Die 10 gefährlichsten Sekten der Welt

Die 10 gefährlichsten Sekten der Welt

Huffington Post  |  von Marcel Bohnensteffen

Zuvor einige Verse aus der Schlachter Version 2000. Hervorhebungen in fetter Schrift ist vom Textautor.

Warnung vor einem anderen Evangelium

→ vgl. Gal 3,1-5; Gal 4,9-20; Gal 5,1-12; 2Kor 11,4

Galater 1,6-10: Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.

Anmerkung zu dem Galterbrief: Was hier Gott in seiner Schrift erwähnt, das sind Sekten. Damit sind Menschen gemeint, die die Menschen von der Wahrheit Gottes abringen wollen und tun. Damit sie ja nicht das ewige Leben bekommen. Natürlich steht Satan hinter solchen Verführern. Denn sie worden Verführt und werden zum Verführer (Lukas 21,8; vgl. Jeremia 29,8; 1Johannes 4,1; Mt 7,15-16; Jer 23,16; Apg 17,11; 1Th 5,20; Offb 2,2; Mt 24,11; 2Kor 11,13; 1Tim 4,1). Und wer solche Leute grüßt, der bekommt Anteil an ihren bösen Werken, weil sie ein anderes oder falsches Evangelium bringen, wie es geschrieben steht, im 2.Johannesbrief Vers 10:

Warnung!

Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringtden nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht! (vgl. Röm 16,17; 1Kor 5,11; 16,22; Gal 1,8-9; 2Tim 3,5)

Sekten in Deutschland

Eine Sekte, das ist im eigentlichen Wortsinn nichts anderes als eine Glaubensgemeinschaft, die sich vom vorherrschenden Glauben unterscheidet. Vor allem von der Kirche abgespaltene Glaubensgemeinschaften wurden als Sekten bezeichnet. Heute ist man etwas differenzierter und spricht von "neuen religiösen Bewegungen" oder "religiösen Sondergemeinschaften", wenn ein neutraler Begriff verwendet werden soll. Der Begriff Sekte bezeichnet jetzt eher abwertend eine religiöse Gruppe, die manipulativ und missionarisch vorgeht und für ihre Mitglieder und mögliche

Aussteiger durchaus gefährlich werden kann.

Aussteiger aus unterschiedlichen Sekten berichten immer wieder von ähnlichem Vorgehen: Zu Beginn werden die neuen Mitglieder umsorgt, mit Aufmerksamkeit und Liebe überschüttet. Die Zusammenkünfte der Gemeinde sind oft – zumindest nach außen hin – harmonisch und anziehend. Doch schon nach kurzer Zeit beginnen die Sekten, die neuen Mitglieder von ihren Freunden und Familien zu isolieren. Das geschieht zum Beispiel, indem sie diese als Sünder oder vom Teufel besessen darstellen. Nur wer der richtigen Glaubensgemeinschaft angehört, wird gerettet werden, darin sind sich die meisten Sekten einig. Und die richtige Glaubensgemeinschaft ist natürlich die eigene Sekte. Am Anfang stehen viele Versprechen. Die Gruppe verspricht Geld- oder Machtgewinn, die Antwort auf alle elementaren Fragen des Lebens oder das Potenzial zu großer persönlicher Weiterentwicklung. Die Realität sieht anders aus. Mehr und mehr wird psychischer, teils auch materieller Druck aufgebaut. Die Mitglieder werden eingeschüchtert und so manipuliert, dass sie ihre eigene Rettung nur noch in der Gruppe sehen. Drohungen an potenzielle Aussteiger sind an der Tagesordnung.

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Sekten. Das sind die bekanntesten:

Die Internationalen Gemeinden Christi (IGC)
Die englische Bezeichnung der IGC ist International Churches of Christ. Deshalb wird häufig die Abkürzung ICOC statt IGC verwendet. Jesus Christus ist das uneingeschränkte Vorbild, die Bibel wird wörtlich ausgelegt. Die IGC sieht sich als einzige christliche Gemeinschaft und erkennt Taufen von anderen Kirchen nicht an.

