Hat der Messias das Gesetz erfüllt?

 

Überarbeiteter Text, April 2017

Hat der Messias das Gesetz erfüllt?

Hosea: Was ist die Torah? Bergpredigt, Christen, erfüllt, Gebot, Torah, Tradition

Alle Bibelstellen, wurden aus der Schlachter Version 2000, wiedergegeben. Hervorhebungen in fetter Schrift, ist vom Textautor, der dieses Schriftstück überarbeitet hat.

 

Torah? So was brauch ich nicht?

Für die Juden vielleicht. Für die Christen hat doch JesusChristus das Gesetz erfüllt?

Ist das nicht eine typische Reaktion in Gesprächen über die Torah?

Dabei bezieht man dann sich auf Matthäus 5,17:

Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!

Viele Christen glauben deshalb, dass wir frei davon sind, die Gebote halten zu müssen. Jesus habe schließlich das Gesetz erfüllt

Aber zeigt nicht gerade dieser Vers, dass dies eben nicht der Fall ist?

Hintergedanke

Christen lassen oft einen wichtigen Aspekt außer Acht: Die Gesetze, also die Torah, sind etwas Gutes, Vollkommenes und Schönes. Sie bringen Segen (vgl. Psalm Kapitel 119, Verse 1-176).

Die Gebote sind nicht schwer und anstrengend zu halten. Die Bibel sagt das genaue Gegenteil:

1. Johannes 5,3: Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. (vgl. Mt 11,30; Psalm 119,47-48)

Es sind Weisungen oder Richtlinien, mit denen unser Vater das Beste für uns im Sinn hat. Wenn wir uns nach ihnen richten, empfangen wir automatisch Segen.

Macht es also Sinn, zu sagen, dass wir nun in der Freiheit leben und das Gesetz nicht mehr beachten brauchen?

Gottes Wort sagt: Das wir aus dem Gesetz erlöst sind (Römer 7,6), und trotzdem muss ich die Gebote Gottes halten. Die uns Jesus Christus (Joh 17,8; vgl. 1.Joh 4,14), im Auftrag Gottes des Vaters, übermittelt hat. Aber, ich kann wenn ich möchte die Gebote Gottes halten. Aber wehe, wenn ich ein Gebot spreche, dann bin ich dem ganzen Gesetz schuldig (Jakobus 2,10-11; vgl. Mt 5,19; 5.Mose 27,26; Hes 33,12; 2.Mose 20,13-14; 5.Mose 5,17-18; 3.Mose 4,2.13). Das heißt, ich habe dann alle Gebote gebrochen. Und wo oder bei wem werde ich dann Vergebung meiner Sünden erhalten? Weil ich aus der Gnade gefallen bin, weil ich ja, gesetzlich leben wollte (Galater 5,4; vgl. Röm 11,6; Gal 5,3)!

Sie können sich auch die Predigt anhören von Marcel Malgo: «Der vernünftige Gottesdienst»

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=UEz3f664gzU

Die Antwort auf Gottes Gnade: Hingabe und Tun des Willens Gottes

→ vgl. Röm 6,13; 1Kor 6,19-20; 1Pt 4,2

Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Römer Kapitel 12, Verse 1-2)

Was aber hat es mit Matthäus 5,17 auf sich? Was hat Jesus nun erfüllt?

Kann Jesus ALLES erfüllt haben? Ja, alles was Gott der Vater ihm aufgetragen hat, hat Er auch Vollbracht (vgl. Mt 3,15; Mt 5,17; Gal 6,2).

Klar sollte zunächst sein, dass nicht gemeint sein kann, dass Yeshua (der hebräische Name von Jesus) das ganze Gesetz erfüllt hat – zumindest nicht in der Form, dass er jedes einzelne Gebot ausgelebt hat. Denn die Torah besteht aus vielen Geboten, die an spezielle Gruppen gerichtet sind.

So gibt es zum Beispiel viele Anweisungen, die nur an Leviten oder Frauen gerichtet sind.

Yeshua war aber weder Levit, noch eine Frau.

Was stört Yeshua?

Bevor wir den Vers nun richtig verstehen können, müssen wir uns klar machen, gegen was Yeshua oft und vehement predigt.

Er verurteilt keineswegs die Torah oder sonstige Lehren des Alten Testaments, sondern falsche Prioritäten. Viele Gläubige haben damals mehr nach den "Überlieferungen der Alten" (vgl. z.B. Mt 15,2ff) gelebt, als nach der Torah. Genauso standen viele damals (und auch heute) in der Gefahr, die Torah "nach dem Buchstaben" zu leben und nicht aus einem liebenden Herzen.

Lesen wir was in der Heiligen Schrift Gottes steht: Da kamen die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen: Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. (Matthäus 15,1-2)

Jesus hätte auch sagen können: Weil das Menschengebote sind (die Überlieferungen der Alten), und nicht Gottesgebote waren.

Und jetzt kommt die Gegenfrage von Jesus Christus:  Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? (Matthäus 15,3)

Weil Yeshua dagegen nun predigte, führte das häufig zu Auseinandersetzungen mit den Pharisäern oder Sadduzäern.

Menschengemachte Gebote wurden häufig benutzt, um andere Gebote der Torah zu umgehen (zum Beispiel beim Schwören Mt 5,33-36). Und das hat dann natürlich nichts mehr mit Liebe zu tun, die man seinem Schöpfer zeigen möchte.

