Die Entstehung der Heiligen Schriften.

Die BIBEL - Das Buch und seine Entstehung.

Vorwort: Die Heilige Schrift ist absolut Heilig. Der Ursprung kommt von Gott dem Vater (Joh 7,16; 8,28; Hebr 1,1-3), es sind seine heiligen Worte an dem Persönlichen Menschen gerichtet. Z.B. die Schlachter Version 2000, das ist der Original Grundtext (Textus Receptus). Der Bibelleser darf darauf vertrauen, daß der Grundtext, der durch Gottes Vorsehung in die Hände der reformatorischen Bibelübersetzer gegeben wurde, eine zuverlässige Wiedergabe des inspirierten Urtextes ist. Die Bibel kann aber nur heilig sein, wenn sie kein Menschenwort enthält, ansonsten ist sie kein Original mehr, egal wie sie auch heißt. Und deshalb auch dann verfälscht ist. Woher will der Mensch wissen was der Gott der Bibel meint? Und deshalb kann und darf er nichts zur Bibel einzufügen, oder will der Mensch mehr wissen als Gott? Das sollte der Mensch immer Inbetracht ziehen. Warum ich den Urtext vorziehen sollte, können Sie besser verstehen, wenn sie den Text, auf meiner Homepage – B3 Moderne Bibelübersetzung unter der Lupe. Von Rudolf Ebertshäuser lesen.

Wenn ein Bibellehrer Zitate niederschreibt, an die gemeinde, dann sollte er seine Kommentare außerhalb eines Bibelverses versehen, und nicht im Bibelvers irgend etwas hinzufügen. Denn es steht geschrieben, in der Offenbarung 22, 18-19; vgl. 5Mo 4,2; 12,28; 13,1; Spr 30,6): Fürwahr, ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht; und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen.

Die Bibel ist auch eine Historische Bibel.

Die Bibel ist auch eine Prophetische Bibel.

Die Bibel ist auch eine Geschichtliche Bibel.

Die Heilige Bibel, gibt es auf der gesamten Welt, kein zweites Mal. Sie ist einzigartig, sie kündigt Prophezeiung im voraus an, bevor das was Prophezeit wurde, sich auch dann 100ig erfüllt.   

 

 

          Gutenberg
 

Die Bibel ist sicherlich ein in vielerlei Hinsicht einzigartiges Buch. Nicht nur, daß sie als Wort Gottes imstande dazu ist, Menschenherzen zu bewegen und zu verändern, nein, schon ihre ganze Entstehungsgeschichte ist ein Abenteuer für sich. Kein anderes großes Werk der Weltliteratur kann sich in punkto Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Aktualität mit der Bibel messen. Kein anderes Buch hat die Jahrtausende so meisterhaft überdauert und steht heute so weit verbreitet und standfest da wie sie.

Doch wie kam es überhaupt zur Bibel? Wie ist sie entstanden und wie wurde sie überliefert? Und wie sicher können wir sein, daß wir heute genau den Text vorliegen haben, der ursprünglich schon im Urtext vorhanden war?

Das Wort Bibel

Der Name hat seinen Ursprung in der Zeit, in der noch auf Papyrus geschrieben wurde. Damals diente der syrische Hafen Byblos als Umschlagplatz für große Schiffsladungen Papyrus. Von diesem Namen leitete sich vermutlich das griechische Wort "biblos" ab, das soviel wie "Papyruspflanze", aber auch "Papier, Schriftstück, Buch, Brief" bedeutet. Für letztere Bedeutungen wird normalerweise "biblion" gebraucht. Die Mehrzahl davon ist "biblia" ("Bücher"). Davon wurde das Wort "Bibel" abgeleitet.

Alter, Verfasser und grundsätzlicher Aufbau

Die Bibel ist eigentlich nicht EIN Buch, sondern eine Sammlung von 66 verschiedenen Büchern (39 Altes Testament und 27 Neues Testament), dazu gehören historische Berichte, Lebensbilder, Gedichtsammlungen, Prophetien oder Briefe. Sie ist bis zu 3400 Jahre alt, oder sogar noch älter. Die Bücher der Bibel wurden in einen Zeitraum von mindestens 1500 Jahren geschrieben und zwar von mehr als 40 Schreibern, die sich größtenteils gegenseitig nicht kannten. Das sich aus diesen verschiedenen Einzelbüchern aus verschiedenen Jahrhunderten, verfaßt von vielen verschiedenen Autoren letztendlich ein zusammenhängendes Ganzes ergab, durch das sich von vorne bis hinten ein roter Faden zieht, kann wohl nur dadurch erklärt werden, daß die Bibel Gottes Wort ist und durch die göttliche Autorität zu dem geworden ist, was sie heute ist.