Scientology
Scientology ist vor allem wegen seiner Methoden sehr umstritten. Die Praktiken, die dem unsterblichen Teil des Menschen zu seinen ursprünglichen Fähigkeiten verhelfen sollen, gelten vielfach als Manipulations- und Hirnwäsche-Techniken. Zusätzlich werden Scientology antidemokratische Bestrebungen vorgeworfen. Scientology soll außerdem versuchen, über verschiedene Wege Macht und Einfluss zu bekommen, teils zunächst unerkannt.

Zeugen Jehovas
Die Zeugen Jehovas sind vor allem wegen ihres großen Missionseifers und ihrer Ablehnung von Bluttransfusionen bekannt. Sie beten keinen allmächtigen Gott (Jahwe). Wenn sie beten, dann beten sie einen Jehova (Götze) an und hoffen auf Errettung durch Ihn. Für ein leben nur auf dieser Erde. Nach dem Glauben der Zeugen Jehovas haben Menschen keine unsterbliche Seele. Nur wer zu ihnen gehört, wird von Gott erlöst werden und ein ewiges Leben erhalten. In der Kritik stehen Jehovas Zeugen vor allem durch die massive Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit ihrer Mitglieder, durch ihre strikte Ablehnung anderer Glaubensrichtungen und den verschleiernden Umgang mit Sexualdelikten innerhalb der Glaubensgemeinschaft.

Holic-Gruppe
Die Holic-Gruppe sieht sich in der Nachfolge der ersten Christen und richtet ihr Leben an diesen aus. Die Mitglieder bilden sehr enge Wohngemeinschaften und lehnen ein privates Leben außerhalb der Gemeinschaft ab. Selbst private Gedanken sind nicht erwünscht. Kontakte zur Außenwelt beschränken sich deshalb auf absolut notwendige Bereiche. Eine Ausnahme ist die Missionierungsarbeit, bei denen die Mitglieder der Holic-Gruppe meist nicht ihre wahre Identität preisgeben, sondern sich als engagierte Einzelpersonen darstellen.

Mormonen
Zu den Mormonen gehören alle Glaubensgemeinschaften, die sich zusätzlich zur Kirche auf das Buch Mormon beziehen. In Deutschland gibt es verschiedene Splittergruppen, die häufig in Fußgängerzonen missionieren. Den Priestern der Mormonen wird sehr viel Macht auch über private Angelegenheiten eingeräumt. Viele Mormonen leben polygam. Sie manipulieren, sie drangsalieren, sie terrorisieren. Und sie machen Menschen zu wehrlosen Opfern. Sekten verbreiten weltweit Angst und Schrecken.
Über den Globus verteilt gibt es immer mehr religiöse und spirituelle Gruppen mit fanatischer Ausrichtung. Die dunkle Macht, sie wächst. Und mit ihr die Gefahr, die von ihr ausgeht. Sekten ziehen Millionen Anhänger in ihren Bann. Einmal in ihren Fängen, werden Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzogen. Nicht wenige bezahlen den radikalen Lebenswandel am Ende mit ihrem Leben. Und wenn nicht die Gefolgschaft, dann müssen Unschuldige dafür büßen, wenn Sekten ihr Unwesen treiben.

Die Huffington Post stellt die 10 gefährlichsten Sekten der Welt vor.

1. Aum (heute: Aleph)

Die japanische Sekte gilt als die radikalste und gefährlichste der Welt.

1995 initiierten fanatische Anhänger einen Anschlag mit Nervengas in der U-Bahn von Tokio. Das Ziel: den dritten Weltkrieg auslösen. Tausende Menschen wurden verletzt, zwölf starben.

Die Anschläge gehen zurück auf den halb blinden Anführer Shoko Asahara. Er ist inzwischen zum Tode verurteilt worden. Das Urteil ist aber noch nicht vollstreckt.

Dennoch folgen ihm weiterhin 2000 Mitglieder; manche Quellen sprechen sogar von5000 Anhängern.

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Im Jahr 2000 benannte sich die Sekte in "Aleph", operiert aber auch unter neuem Namen unvermindert weiter. In den meisten Ländern steht "Aleph" im Fokus der Geheimdienste, in manchen ist sie sogar ganz verboten.

