Gott, Baal, Weihnachten und wir

 

Überarbeiteter Text, April 2017

Gott, Baal, Weihnachten und wir

Einleitung und Text von Rene Malgo – MNR

Mit freundlicher Genehmigung, Rene Malgo 

Januar 2016.

Fast alle Bibelstellen wurden aus der Schlachter Version entnommen. Hervorhebungen in fetter Schrift, sind vom Textautor. Überarbeitete Text.

Nur noch vier Tage, und dann feiern wir alle Weihnachten … Oder vielleicht doch nicht? Die Frage, die sich nämlich viele tiefgläubige Christen alle Jahre wieder stellen: Dürfen wir überhaupt Weihnachten feiern?

Gläubige Weihnachtskritiker werden nicht müde, auf die heidnischen Ursprünge von Weihnachten hinzuweisen. Ihr Anliegen ist ehrenwert. Es geht ihnen um die Ehre Gottes. Im Alten Testament tadelte Gott zum Beispiel das Volk Israel, weil es die «Höhen» nicht aus dem Land ausrottete. Die Höhen waren kanaanitische Heiligtümer, wo unter anderem die Gottheiten Baal und Aschera angebetet wurden. Die Israeliten vermischten auf diesen Höhen die Anbetung des einen wahren Gottes mit den heidnischen Traditionen der Kanaaniter (vgl. 2.Chr 33,17). Das war für den Herrn ein Gräuel.

Die bange und berechtigte Frage vieler Christen: Ist das Weihnachtsfest heute solch eine gräuliche Vermischung?

In Offenbarung Kapitel 2 bis 3 tadelt Jesus Christus die Gemeinden in Pergamon und Thyatira für ihre Kompromissbereitschaft. Die so genannten Nikolaiten in den Gemeinden verkündeten damals wahrscheinlich, dass es für Christen in Ordnung war, an Opferfesten zu Ehren diverser Schutzgötter und des Kaisers teilzunehmen. Der Herr Jesus nannte diese Vermischung mit heidnisch-gesellschaftlichen Ritualen jedoch «Hurerei».

Wieder drängt sich die Frage auf: Sind wir heute etwa kompromissbereite Nikolaiten und geistliche Hurer, wenn wir das Weihnachtsfest feiern?

Meine Antwort wird Nein lauten. Aber ich verstehe jeden, der das Weihnachtsfest aus innerer Überzeugung und Verantwortung vor seinem Herrn ablehnt. Ich schätze und achte das Anliegen, unserem Gott um jeden Preis treu zu sein. Allerdings glaube ich, dass die christlichen Weihnachtskritiker aus einer falschen Perspektive an das Fest herangehen. Und dies möchte ich heute darlegen, in der Hoffnung, diejenigen zu ermutigen, die Freude an Weihnachten haben.

Meine These ist einfach, und sie soll durch diese ganze Botschaft hallen: Jesus ist größer!

Gehen wir zurück in die Geschichte. Im 3. Jahrhundert war das Römische Reich noch heidnisch. Die Christen erlebten abwechselnd Zeiten der Verfolgung und der Toleranz. Der römische Kaiser Aurelian erhob seinerzeit den Sonnengott Sol zum «Herrn des Römischen Reiches» und machte den so genannten Sol Invictus-Kult im ganzen Reich beliebt. Ihm zu Ehren führte Aurelian auch einen Feiertag ein, nämlich den 25. Dezember als Geburtstag des Sonnengottes. Später war auch Konstantin der Grosse ein Anhänger des Sonnengottes Sol, bis er sich zum Christentum bekehrte …

Als Konstantin der Grosse dann starb, hatte sich ausgerechnet der 25. Dezember in weiten Teilen der Gemeinde als öffentlicher Erinnerungstag an die Geburt des Herrn Jesus durchgesetzt. Moderne Weihnachtskritiker prangern dies als einen unheiligen Kompromiss an, als eine Vermischung zwischen Sol- und Jesus-Anbetung. Ich kann mich dieser negativen Deutung nicht anschließen, denn sie ignoriert meines Erachtens die psychologische Verfassung der frühen Gemeinde.