Die Schreiber der Bibel waren ganz unterschiedliche Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Kulturen kamen. So gab es z.B. den großen Propheten und Anführer Mose, den militärischen Führer Josua, den König Salomo, den Hirten Amos, Daniel, den Staatsmann, Petrus, den Fischer, den Arzt Lukas oder Paulus, den Rabbiner. Sie alle haben an ganz unterschiedlichen Orten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen geschrieben. Mose schrieb in der Wüste, Jeremia in einem Kerker, David in den Bergen oder seinem Palast, Paulus oftmals aus dem Gefängnis oder Johannes während des Exils auf der Insel Patmos.

Sie schrieben in drei Sprachen: Das Alte Testament hauptsächlich in hebräisch, teilweise auch in aramäisch, das Neue Testament in griechisch.

Mit der Zeit entstanden so die Bücher der Bibel. Mose verfaßte fünf davon, Als König David regierte waren wieder einige dazu gekommen und kurz nach der babylonischen Gefangenschaft (6. Jhdt. v.Chr.), zur Zeit des Schriftgelehrten Esra, war das Alte Testament nahezu fertig. Vierhundert Jahre vor Christi Geburt war der erste Teil der Bibel fertig gestellt, so wie wir ihn heute unverändert vor uns haben.

Die Entstehung des zweiten Teils der Bibel, des Neuen Testamentes ist beinahe noch bemerkenswerter. Noch 50 Jahre nach der Geburt Jesu hatte man höchstwahrscheinlich keinen einzigen Satz des Neuen Testamentes geschrieben. Doch dann geschah das Wunder und die einzelnen Bücher wurden verfaßt, ohne daß es einen Plan oder Absprachen dafür gegeben hätte. Wie auch beim Alten Testament waren die Autoren ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die oft weit voneinander entfernt lebten. Die entstandenen Schriften kursierten und wurden gesammelt und aufbewahrt in den verschiedenen Christengemeinden der damaligen Zeit. Auch die Verfasser der vier Evangelien, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes setzten sich nicht erst zusammen, um ihre Schriften untereinander abzusprechen, sondern unabhängig voneinander entstanden diese vier Berichte, jeder davon mit einer ganz besonderen Färbung und von einem ganz bestimmten Standpunkt aus. So schildert Matthäus Jesus vor allem als König, Markus hingegen zeigt Jesus in seiner Knechtsgestalt, Lukas, der Arzt beschreibt ihn als wahren Menschen, während Johannes ihn als Gottes Sohn darstellt.

So ergab sich aus vielen Einzelbestandteilen eine Einheit, die die Werke auf wunderbare Weise miteinander verband.

 

Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, Und jede Bestimmung deiner Gerechtigkeit bleibt ewiglich. (Psalm 119,160; Schlachter Version 2000)

Einige Superlative der Bibel

Insgesamt gehören bestimmte Bibelteile zu den ältesten bis heute erhalten gebliebenen Schriften, die die Menschheit besitzt. Und doch gehört sie auch heutzutage noch zu den absoluten Bestsellern der Weltliteratur, insgesamt gibt es kein Buch, das öfter gedruckt wurde als die Bibel. Zudem gehört sie zu den ersten Büchern, die überhaupt übersetzt wurden. Rund 250 vor Christus wurde das ganze Alte Testament in die griechische Sprache übersetzt. Diese Übersetzung nennt man Septuaginta. Seitdem gab es kein Buch, welches öfter übersetzt oder kommentiert worden ist als die Bibel. Tausende von Fachleuten arbeiten zur Zeit an Bibelübersetzungen. Die ganze Bibel ist in über 300 Sprachen übersetzt worden. Das Neue Testament sogar in weitere 800 Sprachen, während Teile der Bibel in weitere 1000 Sprachen übersetzt sind.

Die Bibel wurde von mehr Menschen gelesen als jedes andere Buch. Die lateinische Fassung der Bibel, die Vulgata, war das erste gedruckte Buch von Bedeutung (Gutenberg-Bibel). Im Vergleich zu anderen antiken Werken sind von der Bibel mehr Handschriften bewahrt als von jedem anderen klassischen Werk. Für ein klassisches Werk sind zehn Handschriften schon sehr viel. Und die sind dann gewöhnlich 1000 Jahre jünger als das Original. Aber vom Neuen Testament haben wir über 5000 griechische Handschriften. Vom Alten Testament gibt es weniger Handschriften, aber diese wurden im Grunde noch sorgfältiger aufbewahrt. Die alten Rabbiner hatten Register aller Buchstaben, Silben, Wörter und Zeilen des Alten Testamentes. Zudem gab es eine bestimmte Gruppe von Männern, die die Heiligen Schriften mit der größten Sorgfältigkeit bewahrten und kopierten.

