCHEHEN

Noah – auf Grund gelaufen?

Die Trailer zum Anfang April 2014 angelaufenen Kinofilm «Noah» versprechen ein eindrückliches Bibelepos. Doch der Schein trügt, wie Randall Price berichtet.

Das amerikanische Filmdrama Noah bekam vor der Premiere das Lob, bibeltreu zu sein, auch wenn es sich künstlerische Freiheiten genommen habe. Die ersten Filmtrailer wurden sorgfältig zusammengestellt, denn auch gläubige Menschen sollten sich angesprochen fühlen. Trotzdem geht es hier um den am wenigsten bibeltreuen Bibelfilm aller Zeiten! Wohlwollend betrachtet spielt er durchaus im Rahmen des Sintflut-Berichtes, ansonsten hat aber die künstlerische Freiheit den Film so weit von aller Bibelähnlichkeit entfernt, dass er für Gläubige schlicht eine Beleidigung ist. Von einer Verwässerung der biblischen Geschichte (man entschuldige das Wortspiel) zu sprechen, wäre viel zu milde ausgedrückt. Bibelkennern wird es schnell klar, wie wenig das Drehbuch der biblischen Erzählung entspricht. Wer die Bibel nicht kennt, dem freilich fällt es bis zum Abspann nicht auf. Halten wir dem Regisseur zugute, dass er überhaupt ein biblisches Thema aufgegriffen hat; aber die grauenvolle Geschichte, die die Endfassung des Films darstellt, gereicht weder dem Regisseur noch den Schauspielern zur Ehre und so wäre es besser gewesen, sie hätten gleich die Finger davon gelassen.

Wem hilft es, wenn die Giftflasche aufgepeppt wird, indem man das hässliche Etikett mit dem Totenschädel hinter den gekreuzten Knochen entfernt und der Flasche stattdessen einen sorgfältig designten Aufkleber namens «Piña Colada» verpasst? Ja, sie wird dadurch entscheidend ansehnlicher, aber das irreführende Etikett macht sie auch entscheidend gefährlicher. Für eine Generation, die schon den Schöpfungsbericht als pure Fiktion abtut, ist die Mischung von ein wenig Bibel mit viel unreiner Fiktion noch gefährlicher. Aber auch für den Glauben ist diese Mischung gefährlicher als die platte Ablehnung des biblischen Berichts. Wer den Film nicht gesehen hat, könnte meine Beurteilung als zu schroff empfinden; bitte lesen Sie trotzdem weiter.

Der Film schreibt Noah und seiner Arche als alleinigen Zweck das Überleben der unschuldigen Tiere zu. Die Welt vor der Flut erscheint öde und nackt, weil die Menschheit so verdorben ist. Im «grünen» Hollywood kann man sich ja nichts Verwerflicheres vorstellen. Deshalb, so versteht Noah Gottes Plan, soll die Menschheit ausgelöscht werden, einschliesslich Noah und seiner Familie, denn die neue Welt kann nur bestehen, wenn auf ihr ausschliesslich die unschuldigen Tiere leben. Bei der Arche geht es keineswegs um die Errettung der Menschheit, sondern nur um deren Bestrafung. Noahs einzige Aufgabe ist die Rettung der Tiere; dies nimmt er so ernst, dass er auf der Arche seiner Familie sogar ankündigt, sie alle müssten sterben, denn die Schöpfung sei erst dann gerettet, wenn die Menschheit tot sei. Folgerichtig erklärt Noah, als er von der Schwangerschaft seiner Schwiegertochter erfährt: Sollte das Kind ein Mädchen sein, würde er es sofort nach der Geburt umbringen!

Das Drama an Bord der Arche nimmt seinen Lauf. Frau Noah versucht, ihren Mann von der Geburt fernzuhalten; ein nicht zurechnungsfähiger Noah stellt den neugeborenen Enkelinnen nach; deren Vater Sem versucht gemeinsam mit seinem Bruder Ham, den frischgebackenen Grossvater umzubringen (wirklich ernsthaft verfolgen sie ihre Pläne, nachdem dieser das Fluchtfloss der jungen Eltern angezündet hat). Nun stellen Sie sich dazu noch den bösen, fleischfressenden König der alten Welt vor: Tubal-Kain schleicht sich als blinder Passagier an Bord und schafft es, die ganze Zeit über unentdeckt zu bleiben. Als die Arche landet und entzweibricht, kommt er in einer Messerstecherei mit Noah doch noch ums Leben.

