Jesus Speisevorschriften aufgehoben?

Ich zitiere aus der Schlachter Version 2000, Hervorhebungen in fetter Schrift, sind vom Textautor.

Vorweg: Was ist für die Gemeinde Jesu verbindlich?

Das Schreiben an die Gemeinden; vgl. Kol 1,26-27; Gal 5,1-12.

Da wir gehört haben, daß etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne daß wir sie dazu beauftragt hätten, so haben wir, die wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus, Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. Wir haben deshalb Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen sollen. Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl! So wurden sie nun verabschiedet und gingen nach Antiochia, und sie versammelten die Menge und übergaben das Schreiben. Und als sie es gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost. Und Judas und Silas, die selbst auch Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Worten und stärkten sie. (Apg 15,24-32; vgl. 1Th 4,8; 1Kor 2,16; Joh 16,13; Apg 15,19-20; Ps 1,1-3; 119,1-3; Jak 1,25; Spr 25,25)

Damit ist alles gesagt, was für die Gemeinde Jesu, verbindlich ist. Das sind die einzigen lasten, die wir beachten müssen und sonst nichts. Denn die Bibel, ist für Geistliche Menschen, geschrieben worden, nicht für die, die es nicht verstehen!

Und er wird sagen: Macht Bahn, macht Bahn! Ebnet den Weg! Räumt jeden Anstoß aus dem Weg meines Volkes! (Jesaja Kap. 57, Vers 14)

 

 

Hat Jesus die alttestamentlichen Speisevorschriften aufgehoben?

Welche Bedeutung, ist für die Gemeinde Jesu verbindlich?

Ich möchte dieses leidige Thema, ein für allemal, aus der Welt schaffen, darf ein Christ Schweinefleisch essen oder nicht? Immer wieder werden diese Fragen gestellt. Leider ist es so, daß viele Christen im Wort Gottes nicht bewandert sind, sonst würden sie es nämlich wissen!

Dafür sind wir ja berufen, die im Wort Gottes bewandert sind, denen zu erklären die es nicht sind.

Bezeichnung: An etwas Anstoß nehmen = etwas mißbilligen / ablehnen / = Sünde. Denn dieses Wort Anstoß nehmen, kommt in der Bibel vor (z.B. Römer 14,20).

Diese und andere Fragen, werde ich anhand der Bibel auf den Grund gehen.

Eines Tages kamen Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus und beschwerten sich, daß die Jünger gegessen hatten, ohne sich vorher die Hände zu waschen (Matthäus 15,1-3.11.17-20; Markus 7,1-7). Das Händewaschen vor dem Essen beruhte auf einem Gesetz der Pharisäer (Markus 7,5-9.13) und war eine rein kultische Handlung. Stand nämlich kein Wasser zur Verfügung, konnte man auch einfach die Hände gegeneinander reiben.

Jesus zeigte zuerst, daß die Gesetze der Schriftgelehrten keine große Bedeutung haben, weil das Menschengebote (Mk 7,7) sind: Denn ihr verlaßt das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein, Waschungen von Krügen und Bechern; und viele andere ähnliche Dinge tut ihr. Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten. Denn Mose hat gesagt: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!« und: »Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben!« Ihr aber lehrt: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: »Korban«, das heißt zur Weihegabe ist bestimmt, was dir von mir zugute kommen sollte!, dann gestattet ihr ihm auch fortan nicht mehr, irgend etwas für seinen Vater oder seine Mutter zu tun; und so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und viele ähnliche Dinge tut ihr. (Markus 7,8-13)

Im Römerbrief bekommen wir die Antwort, denn die damaligen Obersten Juden, wollten ihre eigenen Gesetze, ohne den Willen Gottes aufrichten: Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. (Röm 10,2-3; vgl. Röm 1,17; 3,21; 9,31-32; Gal 5,4; Phil 3,6-9)

Danach erklärte er, daß der Mensch im religiösen Sinn nicht unrein wird, wenn er mit ungewaschenen Händen ißt. Er wird vielmehr durch seine bösen Gedanken und Handlungen unrein (Markus 7,20-23). Damit wollte er den Pharisäern klar machen: Religiöse Gebräuche und "gute Taten" haben keinen großen Wert, wenn die Einstellung nicht stimmt – sie warfen Jesus ja Gesetzesübertretung vor und planten gleichzeitig, Ihn ermorden zu lassen – (Markus 3,1-6).   

Durch eine falsche Übersetzung von Markus 7,18-19 entsteht jedoch der Eindruck, Jesus hätte damit auch alle alttestamentlichen Speisevorschriften (3.Buch Mose 11,1-47) für ungültig erklärt? Hätte Jesus dies tatsächlich getan, wäre er wahrscheinlich auf der Stelle von den Juden gesteinigt worden.