Natürlich war es nicht immer so wie heute, daß wir die Bibel einfach in einem Geschäft kaufen können. Jahrhundertelang mußten sich die europäischen Christen mit Holzschnitzereien, Glasmalerei an Kirchenfenstern und Wundererzählungen begnügen. Ansonsten mußten sie sich damit begnügen, daß ihnen in der Kirche aus der Bibel vorgelesen wurde und das zumeist auch noch in Latein. Das lag vor allem daran, daß es nicht viele Bibeln gab, weil sie ausschließlich durch Abschreiben per Hand vervielfältigt wurde. Tatsächlich wurde die Bibel, deren älteste Teile mindestens 3400 Jahre alt sind, während 85% dieser Zeit nur von Hand kopiert!

Auf welche Weise wurde die Bibel aufgeschrieben?

Vor etwa 3400 Jahren war das israelische Volk nach seinem Auszug aus Ägypten am Berg Sinai angekommen, auf den Mose stieg und von Gott Worte empfing, die er aufschrieb (2 Mose 17,14; 2 Mose 34,1.27-28; Jer 30,2; 36,2.28). Alle Worte Jachwehs schrieb er in das Buch des Bundes (2 Mose 24, 4+7). Auch während der 40-jährigen Wüstenwanderung schrieb Mose wiederholt über die Reise und das Ergehen des Volkes (4 Mose 33,2). Ebenfalls schrieb er ihre Gesetze in ein Buch nieder (5 Mose Kapitel 31).  Wir können also mit großer Sicherheit davon ausgehen, daß Mose der Verfasser des Pentateuchs war (= die 5 Bücher Mose).

Doch natürlich beschreibt die Bibel insbesondere im ersten Buch Mose Begebenheiten, die sich lange vor Mose ereigneten. Wie konnte Mose also davon wissen und diese aufschreiben? Es liegt zunächst nahe, daß Mose diese Begebenheiten schlichtweg von Gott erfahren hat, als dieser auf dem Berg Sinai zu Mose sprach.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß die Geschehnisse mündlich überliefert wurden. Oder die ältesten Geschichten wurden auf Tontafeln niedergeschrieben. In solche Tafeln konnte mit einem spitzen Gegenstand etwas eingraviert werden. Danach wurde der Ton getrocknet und somit haltbar gemacht. Tontafeln waren weit beständiger als das sonst verwendete Papyrus, welches aber natürlich praktischer war.  Auf Papyrus konnte mit Tinte und einer Feder geschrieben werden. Beschriftete Papyrusblätter wurden aneinander geklebt und danach auf einen Stock gerollt. So entstand eine "Buchrolle", meistens einseitig, aber manchmal auch beidseitig beschrieben. In der Regel waren solche Rollen 6-10 Meter lang, es sind aber auch Rollen mit einer Länge von 40 Metern bekannt.

Den Papyrus gebrauchte man etwa bis zum siebten Jahrhundert nach Christus. Einige Jahrhunderte zuvor war der Gebrauch eines anderen Materials üblich geworden: das Pergament. Das Wort stammt vom kleinasiatischen Ort Pergamon (vgl. Offenbarung 2,12). Pergament wurde aus den geschorenen und gegerbten Häuten der Schafe und Ziegen hergestellt. Pergament aus Kalbsleder wurde Vellum genannt. Man färbte Vellum oft in Purpurfarbe, um darauf dann mit Gold oder Silber zu schreiben. Verschiedene solcher kostbaren Bibelhandschriften auf Vellum sind bekannt. Zur Zeit des Neuen Testamentes gebrauchte man Pergament hauptsächlich für wertvolle Dokumente, weil es haltbarer und kostbarer als Papyrus war. In 2 Timotheus 4,13 bittet Paulus den Timotheus, ihm seinen Mantel mitzubringen und auch die Bücher, vor allem aber die Pergamente.

Codex Vaticanus (Abbildung Mt 1,1ff) Datierung: ca. 350 n.Chr.
Codex Vaticanus, ca. 350 n.Chr. Seit 1481 ist im Vatikan eine äußerst wertvolle Handschrift nachzuweisen, der "Codex Vaticanus". Er ist auf Pergament geschrieben und die Blätter sind 27x27 cm groß. Der Text ist dreispaltig zu je 42 Zeilen angeordnet.

Die Vollbibel enthält den Text der Septuaginta (617 Blätter). Es fehlen 31 Blätter am Anfang und 10 Blätter vom Psalter.