Schliesslich verschont Noah seine Familie – «aus Liebe». Letztendlich ist die Menschheit doch nicht gar so böse; Frau Noah bringt es auf den Punkt, wenn sie statuiert, das Herz brauche nur Liebe, um gut zu sein. Gott schweigt zu dem Drama, das sich auf der Arche abspielt, trotz Noahs Flehen um göttliche Führung. Tatsächlich hat Gott sich ferngehalten; Noahs Adoptivtochter, eine Nachfahrin Kains und nun Sems Frau, war durch eine heilende Berührung Methusalems wundersamerweise von ihrer Unfruchtbarkeit geheilt und zur Mutter der Zwillinge geworden. Sie präsentiert die Erkenntnis, Gott habe Noah die Wahl gelassen, ob die Menschheit weiterleben sollte oder nicht. Trotz des Öko-Trips läuft es am Ende also auf blanken Humanismus hinaus. Zum Schluss schwingt der gerade wieder normal gewordene Noah seinen schlangenledernen Glücksbringer (diese Reliquie stammt von der Schlange im Garten Eden) und sagt seinen Kindern vor der Kulisse eines Regenbogens: «Seid fruchtbar und mehret euch!» Der Bund Gottes mit Noah wird dabei unterschlagen.

Und doch ist das der beste Teil des Films. Um wirklich auf den Geschmack zu kommen, stelle man sich vier bewaffnete Riesen aus Stein vor, die tatsächlich gefangene, gefallene Engel sind («Wächter»), Geschöpfe des zweiten Tages – sie helfen der Menschheit und auch Noah, denn sie helfen beim Bau der Arche. Für ihre guten Werke werden sie erlöst; bei Beginn des Regens werden sie in explosiven Lichtwellen in den Himmel aufgenommen und bekommen dort ihre Flügel zurück. Zuvor aber müssen sie die Menschenmassen niedermetzeln, die Noah umbringen und die Arche entern wollen; dabei finden sie den Tod. Inzwischen isst Methusalem eine Beere und ertrinkt in der ersten Flutwelle (Methusalem starb tatsächlich im Jahr der Flut, war aber kein Opfer der Sintflut). Einmal an Bord der Arche, fleht Noahs Familie ihn an, die schreienden Menschen einzulassen, die verzweifelt versuchen, die Tür zu öffnen – es sei doch noch Platz –, aber Noah als Richter entscheidet, für solche Leute sei auf der Arche kein Raum, um dann hinzuzufügen, Gott wolle auch ihrer aller Tod. Falls Sie sich gefragt haben, woher das Holz für die Arche kommt: Im Film wächst rund um Noahs Familiensitz am Methusalem-Berg wie von Zauberhand durch ein einziges Samenkorn ein ganzer Wald; dieses Samenkorn aus dem Paradies hatte Methusalem die ganze Zeit gehütet. Die unschuldigen Tiere kommen teilweise zu Tausenden, vor allem die Schlangen, Vögel und Insekten (sehr dramatisch und effektvoll); sie kommen auf einer magischen Wasserstrasse, die an dem Samenkorn aus dem Garten Eden entspringt und sich über die ganze Welt verteilt. Leider wurden doch einige Arten ausgerottet, da Tubal-Kain sie an Bord der Arche verspeist, um sein Leben zu fristen. Sie sind leichte Beute, weil Noah sie alle mithilfe des mit Sedativa versetzten Weihrauchs hat einschlafen lassen. Andere fiktive Elemente sind ein Zohar-Stein, der sofort in Flammen ausbricht, wenn man ihn schlägt; zudem haben Ham und Jafet keine Frauen, deshalb besteht Noahs Familie, als sie auf die Arche geht, nur aus sechs Menschen (immerhin verlassen sie diese zu acht); während der Flut bleiben zwei Fenster weit geöffnet (vgl. 1.Buch Mose Kapitel 8, Vers 6) und die Familie läuft im Platzregen auf dem Dach herum. Ausserdem kann der Zuschauer die Evolution des fünften Schöpfungstages miterleben (impliziert durch aufeinanderfolgende Lebewesen und Landschaften, die Jahrmillionen überdauern).

Alle diese Einzelheiten waren von den Produzenten wohlweislich zurückgehalten worden, um sich nicht schon im Vorfeld schlechte Kritiken einzuhandeln, was das für die Kasse überaus wichtige Premieren-Wochenende durchaus hätte verderben können. Von einigen Details hatte ich schon letztes Jahr erfahren; das Drehbuch fusst auf einem französischen Comic-Roman, den man mir in Deutschland gezeigt hatte. Soviel ich weiss, wurde dieser nicht übersetzt und damit auch nicht dem angelsächsischen Markt zugänglich gemacht – vermutlich, damit die gut-christliche amerikanische Öffentlichkeit nichts von diesen erfundenen Zutaten erfahren sollte. Jetzt ist die Katze aus dem Sack, und man darf hoffen, dass das informierte Publikum wie Noah im Film über diese Parodie des biblischen Berichts das Urteil fällt, sie sei der filmischen Rettung nicht würdig.

RANDALL PRICE

Übersetzt aus dem Amerikanischen; veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung, zuerst erschienen auf www.worldofthebible.com

Berichterstattung, Mitternachtsruf-Zeitschrift 06.2014

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