Vor Konstantin dem Grossen hatte die Christenverfolgung im römischen Reich seinen Höhepunkt erreicht. Einige Kaiser waren festentschlossen gewesen, das Christentum auszurotten. Doch die Gemeinde hatte überlebt und sich weder vor den Göttern gebeugt noch das Bekenntnis für Jesus Christus aufgegeben.

Jedoch waren nicht alle in der Gemeinde stark geblieben. Einige waren Kompromisse eingegangen, um ihr Leben zu retten. Als Konstantin sich bekehrte, das Christentum offiziell erlaubte und den Gemeinden ihre zerstörten und beschlagnahmten Gebäude zurückgab, wollten viele Abgefallene wieder zurück in die Gemeinschaft der Kirche. Es entflammte ein emotionaler und heftiger Streit darüber, was man mit denen tun sollte, die sich in der Feuerprobe nicht kompromisslos zum Herrn gestellt hatten.

Kompromissbereitschaft kam für die alte Kirche gar nicht in die Tüte! Wir reden hier längst nicht über die römisch-katholische Kirche mit all ihrem Pomp und Aberglauben, wie wir sie heute kennen. Das kam erst später. Die Beschlagnahmung des 25. Dezember als Geburtstag Jesu war kein Zugeständnis gegenüber dem damals beliebten heidnischen Sol Invictus-Kult. Im Gegenteil! Dies hatte vielmehr mit einem Prinzip zu tun, das wir schon im Alten Testament finden.

I. Weihnachten und das Alte Testament

Ein Hintergrund des Alten Testaments ist ja der Konflikt zwischen dem einen wahren Gott Israels und den Göttern der umliegenden Heidennationen, den Dämonen. Immer wieder musste Gott Sein Volk Israel tadeln, dass es den dämonischen Göttern der Heiden nachhurte.

Dank einer zufälligen Entdeckung im heutigen Syrien, die 1928 gemacht wurde, können wir einiges über die Umwelt der alttestamentlichen Zeit wissen. Archäologen gruben den antiken Stadtstaat Ugarit aus und fanden dabei eine Bibliothek, die Tausende von Tontafeln über das Leben, die Religion und die Kultur der Kanaaniter seinerzeit enthielt. Viele dieser Textzeugnisse sind älter als die ältesten Bücher des Alten Testaments. Unter anderem fanden Forscher Folgendes heraus:

Die großen Götter der Kanaaniter waren El, sein Ko-Regent Baal und Aschera – wie die Bibel berichtet. Ihr heidnischer Götterrat traf sich angeblich in einem Paradiesgarten oder auf einem Berg. Garten und Berg waren ein- und derselbe Ort.

Baal, als höchster Vertreter Els, wurde zum König der Götter, als er gegen den Chaosgott Jam kämpfte. Jam wird dargestellt als ein drachenähnliches Wasserungeheuer, als ein Leviatan. Nachdem Baal ihn und das tobende Meer besiegt hatte, verdiente Baal sich die «ewige Herrschaft» über alle Götter. Baal wird auch der Gott genannt, «der auf den Wolken fährt». Das war sein offizieller Titel: Der, der auf den Wolken fährt.

Wer das Alte Testament gut kennt, wird bei diesen Beschreibungen aufhorchen.

In Daniel 7,13–14 erfahren wir, dass der Menschensohn «mit den Wolken des Himmels» kommen und «ist eine ewige Herrschaft» erhalten wird, nicht Baal. 5. Buch Mose 33,26 sagt, dass Gott selbst «auf den Himmeln einherfährt» (vgl. Psalm 68,34). Psalm 104,3 bezeugt, dass Gott die «Wolken zu seinem Gefährt macht» (vgl. Jesaja 19,1). Im Alten Testament ist es der wahre Gott, «der auf den Wolken fährt», nicht Baal.

