Wiedergeburt

Teil 1. Die Wiedergeburt

Norbert Lieth

Autor: Norbert Lieth, ist Verkündiger, Bibellehrer und Vorstandsmitglied des  Missionswerkes Mitternachtsruf. Mit freundlicher Genehmigung, vom Norbert Lieth (MNR).

Inhaltsverzeichnis:

Die Wiedergeburt

Die Hoffnung

Die Erwartung

Der Tod

Die Auferstehung

Die Verwandlung

Die Entrückung

Was die Entrückung offenbart

Die Vollendung

Das Preisgericht

Die Hochzeit des Lammes

Das himmlische Jerusalem

Nachwort

Bibelübersetzungen:

Wenn nichts anderes vermerkt, zitiere ich die Schlachter Version 2000 (Grundtext). Verwendete Abkürzungen – Übersetzungen: Schl:  = Schlachterübersetzung. Hervorhebungen in fetter Schrift, sind vom Textautor. Dieses Buch von Norbert Lieth, mußte ich zum großen teil überarbeiten, zum einen hatte Norbert, damals nicht die Erkenntnis, wie er es heute hat, das gilt auch für Bibelstellen. Überarbeiteter Text, April 2017

Die Zukunft des Christen

Die Wiedergeburt

   Und das ist das Zentrum, die ich weiter geben möchte. Und wir lesen zunächst aus dem Johannesevangelium Kapitel 3, Verse 3-7: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.  Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden!

Ja, liebe Geschwister und Freunde, wir wollen nun versuchen mit aufblickt zum Herrn Jesus Christus, zu verstehen wie eigentlich die Wiedergeburt geschieht?

   Es ist ja so, wenn wir über die Zukunft des Christen sprechen wollen, dann müssen wir mit der Wiedergeburt anfangen. Denn hier beginnt die Zukunft des Christen. Da wird alles neu, da geht uns eine Tür auf: die Tür zum Himmel. Bei der Wiedergeburt bekommt der Mensch einen ganz anderen Blick, eine ganz neuen, lebendige Hoffnung. Er bekommt Zugang zur ewigen herrlichen Zukunft Gottes.  

   Es ist leider so, ein Mensch ohne Gott, der ohne Gott in dieser Welt lebt, bewußt oder unbewusst, der muß sich zu dieser Tatsache stellen, heute beginnt der Rest meines Lebens! Und darin werden die Menschen oft sehr depressiv, = Traurig, verstimmt, und niedergeschlagen und bekommen Angst. Sie Fragen sich, und ihre Sehnsucht hört nicht auf. Heute beginnt der Rest meines Lebens! Sie Fragen sich, warum ist das so? Weil sie keine lebendige Hoffnung haben! Was ist dann, und was kommt auf mich zu?

   Demgegenüber darf ein Mensch, der zu Jesus Christus gefunden hat, und Jesus in sein Leben aufgenommen hat, und wiedergeboren worden ist, der darf sagen, jetzt hat mein Leben eine sehr gute und sichere Zukunft. Ich sage es manchmal den Älteren Geschwistern im Altersheim, wir gehen der ewigen Jugend entgegen! Im Grunde genommen wird man gar nicht älter. Natürlich, diese Jahre hier auf dieser Erde zerrinnen, aber dann gehen wir der ewigen Jugend entgegen – wir werden immer bei Jesus sein!  Die Bibel sagt, das zwar der äußere Mensch zugrundegeht, aber der innere Mensch, wird von Tag für Tag erneuert: Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrundegeht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. (2.Korinther Kap. 4, Vers 16)

Mit einem Vers aus der Bibel, möchte ich die Zukunft des Christen beschreiben, aus 1. Johannes 2,25: Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: Das ewige Leben. Da steht es so zusammengefaßt, die Zukunft von allen die hier sitzen, oder stehen, oder die es lesen. Die sich Christen nennen, die schon gerettet sind. Darin können wir uns sehr, sehr, freuen!

Wir können uns weiter ermutigen, mit dem Wort, aus Römer 5, 1-2: Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.

   Wir haben allen Grund uns zu freuen, und uns zu rühmen auf die Hoffnung, die in uns ist! Wir können uns die Hand geben. Denn wir sollten sehr dankbar sein, über das was Gott für uns, die wir gerettet sind, getan hat. Über die ewige Hoffnung, der zukünftigen Herrlichkeit. Für das was unser Herr Jesus, für uns erworben hat. Ist uns das eigentlich bewußt, was ER, für uns erworben hat, da sind wir eigentlich noch ein pichen blind dafür, über diese Tatsache, was Er tat. Was Er für uns bereitet hat, wie geschrieben steht, in 1. Korinther 2,9: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.

   Ich sage es mal aus meinen Worten; die Gottseligkeit und die Gottseligkeit geworden zu sein, gerettet in Jesus Christus, ist die Verheißung, des jetzigen und das zukünftigen Lebens! Wie es geschrieben steht, in 1.Timotheus 4,8-10: Denn die leibliche Übung nützt wenig, die Gottesfurcht aber ist für alles nützlich, da sie die Verheißung für dieses und für das zukünftige Leben hat. Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.

   Ich wiederhole es noch einmal, wer Jesus hat, der hat jetzt schon das ewige Leben und das Zukünftige Leben! Und dieses Wort aus der Heiligen Schrift, das uns angeboten wird, in Jesus Christus, der selbst das Wort ist (Offenbarung 19,13), ist Glaubwürdig und war und alle Annahme wert, in einer absoluten Wahrheit! Denn es kommt aus der Wahrheit (Johannes 17,17). Darum sollten alle Menschen, die das ewige Leben noch nicht besitzen, auf dieser Erde sagen, Herr Jesus Christus ich möchte mich für dich entscheiden, für Zeit und Ewigkeit, möchte ich bei dir sein. Das ist die einzige Entscheidung die sich lohnt, bis in aller Ewigkeit hinein.

Wenn wir nun aber über die Wiedergeburt sprechen möchten, so müssen wir ganz von vorne anfangen. Da müssen wir zu den Anfängen der Menschheit anfangen.

Der Zustand des Menschen vor dem Sündenfall

Vom Zustand des Menschen vor dem Sündenfall lesen wir in den ersten drei Kapiteln des 1.Buch Mose. Aus der Fülle dieser drei Kapitel können wir nur einiges behandeln:

   Die Erschaffung des Menschen. Gott schuf den Menschen am sechsten Schöpfungstag: Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. (1.Buch Mose 1,26-27)

   In diesen zwei Versen wird sehr viel gesagt, zum Beispiel, daß die Dreieinigkeit Gottes bereits bei der Schöpfung tätig war. Schon da sehen wir Jesus Christus (vgl. Kolosser 1,15-17). Wenn hier geschrieben steht: dann sprach da die Dreieinigkeit Gottes: Jesus Christus, der Heilige Geist und Gott der Vater. Gott sagte nicht: »Ich will« sondern: »Lasset Uns«. Im Widerspruch zur modernen Wissenschaft halten wir aufgrund der Heiligen Schrift fest: Der Mensch wurde geschaffen. Er ist nicht das Zufallsprodukt einer Entwicklung, von Millionen von Jahren! Es gibt ja Hunderte Theorien, wie z.B. Urknall, Ursuppe und vieles mehr. In der Focus- Zeitung Nr. 52/94 stand ein Artikel mit dem Titel: »Der neue Ursprung des Lebens«.                  

   Ein Leser schrieb als Antwort in einem Leserbrief: Sie erwähnen als neue wissenschaftliche Erkenntnis, daß... gewöhnlicher Lehm am Ursprung des Lebens stand.  In der Bibel steht unter 1.Buch Mose Kapitel 2, Vers 7: Da bildete Gott der JACHWEH den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seiner Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.

Wie konnte dieses Wissen nur verlorengehen?

   Das kann ich Ihnen gleich beantworten, durch die Macht Satans. Denn er will nicht, daß die Menschen die ganze Wahrheit Gottes erfahren. Damit er sie besser in seinem Bann halten kann. Damit die Menschen nicht so schnell, zur Quelle der Wahrheit (Bibel) durchdringen können. Denn er tut alles erdenkliche, um die Menschen von der Quelle, des Lebens fernzuhalten.

   Und die Bibel hat doch recht! Endlich sind auch Gelehrte darauf gekommen, aber auch nur wenige.

   In diesen zwei Versen wird auch gesagt, daß der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen wurde. Das heißt, daß der Mensch von Gott als ein vollkommenes Geschöpf geschaffen wurde. Er zeichnet sich dadurch aus, daß er eine eigene Persönlichkeit ist, ein vernünftiges, moralisch verantwortliches Wesen, das denken, sprechen, sehen, fühlen, hören und handeln kann. Er hat ein Selbstbewußtsein, der Mensch hat einen eigenständigen Willen zur Entscheidung, zu wählen zwischen das Gute und das Böse, er ist dem Bilde Gottes ähnlich. Er hat - im Gegensatz zu jeder anderen irdischen Kreatur - eine ewige Existenz (Prediger 3,11). Ein Tier zum Beispiel stirb und ist für immer ausgelöscht, dem Körper nach? Dasselbe Tier kommt nicht wieder, auf diese Erde, so auch beim Menschen: Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. (Hebräer 9,27)

Im 1.Buch Mose Kapitel 2, Vers 7 lesen wir: Da bildete Gott der JACHWEH den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.

Mit anderen Worten: Der Mensch ist also wie jede andere Kreatur aus Erde gemacht. Er ist daher, was seine irdische Existenz anbetrifft, vergänglich. Darum wird der Körper beim Tod wieder zu Erde: Im Schweiße deines Angesicht sollst du Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren! (1.Buch Mose 3,19) Merken wir uns das gut: Gott hat den Menschen geschaffen. Er hat ihn mit Seinen eigenen Händen aus Erde geformt und ihm dann Seinen lebendigen Odem (=Seele) eingeblasen. Alles, was Gottes Odem hat, existiert ewig. Die Seele kann nicht sterben, denn es kommt aus Ihm, dem Ewigen. Darum ist der Mensch dem Bilde Gottes ähnlich.