Anscheinend konnten sie ihm aber nichts anhängen, denn auch bei seiner Verurteilung durch den Hohen Rat konnte man ihm keine falsche Lehre nachweisen (Mk 14,55). Außerdem geht es hier um "Speise". Für die Juden aber war zum Beispiel Schweinefleisch kein Nahrungsmittel. Auch für Jesus nicht, denn er ließ Brotreste aufsammeln (Johannes 6,5-15), aber ließ zu, daß Schweine vernichtet wurden, weil ein Mensch von vielen Legionen = Dämonen (Mk 5,9) Besessen war, deshalb erlaubt Er, das die Dämonen in eine Herde Schweine fuhren, sie waren aber gerade dort in der Gegend  (Markus 5,8-16).

Was aber hat Jesus genau gesagt? Wörtlich lautet der Markus 7,17-23: Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.

Denn im Luthertext von 1984 wird ja behauptet, daß Jesus alle Speisen für rein erklärt hätte, dieser Zusatz ist aber von den Übersetzern hinzugefügt wurden. Diese besondere Frage werde ich auf den Grund gehen!

Jesus spricht vielmehr vom Verdauungsvorgang, durch den die Speisen gereinigt werden, so daß aller Schmutz ausgeschieden wird! Und außerdem, wird unser essen durch das Wort Gottes und Gebet geheiligt (1.Tim 4,4-5; vgl. Lk 11,41).

Die Frage: "Sind die alttestamentlichen Speisevorschriften für Christen noch verbindlich?" Erst der römische Bischof Eleuterius, auch Eleuter genannt (175-189 n. Chr.) hob die jüdischen Speisevorschriften auf. Bis dahin wurden sie von den Christen noch befolgt. Er steht in der Papstliste an 12. Stelle nach Petrus, aber damals gab es die Bezeichnung Papst noch nicht. Sonst weiß man über Eleuter fast nichts, und die Namensfolge in jener Zeit gilt als ungesichert.

Die Speisevorschriften in 3. Mose Kapitel 11 hat Gott seinem Volk nicht gegeben, um sie einzuschränken, sondern um sie vor Schädlichem zu bewahren. Die medizinische Forschung hat beispielsweise die Richtigkeit bewiesen, das es besser ist auf Schweinefleisch zu verzichten (Gefahr der Leberzirrhose, Trichinose, Furunkel, Abszesse, Pickel, Hautausschläge, vorzeitige Abnutzung der Gelenkknorpel und Bandscheiben, Arteriosklerose, Anfälligkeit für Grippe, Krebs).

Gott weiß als unser Schöpfer und Arzt (2.Buch Mose 15,26) am besten, was für uns gesund ist und was nicht. Wer seine Ratschläge befolgt, wird vor manchem Irrtum durch die Menschen bewahrt. Das heißt, durch ihre Irrlehren.

Erklärte Jesus alle Speisen für rein? Aber stimmt das, im nachhinein?

Allgemein gehen Christen davon aus, daß Jesus in Kapitel 7 des Markusevangeliums die Speisegebote des Alten Testaments aufgehoben hat. Wie sind Jesu Worte richtig zu verstehen?

In dieser Artikelserie haben wir Aussagen Jesu Christi untersucht, die eine überraschend andere Bedeutung haben, als allgemein angenommen wird. In bezug auf die Speisegebote der Bibel liegt die Überraschung vielleicht nicht so sehr in den Worten, die Jesus unter anderem im Markusevangelium gesagt hat, sondern darin, was er noch nicht gesagt hatte, weil sie später durch die Aposteln, erst in den Lehrbriefen aufgenommen wurden, durch die Eingebung des Heiligen Geistes.

Laßt uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein; und wenn ihr über etwas anders denkt, so wird euch Gott auch das offenbaren. (Phil 3,15; vgl. 1Kor 2,6; Ps 25,12)

Wenn ich Ihn im Gebet darum bitte, dann offenbart uns der Herr das eine und andere auch noch, in bezug zur Heiligen Schrift, weil ja manches schwer zu verstehen ist, was der eine und andere Satz genau bedeutet. Das ist damit gemeint. 

Die meisten Christen nehmen an, daß Jesus bei seinem Zusammentreffen mit den Pharisäern in Markus 7, Verse 1-23 die Speisegebote von 3. Mose Kapitel 11 und 5. Mose Kapitel 14 aufgehoben hat. Tatsächlich fügen viele moderne Übersetzungen des Neuen Testaments Worte zu Markus 7, Vers 19 hinzu, die diese Meinung verstärken. So heißt es zum Schluß dieses Verses in der Lutherbibel von 1984: Damit erklärte er alle Speisen für rein = Menschenwort, und zusätzlich hinzugefügt wurden.  Ist diese Textvariante aber falsch? Ja! Ist nämlich später hinzugefügt wurden, durch die Abgrenzung, zwischen Juden und Christen (durch den Bischof Eleuterius).