Pleroo – völlig verkündigen

Anmerkung: Das griechische Wort, das hier für erfüllen gebraucht ist, ist das Wort pleroo. ... In Römer 15,19 wird es zum Beispiel mit völlig verkündigen ... um aufzulösen, sondern um die Thora völlig (in ihrer Gesamtheit) zu predigen!

Es gab also zur Zeit Yeshuas Lehren, die nicht im Sinne der Torah waren. Auch wollte der Messias viele Herzen wieder zurück zum Kern der Lehre des Vaters Seines Wortes bringen – die Liebe. Das zu wissen ist im Folgenden sehr wichtig.

Schauen wir uns also Matthäus 5,17 etwas genauer an.

Das griechische Wort, das hier für erfüllen gebraucht ist, ist das griechische Wort "pleroo". Laut Strong’s Konkordanz kann man es auch übersetzen mit: lehren, bekräftigen, bestätigen, vollkommen predigen.

In Römer 15,19 wird es zum Beispiel mit völlig verkündigen übersetzt:

in der Kraft von Zeichen und Wundern, in der Kraft des Geistes Gottes, so dass ich von Jerusalem an und ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium von Christus völlig verkündigt [pleroo] habe.

Damit bekommt unser Vers natürlich einen ganz anderen Wortlaut:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten (d.h. die Torah im erweiterten Sinne, das gesamte AT) aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um die Torah völlig (in ihrer Gesamtheit) zu predigen!

Hat Yeshua also das Gesetz erfüllt? Oder hat er es erklärt und in der Tiefe ausgelegt?

Das (richtige) Leben in der Torah

Das war eine der großen Aufgaben, die Yeshua hier auf Erden erledigt hat:

Er hat vorgelebt (Mt 11,29; vgl. Sach 9,9; 2.Kor 8,9; Phil 2,5-8; Hebr 4,9-11; Jer 31,25), was es heißt, nach der Torah zu leben!

Er war und ist sozusagen die wandelnde Torah. Nach ihm sollen wir uns orientieren. Er ist DAS Vorbild. Er ist gekommen, um mit falschen Motivationen und Prioritäten aufzuräumen und um  das göttliche Gesetz zu bestätigen!

Und Himmel und Erde sind dafür Zeugen. Solange sie existieren, wird die Torah wird nicht vergehen. Das sagt Yeshua selbst. Natürlich. Denn sie ist vollkommen und gut.

Mt 5,18-20: Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!

Jetzt machen die Verse also Sinn. Yeshua kritisiert an dieser Stelle die Haltung und Lehre der Pharisäer:

Sie haben Euch gesagt, dass man das Gesetz so oder so ausleben soll, ich aber sage Euch, was genau darunter zu verstehen ist – ich werde Euch die Torah in ihrer Tiefe predigen. Und zusätzlich sage ich Euch, dass das Gesetz NIEMALS vergehen wird! Wer die Gesetze TUT und sie LEHRT, wird groß im Reich Gottes genannt werden!!

Eigentlich geht es doch nicht klarer, oder? Alles Menschliche wird vergehen, aber Göttliches wird ewig bestehen. Mit Gesetzen ist es so wie mit allem anderen.

Mehr darüber kannst du in Torah 2.0 – Das revolutionäre Leben mit der Torah UND Yeshua lesen.

Die Bergpredigt

Yeshua (Jesus Christus = JACHWEH) möchte also einen (neuen) göttlichen Blick auf die Torah geben, um zu zeigen, was mit den Gesetzen gemeint ist. Dies führt er im Folgenden fort.

Er greift die Gesetze der Torah auf und erklärt ihre tiefere Bedeutung. Und damit sind wir mitten in der Bergpredigt (Mt 5,21ff):

Vers: 21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten!«, wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.

Vers: 22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.

Vers: 27 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!«

Vers: 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Vers: 31 Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief«.

Vers: 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

Vers: 33 Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Jachweh deine Schwüre halten«.

Vers: 34-37: Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Vers: 38: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge und Zahn um Zahn!«

Vers: 39-42: Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar; und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Hemd nehmen will, dem laß auch den Mantel; und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will!

Vers: 43: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

Vers: 44-48: Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

Das Ganze geht so weiter bis Matthäus 7,14. Yeshua zitiert eingie Gebote der Torah und erklärt, was darunter zu verstehen ist.

Hier ist in keinster Weise davon die Rede, dass die Torah abgeschafft oder durch neue Regeln ersetzt werden soll!!

Im Prinzip, mehr oder weniger, ist doch das ALTE TESTAMENT (Tora) aufgehoben worden (Hebr 9,15), das bezieht sich nicht auf die Verheißungen (Gal 3,17). Weil kein Mensch in der Lage ist, die Gebote Gottes zuhalten (Röm 7,7-13). Und somit ist das Testament aufgehoben wurden, weil Jesus einen NEUEN BUND (Hebr 8,6-13) mit uns gemacht hat (Hebr 9,16-17). Dafür gibt es ja, das NEUE TESTAMENT.

Yeshua gibt sogar noch eine Warnung mit auf den Weg:

Mt 7,15-23: Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!

Propheten in Schafskleider – also Gläubige (Namenschristen, die keine echten Christen sind) mitten in der Gemeinde – verführen und verdrehen Sein Wort. Und davor sollen wir uns hüten.

Abschließend kommen wir nun zum Anfang dieses Abschnitts zurück:

Denn Wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. (Matthäus 5,18)

Eine berechtigte Frage wäre doch nun: Sind Himmel und Erde schon vergangen?

Oder was denkst Du?

 

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