Die EU führt die japanische Sekte als Terrorvereinigung.

2. Raelianer

Die sogenannte "Ufo-Sekte" greift einen Trend auf, der gemeinhin als eine der größten Gefahren bei Sekten angesehen wird: die enge Verzahnung mit renommierten Wissenschaftlern.

Mikrobiologen, Virenforscher, Sprengstoffexperten: Gut organisierte Sekten vereinen heutzutage eine Schar an honorigen Experten hinter sich. Raelianer geht sogar noch einen Schritt weiter.

Die 60.000-Mitglieder starke Glaubensgruppe setzt auf die enge Zusammenarbeit mit dem berüchtigten Klon-Doktor aus Südkorea: Hwang Woosuk.

Er soll im Namen von „Raelianer” geklonte Babys heranzüchten - und damit das Ideal von Sektengründer Claude Verhilon bedienen. Der träumt von einer Zukunft mit Klon-Menschen - entweder als Sexsklaven (die weiblichen) oder als Arbeitsroboter (die männlichen).

Der Beiname der Sekte geht übrigens offenbar auch auf den Anführer zurück. Der soll, so sagt es zumindest der Mythos der Sekte, 1973 von einem "Ufo" entführt worden sein - wer es glauben mag…

3. Boko Haram

Die Terrorsekte kämpft für einem radikalen "Gottesstaat" im Norden Nigerias - und scheut dabei auch nicht vor Kidnapping und Blutvergießen zurück.

Seit 2009 hat Boko Haram durch zahlreiche Terroranschläge 6.000 Menschen auf dem Gewissen. Zuletzt war die radikalislamistische Gruppe für die Entführung von Schülerinnen aus den USA verantwortlich. Das Kidnapping sorgte weltweit für Aufsehen. 44 Mädchen gelang inzwischen die Flucht. 

Der Rest der über 200 Schülerinnen wird weiter vermisst.

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Entführungen gehören für Boko Haram genauso zum blutigen Terror wie Bombenattacken. Ein kürzlicher Anschlag riss 200 Menschen auf einmal in den Tod. Inzwischen hat sogar US-Präsident Obama die radikale Gruppierung zum Staatsfeind erklärt.

4. Scientology

Dabei ist das mit Sekten in den USA auch so eine Sache. Zu Scientology, der vielleicht bekanntesten der Welt, bekennen sich sogar Prominente wie die beiden Hollywood-Schauspieler Tom Cruise & John Travolta (Schauspieler).

Die Sekte des verstorbenen Gründers Ron Hubbard rühmt sich selbst, mehr als 10 Millionen Mitglieder zu haben. Seriöse Quellen gehen jedoch von nicht mehr als 100.000 Anhängern aus.

Ein Teil davon ist auch in Deutschland zu finden. Wegen antidemokratischer Tendenzen wird Scientology hierzulande vom Verfassungsschutz observiert. Kritiker werfen der US-Sekte finanzielle und geistige Ausbeutung von Mitgliedern vor. Und wehe, die passen nicht zum Kurs der Sektenführung. Dann werden abtrünnige Anhänger auch schon mal in einem Straflager eingepfercht und mittels Rehabilitierungsmaßnahmen zur Einsicht gezwungen.

5. Peoples Temple

Diese Sekte steht auch 30 Jahre nach dem Tod ihres einstigen Anführers Jim Jones öffentlich am Pranger. Für ein Verbrechen an ihren Mitgliedern, das bis heute seinesgleichen sucht.

Mit seinen Anhängern war Jones in den Dschungel Guyanas gezogen, hatte dort das Dorf Jonestown gegründet und der Sekte das Paradies auf Erden versprochen.

Als dieses partout nicht entstehen wollte und die Mitglieder begannen, ihrem Führer die Gefolgschaft aufzukündigen, griff Jones zu einer abscheulichen Tat.

Die Menschen, die aus dem Sektendorf ausbrechen wollten, wurden gezwungen, mit Zyankali versetzte Limonade zu trinken. Diejenigen, die sich weigerten, wurden erschossen. Der Rest fiel kurze Zeit später mit Schaum vorm Mund tot um - darunter Frauen und Babys. 923 Menschen kamen am 18. November 1978 ums Leben. Jones eingeschlossen. "Dies ist kein Selbstmord, sondern ein revolutionärer Akt", soll Jones seinem Sektenvolk kurz vor seinem Tod noch zugerufen haben. Ein Zeugnis seiner geistigen Unzurechnungsfähigkeit.