Vom Neuen Testament sind noch 142 von ursprünglich 162 Blättern erhalten. Es fehlt der Schluß ab Hebräerbrief 9,15 mit 1. und 2. Timotheusbrief, Titus- und Philemonbrief und der Offenbarung.

1533 erfuhr Erasmus von Rotterdam von dieser Handschrift.

Durch Napoleon wurde sie vorübergehend nach Paris entführt.

Im 17. bis 19. Jh. wurde der Text mehrfach, aber recht mangelhaft bearbeitet.

Im Jahr 1866 wurde der Kodex 14 Tage lang für je 3 Stunden Konstantin Tischendorf zur Durchsicht freigegeben.

Seit 1889 ließ Papst Leo XIII. den neutestamentlichen Teil in photographischen Faksimile veröffentlichen.

Etwa im dritten Jahrhundert nach Christus  kam eine ganz neue Buchform in Gebrauch, der Codex. Das war ein Buch mit Seiten, so wie wir es kennen. Natürlich wurde ein Codex per Hand beschrieben, da die Buchdruckkunst noch nicht erfunden war. Der Codex entstand, indem Blätter aus Papyrus oder Pergament beidseitig beschrieben und dann wie Blätter eines Buches zusammengefügt wurden.

Die Entstehung des Alten Testamentes

Sofern die ältesten Geschichten der Menschheit, schon vor der Sintflut 5000 vor Christus, durch die wiedergabe Gottes, festgehalten wurden, dann kamen sie in den Besitz Mose. Dieser fügte sie zusammen zum ersten Buch Mose (Genesis). Mose selbst schrieb dann während der Wüstenreise die vier weiteren Bücher Mose, Exodus, Leviticus, Numeri und Deuteronomium. Das letzte Kapitel des fünften Buches Mose, welches seinen Tod beschreibt wurde wahrscheinlich von seinem Nachfolger Josua verfaßt. Dieser verfaßte dann auch das nach ihm benannte Buch Josua (Josua 24,26-27). Allmählich wuchs dann die Zahl der Bücher des Alten Testaments und wir können davon ausgehen, daß zur Zeit der Regentschaft des Königs Salomo auch die Bücher Richter, Ruth und Samuel fertig gestellt wurden. Als für das jüdische Südreich die babylonische Gefangenschaft begann (6. Jahrhundert vor Christus), waren auch die Königsbücher, Psalter, Sprüche, Prediger, das Hohelied und verschiedene prophetische Bücher (Jesaja und einige kleine Propheten) abgeschlossen.

Spalte 32 und 33 aus der grossen Jesajarolle von Qumran (1QJesA / 2. Jh. v.Chr.). Die Rolle enthält den gesamten Text des Prophetenbuches Jesaja auf einer Länge von 7,34 m und ist in 54 Spalten unterteilt. Das Foto zeigt den Text von Jesaja Kapitel 39,8 - 40,1 (rechte Spalte) und Kapitel 40, 2-28. Bildliche abbildung finden Sie im Internet unter dieser Adresse: www.bibelausstellung.de/abtlg04.htm

In der Höhle 1 fanden drei Beduinenjungen die eine wertvolle Jesajarolle.

Die Rolle ist 27 cm breit und 7,26 m lang und enthält den gesamten Jesajatext.

Nach Beendigung der babylonischen Gefangenschaft und der Rückkehr in die Heimat unter Esra wurde das Alte Testament bis auf das Buch Maleachi fertig gestellt.

Doch nicht alle Juden kehrten nach Israel zurück. Im Buch Jeremia wird uns z.B. berichtet, daß eine große Zahl Juden nach Ägypten zog, um sich dort niederzulassen. Besonders in der Stadt Alexandrien, die Alexander der Große 332 v.Chr. gründete, gab es eine große Zahl an Juden. So geriet deren eigene Sprache, das Hebräisch, immer mehr in Vergessenheit, da die Juden das in Alexandrien übliche Griechisch sprachen. Dieser Umstand läutete einen für die Bibel ganz neuen Abschnitt ein. Denn für die alexandrinischen Juden brauchte man nun eine griechische Übersetzung. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Bibel so das erste übersetzte Buch der Welt. An dieser griechischen Übersetzung, die in Alexandrien im dritten Jahrhundert vor Christus begonnen wurde, arbeiteten zunächst mehrere Übersetzer unabhängig voneinander. Zum Schluß, im zweiten Jahrhundert vor Christus, kam die Standardversion des griechischen Alten Testamentes zustande, die seitdem Septuaginta (siebzig) genannt wird. Dieser Name entstand nach einer Erzählung, nach der diese Übersetzung von 72 Gelehrten erarbeitet worden sei, sechs von jedem Stamm Israels.