Was hat Jesus mit seiner Aussage wirklich gemeint?

Die Antwort liegt im Kontext

Ein grundlegendes Prinzip zum Verständnis von Schriftstellen ist die Untersuchung des Kontextes. In welchem Zusammenhang wird die Schriftstelle erwähnt? In diesem Fall wird über Speisen nur im allgemeinen geredet und nicht darum, welche Fleischsorten rein oder unrein sind. Das griechische Wort broma, daß in Vers 19 benutzt wird, bedeutet einfach nur Speise. Ein ganz anderes griechisches Wort, kreas, wird im Neuen Testament benutzt, wenn Fleisch von Tieren gemeint ist (Röm 8,19-21), in Römer 14,20-21 heißt es für uns: Zerstöre nicht wegen einer Speise das Werk Gottes! Es ist zwar alles rein, aber es ist demjenigen schädlich, der es mit Anstoß ißt. Es ist gut, wenn du kein Fleisch ißt und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas tust, woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nehmen oder schwach werden könnte. (vgl. Römer 14,13.15)

Hier haben wir die Antwort, was ich essen darf und was nicht, hier wird keine Fleischsorte genannt, oder um welche Speise es geht.

Und im 1. Korinther 8,12-13 steht geschrieben: Wenn ihr aber auf solche Weise an den Brüdern sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, so sündigt ihr gegen Christus. Darum, wenn eine Speise meinem Bruder ein Anstoß wird, so will ich lieber in Ewigkeit kein Fleisch essen, damit ich meinem Bruder keinen Anstoß gebe.  

*Anstoß, kann demnach zur Sünde Werden.*

Wir dürfen alles essen, nur darf es einen Bruder oder Schwester, nicht zum Anstoß werden, um der Sünde willen! 

*Ein weiterer Anstoß wäre, wenn ich als Frau Männersachen tragen würde, und wenn ein Mann Frauenkleider tragen würde, denn das wäre für unseren Jachweh (hebr.) & Gott Jesus Christus ein Greuel.

(vgl. 5Mo 22,5; 1Kor 11,3-15; 14,33.40; 1Pt 3,1-7).

Denn wer so etwas tut, ist dem JACHWEH ein Greuel,  und um solcher Greuel willen vertreibt der Jachweh, dein Gott, sie vor dir aus ihrem Besitz. (5.Mose 18,12; vgl. 2.Chronik 15,8)

Weiter erklärt Gott, vollkende markante Verse: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist; wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen geschätzt. So laßt uns nun nach dem streben, was zum Frieden und zur gegenseitigen Erbauung dient. Zerstöre nicht wegen einer Speise das Werk Gottes! Es ist zwar alles rein, aber es ist demjenigen schädlich, der es mit Anstoß ißt. Es ist gut, wenn du kein Fleisch ißt und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas tust, woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nehmen oder schwach werden könnte. (Römer 14,17-21)

Und wieder wird es von Gott bestätigt, es darf nur nicht zum Anstoß werden, damit der Bruder, Schwester nicht schwach werden, und ihr Gewissen verletzt wird.

Weiter sagt Gott, durch seine Heiligen Propheten: Alles, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, das eßt, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen; denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«. (1.Korinther 10,25-26; vgl. 1Tim 4,4-5; 1Kor 8,7)

Wir sollen nicht nachforschen, um des Gewissens willens (siehe 1Kor 8,7). Alles was auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt oder in einer Tante Emmaladen, zu kaufen gibt, das Kauft, und dabei ist nichts ausgeschlossen; außer Blutwurst bzw. wo noch Blut enthalten ist. Mehr zum Blut, etwas später.

Und im 1Kor 8,9 steht noch vollkendes: Habt aber acht, daß diese eure Freiheit den Schwachen nicht zum Anstoß wird! (vgl. Röm 14,13.20; Gal 5,13)

Im Klartext heißt das: Das wir die Freiheit haben, zuessen was wir wollen, nur darf es niemand, der dabei ist, zum Anstoß werden, was am ende Sünde wäre, wie schon erwähnt (Gal 5,1; Röm 8,2.12; 1Pt 2,16).  

