Die Frage nach dem Sterben

Die Frage nach dem Sterben

Sterben und der Tod sind Themen die der Mensch gerne verdrängt bzw. sich erst beschäftigt wenn es ihn persönlich betrifft. In Zeiten in denen Abtreibung und Euthanasie gängige Begriffe geworden sind, muß auch die Frage gestellt werden, warum diese Praktiken akzeptiert werden und warum das Gewissen der Menschen "abgetötet" ist im Bezug auf die Frage: "Warum muß ein Mensch sterben?"

Wir wollen uns diesbezüglich die Aussagen der Bibel ansehen. Dabei wollen wir herausfinden was Gott unter "sterben" versteht.

Du bist sicher schon mit dem Tod und mit dem Sterben in Berührung gekommen, weil du das Sterben anderer Menschen miterlebt hast oder weil du selbst in Lebensgefahr geraten bist. Du wünschst dir (im Normalfall) ein langes Leben, das von Wohlergehen und Gesundheit geprägt ist. Und doch weißt du um die Tatsache des eigenen Sterbens: Ich muß die Hütte meines irdischen Leibes verlassen. Ich muß Abschied nehmen von Menschen, die mir nahe standen. Ich muß das zurücklassen, was ich an irdischem Hab und Gut mir erworben habe. Deshalb, weil unser Leben "ein Sein zum Tode ist", beschäftigt uns die Frage nach dem Sterben. Wir möchten wissen, was uns nach dem Tode erwartet.

Es gibt verschiedene Überzeugungen, die Menschen haben im Hinblick auf das Thema: "Sterben - was dann?". Menschen, die nicht an Gott glauben, meinen: Mit dem Tode ist alles aus. Der Tod ist für sie der absolute Schlußpunkt ihrer Existenz. Wiederum andere Menschen sind sich ihrer Sache nicht so sicher.

Da sagt einer: "Ich weiß nicht, was nach dem Tode kommt. Ich lasse mich überraschen. Ich lebe nach dem Motto: Tue recht und scheue niemand. Falls es Gott gibt, was kann er mir schon vorwerfen?" Und dann gibt es Menschen, die sind in ihrem Leben dem begegnet, der das Leben in Person ist. Sie glauben: Von Jesus, unserem Herrn, kann uns keine Macht der Welt trennen, auch nicht der Tod. Wenn wir sterben, dann gehen wir nach Hause, in das Haus des himmlischen Vaters, weil Jesus für uns dort eine Wohnstätte bereitet hat.

Die Bibel gibt Antwort

Wer gibt mir eine wahrheitsgemäße Antwort, fragst du vielleicht, auf die ich mich verlassen kann, wo es doch so viele Meinungen und Überzeugungen zu diesem Thema gibt? Ich will dir gerne meine Überzeugung darlegen. Für mich ist die Bibel, das Wort Gottes, das einzige Buch, das dem Menschen die Grundfragen seines Lebens beantwortet, und zwar so, daß er sich felsenfest darauf verlassen kann im Leben und auch im Sterben.
 

Die Bibel nennt als Ursache des Todes die Sünde des Menschen (1. Mose 2, 17). Adam, nach dem Sündenfall, wird gesagt:  Im Schweiße deines Angesichts sollst du Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren! (1.Buch Mose 3, 19)

Der Psalmist stellt im 90,5-12. Psalm den ewigen Gott und den Menschen mit seiner kurzen Lebenszeit in Kontrast gegeneinander und gibt auf die Frage nach der Vergänglichkeit des Menschen die Antwort: Du läßt sie dahinfahren wie eine Wasserflut, sie sind wie ein Schlaf, wie das Gras, das am Morgen aufsprießt; am Morgen blüht es und sprießt, am Abend welkt es und verdorrt. Denn wir werden aufgerieben durch deinen Zorn und schnell hinweggerafft durch deinen Grimm. Du hast unsere Missetaten vor dich hingestellt, unser geheimstes Tun in das Licht deines Angesichts. Denn alle unsere Tage schwinden dahin durch deinen Zorn; wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz. Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind's achtzig Jahre; und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es, und wir fliegen dahin. Wer erkennt aber die Stärke deines Zorns, deinen Grimm, so wie es der Furcht vor dir entspricht? Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!