Die Septuaginta hatte eine außerordentlich große Bedeutung für die ersten Christen, weil diese in der Verkündigung natürlich einen großen Teil des antiken Griechenlandes bzw. der griechisch sprechenden Regionen erreichen konnten. Bei der Jesajarolle, aus der der Kämmerer der Königin von Äthiopien las (Apostelgeschichte 8,26-40), handelte es sich zweifellos um einen Teil der Septuaginta.

Die Entstehung des Neuen Testamentes

Die frühesten christlichen Gemeinden besaßen ihr griechisches Altes Testament, aber in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts fingen sie an, auch die von Gott inspirierten Schriften der Apostel und neutestamentlichen Propheten zu sammeln und zu kopieren. Obwohl das Evangelium von Markus wahrscheinlich erst in Rom bekannt wurde und Syrien das Evangelium von Matthäus besaß, während andere Gläubige wiederum das Evangelium nach Lukas hatten und die Stadt Ephesus jenes von Johannes, scheint es, daß diese vier Evangelien schon am Ende des ersten Jahrhunderts zu einem Buch zusammengefaßt waren; es wurde Das Evangelium (heißt: Frohe Botschaft) genannt. Etwa zur selben Zeit wurden die Briefe des Apostel Paulus an die verschiedenen Gemeinden zusammengebunden und stellten die zweite Sammlung dar, die unter dem Namen "Der Apostel" innerhalb der Gemeinden verbreitet wurde. Für dieses Buch war das Werk, das wir heute als Apostelgeschichte kennen, als Erläuterung sehr wichtig. Die Apostelgeschichte wurde von Lukas geschrieben und ist wahrscheinlich zusammen mit seinem Evangelium ursprünglich ein Buch gewesen. Daneben wurden auch die Briefe anderer Apostel und die von „apostolischen Männern" sowie die Offenbarung des Johannes als göttlich inspiriert anerkannt und in den Kanon des Neuen Testamentes aufgenommen.

Im zweiten Jahrhundert nach Christus war die Bibel komplett fertig gestellt und begann auch als komplettes Buch zu kursieren. Die Bibel enthielt das Alte Testament in der griechischen Übersetzung (Septuaginta) und das Neue Testament, welches ohnehin in griechisch geschrieben war. Als im dritten Jahrhundert der Codex entstand, wurde es zum ersten Mal möglich, die Bibel in einem Band zusammenzufassen.

Die gewaltige Ausbreitung des Christentums in den ersten Jahrhunderten brachte eine gigantische Abschreibewelle der Bibelhandschriften hervor, damit die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Gemeinden mit Bibeln versorgt werden konnten. Man mußte alles von Hand schreiben, so daß immer nur eine Kopie auf einmal gemacht werden konnte. Da so die Nachfrage keinesfalls gestillt werden konnte, wurde eine neue Methode angewendet: In einem großen Saal, „Skriptorium" genannt, las ein Vorleser langsam aus den Schriften vor, während eine Anzahl an Schreibern ("Skribenten") aufschrieb, was vorgelesen wurde. Bibeln wurden dann, ähnlich wie heute, auch in Geschäften zum Verkauf angeboten, natürlich in wesentlich geringerer Stückzahl. Reisende nahmen solche Bibeln an entlegenste Orte mit, so daß sich die Schrift rasch ausbreitete.

Weitere Übersetzungen

Da es auch Menschen gab, die kaum oder gar kein Griechisch sprachen, wurde die Bibel in weiteren Sprachen übersetzt. Eine dieser Sprachen war Syrisch, also die aramäische Sprache, die von vielen Christen gesprochen wurde. Zudem entstand eine alt-ägyptische Übersetzung, sogar gleich in zwei Dialekten.

Für die Geschichte der Bibel in Europa sind aber vor allem lateinische Übersetzungen bedeutsam. Im Jahre 382 n.Chr. wurde der Gelehrte Hieronymus von dem römischen Bischof Damasus beauftragt, eine Revision der lateinischen Bibel anzufertigen. Hieronymus erledigte seine Aufgabe sehr gewissenhaft. Er wurde in Bethlehem seßhaft und studierte die alten Handschriften des hebräischen Alten und des griechischen Neuen Testamentes. Nach etwa zwanzig Jahren Arbeit (386-405 n.Chr.) beendete er seine lateinische Übersetzung, die den Namen Vulgata bekam, was „einfach" bedeutet. Diese Übersetzung wurde später die offizielle Bibel der römisch-katholischen Kirche, bis auf den heutigen Tag.