Dann gibt es noch einige Markante Verse, wenn mich ein ungläubiger einladen würde, so soll ich alles essen, was er vorsetzt, aber wenn er sagen würde, das ist Götzenopferfleisch dann soll ich das nicht essen, wie es geschrieben steht:

Und wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt und ihr hingehen wollt, so eßt alles, was euch vorgesetzt wird, und forscht nicht nach um des Gewissens willen. Wenn aber jemand zu euch sagt: Das ist Götzenopferfleisch! – so eßt es nicht, um dessen willen, der den Hinweis gab, und um des Gewissens willen, denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«. Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des anderen; denn warum sollte meine Freiheit von dem Gewissen eines anderen gerichtet werden? Und wenn ich es dankbar genieße, warum sollte ich gelästert werden über dem, wofür ich danke? Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut – tut alles zur Ehre Gottes! (1.Korinther Kap. 10, Verse 27-31)

Nehmt den Schwachen im Glauben an, ohne über Gewissensfragen zu streiten. Einer glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, der ißt Gemüse. Wer ißt, verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, der ißt; denn Gott hat ihn angenommen. Wer bist du, daß du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden; denn Gott vermag ihn aufrecht zu halten. (Römer 14,1-4)

Übrigens liebe Brüder und Schwestern, ist im großen und ganzen alles gesagt, in bezug zur Speise, oder welches Fleisch ich essen darf, aber es gab und gibt immer wieder Zeitgenossen, die durch ihre eigene Unwissenheit alles verdrehen, in bezug zur Heiligen Schrift, weil sie den Heiligen Geist nicht haben, und weil sie nicht wiedergeboren sind, des weiteren sagt der Apostel Paulus in Römerbrief 4,17-19: Das sage und bezeuge ich nun im Herrn, daß ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens; die, nachdem sie alles Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben mit unersättlicher Gier.

Anmerkung: die das Empfinden verloren haben: d.h. in bezug auf ihr sittlich-moralisches Empfinden völlig abgestumpft sind; das gr. Wort bedeutet »das Schmerzempfinden verloren haben«.

Des weiteren spricht der Apostel Petrus, über die Heilige Schrift, in dem manches schwer zu verstehen ist, was manche Zeitgenossen verdrehen, deshalb kommt es zu Irrtümern, in der Auslegung: Und seht die Langmut unseres Herrn  als Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen. (2Pt 3,15-18; vgl. Röm 3,8; 1Kor 2,14)

In diesem oberen Textabschnitt geht es also um das Thema – Speise das zum Anstoß oder zur Sünde werden könnte, dann soll ich lieber kein Fleisch essen, sondern nur Gemüse!

Fazit: Gott sagt, daß ich lieber kein Fleisch essen soll, wenn ein Bruder oder Schwester beim Essen, wenn sie mit dabei sind, an mir Anstoß nimmt, indem was ich esse, dann würde ich gegen Christus Sündigen (1Kor 8,12; vgl. Mt 25,45).

Es geht hier um eine Speise und das Fleisch. Welche Speise damit gemeint ist, läßt Gott offen, ebenso auch die Fleischsorte! Damit ist eigentlich alles gesagt, welches Fleisch ich essen darf, und welches nicht. Kann jeder für sich entscheiden, Gott sieht, ob ich Gehorsam bin oder nicht (Ps 33,13; vgl. Ps 102,20; Spr 15,3; Hebr 4,12-13)!

Wir könnten auch noch sagen; das ein Christ z.B. sich auch von Blut, Götzen, Unzucht, erstickten, enthalten muß (Apg 15,19-20.28-29; vgl. Gal 5,1; 1Pt 2,15-16; Jak 1,21.27; 3Mo 17,14; 5Mo 12,16.23), das Verunreinigt den Menschen, und sonst nichts. Wenn er oder sie Blutwurst oder Tiegelwurst (im Volksmund; tote Oma genannt, hier in Sachsen) essen würde, so würde er sich verunreinigen, denn wir sollen uns von Blut enthalten, und Götzfleisch und Unzucht, es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl!

Frage: Durch was werde ich verunreinigt?

Antwort: *Das essen von Götzenopferfleisch.

*Ich werde unrein, wenn ich Götzenfiguren anfassen würde (5Mo 29,15-18).

*Unrein werde ich, wenn ich Unzucht betreiben würde, was Hurerei ist (1Kor 6,15-17).

*Unrein werde ich, wenn ich Blutwurst, Tiegelwurst, oder wenn ich was esse, wo noch Blut enthalten ist, wie es ja geschrieben steht, im 3.Buch Mose: Und wenn ein Mensch von den Kindern Israels oder ein Fremdling, der unter ihnen wohnt, ein Wild oder einen Vogel erjagt, die man essen darf, der soll ihr Blut ausfließen lassen und mit Erde bedecken; denn das Leben allen Fleisches; sein Blut gilt für sein Leben. Darum habe ich den Kindern Israels gesagt: Ihr sollt nicht das Blut irgendeines Fleisches essen; denn das Leben alles Fleisches ist sein Blut. Wer es aber ißt, der soll ausgerottet werden. (3Mo 17,13-14; vgl. Hes 24,7; 1Mo 9,4; 5Mo 12,23-25)

*Wißt ihr nicht das wir ein Heiliger Tempel sind, wo Gott in uns Wohnt, und wenn jemand diesen Körper verdirbt = Tempel, den wird Gott verderben, das zur Warnung, im 1.Korintherbrief wird das ja, beschrieben: Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. (1Kor 3,16-17; vgl. 1Kor 6,15; 2Kor 6,16; 1Tim 3,15; Röm 8,9; Hes 5,11; 2Pt 2,1-3)

*Unrein werde ich, wenn ich Ersticktes essen würde. Was ist aber Ersticktes?