Und Paulus sagt im Römerbrief Kap. 6, 23 sinngemäß: Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Die Sünde zahlt dem Menschen einen Lohn, das ist der Tod. Aber Gott schenkt ewiges Leben dem, der an Jesus Christus glaubt.

Im Hebräerbrief heißt es: Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweitenmal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil. (Hebräer 9, 27-28)

Das sind einige nüchterne Aussagen der Bibel. Das Wort Gottes zeigt uns: Der Mensch ist ein Sünder. Er lebt in Furcht vor dem Tode und muß sich mit seiner Schuld vor Gott einmal verantworten. Wer das einmal nüchtern zur Kenntnis genommen hat, für den wird die Frage lebenswichtig: Wer errettet mich aus der Macht der Sünde und des Todes? Paulus hat den Schrei aus der Tiefe des Herzens einmal so formuliert: Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?  (Römer 7, 24)

Jesus ist der Sieger über den Tod

Ich bin Gott von Herzen dankbar, daß Er in Seinem Wort uns Menschen den Weg zum Heil, zur Befreiung dieser gottfeindlichen Mächte aufgezeigt hat in Seinem Sohn Jesus Christus. Stellvertretend für uns Menschen sühnte Er die Sünde der Welt und starb am Kreuz, am Fluchholz. Und Gott erweckte Ihn am dritten Tage zu neuem Leben. Jeder, der an Ihn glaubt, die sühnende Kraft Seines Blutes beansprucht, wird befreit von der Macht der Sünde und des Todes und er bekommt ewiges, unvergängliches Leben (vgl. Matthäus 20, 28; Römer 5, 6-21; Johannes 3, 16).

Kennst du die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1-46)? Der Evangelist Johannes berichtet sie uns. Lazarus, ein Freund von Jesus, erkrankte ernsthaft. Maria und Martha rufen den Herrn zu Hilfe. Doch als Jesus kam, scheint alle Hilfe zu spät. Lazarus ist bereits seit einigen Tagen verstorben. Und dann geschieht das Unglaubliche: Jesus bittet, daß man Ihn an das Felsengrab seines Freundes führe und den Stein wegnähme. Er ist innerlich tief bewegt. Und nach einem kurzen Dankgebet spricht Er die Worte: …Lazarus, komm heraus! (Johannes 11, 43) Und der Verstorbene kommt aus dem Grabe heraus. Gegenüber Martha, die an eine allgemeine Totenauferweckung am Ende der Zeit glaubte, zeigt Jesus klar, daß Er personenhaft das Leben ist, und wo Er Sein Machtwort spricht, der Tod weichen muß.

Nur als der Sohn Gottes kann Er dieses Wort sagen, weil Er die Vollmacht dazu hat, gegeben vom Vater: Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr! Ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh 11, 25-27)

Wenn ein Mensch an Jesus glaubt, sich Ihm anvertraut, dann wird er nie mehr sterben. Wie ist das gemeint? In dem Augenblick, wo ich Jesus bitte, die Herrschaft in meinem Leben zu übernehmen, da gehöre ich Ihm an für alle Zeit und nicht einmal der Tod wird mich dann aus Seiner Hand reißen. Alle anderen Menschen werden mich in der Stunde meines Sterbens verlassen. Er wird bei mir sein und mich durch den irdischen Tod hindurch in Seine Herrlichkeit führen.

Ein lohnendes Ziel

Wenn ich Jesus gehöre, dann bin ich ein Kind Gottes und damit ein Erbe der himmlischen Herrlichkeit (Römer 8, 17). Dann habe ich ein lohnendes Ziel: Ich darf einmal Bürger sein in der Stadt Gottes, im himmlischen Jerusalem, wo es kein Leid, keine Tränen und auch den Tod nicht mehr geben wird (Offenbarung 21, 1-4).

Wenn ich zu Jesus gehöre, dann habe ich ewiges Leben. Warum? Seit der Stunde, wo Jesus mein Herr geworden ist, ist etwas in meinem Leben geschehen, was die Bibel mit einer neuen Geburt vergleicht. Paulus sagt: Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!  (2. Korinther 5, 17; vgl. Johannes 3, 1-21).