   Der Mensch wurde als eine Dreieinheit geschaffen. Er besteht aus Leib, Seele und Geist. Das sehen wir zum Beispiel im Segensgebet in 1. Thessalonicher 5,23-24: Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes, der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus! Treu ist er, der euch beruft; er wird es auch tun.

Ich wiederhole: Der Leib ist aus der Erde gemacht, der Geist ist aus Gott und von Gott in den Menschen hineingelegt. Durch diesen Leib und den von Gott gegebenen Geist entsteht ein Drittes: Eine lebendige Seele. Das heißt eine Persönlichkeit, eine Person mit eigenem Bewußtsein und der Fähigkeit zu denken, sprechen, zu fühlen und zu wollen usw.

   Die nachfolgende Darstellung soll uns das Dargelegte veranschaulichen. Der Leib entstand aus Erde, darum ist er irdisch. Die Seele ist der Sitz der Persönlichkeit des Menschen, das  »Ich«. Das Denken, Sprechen, Fühlen und Wollen spielt sich in der Seele ab, oder anders gesagt, im Herzen. Der Geist ist die Verbindung zu Gott, das Bewußtsein des Menschen, daß es einen Gott gibt (Jesaja 40,21-28), verbunden mit der Möglichkeit, Ihn zu erkennen und mit Ihm in Verbindung zu kommen.

Der Zustand vor dem Sündenfall      

Der Leib = Körper = irdisch.

Die Seele = Odem, Denken, Sprechen, Fühlen und Wollen.

Der Heilige Geist = die Verbindung zu Gott.    

Hier erkennt der Mensch Gott. Die Bibel sagt, daß alles geistliche verstanden werden muß (1.Korinther 2,13; Lukas 12,12; Jesaja 50,4), also nicht irdisch oder seelisch. Wir können Gott nur im Geist erfassen und nur im Geist mit Ihm kommunizieren. Wie es ja auch im Johannes 4,24 heißt: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (vgl. 2.Kor 3,17 & Jesaja 66,1-2)          

   Darum muß Sein Wort bis in den Geist durchdringen. Der Mensch lebte unmittelbar nach seiner Schöpfung nach Leib, Seele und Geist in vollkommener, herrlicher, direkter Gemeinschaft mit seinem Schöpfer. Adam und Eva haben Ihn gesehen und mit Ihm gesprochen (1.Buch Mose 3,8-13.16-19), denn Gott wandelte wie sie im Garten Eden. Ihr Leib alterte auch nicht, denn der Tod existierte noch nicht, denn sie kannten noch keine Sünde, keine Krankheit, und keinen Tod. Der erste Mensch war offensichtlich auch sehr intelligenter, denn er war in der Lage, allen Tieren Namen zu geben und über alle Kreatur zu herrschen. Es heißt passend dazu im 1.Buch Mose 2,19-20: Und Gott der JACHWEH bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gab. Da gab der Mensch jedem Vieh und Vogel des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen;  aber für den Menschen fand sich keine Gehilfin, die ihm entsprochen hätte.

   Das heißt, Adam war noch allein, und Eva wurde erst später aus der Rippe von Adam geschaffen (1.Buch Mose 2,18.21-23). Der Herr pflanze für den ersten Menschen bekanntlich einen speziellen Garten, den Garten Eden, und setzte ihn dort hinein (1.Buch Mose 2,8-9.15). In diesem Paradies lebten sie in vollkommener Harmonie mit Gott. Das war buchstäblich der Himmel auf Erden.

Eden heißt: Land der Glückseligkeit. Oder auch: Paradies (Lustgarten genannt). Das war also der Zustand vor dem Sündenfall. Leib, Seele und Geist waren in vollkommener Harmonie durch den Geist mit Gott verbunden. Dann aber passierte etwas ganz Schreckliches.

Der Zustand des Menschen nach dem Sündenfall

   Der Mensch fiel in Sünde. Wir müssen hier festhalten, daß der Mensch damals nicht so leicht versuchbar war wie wir heute, denn im Gegensatz zu Adam und Eva sind wir schon in Sünde geboren. Wir stehen somit von Anfang an unter der Vaterschaft und Herrschaft Satans (Joh 8,44; Mt 13,38-39; Apg 10,38; 1.Joh 3,4.8.10). Darum sind wir grundsätzlich versuchbar und fallen sehr schnell in Versuchung (Jakobus 1,13-15). Das war bei Adam und Eva nicht der Fall. Sie konnten sich ganz schlicht für den Willen Gottes entscheiden, ohne daß es sie große Kraft kostete.

   Wir lesen in 1.Buch Mose 2,9: Und Gott der JACHWEH ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Dann sprach Gott: Und Gott der JACHWEH gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du gewißlich sterben! (1.Buch Mose 2,16-17)

   Des weiteren Verlauf dieser Geschichte aus dem 1.Buch Mose 3,1-6, lesen wir auch noch: Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der JACHWEH gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, daß ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen; aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Eßt nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt! Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist! Und die Frau sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und daß er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.

Der Mensch war dem Wort Gottes ungehorsam geworden. Er griff nach der verbotenen Frucht, aß davon und viel dadurch in Sünde. Damit fiel er von Gott ab und verlor die Möglichkeit der Gemeinschaft mit Ihm.

   Die Seele des Menschen war gut und vollkommen und gehorsam bis zum Sündenfall. Seit dem Sündenfall, hat sich die Seele sich gespalten, zum Guten und zum Bösen. Die folge war, die Seele ist rebellisch geworden und ungehorsam, Gott gegenüber. Das Gift der Schlange, hatte sein Ziel erreicht! Das Böse kommt vom Satan und somit die Sünde, Krankheit und der Tod. Jetzt wissen wir, weshalb der Mensch sündigt. Durch die Sünde kommt: Mord, Ehebruch, Hurerei, Diebstahl, Treulos, Hass, Gewalttaten, Unzucht, Rebellion, Menschenhandel, Kindesmissbrauch, Vergewaltigungen, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Lieblos, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft, den Eltern Ungehorsam, Unreinheit, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen, Trunkenheit, Gelage und dergleichen. (vgl. Galater 5,19-21)

Das sind die schlechten Eigenschaften der Sünde, die im Menschen wohnen.

All dieses Böse kommt von innen heraus, aus dem Herzen, und verunreinigt den Menschen (Matthäus 15,11).

Hier haben wir einen beweis, das Satan existiert.

Und einen weiteren Gottesbeweis, welche Eigenschaften der Mensch hat, wie oben beschrieben.

Jeder Leser kann sich überprüfen, ob ich solche Eigenschaften hatte, oder noch besitze. 

Frage: Wieso hat Gott denn gesagt: An dem Tage, da du von dem Baum ißt, mußt du des Todes sterben? Der Mensch ist doch dann an jenem Tag gar nicht gestorben, sondern erst viel später. Wie ist das zu verstehen? Die Antwort lautet: Der Mensch ist an jenem Tag zwar nicht leiblich, wohl aber geistlich gestorben. Der leibliche Tod trat erst Jahrhunderte später ein (1.Buch Mose 5,5). Der geistliche Tod besteht darin, daß der Geist des Menschen kein Leben mehr hat. Der natürliche Mensch, dessen Geist tot ist, kann Gott weder erkennen noch verstehen. Er existiert aber, er ist doch tot.

Wim Walgo (verstarb im August 1992), hat es so treffend gesagt: Der Tod der nicht tötet. Er ist in Bezug auf den Schöpfer verblendet. Er hat in seinem Inneren ein Bewußtsein der Existenz Gottes (Prediger 3,11), aber mehr nicht. Die Verbindung zu Gott ist abgebrochen. Die Sünde hat ihn radikal von Gott getrennt. Darum war die Vertreibung aus dem Paradies die direkte Folge des Sündenfalls.

   Wir lesen: So schickte ihn Gott der JACHWEH aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen. (1.Buch Mose 3,23-24)

   Wenn wir unsere Welt, die Menschen auf der Straße, die noch nicht gerettet sind, verstehen wollen, müssen wir wissen, was im Geist des Menschen - passiert ist.

Der Zustand nach dem Sündenfall

Leib = Körper = irdisch.

Seele = Odem aus Gott.

Geist = tot.

   Der Leib lebt noch, aber er ist dem Tode unterworfen. Die Seele ist auch noch da, aber der Geist ist tot. Es ist wie eine Totenkammer. Einmal kam ein Jünger, der Ihm nachfolgen wollte, aber er wollte zuvor seinen Vater begraben, dann sprach Jesus den folgenden Satz! Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach, und laß die Toten ihre Toten begraben. (Mt 8,22) Jeder Mensch, der in dieser Welt geboren wird und darin wandelt, ist im Geist tot, und der geistliche Tod bewirkt ein Zweifaches:

- den körperlichen Tod

- den ewigen Tod, denn der Mensch ist verloren.

Damit wir uns gut verstehen: Tod bedeutet nie und nimmer, die Auslöschung der menschlichen Existenz. Denn die Seele ist unsterblich. Die menschliche Existenz wird nicht einfach ausgerottet. Der Mensch existiert ewig, aber wenn sein Geist nicht wiedergeboren wird, bleibt er verloren. Er geht in die Hölle (Lukas 16,22-31). Er existiert weiter und ist doch tot. Das ist der Tod, der nie endet, nie aufgehoben wird. Wie bereits erwähnt, steht der Mensch seit dem Sündenfall unter der Vaterschaft Satans. Jesus hat das in Johannes 8,44 sehr deutlich gesagt: Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Da meinte Er nicht nur die damaligen Juden beziehungsweise Pharisäer. Das wird uns aus 1. Johannes 3,8 klar: Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

   Ich wiederhole: Der natürliche Mensch ist geistlich tot (Jakobus 2,26) und kann Gott nicht erkennen, und sein Wort nicht verstehen! Er weiß um Seine Existenz und trägt die Verantwortung, aber er hat keine Verbindung mehr zu Gott. Darum heißt es: - auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Epheser 2,1-3)

In Epheser 4,17-19 steht: Das sage und bezeuge ich nun im Herrn, daß ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens; die, nachdem sie alles Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben mit unersättlicher Gier.

Das ist auch der Grund, warum Intelligenz nichts mit Gotteserkenntnis zu tun hat. Die meisten großen Wissenschaftler erkennen Gott nicht; sie tappen im Dunkeln. Sie forschen und forschen und stellen immer wieder neue Theorien auf.