Antwort: Das Wort Aas bezeichnet den toten Körper eines Tieres, das nicht durch Schlachtung getötet, sondern eines natürlichen oder unnatürlichen (Tier frißt Tier) Todes gestorben oder ohne Blutverlust umgekommen ist. In Apostelgeschichte 15, 20 steht dafür "Ersticktes". Nach dem Gesetz galt das Aas reiner Tiere als unrein. Seine Berührung oder sein Genuß schloß jeden Israeliten aus der Gemeinschaft mit Gott und dem Volk bis an den Abend des betreffenden Tages aus. Erst wenn er sich gebadet und seine Kleider gereinigt hatte, war er wieder rein (3Mo 11,39-40; 17,15-16; 22,8-9). Zerbrechliche Gefäße, die mit Aas (z.B. tote Maus) in Berührung gekommen waren, mußten zerbrochen, hölzerne Gefäße ins Wasser gelegt werden: Denn ein heiliges Volk bist du für den Jachweh, deinen Gott; dich hat der Jachweh, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist. (5.Buch Mose Kap. 7, Vers 6)

Der Tod jeder Kreatur ist wegen seines Zusammenhangs mit der Sünde des Menschen etwas Verunreinigendes und Befleckendes. Die Bestimmungen des Zeremonialgesetzes über das Aas sollen also im Volke Gottes das Bewußtsein seiner Trennung von Gott durch die Sünde lebendig erhalten.

Die Heidenchristen der urchristlichen Gemeinden sollten um der brüderlichen Gemeinschaft mit den Judenchristen willen sich des "Erstickten" enthalten (Apg 15, 20.28-29). Im übertragenen Sinn: Die Schnelligkeit, mit der sich die Geier am Aas sammeln, ist Habakuk 1,8 ein Bild der zum Gericht nahenden Chaldäer (vgl. Jes 13,19; 48,14; Jer 25,12). In der Form eines Sprichworts: Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier (Mt 24, 28; Lk 17, 37) wendet Jesus das gleiche Bild auf seine Wiederkunft an, die wie das Eintreffen der Raubvögel am gefallenen Tier sicher und unvermittelt sein wird (3Mo 5,2; Richter 14,8; Hesekiel 32,5).

*Unter Aas oder Kadaver (lat.: cadaver) versteht man den toten Körper eines Tieres, wenn er in den Zustand der Verwesung übergegangen ist und noch nicht der Natur entnommen bzw. unmittelbar gefressen worden ist, von anderen Tieren.

*Und in der Wurst ist ja auch Schweinefleisch drin (zum aller größten teil), und viele essen das ja auch, und ich auch? Deshalb brauche ich mir selbst kein schlechtes Gewissen machen, wegen dieser Speise (Hi 27,6; Joh 8,9; Apg 23,1; 24,16; 1Kor 8,7; 2Kor 4,1-2).

Die Pharisäer kritisierten also das Essen "mit ungewaschenen Händen“. Warum waren die Schriftgelehrten und Pharisäer darum so sehr besorgt?

Der Bund, den Gott mit Israel am Berg Sinai schloß, basierte auf vielen Gesetzen und Anweisungen, die der rituellen Reinheit dienten. Die Juden gingen aber darüber hinaus und hielten sich auch an die mündlichen Überlieferungen bzw. Traditionen oder "Satzungen der Ältesten nicht".

Diese enthielten viele zusätzliche von Menschen ausgedachte Anforderungen und Verbote und Gebote, die Gottes Gesetz "ergänzen" wollten (5Mo 4,2; 13,1; Spr 30,6; Offb 22,18-19). In Markus 7,3-7 erklären die besonderen Praktiken der Pharisäer und Schriftgelehrten: Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und noch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschungen von Bechern und Krügen und ehernem Geschirr und Polstern. Daraufhin fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.«

Es ging hier eigentlich gar nicht um die Speisegesetze, sondern um die rituelle Reinheit, die in diesem Fallbeispiel auf religiösen Traditionen aus den mündlichen Überlieferungen basierte. Die Jünger wurden kritisiert, das zeremonielle Händewaschen gemäß den religiösen Traditionen nicht richtig zu praktizieren.