Für die Verbreitung der Bibel, insbesondere in Europa war natürlich die Reformation, die 1517 von Dr. Martin Luther in Gang gesetzt wurde ein einschneidendes Ereignis. In verschiedenen Ländern Europas, in denen die Reformation Fuß faßte, fing man an, die Bibel in die Landessprache zu übersetzen; oft jedoch noch unter großem Widerstand. Luther wurde von seinen Freunden entführt und in die Wartburg gebracht, wo er in Rekordzeit das Neue Testament übersetzte (von Dezember 1521 bis März 1522). Die erste Auflage (5000 Stück) war innerhalb eines Jahres verkauft. Im Jahr 1534 erschien die ganze Bibel in der deutschen Sprache. Für die Ausbreitung der Bibel zur Zeit Luthers und überhaupt für den Erfolg der Reformation war eine Tatsache von entscheidender Bedeutung: Die Erfindung der Buchdruckkunst. So war das erste Werk von Bedeutung, das je gedruckt wurde die Gutenberg-Bibel von 1452 (damals noch die lateinische Vulgata).

Zuverlässigkeit der Abschriften und archäologische Funde

Nun ist es ja sehr interessant etwas über die Entstehungsgeschichte der Bibel zu erfahren. Doch was würde uns der Bibeltext nützen, wenn wir Grund zu der Annahme hätten, daß der Text wie wir ihn heute vorfinden nicht übereinstimmt mit dem Urtext, also den Originalen (Textus Receptus)?

Denn schließlich gibt es keine Handschriften von den ursprünglichen Autoren der Bibel mehr, also z.B. von Mose oder Johannes persönlich. Was wir haben sind aber eine Reihe von Abschriften dieser Originale. Doch die Anzahl dieser Abschriften und ihre Genauigkeit erlauben es uns zu sagen, daß der heutige Bibeltext so gut wie hundertprozentig dem Original entspricht, so wie es damals geschrieben wurde.

Was kann uns da so sicher machen?

Wir wissen, daß beim Abschreiben der Bibel höchst sorgfältig vorgegangen wurde. Die Zusammensteller des Alten Testamentes hatten eine tiefe Ehrfurcht vor den heiligen Schriften und bewahrten sie an den allerheiligsten Orten auf. Es war die Rolle der Schriftgelehrten, die vorhandenen Originale zu kopieren. Aus dem jüdischen Talmud erfahren wir, wie genau ein Schriftgelehrter beim Abschreiben einer Buchrolle des Alten Testamentes vorgehen mußte. Ein Auszug:

  • Eine Buchrolle mußte auf den Häuten von kultisch reinen Tieren geschrieben werden, die wiederum mit Sehnen von ebenso reinen Tieren zusammengefügt werden mußten.
  • Die Länge eines jeden Abschnittes mußte zwischen 48 und 60 Zeilen liegen und die Breite mußte aus 30 Buchstaben bestehen.
  • Das ganze Manuskript mußte zuerst liniert werden. Wenn aber drei Worte ohne eine Linie geschrieben wurden, war das Ganze wertlos.
  • Die Tinte durfte nur schwarz sein und mußte nach einem speziellen Rezept zubereitet werden.
  • Als Vorlage mußte ein authentisches Manuskript verwendet werden und davon durfte der Schreiber nicht im Geringsten abweichen. Kein Wort oder Buchstabe durfte auswendig (aus dem Gedächtnis) aufgeschrieben werden, also ohne daß der Kopierer vorher auf die Vorlage geschaut hätte.
  • Zwischen den Buchstaben mußte ein Zwischenraum gelassen werden, so breit wie ein Haar oder ein Draht; zwischen den Paragraphen ein Abstand von neun Buchstaben und zwischen den Büchern ein Freiraum von drei Zeilen.
  • Der Kopierer mußte Jude sein, in ein rein jüdisches Gewand gekleidet und sein Körper ganz gewaschen.
  • Wenn der Name Gottes geschrieben wurde, durfte die Feder nicht gerade neu in die Tinte eingetaucht worden sein.
  • Selbst wenn der Schreiber von einem König angeredet wurde, während er gerade den heiligen Namen Gottes schrieb, durfte er ihn nicht beachten.

Buchrollen, die diesen Vorschriften nicht entsprachen, mußten verbrannt oder vergraben werden. So merkwürdig es auch klingen mag: die äußerste Sorgfalt, mit der das Kopieren geschah, erklärt zugleich, warum wir so wenige Handschriften des Alten Testamentes haben. Wenn ein Manuskript nach den oben genannten Vorschriften fertig gestellt und gründlich überprüft worden war, betrachtete man es als genauso authentisch und gleichwertig wie eine Kopie. Da nun alle Kopien mit dem alten Manuskript identisch waren, betrachtete man die neue Kopie als wertvoller, da das alte Manuskript oft schon leicht beschädigt war. Solche "mangelhaften" Abschriften wurden in einer Abstellkammer aufbewahrt und wurden entsorgt, wenn die Kammer zu voll wurde. Die Juden hielten also nicht ihre ältesten, sondern gerade ihre neuesten Handschriften für die Wertvollsten, so daß uns ein Fehlen sehr alter Manuskripte des Alten Testamentes nicht zu beunruhigen braucht.