Psalm 48,2–3 betont, nach der Schlachter Version:

«Groß ist der Jachweh und hoch zu loben in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berg. Schön erhebt sich, die Freude der ganzen Erde, der Berg Zion auf der Seite des Nordens – die Stadt des großen Königs

Interessant ist: Wer schon einmal in Jerusalem war, weiß, dass Zion nicht gerade ein emporragender Berg ist. Buchstäblich übersetzt, so meint der Theologe und Sprachwissenschaftler Michael Heiser, heißt es, dass Zion auf den «Höhen des Nordens» emporragt. Nun kommt der Clou:

Der Psalmist scheint diese Formulierung von Israels heidnischen Nachbarn übernommen zu haben. In ihrer Literatur heißt es nämlich, dass Baal auf den «Höhen des Nordens» lebt und von dort aus das Universum regiert.

Mit anderen Worten: Der Regent auf den «Höhen des Nordens» ist nicht Baal, sondern der Gott Israels seine Name heißt – Jachweh, je nach aussprache.

Und es kommt noch dicker … In Psalm 74,13–14 lesen wir über den Sieg Gottes beim Auszug aus Ägypten etwas sehr Mysteriöses:

«Du teiltest das Meer durch deine Kraft, du zerschlugst die Köpfe der Drachen auf dem Wasser; du zerschmettertest die Häupter des Leviathan, du gabst ihn dem Volk der Wüstenbewohner zur Speise.»

Warum spricht die Bibel im Zusammenhang mit der Teilung des Roten Meeres von «Wasserungeheuer[n] auf den Wassern», die von Gott besiegt wurden? Das ist doch eine sehr seltsame Übereinstimmung mit dem Mythos, wo Baal das Wasserungeheuer Jam und das chaotische Meer besiegt hat.

Jesaja schlägt in die gleiche Kerbe wie der Psalmist. In Jesaja 27,1 sagt er:

«An jenem Tag wird der Jachweh mit seinem harten, großen und starken Schwert den Leviathan heimsuchen, die flüchtige Schlange, ja, den Leviathan, die gewundene Schlange, und er wird das Ungeheuer töten, das im Meer ist.»

«Jener Tag», von dem Jesaja spricht, ist das Ende der Weltgeschichte. Jesaja 27,1 ist eine poetische Formulierung über Gottes Endsieg; und eine ziemlich ähnliche Aussage ist in der kanaanitischen Literatur pikanterweise wiederum in Bezug auf Baal zu finden:

«Weil du Leviatan, die alte Schlange, erschlugst, [und] der gewundenen Schlange ein Ende machtest, den Tyrann mit den sieben Häuptern …»

In Offenbarung 12 treffen wir ein siebenköpfiges Monster an, den Drachen, die «alte Schlange», nämlich den Teufel, den wahren Leviatan. Zurück zu Jesaja. Er benutzt hier wohl bewusst eine im Heidentum bekannte Bildsprache, um den Endsieg Gottes über den Satan zu schildern.

Warum? Warum tut das Alte Testament so etwas? Bedient sich etwa Gott selbst bei den Heiden, aber tadelt die Israeliten dafür, wenn sie es tun?

Nein. Sicher nicht. Ein Bibellehrer erklärt es wie folgt: Die biblischen Schreiber verwenden die «Bildersprache» Kanaans, aber niemals ihre «Theologie». Sie wollen damit etwas unmissverständlich deutlich machen:

Der Gott Israels ist größer als Baal. Er ist der wahre Sieger. Er allein ist Gott. Ihm gehört die Macht. Ihm gehören die Wolken. Das Paradies ist bei Ihm zu finden.

Was hat das nun mit Weihnachten zu tun? Die Geburtstagsfeier Jesu am 25. Dezember verkündigt: Jesus ist größer! Er ist größer als der Sonnengott Sol. Er ist das wahre Licht der Welt. Jesus Christus ist Sieger, nicht Sol.