6. Colonia Dignidad (heute: Villa Baviera)

Der Ursprung von "Colonia Dignidad" geht auf die Geschichte eines deutschen Sektenführers in den 60er Jahren zurück, der mit seinen Anhängern nach Chile auswanderte – inklusive einiger entführter Kinder. Dort wollte Paul Schäfer, eine "urchristliche Lebensgemeinschaft" gründen, so zumindest war die offizielle Verlautbarung. In Wirklichkeit entpuppte sich das Projekt als verbrecherische Aktion.Unter der chilenischen Militärjunta bekam das Lager von Colonia Dignidad den Charakter eines Konzentrationslagers der Nazis. Menschen wurdengefoltert und ermordet. Sekten-Guru Schäfer soll an dem Massaker beteiligt gewesen sein. Und nicht nur das. Viele Jungen und Mädchen sollen in der Zeit misshandelt und vergewaltigt worden sein – von ihm, seinen Adjudanten, unter seiner Aufsicht.

Für dieses Verbrechen wurde Schäfer Jahrzehnte später, nachdem ihn die chilenischen Behörden nach langer Flucht aufgespürt hatten, zu 20 Jahren Haft verurteilt. Viel musste er von seiner Strafe nicht absitzen. Schäfer starb 2006.

Die Praktiken seiner Sekte, so behaupten Kritiker, sollen allerdings weitergeführt werden – nur unter neuem Namen. Colonia Dignidad heißt heute "Villa Baviera" (Bayerisches Dorf). Offiziell will sich die neue Gruppierung von der Vergangenheit losgesagt haben.

7. Bhagwan-Sekte

Ebenfalls ein Fall aus der Vergangenheit: Die Bhagwan-Sekte und ihr heimtückischer Salmonellen-Angriff im US-Bundesstaat Oregon 1984. Der machtgierige Sektenführer Bhagwan Shree Rajneeshs wollte die Herrschaft im Bezirk Waco County an sich reißen. Also manipulierte er kurzerhand die Wahl. Mit Salmonellenerregern infizierte Salate sollten verhindern, dass die Bürger ihre Stimme abgeben. 750 Bewohner erkrankten durch die Vergiftung. Die Sekte löste sich später auf.

8. Bewegung zur Wiederherstellung der Zehn Gebote

Die Jahrtausendwende und ihre apokalyptischen Theorien: Auf diesen Zug sprang auch der fanatische Sektenguru Joseph Kibwetteere auf. In Uganda versammelte er eine Schar an Verschwörungstheoretikern hinter sich – und was noch entscheidender war: ihr Geld für seine "Prophezeiungskünste" hinsichtlich eines Weltuntergangs. Das Problem: Als das Leben am 1. Januar 2000 unverändert weiter ging, begehrte die Masse auf und verlangte ihre Almosen zurück. Kibwetteere wurde zum Massenmörder. Er schloss die Sektenmitglieder kurzerhand während eines Gottesdienstes in einer Kirche ein und brannte diese nieder. Man schätzt, dass bei dem Anschlag mindestens 5.000 Menschen ums Leben kamen. Kibwetteere entkam zusammen mit seinen engsten Vertrauten. Von ihm fehlt bis heute jede Spur.

9. Zwölf Stämme

Die deutsche Sekte aus dem tiefsten Bayern steht für Qualen und Weltfremdheit in jeglicher Form. Zu spüren bekommen das in erster Linie Kinder. Sie werden von Mitgliedern geschlagen und misshandelt. Sie werden bereits als Babys malträtiert. Später dürfen sie nicht zur Schule gehen. Die Behörden führen seit Jahren einen Kampf gegen die Verantwortlichen. 2013 wurde den Eltern von 40 Kindern das Sorgerecht entzogen – wegen des Verdachts derkörperlichen und seelischen Misshandlung.