Der Kommentar zum jüdischen Neuen Testament liefert folgende Erklärung für Markus 7,1-4: Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren; und als sie einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen, tadelten sie es. Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und noch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschungen von Bechern und Krügen und ehernem Geschirr und Polstern.

Diese Erläuterungen der rituellen Reinigung der Hände in diesen Versen entspricht den Einzelheiten, die im Mischna-Traktat Jadajim niedergelegt sind {Die Mischna ist eine spätere schriftliche Version religionsgesetzlicher Überlieferungen des rabbinischen Judentums}. Auf dem Marktplatz z.B. hatte ein Jude möglicherweise unreine Gegenstände berührt; um diese Unreinheit zu beseitigen, wusch er sich die Hände bis zu den Gelenken hinauf. Orthodoxe Juden befolgen die rituelle Reinigung der Hände noch heute vor den Mahlzeiten.

Der Grund dafür hat nichts mit Hygiene zu tun, sondern mit der Vorstellung, daß das Haus eines Mannes sein Tempel ist, der Eßtisch der Altar in diesem Tempel, die Speise das Opfer und er selbst der Kohen (Priester). Da die Tenach [Altes Testament] vorschreibt, daß die Kohanim [Priester] zeremoniell rein sein müssen, bevor sie Opfer auf dem Tempelaltar darbringen, verlangt die mündliche Thorah dasselbe vor dem Einnehmen einer Mahlzeit“ (David Stern, 1996).

Zur Zeit Jesu Christi hatten manche dieser zusätzlichen Praktiken oberste Priorität eingenommen. Dabei traten die grundlegenden Prinzipien des universellen Gesetzes Gottes manchmal in den Hintergrund oder wurden sogar schwer verletzt, oder außer kraft gesetzt (Matthäus 23,1-7.23-33).

Geistliches Prinzip der Reinigung

Nachdem Jesus die Scheinheiligkeit dieser und anderer religiöser Traditionen und Praktiken seiner Zeit angeprangert hatte, ging er noch konkreter auf die Frage der Unreinheit ein. Er erklärte, daß nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn unrein machen kann, sondern nur das, was von innen herauskommt, macht den Menschen unrein (Markus 7,15; ausgenommen Apg 15,19-20.28-29).

Jesus zufolge ist das viel wichtiger, was aus dem Herzen kommt, als das, was man in den Mund steckt: Nichts, was außerhalb des Menschen ist und in ihn hineinkommt, kann ihn verunreinigen; sondern was aus ihm herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre (ausgenommen Apg 15,19-20.28-29)!

Und als er von der Menge weg nach Hause gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen. (Markus 7,15-23)

Einige dieser Eigenschaften werden in Galater 5, Verse 19-21 als Werke des Fleisches aufgezählt, die einen ungläubigen zeichnet. Ihnen wird die Frucht des Geistes (Verse 22-25) gegenübergestellt. Die Frucht des Geistes aber ist, Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Das sind Eigenschaften und Merkmale eines Wiedergeborenen Menschen. Und wer nicht von neuem wiedergeboren ist, hat auch Merkmale die uns unterscheiden. Zwischen echten Christen und nicht Christen (Gal 5,19-21)!

Die zeremoniellen Waschungen des Alten Bundes waren ein physisches Sinnbild für die geistliche Reinigung, die im Neuen Bund möglich ist (Hebräer 9,11-14). In Hebräer 9, Vers 23 lesen wir:  So ist es also notwendig, daß die Abbilder der im Himmel befindlichen Dinge hierdurch gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese.

{Ein Hinweis auf die Stiftshütte, den Altar, die Priester usw.} gereinigt werden {durch äußerliche Reinheitsvorschriften}; die himmlischen Dinge selbst aber müssen bessere Opfer haben als jene.

Der Apostel Paulus schreibt: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.  (Titus 2,11-14; vgl. Apg 15,8-9; 1Joh 3,3; Eph 2,10; Kol 1,10)

Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen! Ist eine Hauptlehre Jesu Christi (Matthäus 5,8).

Ungewaschene Hände verunreinigen das Herz nicht, auch den Körper nicht. Sondern was aus dem Herzen kommt.

In Markus 7 erklärte Jesus, daß rituelle Waschungen für die geistliche Reinheit bzw. Gesundheit nicht notwendig sind. Er wies darauf hin: Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. (Markus 7,18-19)

Damit erklärte er alle Speisen für rein. Ausgeschieden = WC.

