Forscher finden 3D-Kompass im Gehirn

Israelische Forscher finden 3D-Kompass im Gehirn

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben zum ersten Mal die Existenz eines 3D-Kompasses im Gehirn von Fledermäusen nachweisen können. Wenn beispielsweise Passanten aus einer U-Bahn-Station wieder nach oben ans Tageslicht kommen, kann es gelegentlich passieren, dass sie ein Schwindelgefühl verspüren. Das Richtungsgefühl im Hirnkreislauf ist dabei gestört, der innere 3D-Kompass hat versagt. Piloten werden sogar extra dafür trainiert, um sich gegen dieses Schwindelgefühl zu schützen, damit es im schlimmsten Fall nicht zu einem Flugzeugabsturz kommt.

Bei den Versuchen des Weizmann-Instituts konnten Forscher nun diesen 3D-Kompass bei Fledermäusen nachweisen. Spezielle Neuronen registrieren, in welche Richtung sich der Kopf der Fledermaus wendet. Sie helfen den Tieren beim Zurechtfinden im dreidimensionalen Raum. Die Neuronen funktionieren also wie ein Kompass – allerdings im dreidimensionalen Raum.

Umfangreiche Forschungsarbeiten haben sich bereits mit diesem Thema beschäftigt. Die Entdecker wurden im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Allerdings erstreckten sich diese Untersuchungen auf Ratten in zweidimensionaler Umgebung.

Die Studie des Weizmann-Instituts enthüllt nun zum ersten Mal, wie das Gehirn die Vertikale durch Einordnung der horizontalen Richtung berechnet. Um das zu untersuchen, haben die Wissenschaftler einen Apparat entwickelt, der ihnen eine Videoüberwachung der drei Dimensionen innerhalb der Kopfbewegung der Fledermäuse ermöglicht. Obwohl diese Arbeit an Flughunden durchgeführt wurde, meinen die Wissenschaftler, dass ihre Forschungsergebnisse sich auch auf nicht-fliegende Säugetiere anwenden lassen – sowohl auf Eichhörnchen und Affen, die zwischen Baumästen hin- und herspringen, als auch auf Menschen.

Das Weizmann-Institut in Rehovot bei Tel Aviv gehört weltweit zu den führenden multidisziplinären Forschungseinrichtungen. Seine Wissenschaftler, Studenten, Techniker und anderen Mitarbeiter sind in einem breiten Spektrum naturwissenschaftlicher Forschung tätig. Zu den Forschungszielen des Instituts gehören neue Möglichkeiten im Kampf gegen Krankheit und Hunger, die Untersuchung wichtiger Fragestellungen in Mathematik und Informatik, die Erforschung der Physik der Materie und des Universums und die Entwicklung neuer Werkstoffe und neuer Strategien für den Umweltschutz.

Quelle: http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/28101/Default.aspx

 

 

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