Der Geist Gottes schafft in mir etwas völlig neues. Früher lebte ich nach eigenem Gutdünken und lebte damit als ein Mensch:  – auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Epheser 2,1; vgl. → Kol 2,12-13; Kol 3,1-3; Tit 3,3-8)

Anmerkung: Der Fürst ist Satan & seine Helfershelfer (vgl. Joh 12,31; 14,30; 16,11). Ungehorsam ist das Gegenteil von Gehorsam, ungehorsam ist wie Sünde (vgl. 5Mo 31,27; 1Sam 15,23; Römer 1,30; 5,19; 2,5-10).  Denn im Totenreich, gibt es für den Menschen, der Tort hin muß, weder Getränke, noch irgend etwas zu essen. Sonder er muß dort bleiben bis zum Ewigen Gericht, über seine vollbrachten taten, es sei gut oder böse (vgl. Pred 12,14; Jer 42,6; 2Kor 5, 10).

Heute lasse ich mich vom Geist Christi prägen und stelle meine Gaben und Kräfte in den Dienst meines Herrn. Früher plagte mich das schlechte Gewissen wegen meiner Sünde. Jetzt weiß ich: Jesus hat als das Opferlamm meine Sünde am Fluchholz hinweggetragen und durch Sein Blut mich freigekauft von der Macht der Sünde (1Pt 1,18-19; 2,24-25). Damit hat Er die Ursache der Trennung zu Gott weggeräumt. Jetzt lebe ich im Frieden mit Gott und darf in diesem Frieden auch sterben. Früher hatte ich keine Hoffnung. Jetzt bin ich wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung (vgl. Apg 2,26; Röm 8,24; 15,4.13) und darf mit dem Liederdichter bekennen:

Jesus lebt, mit ihm auch ich!
Tod wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich
von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht:
Dies ist meine Zuversicht.

Vielleicht erkennst du jetzt, daß Jesus mir ein Leben mit einer ganz neuen Lebensqualität schenkt und daß es mir nicht darum geht, mein irdisches Leben um ein paar Jahre zu verlängern, um dann doch ohne Jesus in den ewigen Tod zu gehen, sondern daß es mir darum zu tun ist: Jesus im Herzen zu haben als den auferstandenen Herrn und den, der mich reinigt von aller Sünde durch Sein Blut.

Im 1. Johannes 5, 12 heißt es:  Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

Wenn du hier und heute und einmal für alle Zeit in der Gemeinschaft mit Jesus leben willst, dann kannst du folgendes Gebet sprechen:

Herr Jesus, ich danke dir, daß du den Tod und die Macht der Sünde für mich besiegt hast und du mein Herz reinigst durch dein Blut. Ich möchte mein ganzes Leben in deine Hand legen und dich bitten, daß du Wohnung nimmst in meinem Herzen. Ich danke dir, daß ich jetzt schon Anteil an deinem Auferstehungsleben haben darf. Gestalte du mein Leben um, durch die Kraft deines Geistes und laß mich einmal deine Herrlichkeit schauen.
 

In Johannes 5, 24-25 sagt Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben.

Es gibt ein Gericht

Wenn du an Jesus glaubst, darfst du diese Verheißung auf dich beziehen und sagen: Ich gehöre jetzt auf die Seite des Lebens und nicht mehr auf die Seite des Todes. Jesus hat das Gericht über meine Sünde getragen, ich muß das Gericht nicht mehr fürchten. Wenn du Jesus ablehnst, dann mußt du dich in jedem Fall am jüngsten Tage vor Christus, dem Weltenrichter verantworten. Dort werden Bücher aufgetan werden. Und du wirst nach deinen Werken gerichtet werden. Und was wird aus dir werden? (Offenbarung 20, 11-15).

Jesus unterscheidet klar eine Auferstehung des Lebens für die, die Gutes getan haben, von der Auferstehung des Gerichtes für die, die Böses getan haben (vgl. Johannes 5, 28-29).