Der Apostel Paulus sagt noch, durch den Heiligen Geist, vollkendes: Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, daß nichts an und für sich unrein ist; sondern es ist nur für den unrein, der etwas für unrein hält. (Röm 14,14; vgl. Mt 15,11; Lk 11,41; Apg 10,15; 1Kor 6,12-13; 1Tim 4,4-5; Phil 3,19)

Dieser Wortlaut aus der Lutherbibel von 1984, der kein Zitat Gottes ist, sondern ein zusätzlicher Kommentar über die Worte Jesu ist, steht im starken Kontrast zur ursprünglichen Übersetzung des großen Reformators. Luther hatte Vers 19 ursprünglich wie folgt übersetzt, mit Zusatz = Menschenwort, und steht nicht im Urtext! : „Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und kommt heraus in die Grube. Damit erklärte er alle Speisen für rein.

Auch die Übersetzung von Franz Eugen Schlachter enthält einen ähnlichen Wortlaut: Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Wege, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. (Markus 7,19)

Bei dem sehr unterschiedlichen Wortlaut dieses Verses in früheren bzw. späteren Übersetzungen könnte man meinen, daß unterschiedliche Manuskripte benutzt wurden. Diese Annahme ist richtig. Die ersten Übersetzungen des Neuen Testamentes in heutige Sprachen – Deutsch, Englisch usw. – wurden allgemein in dem gleichen Zeitraum wie die Arbeit Martin Luthers angefertigt und beruhten auf dem traditionellen griechischen Text der griechisch sprechenden Gemeinde (Kirche). Diesen Text nennt man Textus Receptus (Schlachter Version 2000, von Franz Eugen).

Im vergangenen Jahrhundert behaupteten die Gelehrten B. Wescott und F. Hort, der Textus Receptus sei im 4. Jahrhundert n. Chr. von der Kirche überarbeitet worden und stelle daher nicht den ursprünglichen Text dar. Diese Theorie gewann schnell an Beliebtheit, mußte aber wegen eines totalen Mangels an geschichtlichen Beweisen revidiert werden. Mehr zum Thema Bibel, welche Bibel sollte ich Lesen? Lesen Sie den Text von Rudolf Eberthäuser – Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe.

Heute ist die Sichtweise weit verbreitet, daß der byzantinische Text, der den Wortlaut des Textus Receptus weitgehend bestätigt, bei einer Untersuchung fraglicher Texte die gleiche Gewichtung erhalten soll wie der alexandrinische Text oder andere Texte.

Seit ca. 100 Jahren wurde bei neuen Übersetzungen des Neuen Testamentes immer mehr auf verhältnismäßig wenige Manuskripte zurückgegriffen, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden. Es sind hauptsächlich zwei Manuskripte, die aufgrund ihres höheren Alters im Vergleich zu dem Textus Receptus herangezogen werden: Codex Vaticanus und Codex Sinaiticus. Der griechische Text, der mit diesen Manuskripten und anderen Papyri zusammengestellt wird, ist als der alexandrinische Text bekannt. Auf ihn geht der geänderte Wortlaut von Markus 7, Vers 19 zurück. Es gibt jedoch Gelehrte, die die Zuverlässigkeit von Vaticanus und Sinaiticus in Frage stellen, weil sie oft nicht miteinander übereinstimmen. Hinzu kommt, daß der Sinaiticus beträchtliche Auslassungen aufweist.

Kommen wir nun zu einem weiteren Markante Verse im Petrusbrief, ein wichtiges Zeugnis von Petrus, bzw. von Gott selbst.

Gibt es einen internen Beweis in der Bibel, daß der Zusatz damit erklärte er alle Speisen für rein in Markus 7, Vers 19 eine falsche Interpretation ist? Ja! Nur unwissende Menschen verdrehen alles, weil sie nicht Geistlich sind. Haben wir schon wie oben erwähnt, schon erklärt.  

Die Bibel berichtet von einem wichtigen Ereignis im Leben des Apostels Petrus, das ca. zehn Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Jesu stattgefunden hat.

Petrus war eine zentrale Figur in der frühen Gemeinde. Man kann also sicher davon ausgehen, daß Petrus von so etwas Wichtigem wie einer Änderung der Speisegesetze durch Jesus Christus bekannt war. Petrus wußte das, denn er war ja mit dabei. Nur sträubte er sich, was Gott gereinigt hatte, zu essen (Apg 10,14). Er war innerlich noch sehr Gesetzlich.

Und doch antwortete er spontan auf die Stimme, die ihm in einer Verzückung über ihn kam, und er sollte von allen Tieren essen, was der Herr Jesus Christus ihm auftrug, sie zu schlachten und zu essen:

Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn. Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde; darin waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. Und eine Stimme sprach zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iß! Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen! Und eine Stimme wiederum, zum zweitenmal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! Dies geschah dreimal, und dann wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen. (Apg 10,10-16; vgl. Unreines gegessen: 3Mo 11,46-47; 20,25; Hes 4,14-15)

Wichtig ist die Bedeutung von Petrus, seiner spontaner Reaktion. Ganz offensichtlich hielt er diese Gebote noch für gültig, obwohl er dabei gewesen war, als Jesus in Markus 7,15.19-20 alle Speisen für rein erklärte (vgl. 1Tim 4,3-5; Röm 14,6; 1Kor 10,31-33).