Einer unter ihnen, Dr. Hans Limmer, scheint aber etwas zu ahnen: Da nach den Gesetzen der Logik aus Nichts auch nur Nichts werden kann, muß es auch vor dem Urknall schon etwas gegeben haben, das ebenfalls eine Entstehungsgeschichte hinter sich hatte. Damit wird eine Kausalkette ohne Ende in Gang gesetzt, an deren Ende nur die Erkenntnis stehen kann, daß es Erscheinungen geben muß, die unserem Verstand unzugänglich, das heißt wissenschaftlich nicht erklärbar sind.

Es gibt eine Wissenschaft, die kein Wissen schafft! Das ist die Wissenschaft ohne Gott. Der Geist solcher Wissenschaft ist verfinstert, das Leben aus Gott ist ihnen fremd. Warum? Weil man Gott nur geistlich verstehen kann. Niemals anders. Keine intellektuelle Hochleistung, keine tiefgründige Forschung, kein Wunder, wie groß es auch sei, vermag uns zur Erkenntnis Gottes zu bringen. Jesus hat zum Beispiel sehr viele Wunder getan, und trotzdem haben die Menschen nicht an Ihn geglaubt. Es heißt deutlich: Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muß. (1.Korinther 2,14)

Der natürliche Mensch: Mt 16,23

Die Torheit im Menschen: 1.Kor 1,18.23

Er kann es nicht erkennen: Joh 8,43; Röm 8,5-7

Darum laufen so viele Menschen, leider auch intelligente, in dieser Welt umher, lachen über die Bibel und spotten über Gott. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen«. (1.Korintherbrief 1,18-19)

Der Mensch ist unfähig geworden, Gott zu schauen, Gott zu fassen oder zu begreifen. Sein Geist ist gleichsam eine Totenkammer, denn der geistliche Tod ist die Trennung zwischen Gott und dem Geist des Menschen. Darum ist die Erlösung eine so große Gnade! Wir werden es in Ewigkeit nicht begreifen, was Erlösung wirklich bedeutet. Sie ist uns einzig und allein durch Gott möglich, durch Sein Wirken und Eingreifen von oben. Sonst wären wir alle, ohne die Erlösung verloren. Wenn wir das erkannt haben, verstehen wir, daß gute Werke nichts nützen können (Galater 2,16). Jede Religion, jedes menschliche Wirken und Wollen ist daher zum Scheitern verurteilt. Aber Gott in Seiner unaussprechlichen, wiederherstellenden Gnade hat es ermöglicht!

Die alles wiederherstellende Gnade

   Gott hat das Wunder geschaffen, das dem natürlichen Menschen unmöglich ist - die Wiedergeburt. Er hat unseren toten Geist wieder auferweckt. Da kommt dieser gebildete Nikodemus, dieser Pharisäer, dieser Theologe der damaligen Zeit, im geheimen kam er nachts zu Jesus. Er ist ein frommer, aufrichtiger Mensch mit vielen Fragen und bittet den Herrn, sie ihm zu beantworten. Das tut Jesus mit den Worten: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! (Johannes 3,3)

   In Vers 7 wiederholt Er dies nochmals: Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! Es gibt keinen anderen Weg! Nikodemus konnte zuerst gar nicht verstehen, weshalb Jesus gesagt hatte: Ihr müßt von neuem  geboren werden aus Wasser und Geist, in  Vers 5. Wasser und Geist - das bedeutet, daß die Wiedergeburt nur durch das vom Heiligen Geist lebendig gemachte und lebendig machende Wort möglich ist. Der Heilige Geist ist derselbe Geist, der bei der Schöpfung tätig war. Die Wiedergeburt ist ein außerordentliches Wunder Gottes, denn es ist im Grunde eine Auferstehung aus dem Tod. Wie es ja Jesus in  Johannes 5,24 schon gesagt hatte: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.

Wie geht die Wiedergeburt vor sich? Sie ist nur durch das Opfer Jesu am Kreuz möglich: Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist. (Römer 3, 23-26)

Der einzige Weg zur Wiedergeburt heißt also Jesus - Golgatha! Es gibt keinen anderen Weg! Weder Buddha noch Mohammed noch Jehova oder die Mormonen noch irgend jemand oder etwas vermag uns zu erlösen. Jesus allein vermag dies zu tun. Wie es geschrieben steht: Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!(Apg 4,12) So wie die Sünde durch den Ungehorsam Adams in die Welt gekommen ist und dadurch der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist (Röm 5,12), weil alle in Sünde geboren wurden und Sünder sind - und damit auch geistlich tot ist -, so ist Jesus, der letzte Adam erschienen und hat durch Seinen Gehorsam bis ans Kreuz die Gerechtigkeit die vor Gott gilt, wieder aufgerichtet.

Wie gesagt, wer Erlösung, von seinen Sünden erlangen will, der muß auf seine Knie gehen, und Jesus Christus, seine Sünden aufdecken. Sie müssen Ihre Sünden mit Namen nennen, z.B. ich habe Götzendienst betrieben, habe gestohlen, falsches Zeugnis abgelegt usw. Indem ich im Gebet spreche: Abba, Vater, im Namen Deines Sohnes Jesus Christus, vergib mir meine Sünden, die mir bewußt sind und auch die, die ich vergessen habe. Ich danke euch, für diese Erlösung, für Zeit und Ewigkeit. Amen!    

Das allein ist der Weg zur Erlösung, zur Wiedergeburt. Jesus hat wiederhergestellt, was der Mensch verloren hatte. Wo Adam und Eva ungehorsam waren und sterben mußten, da ist der Sohn Gottes als Mensch in die Welt gekommen und gehorsam gewesen bis in den Tod, am Kreuz. Damit hat Er die einzige Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, aufgerichtet. Das Werk der Erlösung ist vor ~ 2000 Jahren am Kreuz von Golgatha vollbracht worden, aber es muß vom Sünder im Glauben angenommen werden. Die wiederherstellende Gnade ist da! Aber sie läuft unweigerlich ab! Wer noch gerettet werden möchte, sollte sich beeilen. Es gibt ein Sprichwort: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Zwei Dinge müssen zusammenkommen: die Gnade Gottes von oben, die Er uns in Jesus geschenkt hat, und der Wille des Menschen von unten.

Die wiederherstellende Gnade

Sagt der Mensch JA, wird er geistlich lebendig = wiedergeboren.

Wer das Wort Gottes hört, = Ohr.

Der Wille = die Seele.

Sagt der Mensch NEIN, bleibt er geistlich tot, = verloren.

Die Wiedergeburt JA.

Wer das Wort Gottes hört = Ohr.

Der Wille = die Seele.

Der Geist, wird durch den Heiligen Geist, wieder lebendig = wiedergeboren!

Und wenn der Mensch ja sagt, dann spricht Gott auch Sein gnädiges Ja. Gott richtet Sein Wort zunächst an den Leib, das Ohr an den Menschen. Dann macht der Heilige Geist das Wort Gottes, der Jesus Christus selber ist, an dem Herzen des hörenden oder lesenden Menschen lebendig und überführt den Sünder einerseits von seiner Sündhaftigkeit und andererseits von der Gnade Gottes. Und jetzt kommt alles darauf an, wie der Mensch entscheidet! Es liegt nun an ihm, dieses Angebot anzunehmen oder abzulehnen!

Wir halten fest: Das Wort Gottes ist Jesus Christus selbst. Deshalb ist es lebendig. Es ist durch den Heiligen Geist inspiriert (2.Petrus 1,20-21). Das Wort Gottes richtet sich zuerst an den Leib des Menschen, und dringt dann bis in die Seele durch, weil es vom Heiligen Geist lebendig gemacht wird. In der Seele, wo der Sitz der Persönlichkeit (ICH) des Menschen ist, das Denken, Sprechen, Fühlen und Wollen, muß jetzt also die Entscheidung getroffen werden. Entscheidet er sich nicht oder lehnt das Angebot Gottes ab, bleibt er geistlich tot. Alles bleibt wie es ist. Sagt der Mensch hingegen ja, dringt durch Gottes Gnade im gleichen Moment der Heilige Geist von oben in den Geist des Menschen ein, und die Wiedergeburt findet statt. Der Geist dieses Menschen wird wieder lebendig. Christus ist in sein Leben gekommen. Es ist alles neu geworden. Das heißt: Was aus dem unvergänglichen Samen Gottes geboren wurde, das kann nicht mehr sterben, das ist ewig errettet! So steht es geschrieben: Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. (Lukas 15,24)

   Das ist auch der Grund, warum der Mensch, nachdem er sich für Jesus entschieden hat, eine Veränderung erfährt (Epheser 2,10; 2.Kor 5,17). Es ist eine neue Kreatur, der Heilige Geist ist in ihm (2.Kor 5,17). Die Verbindung zu Gott ist wiederhergestellt, und er kann wieder mit Gott reden im Gebet. Was Adam und Eva verloren haben, ist durch Jesus wieder lebendig gemacht worden. Der Wiedergeborene kann Gott wieder verstehen, und vermag Ihn zu erkennen. Er liest in der Bibel, denn es ist sein Verlangen, den Herrn immer besser kennenzulernen. Er hat auch Hunger nach Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und kann nicht mehr so leben wie früher. Kannst du dies alles aus persönlicher Erfahrung bezeugen? Das Zusammenwirken zwischen Gott und Mensch wird auch in Epheser 1,13-14 beschrieben: In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit. 