Ich möchte keinesfalls mit unvergebener Schuld und einem ungläubigen Herzen mich einmal vor Jesus verantworten müssen. Allerdings weiß ich, daß auch ich einmal mich vor dem Richterstuhl Christi verantworten muß, wo von Jesus mein Glaubensleben beurteilt werden wird. Auch die Gläubigen ermahnt Paulus:  Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse. (2. Kor 5,10; 1.Kor 3,10-15)

Das ist doch die entscheidende Frage für mich: Ist mein Sterben für mich Gewinn oder Verlust? Bringt mein Sterben mich in die Nähe Jesu oder in die Nacht der Finsternis? Werde ich einmal gerecht werden oder für ewig verloren gehen?

Heute ist der Tag des Heils! Der Tag, wo der Herr mit Seiner Liebe um mich wirbt. Morgen kann es zu spät sein, dann nämlich, wenn Gott, der Herr über Leben und Tod, mich ruft von dieser irdischen Welt. Darum die ernstliche Bitte an dich: Bringe dein Leben mit Gott in Ordnung und wo es sein muß, auch mit den Mitmenschen! Und sei nicht so töricht wie der reiche Kornbauer, der sich auf sein irdisches Hab und Gut verließ und dem Gott sagen mußte: Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast? (Lukas 12,20)

Als Mensch nehme ich nicht mit, was ich habe, sondern nur das nehme ich mit, was ich Gott und den Mitmenschen gewesen bin. Und ich bin überzeugt davon, wenn viele Menschen wirklich glauben würden, es gibt eine Ewigkeit und ich muß mich vor Gott einmal verantworten, sie würden ihr Leben nicht so leben, wie sie es leben.

Leben nach dem Tode

Du fragst, wie soll ich das Leben nach dem Tode mir vorstellen? Jesus schildert in Seiner Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus das Sterben zweier Menschen und sagt uns darin, wohin unsere Geist-Seele kommt, wenn wir sterben. Unser eigentliches Ich, unser Personen kern, wechselt seinen Existenzort und seine Existenzweise. Sowohl der reiche Mann als auch Lazarus wissen wo sie sind. Der gottlos gelebt hat, findet sich im Warteraum der Hölle wieder, im Totenreich (vgl. Lk 16,19.22-23).

Der auf Gott seine Hoffnung Setzende findet sich im Warteraum des Himmels wieder, im Paradies, hier Abrahams Schoß genannt (Lukas 16, 19-31). Lese einmal diese Geschichte, wenn du sie nicht kennst. Welch eine Tragik liegt über dem Leben des reichen Mannes. Über seinem Leben steht der Satz: Wer seine Lebensrechnung ohne Gott macht, dessen Rechnung geht nicht auf. Wer aber Gott - in gutem Sinne - fürchtet und Ihn liebt, dessen Lebensrechnung wird einmal aufgehen.

Gott will natürlich nicht, daß wir in der jenseitigen Welt sozusagen als "Seelenfunken" umherwandeln. Deshalb spricht die Bibel an vielen Stellen von der Auferstehung und davon, daß alle an Christus Glaubenden einen neuen Leib bekommen. Auch hier unterscheidet die Bibel eine erste Auferstehung der Christus-Gläubigen von einer allgemeinen Auferstehung aller Menschen am jüngsten Tage: Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1 000 Jahre. (Offenbarung 20, 6; vgl. 1. Thessalonicher 4, 15-18).

So wie Jesus nach Seiner Auferstehung einen Herrlichkeitsleib hatte, so sollen auch die Gläubigen einen neuen Geistesleib bekommen. Lese einmal dazu das herrliche Auferstehungskapitel 1. Korinther 15 von Paulus.
 

Ich kann Paulus verstehen, wenn er sagt: Denn ich werde von beidem bedrängt: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; (Philipper l, 23)

Denn er freute sich auf die bleibende Nähe seines Herrn und den Herrlichkeitsleib, den er bekommen wollte.