Zudem wurde die Genauigkeit der Bibel regelmäßig durch archäologische Funde untermauert.

Einer der bedeutendsten Funde entstammt den Höhlen von Qumran: Anfang 1947 war ein junger Beduine (Muhammad adh-Dhib) in der Nähe der Höhlen bei Qumran, westlich des Toten Meeres, auf der Suche nach einer entlaufenen Ziege. Sein Auge fiel auf eine seltsam geformte Öffnung in einem der Felshänge, und er kam auf die glückliche Idee, einen Stein durch die Öffnung zu werfen. Zu seinem Erstaunen hörte er das Klirren von brechendem Ton. Er untersuchte die Sache und fand auf dem Boden der Höhle verschiedene große Krüge; später stellte sich heraus, daß sie lederne Bücherrollen von sehr hohem Alter enthielten. Obwohl die Rollen mehr als 1900 Jahre alt waren, befanden sie sich in einem erstaunlich guten Zustand, weil die Krüge sorgfältig  versiegelt worden waren. Bei späteren Untersuchungen wurden in zehn anderen Höhlen weitere Handschrift-Fragmente entdeckt. Es stellte sich heraus, daß alle diese Höhlen mit einer alten, nahe gelegenen Festung in Verbindung standen, die etwa 100 v.Chr. errichtet worden war. Allein in Höhle 1 wurden 150-200 Rollen gefunden, in Höhle 4 Fragmente von über 380 Manuskripten.

Der wichtigste Fund aus Qumran ist die in Höhle 1 gefundene berühmte Jesajarolle A, das älteste bekannte, völlig hebräische Bibelbuch aus dem zweiten Jahrhundert v.Chr. Zudem wurde ein Fragment von Samuel gefunden, das aus dem vierten Jahrhundert v.Chr. stammt und damit wahrscheinlich das älteste bekannte Stück (biblischen) Hebräischs ist.

 
Qumran Landschaft

Als Ergebnis stellte sich heraus, daß die bisherigen vorliegenden Texte eindrucksvoll bestätigt wurden. Die Jesajarolle stimmt z.B. zu 95% mit dem masoretischen Text überein, während die restlichen 5% fast ausschließlich unscheinbare Schreibfehler waren oder kleine Unterschiede in der Buchstabierung. Die Jesajarolle fegte ohne weiteres eine Reihe von Behauptungen, die die Kritiker über die Entstehung dieses Buches geäußert hatten, vom Tisch. Dies betrifft sowohl ihre Theorien über die Entstehungszeit des Buches, als auch über dessen Zusammenstellung aus verschiedenen Schriften verschiedener Autoren (z.B. "Deutero-Jesaja" u.a.)

Neben den Funden bei Qumran gab es zahlreiche weitere archäologische Funde, die die Genauigkeit unseres heutigen Bibeltextes ebenfalls bestätigten.

Insgesamt können wir sicher davon ausgehen, daß der Text, den wir besitzen, wirklich mit dem ursprünglichen Schriftgut übereinstimmt. Ja, aber nur der Grundtext - Textus Receptus (Schlachter Version 2000; in der Schlachter wurde auch umgedeutet, aus Jachweh wurde HERR, Herr), alle anderen Bibeln sind wie wir heute wissen, umgedeutet oder manche Wörter weggelassen, oder hinzugefügt wurden. Wie zum Beispiel die, Bibel - Luthertext von 1984, wo das begründet wird. Hier dazu der Kommentar, aus der Bibel: Der Bibeltext, der hier abgedruckt wird, stellt eine überarbeitete (revidierte) Fassung der Bibelübersetzung Martin Luthers dar. Um der besseren Verständlichkeit willen ist die äußere Form der Lutherübersetzung vorsichtig dem heutigen Sprachgebrauch angepaßt worden. Dies geschah durch einen Kreis von Fachleuten, die die evangelische Kirchenleitung in Zusammenarbeit mit den Bibelwerken berief. Die Revisionsarbeit wurde stufenweise abgeschlossen: für das Alte Testament 1964, für die Apokryphen 1970, für das Neue Testament 1984. durch das Neue Testament von 1984 werden zwei vorhergehende Revisionsstufen (1956 und 1975) abgelöst, die wegen ihrer Einseitigkeit keine allgemeine Zustimmung gefunden hatten. Gleichzeitig mit der neuen Textfassung wurden Umfang und Überschriften der Sinnabschnitte festgelegt.