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Was die Sekte außerdem gefährlich macht: Eigenes Denken und Individualität sind unerwünscht. Die vorgegebene Linie, sie ist das Einzige, das zählt. Der Rest der Welt ist "vom Satan besessen". Man stelle sich vor, was geschieht, wenn Kinder auf diese Ideologie getrimmt werden...

10. Fundamentalistische Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage

Die Sekte, die der Glaubensgruppe der Mormonen zugerechnet wird, hat sich bereits frühzeitig von der auch in Deutschland verbreiteten Sekte "Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage" losgesagt. Letztere ist wesentlich weniger radikal. Dort zählt die "Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage" zur drittgrößten Konfessionsgemeinschaft – hinter Katholiken und Protestanten – gleichauf mit dem Judentum. Merkmal der Sekte ist, dass sie allen anderen Glaubensrichtungen die Daseinsberechtigung abspricht. Die Durchsetzung der eigenen Normen und Werte ist von radikalen und schändlichen Praktiken geprägt. Sie sind oft in Deutschen Städten unterwegs, meist mit schwarzen Anzug und Weises Hemd, mit Namensschild. Im Zentrum steht die strikte Unterordnung der Frau unter die Männer. Die US-Sekte hat diese Lehre im Jahr 2008 etwa 400 Anhängern einzubläuen versucht. Die Gläubigen wurden auf einer Ranch in Texas einkaserniert, die dem Anführer Warren Jeffs gehörte. Der schändliche Nebeneffekt dabei: Die Männer hatten drei Ehefrauen gleichzeitig, darunter Minderjährige. Zahlreiche Kinder wurden missbraucht. 14-jährige Mädchen wurden schwanger – von 50-jährigen Männern. Jeffs wurde für diese schweren Missbräuche mit lebenslanger Haft bestraft. Das Skandalöse dabei war: Die durch Missbrauch erzeugten Kinder, die keinen Platz in Heimen fanden, wurden an die „leiblichen“ Eltern zurückgegeben.

Anmerkung: Dieser Punkt wurde nach der Veröffentlichung inhaltlich präzisiert.

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UPDATE

HuffPost-Leser Rainer Kopfmann macht auf die philippinische Sekte "Igelsia ni Cristo" (INC) aufmerksam, auch "Church of Christ" genannt. Sein Bewertung:

Vollständige Entmündigung der Mitglieder, Heirat nur unter Mitgliedern, sonst Ausschluß. Zweimal wöchentliche Pflichtteilnahme am Gottesdienst (Teilnahme wird genau festgehalten), mit anschließender Spendenpflicht. Kirche gibt vor wer zu wählen ist (verbotene Blockwahl), dadurch inzwischen großer Einfluss auf Politik auf den Philippinen. Eigene Universität zur Eliteschulung (New Era in Manila). Eigene Fernseh- Radiostationen. Sektengründer behauptete als er 1914 die Sekte gründete er sei letzter von Gott auf die Erde gesandter Prophet. Seine Nachkommen rücken jeweils an seine Stelle. Bibel wurde entsprechend manipuliert und interpretiert, dass es gut passt. Weltweit präsent, auch in Deutschland (ca. 16 Orte wo man sich zu Gottesdiensten trifft). Mitglieder hauptsächliche Filipinos, geschätzte 15 Millionen Mitglieder weltweit, wiederum hauptsächlich auf den Philippinen, aber auch West Küste der USA stark. Bis vor einigen Jahren hat Deutsche Welle mit einem Fernsehsender der Sekte auf den Philippinen kooperiert. Kommentar: Unglaublich. Die Armen und Ungebildeten laufen dieser Sekte auf den Philippinen im Moment in Scharen zu. Ursprünglich starke katholische Kirche auf den Philippinen schaut dem tatenlos zu.

Die Welt von Morgen ist auch eine Sekte

1. Entstehung und Geschichte:

Der Gründer der Weltweite Kirche Gottes Herbert W. Armstrong (1893-1986) sagt von sich selber: "Etwa im Alter von 16 Jahren befiel mich der Ehrgeiz, eine hohe Stellung in der Geschäftswelt zu erreichen... Im Alter von 18 Jahren war mein religiöses Interesse abgeflaut."

