Ein Datierungsfehler für den Neandertaler

Ein Datierungsfehler für den Neandertaler

Das "36 000 Jahre" alte Schädelfragment sei das fehlende Bindeglied zwischen dem uralten Neandertaler und dem modernen Menschen, teilte Professor Reiner Protsch von Zieten seinen wissenschaftlichen Kollegen mit.

Seine anderen Entdeckungen schlossen die Überreste einer Frau bzw. eines Mannes mit ein, die vor "21 300 bzw. 29 400 Jahre" gelebt haben sollen. Die Forschungsergebnisse des Spezialisten für die Karbon-14-Datierung wurden lange Zeit als Beweis dafür angesehen, dass die Neandertaler in Nordeuropa gelebt und als eine separate Spezies mit dem anatomisch modernen Menschen koexistiert hatten.

Es gab dabei nur ein Problem. Der Professor konnte seine Karbon-14-Datierungsapparatur nicht richtig handhaben. Seriöse Experten kamen  zu dem Schluss, dass er die Daten ganz einfach erfunden hat. Die Skelettüberreste, die er zwischen "21 000 und 36 000 Jahre" alt datiert hatte, wurden von anderen als viel jünger eingestuft. Einer der Schädel stammte, wie sich herausstellte, von einem Mann, der vor kaum 250 Jahren verstorben war – so um das Jahr 1750 n. Chr.

Am 19.Februar 2005 berichtete (The Guardian London), dass der Frankfurter Universitätsprofessor wegen seiner vielen "Fälschungen und Manipulationen" während seiner 30-jährigen akademischen Karriere in den Ruhestand versetzt worden war. 

Der Skandal kam ans Tageslicht, als er bei dem Versuch erwischt wurde, die Schimpansenschädelsammlung der Universität zu verkaufen. Zusätzlich zum Fabrizieren von Daten, so fand eine Untersuchung, hat er auch von anderen Wissenschaftlern abgeschrieben und gefälschte Fossilien für echt ausgegeben. "Es ist tief beschämend", sagte Professor Ulrich Brandt, der die Untersuchung leitete. Natürlich ist die Universität  sehr betroffen über diese Vorgänge.

Als Folge "wird die Anthropologie ihr Bild vom modernen Menschen zwischen "40 000 und 10 000 Jahren" vor unserer Zeit komplett revidieren müssen", meinte Professor Thomas Terberger von der Universität Greifswald, der den Betrug aufdeckte.

Bedauerlicherweise war das nicht das erste Mal, dass ein dreister Betrug in diesem Forschungsfeld begangen wurde. Der berüchtigte "Piltdown-Mensch", der 1912 in Großbritannien entdeckt und den man als das lang gesuchte Bindeglied zwischen Menschen und Affen verkündete, wurde erst 1953 – über 40 Jahre später – als Fälschung entlarvt.

Bei einer sorgfältigen Untersuchung erwies sich der "Piltdown-Mensch" als ein 600 Jahre alter menschlicher Schädel, der mit dem Kieferknochen eines Orang Utan kombiniert worden war. Beide Teile waren dann gebeizt worden, um sie älter erscheinen zu lassen.

Warum brauchte das wissenschaftliche Establishment so lange für diese Erkenntnis? Robert Foley, der Direktor des "Levenhulme Centre for Human Evolutionary Studies" an der Universität Cambridge, erklärte dazu in – The Scientist in seiner Ausgabe vom 15. März 2005: "Einer der Gründe für den großen Erfolg des Piltdown-Mensch war, dass er zu den damaligen Erwartungen davon, wie die Frühmenschen ausgesehen hatten, passte."

Quelle: www.gutenachrichten.org

 

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