Wir verkennen das Anliegen der alten Gemeinde, wenn wir meinen, sie hätte sogleich mit der Bekehrung Konstantins versucht, das Heidentum in den christlichen Glauben zu integrieren. Sie wollte zeigen, welcher Gott größer ist.

Ja, Gott hasst es, wenn wir die Theologie der Heiden übernehmen; wenn wir aus Aberglauben handeln; wenn wir die Dämonen ehren. Aber Er hat nichts dagegen, wenn wir die Bildersprache der Heiden nehmen, auf den Kopf stellen und deutlich machen, wer wirklich Gott ist.

Der lebendige Gott ist viel größer, stärker und souveräner als wir Ihn machen. Manche Kritiker sagen, Weihnachten sei nicht in der Bibel zu finden. Das fürchterliche Seeungeheuer ist auch keine biblische Erfindung, sondern eine heidnische. Und doch hat Gott kein Problem damit, den Heiden ihre Bildsprache zu entreißen und es auf Seinen sicheren Sieg anzuwenden.

Weihnachten proklamiert: Jesus ist größer! Er ist größer als Sol. Er ist größer als Baal.

Nun gut. Es ist eine Sache, die heidnische Bildsprache auf den Kopf zu stellen. Aber es ist eine andere Sache, ihre Rituale zu übernehmen. Darum geht es ja letztendlich bei der Weihnachtsdebatte – feiern wir Christen nicht heidnische Rituale?

II. Weihnachten und das Neue Testament

Bei dieser Frage wird, so macht es auf mich den Eindruck, immer wieder das Neue Testament übersehen. Weihnachtskritiker berufen sich oft auf den Alten Bund im Alten Testament und ihre Tempelordnungen, als gewisse Gebiete, Gegenstände, Tage und Personenklassen heilig waren und die Israeliten ganz genau formulierte Rituale einhalten mussten, um sich Gott zu nahen. Aber wenn wir heute über Rituale, Heiden, Dämonen und Feiertage diskutieren, dürfen wir nicht übersehen, wie umfassend der Sieg Jesu am Kreuz wirklich war. Eine Schlüsselstelle ist Kolosser 2,13–17:

«Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab; und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete. Als er so die Herrschaften und Gewalten entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben. So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat.»

Der Hebräerbrief 8,6-13 vgl. auch Hebräerbrief 9,11-22 bestätigt, was hier steht: Jesus Christus hat am Kreuz von Golgatha einen vollständigen Sieg errungen. Er hat die Sünde der Welt gesühnt, und zwar für alle, die an Ihn glauben. Der Teufel und Seine Dämonen haben keine Macht über die Menschen mehr.

Kein Mensch muss mehr bestimmte Rituale einhalten, um sich Gott zu nahen. Niemand soll wegen bestimmter Feste von anderen gerichtet werden. Wir müssen nicht in den Tempel pilgern, denn Jesus selbst und wir Christen als Glieder Seines Leibes sind der Tempel. Wir müssen keine Opfer mehr darbringen, denn Jesus selbst ist das makellose Opfer. Wir brauchen keinen Hohepriester mehr, denn Jesus selbst ist unser Mittler und Hohepriester. Wir müssen nicht einmal mehr den Sabbat oder irgendeinen Feiertag heiligen, weil wir in dem Herrn des Sabbats, Jesus Christus, hinein versetzt sind und die Sabbatruhe Gottes bereits erreicht haben.

Gott hat bestimmt, dass wir uns nur von folgenden Dingen enthalten sollen & keine weiteren Lasten auferlegt werden außer: Wir sollen uns von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.

Gotteswort sagt: Darum urteile ich, daß man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auferlegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzuchtwenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl! (Apostelgeschichte 15,19-20.28-29; vgl. 3.Buch Mose 19,4.29; 3,17; Psalm 1,1-3; 119,1-3; Jakobus 1,25)

 

Rene Malgo hat vollkommen recht über das was zuvor gesagt wurde. Aber, wenn ich Fleisch gekauft habe und es würde jemand kommen und er sagt, es ist Götzenopferfleisch, was ich zuvor gekauft hatte dann soll ich es nicht essen um des Gewissens willen, wie es geschrieben steht im 1.Korintherbrief Kapitel 10, Verse 27-28. 