Er machte sich nach einen Studium des Journalismus und der Werbung selbstständig, hatte Erfolg und kam zu Wohlstand. Im Alter von 30 Jahren war alles wieder zerschlagen und er lag finanziell am Boden. Er scheiterte im Folgenden dreimal mit seinen Geschäften. Diese Zeit der Misserfolge brachte eine innere Wende in seinem Leben. Seine Frau Loma trat 1926 der >adventistischen Splittergruppe "Church of God" (Oregon) bei und hielt den Sabbat. Diese Lehre war für ihn neu, fremd und abwegig. Bedingt durch all diese Umstände begann er die Bibel zu studieren. "Ich fand unwiderlegbare Beweise für die Inspiration und Autorität des Anleitungsbuches des Schöpfers für die Menschheit, die das Produkt seines Schaffens ist..."

1929 bekehrte er sich, ließ sich taufen und nach dem Empfang des Heiligen Geistes kam er zu völlig neuen Ansichten. Vor allem forschte er nach dem Geschichtsplan Gottes und ging der Frage nach der wahren Kirche und nach der Zukunft der Welt sowie der Wiederkunft Jesu Christi nach. Alle Erkenntnis will Armstrong direkt von Gott empfangen haben. Nach verschiedenen Diensten auch als Pastor arbeitete Armstrong später selbstständig und bediente sich dabei vorerst ausschließlich der Massenmedien. Unter dem Titel "The World Tomorrow" (die Welt morgen) verkündete er Anfang 1934 über einen Lokalsender in Eugene/Oregon die erste Botschaft. Später bot er den Hörern die Zeitschrift "The Plain Truth" (Die reine Wahrheit) unentgeltlich an. 1971 wurde sie in "Klar und Wahr – Eine Zeitschrift zum besseren Verständnis" umbenannt. Damit die Auflage vergrößert werden konnte, verzichtete man auf die anfänglich benutzte Bibelsprache und ließ sie in einer weniger religiösen Form erscheinen. Durch freiwillige Spenden gläubiger Menschen wuchs das Werk. Armstrong kaufte immer mehr Sendezeiten und erreichte 1953 fast ganz Nordamerika. Interessierte erhielten nicht nur die Zeitung, sondern konnten auch einen Bibel-Fernlehrgang machen. Zentrum des wachsenden Werkes wurde Pasadena/Kalifornien. Hier entstand 1947 das Ambassador College mit anfangs 4 Studenten und 8 Personen als Lehrkörper, 1960 folgten in Bricket Wood/England und 1964 in Big Sandy/Texas zwei weitere Colleges mit nun 2100 Studienplätzen. Das Motto lautet: "Die wahren Werte wiedererlangen." Seit 1952 ist die Collegearbeit selbständig, doch ist eine Beziehung zur Weltweite Kirche Gottes erhalten geblieben.

Armstrong betonte, dass "Gottes Werk auf Gottes Weise gelenkt" und deshalb in Zeitschriften und Sendungen nicht um Geld gebeten wurde. Allerdings animierte er immer wieder zur Zehntenzahlung. Wer freiwillig zweimal innerhalb von 6 Monaten Opfergaben schickte, galt als einer, "der sein Herz im Werk des Evangeliums Christi hat" und wurde auf die Mitgliederliste gesetzt. Die Zehntenzahlung bedeutete nicht einfach eine Mitgliedschaft in der Weltweite Kirche Gottes. "Sie können in die Kirche Gottes gelangen, wenn Sie ihren Ungehorsam bereuen und sich künftig den Gesetzen Gottes beugen."

Allerdings wird auch gesagt:

"An diesem großen Werk Gottes, das der dem Untergang geweihten Welt die allerletzte Warnung entgegenruft, machen diejenigen in geistlicher Hinsicht die größten Fortschritte, die treu ihren Zehnten und ihre Opfergaben entrichten. Sie bereiten sich auf einen Platz im Reiche Gottes vor..." Obwohl die Hauptarbeit der Weltweite Kirche Gottes durch die Massenmedien geschieht, kennt sie auch außerhalb der College-Gemeinschaften feste Versammlungen und Versammlungsorte, die aber nicht öffentlich bekannt gegeben werden.