Dreimal hatte Petrus die Stimme Gottes gehört, und rätselte über die Verzückung nach (Apg 10,10-16), und sann über die Erscheinung nach. Petrus kam nicht zum gleichen Schluß wie so viele Christen heute. Sie wollen immer noch Gesetzlich leben, obwohl wir durch Jesus, die Freiheit bekommen haben, alles zu essen, es darf nur niemand zum Anstoß werden.

Später offenbarte Gott ihm die wahre Bedeutung: Gott hat alle Tiere rein gemacht, die vorher nicht rein waren, die durften die Juden nicht essen. Und somit ist klar, daß wir heute alles essen können. Und eine weitere  Offenbarung zeigte Gott, indem er sagte zu Petrus, daß er keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll (Apg 10, 23.28-29).

Petrus erkannte, daß Gott den Weg der Erlösung für alle Heiden öffnete. Denn unsere Herr Jesus, hat alle Menschen erkauft (1Kor 6,20; 7,23; Offb 5,9).  Kurze Zeit später taufte er die ersten unbeschnittenen Heiden, in die Gemeindeversammlung hinein (Apg 10,34-38.42-48). Petrus aß niemals unreine Tiere, und er lernte diese wichtige Lektion im Erlösungsplan Gottes für die Menschen, und für sich selbst.

Lehren für uns heute

Wahre Gerechtigkeit und die biblischen Speisegebote schließen sich nicht gegenseitig aus. Der Schöpfer aller Menschen und Tieren, die vorher unrein kalten, dafür hatte Er gute Gründe den Verzehr bestimmter Tierarten nicht mehr zu unterbinden, wie es vorher war. Zur wahren Gerechtigkeit gehören Treue und Gehorsam gegenüber dem ganzen Wort Gottes (Ps 119,172; Mt 4,4; Joh 4,34; Jes 55,3; 5Mo 8,3).

Ein weiterer Markanter Bibelvers ist, das wir zu Hause essen sollen. Warum? Die Antwort gibt uns ebenfalls die Heilige Schrift: Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich nicht! (1Kor 11,22; vgl. Jak 2,5-6)

Was damit gemeint ist, wird wohl jeden klar sein. Wir sollen zu Hause essen, aber wir dürfen auch in Gaststätten oder im Imbiß essen. Diese Freiheit gibt uns der Herr Jesus! Nur darf es nicht auf Strassen, Plätze oder wege sein. Sonst würden wir nämlich, was ich selber auch schon oft gemacht habe, die beschämen die nichts oder nur wenig zum Lebensunterhalt haben. Das genau ist damit gemeint. Arme Leute gab es zu allen Zeiten. Und die sollen wir nicht verachten bzw. beschämen, indem ich ihnen etwas voresse. Sind es nicht die Reichen, die uns unterdrücken, und ziehen nicht sie uns vor Gericht?

Und noch etwas in bezug für die, die Gesetzlich wieder leben wollen, Gott sagt im Galater 4,9-11: Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von neuem dienen wollt? Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. Ich fürchte um euch, daß ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.

Abschließend möchte ich noch den Kolosserbrief erwähnen, wo Paulus vollkendes schreibt. Weiter schreibt Paulus, in bezug zu den falsche Irrlehren, nämlich die Gefahr von falschen Lehrern, die von Menschen kommen und die von Christus ablenken.

→ vgl. Gal 4,1-11.19; Röm 7,1-6; 1Tim 4,1-8.

So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat. Laßt nicht zu, daß euch irgend jemand um den Kampfpreis bringt, indem er sich in Demut und Verehrung von Engeln gefällt und sich in Sachen einläßt, die er nicht gesehen hat, wobei er ohne Grund aufgeblasen ist von seiner fleischlichen Gesinnung, und nicht festhält an dem Haupt, von dem aus der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten, heranwächst in dem von Gott gewirkten Wachstum. Wenn ihr nun mit Christus den Grundsätzen der Welt gestorben seid, weshalb laßt ihr euch Satzungen auferlegen, als ob ihr noch in der Welt lebtet? »Rühre das nicht an, koste jenes nicht, betaste dies nicht!« – was doch alles durch den Gebrauch der Vernichtung anheimfällt – nach den Weisungen und Lehren der Menschen, die freilich einen Schein von Weisheit haben in selbstgewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes, wertlos sind und zur Befriedigung des Fleisches dienen. (Kolosser 2,16-23)

Was Gott gefügt hat, soll der Mensch nicht verachten!

Und was Gott gereinigt hat, ist ein für allemal rein, und nichts ist daran verwerflich!

 

 

Nach oben