Unsere Verantwortung

Die Verantwortung des Menschen liegt darin, sich für Jesus Christus zu entscheiden, wenn der Heilige Geist ihn überführt und dazu drängt. Versäume deine Entscheidung nicht, verschiebe sie nicht, wenn du jetzt innerlich weißt, daß du geistlich noch tot bist und dich bekehren solltest. Jesus hat es treffend gesagt in der Apostelgeschichte 2,21: Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.« Weiter heißt es von Jesus in der Apostelgeschichte 2,24-18: Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, daß Er von ihm festgehalten würde. David nämlich sagt von ihm: »Ich sah den Herrn allezeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, daß ich nicht wanke. Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte; zudem wird auch mein Fleisch auf Hoffnung ruhen; denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und nicht zulassen, daß dein Heiliger die Verwesung sieht. Du hast mir die Wege des Lebens gezeigt; du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht!«

   Der Mensch kann sich nämlich nicht einfach entscheiden wann er will, sondern nur, wenn Gott die Gnade dazu gibt. Das wird in Hiob 33,23-24 gesagt. Wir finden in diesem Kapitel die Gnade, die Wiedergeburt und die Verantwortung des Menschen: Die Gnade: Wenn es dann für ihn einen Gesandten gibt, einen Mittler, einen aus Tausenden, der dem Menschen Seine Gerechtigkeit verkündigt, so wird Er sich über ihn erbarmen und sprechen: Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!

   Wer ist denn dieser Mittler? Wo hat Gott denn das Lösegeld gefunden? In dem teuren Blut Jesu Christi! Dieses Angebot der Erlösung macht Gott gerade jetzt. Er ruft dir deine Verantwortung in Erinnerung. Wenn du Sein Angebot annimmst, und dich Gott gegenüber als schuldig bekennst, weil du Seine Gebote nicht gehalten hast.

So wird Er sich über ihn über Dich erbarmen und sprechen: Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden! (Hiob 33,24) Das ist Gnade! Was ist die Grundlage dazu? Ich habe Lösegeld für ihn gefunden. Es ist einer da, der die Gerechtigkeit für dich erfüllt hat! - Die Wiedergeburt: Er wird zu Gott flehen, und der wird ihm gnädig sein; ja, Er wird ihn Sein Angesicht sehen lassen mit Jauchzen, und Er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben. (Hiob 33,26)

Hier entscheidet sich der Mensch und sagt: Ja Herr, ich will gerettet werden. Bitte erlöse mich! Dann geschieht das Wunder: Der Herr wird ihn annehmen und er darf Sein Angesicht schauen und Gott wird ihm seine Gerechtigkeit zurückgeben.

Der Geist dieses Menschen wird auferweckt. - Die Verantwortung: Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen, um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen. (Hiob 33,29-30)

Gott redet wenigstens zwei-, dreimal so zu jedem Menschen, daß er sich entscheiden kann. Darum: Dem Heiligen Geiste, der gnädig dich straft und sich am Gewissen bezeuget mit Kraft, dem sollst du nicht länger, o Mensch, widerstehen! Versäume du die Gnade, ist`s  um dich geschehen!

Schon viele haben gemeint, die Annahme des Heils auf die lange Bank zu schieben, oder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben zu können, aber die Gnadenzeit war vorbei. Es ist schon Gnade, wenn du erkennst, daß du dich jetzt für Jesus entscheiden solltest. Antworte Ihm darum noch heute mit ungeteiltem Herzen!

Die Hoffnung

Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. (1.Petrus 1,3-5)

   Es ist etwas Wunderbares zu wissen, daß wir in Jesus Christus eine lebendige Hoffnung haben. Viele Menschen haben nur eine vage Hoffnung, ein Hoffen im Sinne von ängstlichen Bangen: »Werde ich das Ziel auch wirklich erreichen?« Hoffentlich ja! Eine lebendige Hoffnung ist etwas ganz anderes. Sie ist eine Gewißheit (vgl. Lk 1,4; Apg 2,36; Kol 2,2; 1Th 1,5; 2Tim 3,14; Hebr 6,11; 10,22), die ein Siegen hat: den Tod und die Auferstehung Jesu Christi! Das ist die Unterschrift Gottes für unsere lebendige Hoffnung. Darum können wir Gott loben und preisen für die Barmherzigkeit, daß Er uns wiedergeboren hat zu dieser lebendigen Hoffnung in Jesus.

   Im vorherigen Kapitel haben wir gelesen, daß die Wiedergeburt der Anfang der Zukunft eines Christen ist. Bezeichnenderweise heißt es in 1.Korintherbrief 15,45-49: So steht auch geschrieben: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele«; der letzte Adam zu einem lebendigmachenden Geist. Aber nicht das Geistliche ist das erste, sondern das Natürliche, danach das Geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch ist der Herr aus dem Himmel. Wie der Irdische beschaffen ist, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische beschaffen ist, so sind auch die Himmlischen. Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.  

   Das haben diejenigen erfahren, die Jesus Christus in ihr leben aufgenommen und daher aufgrund der Wiedergeburt eine lebendige Hoffnung haben. Durch Seine Verheißung hat Gott diese Hoffnung auf den Erlöser Jesus Christus direkt nach dem Sündenfall in Adam und Eva erweckt: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. (1.Buch Mose 3,15) Wenige Verse später heißt es:  Und Gott der Jachweh machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. (1.Buch Mose 3,21) Das war das erste Tieropfer in der Welt – und in der Heilsgeschichte. Gott hat ein Tier genommen und es geschlachtet, um den beiden in Sünde gefallenden Menschen Kleidung zu geben, denn sie waren ja nackt und schämten sich nun (1Mo 3,7-10). Es war Gott nicht egal, daß Adam und Eva aus freier Entscheidung in Sünde gefallen waren, und Er hat alles getan, um sie – und damit die Menschen überhaupt – wieder fürs leben zurückzugewinnen, obwohl sie immer und immer wieder versagt haben. Gott hat beharrlich, in Geduld und liebe, über Jahrtausende hinweg alle Hindernisse überwunden, um Sein Ziel zu erreichen und die Verheißung aus 1. Buch Mose 3,15 zur Erfüllung zu bringen, angefangen bei Noah (1.Mose 6,8-22; 7,1-24).

   Die ganze Welt war verdorben – und das durch die Sünde und die Sünde durch Satan – und dem Gericht verfallen. Einzig Noah war gottesfürchtig, und fand Gnade bei Gott. Und darum hat ihn Gott mit seiner Familie durch das Gericht hindurchgerettet und damit die göttliche Segenslinie weitergezogen wurde. Dann kam der Turmbau zu Babel (1Mo 11,1-9). Wieder machten die Menschen alles kaputt. Da erwählte sich Gott den Abram, später Abraham, um die Segenslinie weiter zu verfolgen und die Verheißung zu erfüllen. Dann tat Er es durch Isaak und Jakob. Aus Jakob entstand das Volk Israel, damit Jesus, der letzte Adam, geboren werden konnte: Gott wurde in Christus Jesus Mensch. Gott brauchte ja ein Volk, ein Land und einen Ort, um Mensch zu werden. Darum hat Er sich Israel als Volk und Land und Bethlehem als Seinen Geburtsort erwählt. Heute dürfen alle, die Jesus in ihr Leben aufgenommen haben, sprechen: Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. (Römer 5,1-2)

Mit dieser Hoffnung wollen wir uns nun näher befassen.

Die Sehnsucht des Menschen nach Hoffnung

    Diese Sehnsucht kommt in der Bibel so zum Ausdruck: Denn für jeden, der noch zu den Lebenden gehört, gibt es Hoffnung; denn ein lebendiger Hund ist besser daran als ein toter Löwe. (Prediger 9,4) Jeder Mensch möchte eine Hoffnung haben. Ja, es gehört zum Wesen des Menschen, daß er überhaupt hoffen kann. Das ist der beste Beweis dafür, daß er etwas verloren hat, was er einmal besaß, und tief im Herzen hegt er die Hoffnung, das Verlorene zurückzugewinnen sucht. Das ist der Grund, wieso es Hundert von religiösen Richtungen gibt, wo aber keine Hoffnung besteht. Diese Hoffnung, gibt uns ausschließlich Jesus Christus, und sonst niemand! Durst ist der Beweis dafür, daß ein Mensch Flüssigkeit braucht. Wasser stillt diesen Durst. Wozu sollte ein Mensch trinken, wenn er nicht Durst hätte? Hunger ist der Beweis, daß ein Mensch Nahrung braucht, sonst würde er verhungern. Brot stillt diesen Hunger. Wozu sollte ein Mensch essen wollen, wenn er nicht Hunger hätte? Hoffnung ist der Beweis, daß es etwas Besseres geben kann, etwas, was unser Inneres nötig hat. Hoffnung ist der Hunger und der Durst unserer Seele! In Hiob 11,18 lesen wir: Dann wirst du getrost sein, weil es Hoffnung gibt, und wirst um dich blicken und in Sicherheit dich niederlegen.

   So ist die Hoffnung eigentlich auch ein Zeichen für die totale Unvollkommenheit des Menschen. Wäre der Mensch vollkommen, ohne Sünde, müßte er auch keine Hoffnung haben. Dann hätte er ja alles. So aber ist er auf der Suche. Darum steckt diese Sehnsucht nach Hoffnung in jedem Menschen. Deshalb sind alle so voller Träume von einer schöneren, besseren Welt, darum sind alle auf der Suche nach einer Welt, in der man sich versteht und gegenseitig annimmt, nach einer heilen Welt, die es auch gibt. Jeder wünscht sich Frieden, und doch haben wir nur Krieg und Feindschaft.

   Der sehr bekannte rumänische Dramatiker Eugene Ionesco hat einmal gesagt: Ich glaube an das Böse, an die Hölle auf Erden. Allerdings – wenn man an das Böse glaubt, muß man zwangsläufig auch an das Gute glauben. Rundheraus: Ich hege kaum noch Hoffnung, daß der Mensch aus eigener Kraft zur Umkehr fähig ist – ohne Hilfe von jemandem, der Gott, der Jesus Christus heißen könnte. Die Geschichte ist ohne das Dämonische nicht zu begreifen. Doch wenn es das Dämonische gibt, könnte uns das auf den Gedanken bringen, daß auch das Göttliche, daß Gott tatsächlich existiert. Dieser Gott ist es, an den ich glauben möchte. Von den Menschen kann man nichts mehr erwarten. Der Mensch, auf sich gestellt, geht zweifellos seinem Verderben entgegen.

