Neunzig Minuten im Himmel.

 

Überarbeiteter Text, April 2017

"Meine 90 Minuten im Himmel" - eine kritische Betrachtung

 


Kurze Beschreibung des Inhaltes:

"Der Autor des Buches Don Piper wurde bei einem schweren Autounfall so schwer verletzt, dass er für 90 Minuten klinisch tot war. In diesen Minuten durfte er die Herrlichkeit des Himmel erleben. Als er wieder ins Leben zurückkehrte, war alles anders. Diese Erlebnisse und die harte Zeit der Rekonvaleszenz hat Don Piper in seinem Buch niedergeschrieben."

Gedanken zum Thema Nahtod-Erlebnisse und Berichte von Jenseits-Erfahrungen ...

Berichte über so genannte Nahtod-Erlebnisse und andere Jenseits-Erfahrungen sind populär und werden häufig als Erklärung herangezogen, wie das Leben nach dem Tod sein wird. Insbesondere die Bücher der Nahtod - Forscherin Elisabeth Kübler-Ross haben seit den 1970er Jahren starkes Interesse an diesen Phänomen geweckt. Mit diesem "Bestseller" von Don Piper erscheint ein weiteres bedenkliches Werk in dieser Rubrik.

Doch was ist vom Standpunkt der Bibel her davon zu halten? Obwohl in der Bibel viele Tote auferweckt werden, wird nirgends von ihren Erfahrungen im Jenseits berichtet (mögliche Ausnahme ist Paulus sehr zurückhaltende Andeutung in 2. Korinther 12,4). Ganz im Gegenteil: Als der verstorbene Reiche Mann in Lukas 16, 19-31 Abraham darum bittet, jemand aus dem Jenseits möge seine Brüder vor der Hölle warnen, in der er sich wiederfand, bekam er die Antwort: Abraham spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun!  Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände! (Lukas 16,29-31)

Diese Aussage macht unmissverständlich klar, dass Gott nicht mittels zurückgekehrter Toter vor der Hölle warnt oder wie es in diesem Buch der Fall ist, mitteilen lässt, wie es im Himmel ist. Nein, Gott teilt uns alles Wissenswerte zu diesen Themen mittels der Botschaft der Bibel mit. Sollte Gott seine Meinung geändert haben und nun Leute die aus dem Jenseits zurückgekehrt sind Bücher schreiben lassen? Nahtod - Berichte und Jenseitserfahrungen bedienen nicht nur die fleischliche Neugier, sondern verwässern das Evangelium, da sie Sündern meist eine zu optimistische Aussicht vermitteln, und sind zudem oft der erste Einstieg in esoterische und okkulte Erfahrungen.

Dave Hunt schreibt in seinem Buch "Die okkulte Invasion":

"Es bleibt sich gleich, ob die mystische Erfahrung aus Drogen, Yoga, Channeling, medialer Tätigkeit, Hypnose oder aus Nahtod-Erlebnissen mit einem weißen Licht hervorgeht. Die Ergebnisse sind fast immer dieselben - Blindheit für das Evangelium Jesu Christi. Zu den offensichtlichsten Fehlinformationen, die Satan durch so genannte klinisch Tote verbreitet, gehört die Auffassung, dass die aus dem Nahtod-Stadium Zurückgekehrten uns sagen könnten, was es bedeutet zu sterben."

Don Piper schreibt in seinem Buch dass er "... die Herrlichkeit des Himmel erleben durfte", da müßte man doch davon ausgehen, das er ein Buch zur Ehre Gottes, voller Lobgesänge und Danksagungen schreibt. Leider geht es wie ach so oft nicht um die Ehre Gottes, sondern um den Menschen und seine irdischen Probleme und wie er diese am besten loswerden kann. Zitat: "Don Piper möchte auch Sie ermutigen, Ihre Blickrichtung zu ändern. Schauen Sie nicht mehr auf das, was hinter Ihnen liegt, sondern vielmehr auf das, was vor Ihnen liegt. Machen Sie das Beste aus dem Hier und Jetzt." Das Buch wird als "... ein tröstendes Geschenk für jene, die einen lieben Menschen verloren haben oder selbst an der Schwelle zur Ewigkeit stehen." empfohlen.

Fazit: Um Fragen über den Himmel, die Hölle oder die Ewigkeit zu klären oder um Trost im Trauerfall zu finden, reicht ein Blick in die Bibel. In diesem "Bestseller" stehen alle Antworten zu den genannten Fragen und natürlich auch jede Menge tröstende und aufmunternde Worte. Dass ein Buch wie das von Don Piper ein "Bestseller" wurde zeigt nur einmal mehr, dass Menschen nach wie vor Angst vor dem Tod haben und vor dem was danach vielleicht kommen könnte. Da liest man alles mögliche nur um vielleicht eine mehr oder minder befriedigende Antwort zu erhalten.

Diese Angst und Ungewissheit wird dank solcher Bücher aber nur vermeintlich gemindert, denn nichts schmeichelt der verängstigten und geschundenen Seele mehr als ein Buch das eine schöne, heile und freundliche Zukunft nach dem Tod vermittelt ohne zu erwähnen wie schrecklich und elend es sein wird nicht im Himmel, sondern für ewig in der Hölle zu sein und das ohne die Möglichkeit diesen Zustand jemals zu ändern. Ebenfalls finde ich es traurig, dass "gläubige" Menschen (Christen) ein solches Buch zu Rate ziehen, es für gut und lesenswert befinden. Haben wir nicht mit der Bibel ein allumfassendes Werk in der Hand das uns Antworten auf alle wichtigen Fragen gibt. Spielt es denn für mich eine so wichtige Rolle wie es nach dem Tod sein wird? Sind es nicht gerade solche nebensächlichen Fragen, die uns von den wirklich wichtigen Dingen im Glauben abhalten? Für mich ist es letztlich nur wichtig, ob ich mich zu Lebzeiten für oder gegen Jesus entschieden habe. Wenn ja, spielt es doch keine Rolle bis ins Detail zu wissen wie was sein wird, ich kann mich viel mehr darüber freuen, dass ich die Ewigkeit zusammen mit meinem Herrn und all den anderen Gläubigen verbringen werde und das aus Gnade die mir zuteil wurde.   


Buchempfehlung: Wer aus biblischer Sicht mehr zu den beiden Themen Himmel und Hölle erfahren möchte, sollte folgende zwei Bücher lesen ... besonders aber das Buch "Wie wird es in der Hölle sein?" denn die Hölle ist das Ziel eines jeden Menschen der ohne Jesus Christus lebt.

"Wie wird es im Himmel sein?" von William MacDonald

"Wie wird es in der Hölle sein?" von Hans-Werner Deppe


 

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