All die jüdischen Feste sind in Jesus Christus erfüllt. Die Juden im Alten Bund hatten genaue Vorschriften, wie ihre Rituale und Bräuche aussehen sollten. Im Alten Bund waren Ritual und Theologie eng miteinander verbunden. Jetzt ist das nicht mehr so. Der Alte Bund war eine Vorschattung auf etwas Besseres. Jeder darf nun Festtage so halten wie er will (Röm 14,5–6; vgl. Kolosser 2,16; Galater 4,10; 1.Korinther 10,31).

Laut Paulus dürfen wir alles, «was auf dem Fleischmarkt verkauft wird», essen (1.Kor 10,25), auch Fleisch, das den Götzen geopfert wurde. Wir sind frei. Wichtig ist nur, wie Paulus im selben Kapitel sagt, dass wir alles zur Ehre Gottes tun (1.Kor 10,31). Und dass wir auf keinen Fall Gemeinschaft «mit den Dämonen» haben dürfen (1:Kor V. 20-21; vgl. 3:Buch Mose 17,7; Psalm 106,36-38; Offenbarung 9,20). Sünde ist tabu!

Das bedeutete im Kontext der Zeit des Apostels Paulus: Wir dürfen zwar Fleisch essen, das für Götzenopfer verwendet wurde, aber wir dürfen nicht an den Festmahlen teilnehmen, wo den Götzen geopfert wird, das sagt ganz eindringlich die Apostelgeschichte 21,25; vgl. 1.Korinther 8,1.4; 10,19-22). Das wäre Gemeinschaft «mit den Dämonen». Wenn wir diese Prinzipien der Freiheit auf Weihnachten anwenden, sehen wir Folgendes:

Äußerliche Dinge wie Weihnachtsbäume, Weihnachtsplätzchen, Adventskränze und dergleichen sind weder geboten noch verboten. Wir dürfen sie gebrauchen, wenn wir wollen. Wir können Feste feiern wie wir wollen, solange wir dabei keine Gemeinschaft «mit den Dämonen» haben. Wir sind nicht verpflichtet, Weihnachten zu feiern; es wird uns aber auch nicht verboten. Warum? Weil die Mächte der Finsternis am Kreuz entwaffnet wurden, wie Kolosser 2 sagt.

Wir müssen nicht mehr gewisse Rituale einhalten, um uns Gott zu nahen, wie es noch im Alten Bund der Fall war. Und so bleiben uns zwei Prinzipien:

Das erste Prinzip aus dem Alten Testament: Gott selbst hat kein Problem mit der Verwendung ausserbiblischer Bildsprache, wenn sie dazu dient, zu zeigen, wer der allein wahre Gott ist.

Das zweite Prinzip aus dem Neuen Testament: Wahre Anbetung ist nicht an äußerliche Dinge geknüpft, sodass wir zur Ehre unseres Gottes tun können, was wir wollen, wenn wir dabei keine Gemeinschaft «mit den Dämonen» haben.

Darum ist es egal, an welchem Tag wir Weihnachten feiern. Kein einziger Tag im Kalender gehört einem Dämon oder Götzen, alle Tage gehören dem HERRN, Jesus Christus ist größer!

Darum ist es egal, ob die Bibel ein Weihnachtsfest erwähnt oder nicht. Wir dürfen feiern, was wir wollen, solange wir es zur Ehre Gottes tun. Und verunehren wir etwa wirklich Gott, wenn wir die Geburt Seines Sohnes und unseres Erlösers feiern?

Darum ist es egal, wie viele Tannenbäume wir in unsere Wohnung stellen. Fallen wir dabei etwa in Anbetung vor irgendeinem obskuren Germanengott nieder, von dem heute niemand etwas weiß?