Dazu noch einen passenden Vers aus der Bibel: Aber die Augen der Gottlosen verschmachten, Zuflucht geht ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele! (Hiob 11,20)

   Dieser Mann war intelligent genug, um festzustellen, daß der Mensch aus eigener Kraft und durch eigenes Bemühen das Ziel der Hoffnung nicht erlangen kann, und daß im Menschen selbst keine Hoffnung liegt. Der Mensch ist in all seinem Tun böse. Dieser Dramatiker mußte feststellen: Es kann einen Gott geben, einen, der Jesus Christus heißt, und dieser Gott ist es, an den ich glauben möchte. Wer keine Hoffnung auf Jesus Christus hat, bleibt hoffnungslos. Denn er wird sonst nirgends einen Ort finden, wo seine Hoffnung gestillt wird. Auch das sagt die Bibel in praktisch einem Satz: Darum gedenkt daran, daß ihr, die ihr einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht  – daß ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus. (Eph 2,11-13)

   Ein Beispiel der Hoffnungslosigkeit war Jimmi Hendrix. Man nannte ihn den König der Rockmusik. Keiner, sagte man, konnte so gut Gitarre spielen wie er. Jede seiner Platten war ein Millionenhit. Für jeden Auftritt bekam er damals schon 100.000 Dollar. Er fuhr teure Sportwagen und warf das Geld zum Fenster hinaus, aber in seinem Herzen war er todunglücklich. Er war rauschgiftsüchtig und Alkoholiker. Er fragte sich und sang es sogar: Werde ich morgen leben? Hoffnung klingt an, doch er mußte gestehen: Ich kann es nicht sagen. Aber ich weiß, daß ich heute nicht lebe. Hoffnungslosigkeit! Dieser Mann kam auf tragische Weise ums Leben, und seine letzten Worte waren: Verdammt, ich brauch` Hilfe, Mann! Für einen Menschen ohne Jesus bleibt nur die Verdammnis. Aber so muß es nicht bleiben. Es gibt Hoffnung für jeden Menschen!

Die Hoffnung hat einen Namen – Jesus Christus!

In 1.Timotheus 1,1-2 steht: Paulus, Apostel Jesu Christi nach dem Befehl Gottes, unseres Retters, und des Herrn Jesus Christus, der unsere Hoffnung ist, an Timotheus, echtes Kind im Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn!

   Diese Hoffnung in Ihm stillt den Hunger und den Durst unserer Seele und bringt uns zur Erfüllung dessen, wonach wir uns alle sehnen – nach ewigem Leben! In Titus 1,2-4 heißt es: Paulus, Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi, gemäß dem Glauben der Auserwählten Gottes und der Erkenntnis der Wahrheit, die der Gottesfurcht entspricht, aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens, das Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat – zu seiner Zeit aber hat er sein Wort geoffenbart in der Verkündigung, mit der ich betraut worden bin nach dem Befehl Gottes, unseres Retters –, an Titus, echtes Kind (vgl. 1Tim 1,2; Tit 1,4) nach unserem gemeinsamen Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, unserem Retter!

   Jeder, der Jesus Christus gefunden hat, hat das Ziel seiner Hoffnung erreicht. Das ganze jetzige und zukünftige Leben des Christen wird von dieser lebendig gewordenen Hoffnung getragen. Diese ganze herrliche Hoffnung kann man wiedergeben mit den Worten von Pastor Ulrich Rüß, der den ehemaligen SPD Wirtschaftsminister Karl Schiller beerdigt hat, was hier Norbert Lieth vom Pastor zitiert, bezieht sich nicht auf den SPD Wirtschaftsminister, wenn er nicht von neuem Widergeboren war, bleibt er im Tod. Sondern das bezieht sich ausschließlich auf wiedergeborene im Herrn Jesus: Gott macht die Bewältigung deines Endes und deines Todes zu Seiner Sache. Wir leben also nicht auf den Tod zu. Wir leben auf den Heiland, den Retter aus dem Tod zu. Wir leben nicht auf das Ende zu, sondern auf den Vollender. Wir leben nicht auf das Nichts zu, sondern auf Den hin, der alle Macht in Seinen Händen hält: Christus, der Herr. Der Tod Jesu hat unserem Tod die letztgültige Macht genommen. Er, dein Gott, will das ewige Leben, die Gemeinschaft mit dir in Ewigkeit.

   Wir leben auf das ewige leben hin, nicht auf den Tod. Werden wir uns doch einmal so recht bewußt, daß wir eine Hoffnung haben, und daß nicht Hoffnungslosigkeit, sondern Hoffnungserfüllung das letzte ist! Das heißt mit anderen Worten: Tod und Trauer, Angst und Bangen, Fragen und Suchen, Sorge und last, das alles ist für uns, die wir an Jesus Christus glauben, nur das Vorletzte! Das letzte aber ist Er selbst, Sein Reich und all das, was Er für uns erworben hat!

   Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, daß die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. (Römer 5,1-5)

Was bewirkt diese Hoffnung in uns?

  1. Diese Hoffnung bewirkt einen Ruhm der zukünftigen Herrlichkeit. Lesen wir nochmals Römer 5,1-2: Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.

Das bedeutet, daß die Hoffnung, die wir in Jesus auf die zukünftige Herrlichkeit haben, jetzt schon unser Besitz ist. Warum? Weil die Hoffung auf das ewige Leben eine nicht fälschbare Unterschrift hat, nämlich das Kreuz von Golgatha und das leere Grab! Darum sagt Petrus: Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. (1.Pt 1,3-5; vgl. → Röm 8,16-39)

   Ist das nicht eine wunderschöne Aussage, die zeigt, wie wir uns der zukünftigen Herrlichkeit rühmen dürfen? Wir sollten einander im Alltag viel öfter zurufen: Wie haben eine Hoffnung! Unser Herr kommt bald, und wird nicht ausbleiben! Und uns so gegenseitig ermuntern. Statt dessen machen wir uns das leben oft schwer und der Blick auf die herrliche Zukunft wird verdunkelt und die Nachfolge wird zu einem Krampf, zu einer Last, das sollte nicht so sein!

   Bei Ausgrabungen in Jerusalem fand man Gebäude, in denen sich die ersten Christen versammelt haben. In einer Beschreibung heißt es: In den Wänden sieht man schmale Nischen, wo der Besucher seine mitgebrachten Öllampe (Mt 5,16; Lk 8,16), die ihm auf dem Wege als seines Fußes Leuchte diente, abstellen konnte. Je mehr Besucher kamen, desto heller wurde es im Raum, denn jeder brachte ja sein Licht mit. Oft ist es leider so, daß wir uns gegenseitig die Lichter auslöschen, anstatt sie uns anzuzünden und gemeinsam immer heller zu leuchten!

   Missionare in Papua Neu Guinea suchten in einer Stammessprache ein Wort für Hoffnung, aber sie fanden keines. Eines Tages starb das Töchterchen eines Missionars. Die Angehörigen diese Stammes waren versammelt und fragten den Missionar: Geht Ihr jetzt nach Hause? Der Missionar antwortete: Nein, wir bleiben jetzt erst recht. Wir bleiben für Jesus. Da erwiderte ein Eingeborener: Ihr seid eigenartige Leute.  Ihr könnt ja durch den Horizont gucken! Da durchzuckte es den Missionar, das war das gesuchte Wort für Hoffnung! – Ein Soldat, der im Sterben lag, sagte zum Pfarrer: Jetzt kommt etwas ganz Großes. Der Pfarrer war ganz überrascht und fragte: Was meinst Du damit? Der Soldat antwortete: Nun hört das Sterben auf. So ironisch es auch klingen mag, aber echte Christen dürfen sich sogar am Grab noch rühmen, weil sie von einer Hoffnung getragen werden, die jeden Verstand übersteigt. Dag Hammerskjöld war Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er kam bei einem Flugzeugabsturz ums leben. In seinem Tagebuch stand der Satz: Was bedeutet alles irdische Glück gegen die Verheißung, wo ich bin, werdet ihr auch sein? Ein Christ darf sich der zukünftigen Herrlichkeit rühmen!

   Es gibt einen Kaufmann, der das Glück zu Verkaufen hat. Es ist der Gott der Vater, der durch Jesus Christus, dieses Glück jeden Menschen anbietet will. Wenn ich das ewige Heil, durch Jesus Gnade annehme, indem ich das tue, was Gott in seinem Wort sagt. 

   b) Die Hoffnung in und durch Jesus Christus beinhaltet eine Wirklichkeit, die jeden Verstand übersteigt. Es heißt: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«. (1.Kor 2,9) Das bedeutet, daß wir uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit wohl rühmen dürfen und daran glauben können, aber wir können nicht erahnen, was uns erwartet. Eine andere Übersetzung lautet: … ja, des Menschen Herz ahnt nicht von ferne, was Gott bereitet hat denen, die Ihn lieben. Daß Gott selber in der Ewigkeit auf uns wartet, das ist dieses unvorstellbar Herrliche! Das, was Er in Seiner Göttlichkeit ist, hat Er uns geschenkt. Darum reicht unser Verstand nicht aus, dies zu fassen.

Gott ist unermeßlich – Unermeßliches wartet unser.

Gott ist unbegreiflich – Unbegreifliches wartet unser.

Gott ist unbegrenzt – Unbegrenztes wartet unser.

Die Parallelstelle in Jesaja 64,3 unterstreicht dies: Denn von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, daß außer dir ein Gott tätig war für die, welche auf ihn harren. Das ist Gott selbst! Er ist unbegreiflich, in Seinem tun, unfaßbar herrlich, unendlich, und in dieser Seiner Größe beugt Er sich herab und tut wohl denen, die auf Ihn harren und auf Ihn hoffen! Es gibt hier auf Erden schöne Dinge zu sehen und schöne Melodien zu hören, aber sie sind nichts im Vergleich zu dem, was unser wartet! Unsere Phantasie ist groß, und doch kann sie nicht ermessen, was Gott für uns bereitet hat.

   Sören Kierkegaard hat das in einem Gedicht so ausgedrückt: Noch eine kurze Frist, dann ist’s gewonnen, dann ist der ganze Streit in nichts zerronnen, dann darf ich laben mich an Lebensbächen und ewig, ewiglich mit Jesus sprechen.

   c) Diese wunderbare Hoffnung des echten Christen im glauben, bewirkt ein Warten auf das Ziel, ein Warten auf die Wiederkunft Jesu Christi.

Dagegen, Christen, die nicht jeden Tag auf Jesus warten, leben nicht in der Hoffnung der Bibel.