2. Grundriss der Lehre:

Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen der Lehre von Herbert W. Armstrong und der Lehre seiner Nachfolger. In der Selbstdarstellung zur Zeit Armstrongs heisst es: "Die Living Church of God basiert ihren Glauben auf der Heiligen Schrift, dem inspirierten Wort Gottes. Unsere Lehren, Verhaltensleitlinien und Traditionen haben ihre Wurzeln in der Worldwide Church of God unter der Führung von Herrn Herbert W. Armstrong".

Armstrong ging der Frage nach: Wohin verschwanden die "10 verlorenen Stämme Israels"? Aus verschiedenen Bibelstellen (Hos.12: Ps. 89; Jer. 3 u.a.) folgerte er, dass das "im Nordwesten im Meer liegende Land" nur England sein konnte. Die englisch sprechenden Völker seien also die mit dem Erstgeburtsrecht ausgestatteten Stämme Ephraim und Manasse; die anderen acht Stämme umfassen die Völker von der Schweiz bis Skandinavien. Im Jahre 1803, als die Strafzeit Israels zu Ende ging, waren England (Ephraim) und USA (Manasse) noch relativ klein, wurden aber schnell reich und mächtig. Eine große Hilfe dabei war der Wetterschutz Gottes: Regen ließ bei Waterloo Napoleon unterliegen; zyklonische Störungen verhinderten 1917 die Angriffe deutscher Luftschiffe auf London; Nebel förderte im August 1918 die alliierten Angriffe gegen die Deutschen. Auch im Zweiten Weltkrieg gab Gott vielfache Wetterhilfe.

Nach Armstrong gibt es zwei Kirchen: eine "Kirche Gottes" der wahren Apostel Jesu und eine "Kirche des Teufels". Rom, aber auch alle von Rom abgespaltenen Konfessionen, Denominationen und Sekten gehören der Hurenkirche an. Armstrong benutzt die sieben Sendschreiben für die Rechtfertigung seiner Lehre, indem er über die Zeit von "Sardes" den Vorläufer der "Welt von Morgen" sieht. Mit seinem Austritt aus den Kirchen begann für ihn das Zeitalter von "Philadelphia". Nur um die "Welt von Morgen" sammelt sich die wahre und einzige Kirche Gottes. Sie feiert den Sabbat und lehnt alle staatskirchlichen Feiertage, das unbiblische Trinitätsdogma (Dreieinigkeit), die Unsterblichkeit der Seele (Ganztod-Lehre) und die Kindertaufe ab. Nach Armstrong besteht die "Gottheit" nur aus dem Vater und dem Sohn. Der heilige Geist ist laut Armstrong die Substanz, die Gedanken, das Leben und die Kraft Gottes. Er ist kein Wesen. Nach Reue und Taufe rechtfertigt Gott uns von unseren vergangenen Sünden. Dann beginnen wir einen fortlaufenden Prozess des "Erlöstwerdens", während wir "an Gnade und Erkenntnis Jesu Christi wachsen".

Die Grundlehren Armstrongs stellen hauptsächlich ein Gemisch aus Anschauungen der >Adventisten und der Ernsten Bibelforscher (Zeugen Jehovas) dar (zur Beurteilung siehe dort). Sie entsprechen nicht den lehrmäßigen Richtlinien der Bibel und müssen daher abgelehnt werden. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass nach dem Tod Armstrongs im Jahre 1986 eine "Reformation" durch die Weltweite Kirche Gottes ging und etliche der unbiblischen Lehren abgeschafft wurden (z.B. die Leugnung der Dreieinigkeit und die Behauptung der Erlösung aus Glauben und Werken). Die Weltweite Kirche Gottes hat sich immer mehr der Glaubensbasis der Weltweiten Evangelischen Allianz angenähert, auch wenn sie an Besonderheiten wie Sabbat u.ä. noch festhält.

Lit.: K. Hutten, Seher – Grübler – Enthusiasten, 1997, 169-201.

Bernd Thurm

Quelle: http://www.bible-only.org/german/handbuch/Weltweite_Kirche_Gottes.html

 

 

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