Und hiermit schlagen wir den Bogen zur Einleitung. Die Weihnachtsfeier an sich hat nichts mit dem kanaanitischen oder römischen Götzendienst zu tun. Wenn wir den Weihnachtsbaum schmücken, sind wir nicht gezwungen, «Heil Cäsar» oder «Heil Baal» zu rufen. Wenn die Glocken an Weihnachten läuten, dann tun sie das nicht, um an die Geburt irgendeines Sonnengottes zu erinnern. Wenn wir die Weihnachtsgans genießen, dann tun wir das nicht, weil die Obrigkeit uns zwingt, dies zu Ehren eines Götzen oder Kaisers zu essen.

Wir feiern Weihnachten, weil der lebendige, unnahbare Gott in Jesus Christus Mensch und nahbar geworden ist.

Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den »Gesalbten«). Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. (Johannes 1,41 & 4,25)

Fazit:

Das alles ist kein Aufruf dazu, die rechte Anbetung Gottes «in Geist und Wahrheit (Johannes 4,23-24; vgl. Joh 15,26; 16,13; 1.Joh 5,6)» auf die leichte Schulter zu nehmen. Ich möchte mich nicht über die Weihnachtskritiker lustig machen. Ihr Anliegen ist gut gemeint. Wir müssen jederzeit sehr darauf achten, dass wir keine Gemeinschaft «mit den Dämonen haben». Das wäre fatal. Und auch an Weihnachten dürfen wir unsere Wachsamkeit nicht an der Garderobe abgeben.

Auch unter Christen kann sich Weihnachten schnell ins Dämonische umschlagen. Dies geschieht aber nicht unbedingt, wenn wir Plätzchen backen oder Gänse braten. Wenn es Paulus schon für unnötig hielt, nachzuforschen, ob das Fleisch auf dem Fleischmarkt wohl der Rest irgendeines Opferfestes aus seiner Zeit sein könnte, dann ist es für uns erst Recht unnötig, nachzuforschen, ob irgendwann einmal vor Tausenden Jahren die Germanen während der Wintersonnenwende eine Gans gegessen haben.

Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist, ob das, was wir heute tun, heute mit dem christlichen Glauben vereinbar ist. Weihnachten wird nach wie vor mit der Geburt Jesu, mit Licht und Freude in Verbindung gebracht. Wir sollten dieses Fest nicht den so genannten Neu-Heiden überlassen, sondern diese Zeit erst Recht nutzen, um auf das wahre Licht der Welt und die wahre Freude in Jesus Christus hinzuweisen. Und von der guten Botschaft des Evangelium hinweisen.

Michael Kotsch geht in seinem Buch Weihnachten. Herkunft, Sinn und Unsinn von Weihnachtsbräuchen ausführlich und insbesondere nüchtern auf mögliche Verbindungen zwischen Weihnachten und Heidentum ein. Wer die historischen Fakten will, sollte dieses Buch lesen. Er macht auch einige kritische Anmerkungen über eindeutig abergläubische Elemente; er ist also kein blinder Weihnachtsverteidiger, aber er macht deutlich, dass die meisten Weihnachtsbräuche «ausschließlich christlichen Überlegungen» entspringen. Dazu gehören «die bewusste Auseinandersetzung mit Stephanus, Johannes und Bischof Nikolaus an den entsprechenden Gedenktagen, die vertiefte Beschäftigung mit den einzelnen Abschnitten der Geburtsgeschichte Jesu im Advent, zu Weihnachten und Epiphanias, sowie die Illustrationen der biblischen Berichte durch Kerzen, Sterne, Tannengrün und Weihnachtskrippe. Auch die Auseinandersetzung mit den weihnachtlichen Farben, den abgebildeten Engeln oder der Bedeutung des Christbaums kann dazu beitragen, Weihnachten bewusster zu erleben.»