   Ein Christ, der diese Hoffnung hat, muß auf Jesus warten, er muß von der Tatsache durchdrungen sein, daß Jesus wiederkommt. In Titus 2,11-15 steht geschrieben: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. Dieses sollst du lehren und mit allem Nachdruck ermahnen und zurechtweisen. Niemand soll dich geringschätzen!

   Im jüdischen Neuen Testament von David H. Stern heißt dieser Vers 13 so wunderbar: Und auf die gesegnete Erfüllung unserer festen Hoffnung zu warten, auf das Erscheinen der Schechinah unseres großen Gottes und das Erscheinen unseres Erlösers, Jeschuas des Messias. Ziehen wir die Linie zu Römer 5,2: …durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Für Schechinah gebrauchen wir im Deutschen den Ausdruck Herrlichkeit. Schechinah bezeichnet im Alten Testament die Wolke der Gegenwart des Herrn über der Bundeslade im Allerheiligsten, zu der man sich nicht nahen durfte. Die Priester fielen nieder. Als Mose zum Beispiel die Stiftshütte einweihte, heißt es: Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte gehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllte. (2.Mose 40,34-35)

   Jeder, der es gewagt hätte, da hineinzugehen, wäre auf der Stelle tot umgefallen. Als Salomo den Tempel bauen ließ, und ihn einweihte, steht von diesem gewaltigen Augenblick geschrieben: Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligtum hinausgingen, da erfüllte die Wolke das Haus des Herrn, so daß die Priester wegen der Wolke nicht hinzutreten konnten, um ihren Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn. (1.Könige 8,10-11) Unvorstellbar! Da nimmt die Ehrfurcht in unseren Herzen zu. Das Lexikon zur Bibel sagt, daß diese Herrlichkeit (Schechinah) im Blick auf Gott dessen Hoheit, Majestät und den überirdischen Lichtglanz, der von Seiner Nähe ausgeht, bezeichnet. Darum glaube ich persönlich, daß die Schechinah, dieser überirdische Lichtglanz, das Zeichen des Menschensohnes bei Seiner Wiederkunft sein wird. Er wird wie ein Blitz kommen. In Matthäus 24,30 lesen wir: Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. (vgl. Dan 7,13-14; Mt 26,64; Apg 1,11; Offb 1,7; Sach 12,10; Offb 19,11-16) Wenn dieses Zeichen Seiner Herrlichkeit, die Schechinah, erscheint, werden alle Menschen schreien, und dann kommt Er selbst. Im Lexikon zur Bibel heißt es weiter: Diese Herrlichkeit ist der alles Dunkel überstrahlende Lichtglanz, die alle Erdengrößen überragende Majestät und die alle Finsternismächte niederwerfende Siegesgewalt. Das wird bei der Wiederkunft Jesu unverhüllt offenbar werden, denn der Herr selbst hat es gesagt: Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem einzelnen vergelten nach seinem Tun. (Mt 16,27; vgl. 2Th 1,7; Hebr 9,28; Ps 62,13; Spr 24,12; Apg 10,42; 1Kor 4,5)

   Die Hoffnung des Christen besteht darin, daß er durch Jesus Tod und Auferstehung mit in diese Herrlichkeit Gottes hineingenommen ist, das heißt: Er hat Teil an dieser Herrlichkeit, ja er ist Bestandteil dieser Herrlichkeit Gottes. Denn, wenn Jesus wiederkommt, wird die Gemeinde Jesu Seiner Herrlichkeit teilhaftig: Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. (Joh 17,22-24; vgl. Joh 12,26, 14,3) Diese Herrlichkeit ist die Herrlichkeit des dreimal heiligen Gottes. Der an Jesus gläubige und somit erlöste Mensch hat der Stellung nach bereits jetzt schon Anteil an dieser Herrlichkeit Gottes:  Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet! – und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen in Christus Jesus, damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus. (Epheser 2,4-7)

   Die Vollendung wird offenbar, wenn Jesus wiederkommt. Dann wird die Gemeinde mit Ihm in Seiner Herrlichkeit offenbar werden: Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. (Kol 3,4)

   Das heißt: Wenn Jesus sich bei Seiner Wiederkunft zur Aufrichtung Seines Reiches vor aller Welt offenbart, wird jedes Auge Ihn sehen, jedes Knie sich beugen, und jede Zunge bekennen, daß Er der Herr ist. Wenn Er sich in der Herrlichkeit Gottes offenbart, wirst du, Kind Gottes, auch offenbar werden mit Ihm in Seiner Herrlichkeit! Das ist Hoffnung! Die Zeit des Leidens hier auf Erden können wir nur von der Warte der zukünftigen Herrlichkeit aus verstehen. Paulus schreibt an die Römer: Denn ich bin überzeugt, daß die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. (Römer 8,18) Das ist leicht gesagt – zu ertragen ist es schwer. Aber wer um das Ziel weiß, der kann auch den schwersten Weg getrost und mutig gehen; wer die Zukunft kennt, kann auch die Gegenwart ertragen. Wer der Zukunft Jesu Christi entgegeneilt, weiß auch die Schwierigkeiten dieser Zeit zu überwinden und wird von irdischen Bindungen gelöst. Nur wer auf das Ziel schaut, kann die Gegenwart auch recht ausnützen.

   Weil wir eine lebendige Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit Jesu Christi haben, sind zwei Dinge äußerst wichtig:

   1) Laßt uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken – denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat –, und laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht! (Hebr 10,23-25)

   Denn jedes Haus wird von jemand gebaut; der aber alles gebaut hat, ist Gott. Auch Mose ist treu gewesen als Diener in seinem ganzen Haus, zum Zeugnis dessen, was verkündet werden sollte, Christus aber als Sohn über sein eigenes Haus; und sein Haus sind wir, wenn wir die Zuversicht und das Rühmen der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten. (Hebr 3,4-6)

   Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist. (1Joh 3,3) Du wirst nicht einfach von allem befreit. Dein Wille ist gefordert, denn es heißt:… jeder reinigt sich selbst (1Joh 3,3; vgl. 2Kor 3,18; Hebr 12,14; 2Pt 3,13), das reinigen geschieht durch das lesen in der Heiligen Schrift (Joh 15,3). Das bedeutet konkret: Aufrichtig Buße tun und ablegen, worüber du Buße getan hast, und lese das Wort Gottes, so wirst du durch das lesen wieder rein! Das vermagst du in der Kraft des Herrn auch tatsächlich zu tun: Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. (Römer 8,37-39) Und uns kann nichts, von Gott mehr trennen, wie oben beschrieben, daran sollen wir immer daran denken!

Die Erwartung

    Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweitenmal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil. (Hebräer 9,27-28)

   Der Ausdruck «die auf Ihn warten» ist eine Beschreibung alles echten Gläubigen. Hier geht es also um diejenigen, die in dem Opfer Jesu Christi ihre Sündenvergebung erlangt haben. Das ist die Gemeinde Jesu Christi, denn nur sie erwarten Ihn tatsächlich. Bei dieser Erscheinung des Herrn Jesus zur Entrückung, die hier in Hebräerbrief Kapitel 9 angesprochen ist, wird Er kommen, um die Gläubigen von der Gegenwart der Sünde zu befreien. Daher sind wahre Christen immer wartende Christen. Dieser Vers macht deutlich, daß es für die Gemeinde normal sein muß, den Herrn Jesus Christus aus dem Himmel zu erwarten. Doch sind wir nüchtern genug um festzustellen, daß wir heute in einer Zeit leben, wo viele innerhalb der Christenheit nicht auf Jesus Christus warten.

   Dieses Problem wird in diesem Vers auch angedeutet, indem es heißt: Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. (Joh 14,3; vgl. Joh 17,24; 14,18-21; 1Th 4,17) Obwohl Ihn die ganze Gemeinde erwarten sollte, erwarten Ihn nicht alle. Die Frage stellt sich uns: Sind wir wachende und wartende Christen? Was echtes Warten ist, illustriert die folgende Geschichte, die ich einmal las:

   Am Comersee wanderte ich zur Villa Acronati, die im Zauber weltabgeschiedener Einsamkeit an der Spitze einer langgestreckten Halbinsel liegt. Ein älterer Gärtner schloß das schwere Tor auf und führte mich durch den entzückend gelegenen Garten.

Wie lange sind Sie hier? Vierundzwanzig Jahre.

Und wie oft ist Ihre Herrin in dieser Zeit hier gewesen? Viermal.

Wann das letzte Mal? Vor zwölf Jahren. Ich bin fast immer allein hier – sehr selten, daß ein Fremder sich hier umsieht.

Sie haben aber den Garten so wunderschön imstande und gut gepflegt, daß Ihre Herrin morgen kommen könnte! Oggi, Signore, oggi! (Heute, mein Herr, heute!) War die mich tief bewegende Antwort.

So sollten und wollen wir Christen bereit sein für die Wiederkunft des Herrn, denn:  Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lichter brennend; und seid Menschen gleich, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen. Und wenn er in der zweiten Nachtwache kommt oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet, glückselig sind jene Knechte! (Lukas 12,35-38)

Was heißt Jesus erwarten?

  Das Wort «Wachen» bezeichnet nicht nur das Gegenteil von Schlafen. Es bedeutet mehr. Im biblischen Sinn ist es ein wachendes, ein wartendes Ausschau halten. Wachen bezeichnet die Grundhaltung eines Christen, der sich auf die Wiederkunft seines Herrn freut, der sie jeden Augenblick erwartet und sich darauf vorbereitet. Es ist einerseits bewegend zu sehen, wie wichtig die Notwendigkeit des Wachens und Erwartens für den Herrn ist (Lk 12,36-37). Und andererseits ist es eine Tragik, daß wir Christen oft über diesen für Jesus so wichtigen Moment hinweggehen. Für den Herrn ist es also so wichtig, daß Er sich für diese Leute zum Knecht macht. Bewegend bei dieser Aussage ist, daß die wachenden Knechte, die der Herr hier im Gleichnis erwähnt, sozusagen an der Tür des Herzens gestanden haben. Trotz ihrer Geschäftigkeit waren sie immer mit der Rückkehr ihres Hausherrn beschäftigt, indem sie gleichsam die Hand an der Türklinke hielten.