Keiner hat es bereut

Ich habe bislang noch niemanden gefunden, der es bereut hätte (auch nicht in der Stunde seines Todes) ein Christ zu sein, der Jesus im Herzen hat. Aus der Zeit, wo ich Gemeindepfarrer war, erinnere ich mich an eine Frau, die für viele in ihrer schlichten und fröhlichen Art ein Vorbild war. Sie wurde zu Ende ihres Lebens schwer krank. Sie hatte Magenkrebs. Dank des Einsatzes ihres Hausarztes konnte sie zuhause von ihren Angehörigen gepflegt werden, obwohl sie sich künstlich ernähren lassen mußte. Sie freute sich auf die himmlische Herrlichkeit bei Christus und von ihr strahlte eine wohltuende Ruhe und Dankbarkeit aus. An ihrem Krankenbett spürten die Menschen, daß Christus eine lebendige Realität ist. Und daß auch in schwerer Krankheit der Gläubige in Christus einen Trost hat und sagen kann: Stark ist meines Jesu Hand, oder mit dem Psalmisten beten kann:

Wie man einen Traum nach dem Erwachen verschmäht, so wirst du, o Jachweh, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verschmähen. Als mein Herz verbittert war und ich in meinen Nieren das Stechen fühlte, da war ich töricht und verstand nichts; ich verhielt mich wie ein Vieh gegen dich. Und dennoch bleibe ich stets bei dir; du hältst mich bei meiner rechten Hand. Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich danach in Herrlichkeit auf! Wen habe ich im Himmel? Und neben dir begehre ich nichts auf Erden! Wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil. Denn siehe, die fern von dir sind, gehen ins Verderben; du vertilgst alle, die dir hurerisch die Treue brechen. Mir aber ist die Nähe Gottes köstlich; ich habe Gott, den Jachweh, zu meiner Zuflucht gemacht, um alle deine Werke zu verkünden. (Psalm 73, 20-28)

Das Leben mit Jesus

Weil Jesus die Quelle meiner Kraft und Hoffnung ist, möchte ich das tun:

  • Ich möchte bewußt mit Jesus leben und mit Jesus sterben.
  • Ich möchte mitten im Leben die "Kunst des Sterbens" lernen.
  • Ich möchte lernen, mein Leben unter dem "Gesichtspunkt der Ewigkeit" und nicht der Zeit zu betrachten.
  • Ich will dessen gedenken, daß alles Irdische vergänglich ist und nur der bleibende Wert hat, was aus Liebe zu Gott und den Menschen ich getan habe.
  • Ich möchte den Tod nicht verdrängen, sondern einbeziehen in mein Leben und als eine Herausforderung begreifen, wahrhaftig zu leben in der Gewissensbindung an Gott und Sein Wort.
  • Im Hinblick darauf, was nach dem Tode kommt, möchte ich dem Wort Gottes absolut vertrauen, aber zugleich kritisch sein gegenüber Menschen-Meinungen, die den Aussagen der Bibel widersprechen, zum Beispiel "das Sterben sei prinzipiell schön" oder "es gibt eine Reinkarnation des Lebens".
  • Ich möchte mich distanzieren von jeglichem Okkultismus und Spiritismus, wo der Mensch seine ihm vom Schöpfer gesetzte Grenze überschreitet und sich an dunkle Mächte bindet.
  • Ich möchte mich hüten vor falscher Religiosität, wie sie im Gebet an Verstorbene oder Totenmessen zum Ausdruck kommt.
  • Ich möchte - soweit ich kann - Sterbende nicht allein lassen, für sie da sein und mir Zeit nehmen und sie stärken mit dem Worte Gottes und dem Gebet.

Und ich wünsche dir und mir, daß unser Leben geprägt ist von der Vorfreude darüber, weil das Schönste noch kommt, das Leben in der Herrlichkeit. Zum Schluß noch dieses:

Ich lebe nur einmal und ich sterbe nur einmal. Und weil ich nur einmal lebe und sterbe, muß mein Sterben ein Glückseliges Sterben sein, will ich nicht verloren gehen.
Und deshalb kann es nichts Besseres für mich geben, als das, zu leben und zu sterben mit Jesus Christus, dem Sieger über Hölle, Tod und Teufel.

Autor: Dieter Loest - Überarbeiteter Text, April 2017

Alle Bibelzitate, wurden aus der Schlachter Version 2000 entnommen. Hervorhebungen in fetter Schrift, sind vom Textautor.

 

 

 

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