Die Prinzipien des Alten und Neuen Testaments zusammengenommen zeigen uns, 1) dass wir eine Bildsprache verwenden dürfen, die nicht ausdrücklich aus der Bibel stammt, und 2), dass wir Tage und Rituale so halten dürfen, wie wir wollen, solange wir nicht Gemeinschaft «mit den Dämonen» haben.

Wo lauert denn heute die Gefahr der Gemeinschaft «mit den Dämonen» in unseren Kreisen? Ich meine da, wo die meisten Weihnachtskritiker sie nicht vermuten, nämlich in unserem Herzen und in den Kirchen.

Was wird denn heute in den Kirchen gelehrt? (vgl. 5.Buch Mose 32,15-21; 1.Timotheus 4,1-5). Sind das nicht Dämonische lehren, wie z.B. Ökumene und belangloses reden? Das Wort Gottes wird doch wenn überhaupt nur noch verwässert und verfälscht wiedergeben.

Paulus sagt, dass «Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist» (Kolosser 3,5). Götzendienst ist dämonisch. Und Jakobus sagt: Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische (Jakobus 3,14–18). Auch das ist dämonisch.

Hier lauert die große Gefahr der Gemeinschaft mit Dämonen. Sind Sie in diesen Tagen bitter geworden? Beneiden Sie Ihren Nächsten, aus welchen Gründen auch immer? Haben Sie nur Streitsucht in Ihrem Herzen? Sind Sie habsüchtig? Setzen Sie Ihre Möglichkeiten nur ein, um Ihre Leidenschaften und Vergnügungssucht zu befriedigen? Geraten Sie an Weihnachten in den Sog des Konsumrausches, der uns von allen Seiten umgibt? Dann ist Weihnachten dämonisch geworden, und nicht, wenn Sie eine Kerze anzünden.

Es geht um unser Herz. Dort sind die «Höhen», die wir ausrotten müssen.

Weihnachten ist in dieser säkularen Welt ein rauschendes, aber leeres Fest. Es liegt an uns, diesem Fest durch unser Leben und unsere Prioritäten die richtige Füllung und den richtigen Schwerpunkt zu geben.

Sie sind frei. Jesus ist größer! Es sitzt kein Dämon auf Ihrer Schulter, wenn Sie Ihr Haus dekorieren. Darum, machen Sie was aus dieser Freiheit, zur Ehre Gottes und im Namen Ihres Jahwes und Erlösers Jesus Christus! 

Anhang:

So wird nachvollziehbar, dass die unreinen Tieren in der Erscheinung des Petrus als rein gelten sollen (Apg 10,15). Es liegt nicht an ihnen, sondern ist Gottes Entscheidung. Paulus kann sagen, dass nichts unrein an sich selber ist (Röm 14,14). Das ist es auch was er meint, wenn er schreibt (Titus 1,15): Für Reine ist nämlich alles rein; für Ungläubige und Unreine dagegen ist nichts rein. Da es bei den Reinheitsgeboten um das Verdeutlichen des menschlichen Zustand gegenüber dem Heiligen Gott geht, der fordert: Ich bin heilig und ihr sollt auch heilig sein!, darum ist für den Menschen, der durch den Glauben an Christus geheiligt und gereinigt ist, nichts mehr unrein. Die Reinheitsgebote (AT) haben im Neuen Bund (NT) durch den Glauben ihre Aufgabe verloren. Der Glaube an Christus tritt an die Stelle der Reinheitsgesetze, in dem er uns zugleich erinnert, dass wir Sünder sind und wie wir gereinigt wurden durch das Blut des Herrn Jesus Christus.

Wie kann ich rein werden? Das Wort Gottes sagt es uns, indem ich in der Heiligen Schrift lese & jeden Tag, und durch das lesen werde ich rein, aber nur in der Heiligen Schrift!

Gottes Wort sagt noch mehr dazu, in 1.Johannes 3,3:  Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.

Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so daß sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei. (Epheser 5,25-27)

Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. (Johannes 15,3)

AMEN! 

 

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