   Ich habe in bezug auf die innere Bereitschaft wahrer Knechte von MacDonald folgende Anmerkung gelesen: Sie sollten von allen irdischen Belastungen frei sein, so daß sie sofort, wenn der Herr wie in dem Gleichnis anklopft, aufmachen können – ohne Ablenkung und ohne sich erst fertig machen zu müssen. Ihre Herzen warten auf Ihn, ihrem Herrn, sie lieben Ihn und sie warten auf Ihn. Er klopft an und sie öffnen sofort.

Was heißt warten!

   Unser Wachen beziehungsweise den Herrn erwarten, ist also im Grunde genommen ein Gradmesser unserer Beziehung zu Jesus Christus. Paulus offenbarte die Gedanken Gottes, in Seiner Schrift, und rühmte die Gemeinde zu Thessalonich, die innerhalb von drei Wochen entstanden war, und zwar aus folgenden drei Gründen: Erstens staunte er, wie sie sich wahrhaft von den Götzen zum lebendigen Gott bekehrt hatte (1Th 1,9); zweitens, wie sie dem Herrn nun diente; und drittens, wie sie den Sohn Gottes vom Himmel herab erwartete (1Th 1,9-10). Diese junge Gemeinde war solch ein Vorbild und Zeugnis, daß alle umliegenden Gemeinden in Mazedonien und Achja von ihr redeten.

In 1. Korintherbrief 1,4-9 schreibt Paulus den Korinthern: Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus gegeben ist, daß ihr in allem reich gemacht worden seid in ihm, in allem Wort und in aller Erkenntnis, wie denn das Zeugnis von Christus in euch gefestigt worden ist, so daß ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gnadengabe, während ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet, der euch auch fest machen wird bis ans Ende, so daß ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

   In Titus 2,13 ermahnt er uns. Jesus Christus erwarten! Da steht die Frage im Raum:

Was heißt «Wachen» ganz praktisch?

   Wir müssen uns ganz deutlich vor Augen halten, daß Wachen nicht mit passiv sein verwechselt werden darf. Zum Wachen gehört mehr. So müssen wir beispielsweise auf die politischen Ereignisse unserer Tage achten. Die Bibel ist ein sehr praktisches Buch, worin es um die Menschheitsgeschichte geht. Manche Christen unserer Zeit meinen, wir dürften uns als Gläubige nicht so sehr mit der Politik beschäftigen und schon gar nicht die Wiederkunft Jesu damit in Zusammenhang bringen. Doch ich entgegne: Wir müssen die Politik unserer Tage im Licht des prophetischen Wortes betrachten! Wohl dem, der die Zeitung liest und dabei – ohne zu spekulieren – die Erfüllungen sieht, wie sie in der Bibel vorhergesagt sind. Der Prophet Daniel zum Beispiel achtete auf die politischen Umstände seiner Zeit. Regierungen kamen und gingen und er hat dementsprechend gehandelt und gebetet (Daniel Kap. 9).

Wenn die Bibel über die Ereignisse der letzten Tage spricht, redet sie über Weltreiche, Völker, und eine kommende Weltdiktatur unter dem Antichristen und die Wiederentstehung des Römischen  Reiches. Sie spricht über ein spezielles Staatengebilde, einen Zusammenschluß von zehn Königen, die dem Tier die Macht geben werden. Das ist Politik, das sind Dinge, die Wirklichkeit werden. Es gehört zum Wachen und zum Erwarten, daß wir uns immer wieder vergegenwärtigen, daß wenn die biblischen Prophetie über die letzten Tage wirklich von Gott inspiriert ist – und das glauben wir –, irgendwann die Zeit kommen muß, wo das, was vorausgesagt ist, sich in der Gegenwart manifestiert. Es muß sich also zwangsläufig in der Politik dieser Welt vollziehen und Wirklichkeit werden.

   Zum Wachen gehört ebenso, daß wir auch auf die übrigen Zeichen achten, die uns in der Bibel im Blick auf die Endzeit gegeben sind. Da wird uns klar, welch aktuellen Auftrag wir als Gemeinde Jesu in unserer Zeit haben. Denn es geht nicht darum, über das Wort Gottes zu philosophieren, sondern um die Praxis. Es gilt, das Wort Gottes im Alltag umzusetzen und damit zu leben.

   Streifen wir ganz kurz einige bekannte Zeichen für die letzten Tage durch. Das bekannteste ist Israel, der Zeiger an Gottes Weltenuhr. Seit 1948 blüht der Feigenbaum (Mt 24,32; vgl. Lk 21,29-30). Zum erstenmal seit fast ~ 2000 Jahren haben die Juden wieder einen eigenen Staat. Und somit hat sich die Prophezeiung sich erfüllt – das die Vollzahl der Heiden, vollendet ist (Römer 11,25).  Das bedeutet im Gesamtzusammenhang der Bibel nichts anderes, als daß das Reich Gottes sehr nahe ist. Unvergeßlich bleiben die Worte des ersten Ministerpräsidenten Ben Gurion: Im Jahre 1948, in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai, saßen 400 Zionisten beieinander, wobei sich Ben Gurion erhob und der Welt, als neuer Ministerpräsident, die staunen hervorrufende Mitteilung machte: Hier Staat Israel! Es spricht Ben Gurion, erster Ministerpräsident von Israel. 2000 Jahre haben wir auf diese Stunde gewartet, und nun ist es geschehen. Wenn die Zeit erfüllt ist, kann nichts Gott widerstehen.

   Wir müssen wissen, daß der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs den Staat Israel nur aus einem einzigen Grund wieder hat erstehen lassen: Damit der Boden für den kommenden Messias bereit ist. Nur deshalb existiert Israel! Wenn wir von Israel hören oder sprechen, ist das aktuelle Prophetie. Da muß es uns doch jedesmal durchs Herz gehen: Jesus kommt bald! Das ist das Wirken Gottes von oben. Gerade darum ist der Staat Israel durch das Wirken von unten so angefochten. Der Teufel weiß leider besser als wir Christen, daß er nur noch wenig Zeit hat, und daß in diesem Staat sein Ende bereit liegt. Es gibt eine ganze Reihe alttestamentlicher Stellen, die sagen, daß das Volk der Juden kurz vor der Erscheinung des Messias aus seiner weltweiten Zerstreuung zurückgeführt wird: Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich will eure Gräber öffnen und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufbringen, und ich will euch wieder in das Land Israel bringen; und ihr sollt erkennen, daß ich der Jachweh bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufbringen werde. Und ich werde meinen Geist in euch legen, und ihr sollt leben; und ich werde euch wieder in euer Land bringen; und ihr werdet erkennen, daß ich der Jachweh bin. Ich habe es gesagt und werde es auch tun! spricht der Jachweh. (Hesekiel 37,12-14)

   Die Rückführung dient dazu, daß Israel die Zeit des Kommens seines Herrn erkennen soll. In den Versen 23-28 desselben Kapitels ist dann die Rede von dem auftretenden Messias, dem König Israels, wie Er in ihrer Mitte wohnen und das Heiligtum aufrichten wird. Es ist überwältigend, wie dann die ganze Erde erkennen wird (muß), daß Israel einen Gott hat. In Hesekiel Kapitel 36 wird deutlich davon gesprochen, daß die Wiederherstellung Israels, der Aufbau der Städte, das Blühen des Landes, das Zeichen dafür ist, daß die Zeit ihrer Sündenvergebung nahe gekommen ist. Die Sünden aber werden ihnen vergeben durch den aus Zion kommenden Erretter, der die Gottlosigkeit von Jakob abwendet (Röm 11,25-27). Und dann behaupten da trotzdem noch manche Christen, man dürfe nicht zu sehr in den Osten schauen und die dortigen Ereignisse nicht auf die Wiederkunft Jesu beziehen! Aber dies alles hat nichts mit Spekulation zu tun. Es ist vielmehr eine nüchterne Feststellung auf Grund der biblischen Lehre. Wir können also mit Gewißheit sagen, daß wir heute in die Tage der Wiederkunft Jesu eingetreten sind. Damit wissen wir aber noch nicht, wann Er kommt, oder?

In Markus 13,32 steht’s geschrieben, das es niemand weiß, außer der Vater: Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. (vgl. Mt 25,13; Apg 1,7)

Damit hört jede Spekulation auf, wann Jesus wiederkommt.

   Ein weiteres Zeichen ist das Aufkommen anderer Nationen. Die Bibel redet nicht nur vom Wiedererwachen des Feigenbaumes als Endzeitzeichen, sondern auch von dem Wiedererwachen anderer Bäume (Nationen) im gleichen Zeitraum. Im Gleichnis Jesu heißt es: Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume! Wenn ihr sie schon ausschlagen seht, so erkennt ihr von selbst, daß der Sommer jetzt nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, daß dies geschieht, so erkennt, daß das Reich Gottes nahe ist. (Lukas 21,28-31)

   Wir sind die Generation, die den Zusammenbruch großer Mächte erlebt hat, und gleichzeitig steigen neue Nationen auf, zwei Beispiele, möchte ich erwähnen: 1989 ging die DDR (Deutsche Demokratische Republik DDR) zugrunde, und die Sowjetunion gibt es auch nicht mehr (Die Sowjetunion (kurz SU, vollständige amtliche Bezeichnung: Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, kurz UdSSR, russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР)/Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR).  War ein zentralistisch regierter, föderativer Einparteienstaat, dessen Territorium sich über Osteuropa und den Kaukasus bis nach Zentral- und über das gesamte Nordasien erstreckte. Sie wurde am 30. Dezember 1922 durch die Bolschewiki gegründet und durch die Alma-Ata-Deklaration am 21. Dezember 1991 als Union, bestehend aus 15 Unionsrepubliken aufgelöst. Die völkerrechtlichen Rechte und Pflichten in internationalen Organisationen werden seitdem von der Russischen Föderation wahrgenommen).

    Auch auf religiösem Gebiet ist alles im Umbruch. In Offenbarung Kapitel 17-18 wird vom Aufkommen einer religiösen Weltmacht gesprochen, die die Bibel Babylon nennt. Das ist eine Bewegung, die an vielen Wassern sitzt; also nicht mehr an dem einen Strom lebendigen Wassers, der Jesus heißt. Es wird in der Bibel deutlich vorausgesagt, daß das Christentum der letzten Zeit immer mehr den Irrlehren (z.B. Ökumene) anhangen wird und sich zu einer riesigen Weltkirche entwickelt. Da müssen wir doch zwangsläufig an die ökumenische Bewegung denken, deren Einfluß immer größer wird und deren Züge immer offensichtlicher antichristlich sind. Der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Antichrist (vgl. 1Joh 2,18.22; 2Joh 1,7; 2Th 2,3-12), wird im großen Abfall der Christenheit offenbar; er kommt aus diesem religiösen Babylon. Es gäbe noch vieles anzuführen.

Zum Beispiel redet die Bibel über eine in der Zukunft liegende Zeit, wo Gott öffentlich beginnt, durch Gerichte in die Angelegenheiten der Welt einzugreifen. Die zunehmenden Erdbeben und Naturkatastrophen sind ein Zeichen dafür, daß wir in dieser Zeit eingetreten sind, und das die Welt in den Wehen liegen. Wenn wir dabei noch bedenken, daß die meisten Zeichen der Bibel gegeben sind, um die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit einzuleiten, dann müssen wir doch die Schlußfolgerung ziehen, daß die Entrückung dementsprechend noch näher bevorsteht. Aber wir müssen, noch etwas geduld haben, weil sich die einzelnen Prophezeiungen sich auch noch erfüllen müssen, bevor Gott der Vater, für Jesus Christus, grünes Licht gibt.

Zeichen des Nicht- Wachens und Nicht- Erwartens

   In der Tagespresse las ich eine kurze Notiz, die dieses Nicht- Wachen und Nicht- Erwarten illustriert: Die Krisenherde  auf dem Balkan, im Kaukasus und im Maghreb führen drastisch vor Augen, wie wenig es den Siegern des kalten Krieges in den vergangenen fünf Jahren gelungen ist, Sicherheit zu exportieren. Die zivilisierte Welt ist beunruhigt, verhält sich aber doch so wie Japan vor dem gewaltigen Erdstoß: Man weiß, daß sich die Erdplatten reiben und heben, betrachtet die seismischen Erschütterungen jedoch als fernliegende, überdies regionale Ereignisse, die das Zentrum des eigenen Lebens nicht berühren. In der Katastrophengeschichte wird «das Augenschließen» als besondere Gabe, ja sogar als das entscheidende Mittel der Lebensfähigkeit des Menschen bezeichnet, (Die Welt. 20.01.1995).

   Das ist ein treffliches Beispiel für die Haltung der Christenheit heute?! Man ist beunruhigt, alles um uns ist in Aufruhr, ja in Auflösung begriffen. Die Ereignisse überstürzen sich und die Zeichen der Zeit stehen alle auf Sturm. Aber nichts desto trotz verhält man sich so, als sei alles noch in weiter Ferne und das Zentrum des eigenen Lebens werde dadurch nie berührt, geschweige denn erschüttert. Man steht nicht in der vom Heiligen Geist gewirkten Erwartung und stellt sein leben nicht darauf ein, sondern lebt einfach so weiter, bis der Tag wie ein Fallstrick (vgl. Spr 18,7; Lk 21,35) kommt und das so sicher geglaubte Lebensgebäude in einem Nu einstürzen wird. Davor aber hat der Herr gewarnt (1Kor 1,4-9). Die jüdische Übersetzung sagt es so: und sehnsüchtig auf die Offenbarung unseres Jachwehs, Jeschua des Messias wartet. Sehnsüchtig warten – tun wir das wirklich?! Ein Zeichen des Nicht- Wachens ist zum Beispiel, daß man sich noch an Orten aufhalten und wohlfühlen kann, die Gott nicht gefallen, ja die Gott feindlich sind!

    So wacht nun, da ihr nicht wißt, in welcher Stunde euer Herr kommt! Das aber erkennt: Wenn der Hausherr wüßte, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gibt zur rechten Zeit? Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! und anfängt, die Mitknechte zu schlagen und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken, so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. (Mt 24,42-51)

   Wir können theoretisch noch so viel über die Wiederkunft Jesu wissen, aber Ihn praktisch doch nicht erwarten! Der wachende Mensch in diesem Gleichnis zeichnet sich dadurch aus, daß er die Wiederkunft seines Herrn erwartet und sich darauf vorbereitet. Er läßt es nicht zu, daß in sein Haus eingebrochen wird. Das heißt: der wachende Mensch gibt dem Gottfeindlichen in seinem leben keinen Raum und meidet Orte, die ihn vom Herrn wegziehen. Statt dessen beschäftigt er sich mit der wahren Speise, mit dem Wort Gottes, und demzufolge mit dem prophetischen Wort. Er lebt davon und reicht diese Speise an die Hausgenossen weiter. Das ganze Haus wird davon erfüllt; alle Hausgenossen kommen, ob sie wollen oder nicht, durch den wartenden Knecht (Kind Gottes) unter den Einfluß der Erwartung des Herrn. Weil den klugen Christen in der Erwartung der Wiederkunft Jesu lebt, ist all sein Tun davon geprägt.

   Der nicht wachende Mensch dagegen rechnet in der Tiefe seines Herzens nicht mit seinem Herrn. Es sagt aber nicht etwa: «Mein Herr kommt nie», sondern «Mein Herr kommt noch lange nicht». So lebt er nicht in der Bereitschaft, nicht in der Erwartung, und darum ist sein Tun vom Geist dieser Welt bestimmt und nicht mehr von Gottes Geist. Er wird liberal, lässig, hochmütig, hoffärtig und ergibt sich der eigenen Lust hin. Er ist ein Ich- Mensch. Er denkt nur noch an sich und ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Mit den anderen ist er um so mehr unzufriedener und hat ständig etwas an ihnen auszusetzen. Das schlimme ist, daß er Dinge tut und sich an Orten aufhält, vor denen er sich hüten würde, wenn er wüßte, daß sein Herr in dem Moment erscheinen könnte. Er ißt mit den Fressenden und trinkt mit den Betrunkenen. Er gibt sich den Kompromissen dieser Welt hin. In der Christenheit ist es heute weitgehend gang und gäbe, daß man sich mitten in weltlicher Umgebung aufhalten kann. Bitte prüfe dich: Hast Du noch Hunger nach der wahren Speise (Bibel), oder hältst Du dich gerne an Orten auf, die dem Wesen des Herrn und Seiner Wiederkunft zuwider sind? Schaust Du dabei vielleicht sogar noch argwöhnisch auf die, die es mit der Nachfolge Jesu ernst nehmen?

   Die Tatsache ist, daß der Herr Jesus diesen Mann, obwohl er doch sein Knecht ist, böse nennt, ist erschütternd. Wie mag es damals in jenem Haus wohl zugegangen sein? Wenn man sich in solche Begebenheiten hineinversetzt, vermag man sie manchmal besser in unserer Zeit zu übertragen. Das wollen wir jetzt tun. Der erste Knecht wurde wahrscheinlich als konservativ und rückständig betrachtet. Vielleicht wurden ihm gute Vorschläge gemacht und gesagt: Mensch, komm doch mal von der Türe weg. Du hast ja ständig die Klinke in der Hand. Lehne dich doch nicht so weit aus dem Fenster. Hinter jedem Schatten meinst du, den Herrn kommen zu sehen. Übertreibe doch nicht so! Rede doch einmal von etwas anderem und lege doch auch mal die Füße hoch, auf dem Schreibtisch! Der Herr hat ja schließlich nicht gesagt, an welchem Tag Er zurückkommen wird. Du machst uns ja noch ganz verrückt mit deinem ständigen Ausschau halten, ob Er kommt. Mache dir doch nicht so viel Sorgen und beschäftige dich nicht dauernd mit der rechten Speise,  die Er dir hinterlassen hat. Und der kluge Knecht mag geantwortet haben: Weil unser Herr nicht gesagt hat, daß Er morgen kommt, will ich Ihn lieber heute erwarten. Der zweite Knecht mag als modern, frei, cool und lässig bezeichnet worden sein. Viele mögen ihn bestaunt haben, wie er als Knecht dennoch so souverän über den Dingen stand. Aber der Herr nennt den ersten Knecht treu und klug und spricht ihn glückselig, während er den zweiten böse nennt und die Heuchelei bezichtigt.

Laßt uns in diesem Zusammenhang die Aussage des Herrn in Hebräerbrief 9,28 bedenken: So wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweitenmal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.

   Wim Malgo, der heimgegangene Gründer des Missionswerkes Mitternachtsruf, hat einmal geschrieben: Denn wenn Du dich wirklich von den Abgöttern abgewandt hast, um dem Herrn Jesus zu dienen, dann kann es nicht anders sein, als daß Du auf Ihn wartest. Der Wandel in der Finsternis ist ein Zeichen des Nicht- Erwartens. Wenn unser Leben nicht mehr ganz Christus heißt, ist das ein Zeichen dafür, daß wir nicht wachsam sind. Der Ursprung liegt darin, daß wir in Wirklichkeit keine lebendige Verbindung mehr zu Jesus haben. Darum erwarten wir Ihn nicht mehr.

   Der treue und kluge Knecht zeichnet sich dadurch aus, daß er eine innige, alles übertragende Beziehung zu seinem Herrn hat, denn er tut, was sein Herr sagt, durch Sein Wort! Er läßt sich einsetzen, er ist mit der rechten Speise beschäftigt, und er ist treu und klug, weil sein Verhältnis zu seinem Herrn klar ist. Er liebt seinen Herrn von ganzem Herzen, ist Ihm ergeben, sehnt sich nach Ihm und erwartet Ihn. Ist es nicht höchste Zeit, daß wir alles, was unsere Erwartung auf die Erscheinung Jesu trübt, jetzt bewußt ablegen, indem wir einen ganz neuen Herzensentschluß fassen, ein kluger, wachender und erwartender Knecht zu sein? Der Herr spricht:  Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wacht! (Markus 13,37)

Weiter geht es im Teil 2.

Die Zukunft des Christen – Der Tod

Überarbeiteter Text, April 2017

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