So ist ihre Begründung, in Wahrheit steckt etwas anderes dahinter, nämlich um uns am geistlichen Wachstum zuhindern! Die geistliche Forderung an eine gute Übersetzung muß also sein, daß die Worte des Originals so genau und getreu wie möglich wiedergegeben werden, daß jedes inspirierte Grundtextwort angemessen wiedergegeben wird, ohne Sinnverfälschung und eigenmächtige Hinzufügung oder Weglassungen. Ein sinngemäßes Übersetzen darf nur dort gewählt werden, wo die wörtliche Übersetzung das Verständnis wirklich stark erschweren oder unmöglich machen würde, und auch das sinngemäße Übersetzen muß so nahe wie möglich am Urtext und den vorgegebenen Worten bleiben. Nötigenfalls sollten zusätzlich Informationen über den Originaltext in Anmerkungen bereitgestellt werden. Nur so kann eine Bibelübersetzung wirklich zur Belehrung, Erbauung und Anleitung der Gläubigen dienen. Nur so können sich die göttliche Kraft und der Segen des inspirierten Wortes der Heiligen Schrift wirklich entfalten. Ohne Wortgebundenheit und Worttreue bringt uns eine Bibelübersetzung keinen geistlichen Nutzen und richtet im Gegenteil Schaden an.

Das Wort Gottes kann nur dann seine belebende, erbauende Kraft entfalten, wenn es das Verständnis des Lesers auch erreicht und ihm nicht völlig unverständlich bleibt. Es ist daher auch von Bedeutung, daß der geistliche Gehalt und die göttlichen Wahrheiten der Heiligen Schrift dem deutschen Leser in einer Sprache weitergegeben werden, die er verstehen kann und die keine unnötigen Mißverständnisse und Verständnisschwierigkeiten bietet.

Anders sieht es z.B. mit bestimmten althergebrachten Begriffen aus, die irreführend sind und geistlichen Mißverständnisse Vorschub leisten. Das kann man z.B. dort sagen, wo in der alten Luther - Bibel an bestimmten Stellen für gerettet werden, selig werden und für Rettung Seligkeit steht. Diese Übersetzung verdunkelt, worum es wirklich geht. Ähnliches gilt für den Begriff Gottseligkeit, der eine vage Vorstellung von glückseligen Gefühlen in der Gemeinschaft mit Gott vermittelt, während das griechische eu-sebeia die Bedeutung rechte Gottesverehrung / Gottesfurcht hat.

Das Trachten nach Verständlichkeit einer Bibelübersetzung muß immer den Grundsatz der Wortgetreue beachten und sich ihm unterordnen. Es muß auch klar sein, daß das wahre Verstehen des Wortes Gottes ein geistlicher Vorgang ist und durch den Geist Gottes bewirkt wird, der das getreu übersetzte Wort dem Lesenden aufschließt und ihn erleuchtet. Die Beschäftigung mit der Bibel erfordert immer das Wirken des Geistes Gottes. Dieses Geisteswirken darf nicht, wie es heute geschieht, durch die ausdeutenden und vereinfachenden Vermittlungsbemühungen menschlicher Übersetzer ersetzt werden.

Dieser Gesichtspunkt ist leider von den Gläubigen viel zu wenig beachtet worden. Die Mitwirkung ungläubige, liberal - theologischer "Fachleute" (Theologen, Übersetzungsexperten) bringt einen geistlich verderblichen Einfluß mit sich, wie 1Kor 2, 14 klar zeigt (vgl. auch Mt 16,23; Joh 8,43; Röm 8,5-7; 2Kor 6,14-15).

Die meisten heutigen Revisionen (Überarbeitungen) von einstmals geistlich wertvollen Bibelübersetzungen sind leider unter der Leitung bzw. dem Einfluß ungläubigem modernem Theologen gemacht worden. Dies gilt besonders für die Lutherbibel (Revisionen 1956 und 1984) und die Zürcher Bibel (Revision 1931), aber auch in gewissem Ausmaß für die Revidierte Elberfelder Bibel (1985), wo die liberaltheologischen Tendenzen des Brockhaus - Verlages Spuren hinterlassen haben. Ein einfacher Prüfstein für solche liberaltheologischen Verfälschungen der Schrift ist Jesaja 7, 14, wo die liberalen Übersetzungen in der Regel "junge Frau" statt "Jungfrau" haben (Zürcher, Gute Nachricht im Text, Ökumenische Einheitsübersetzung und Revidierte Elberfelder in der Fußnote).

Eine bibeltreue Übersetzung muß auch auf der Grundlage der gesunden Lehre der Schrift erarbeitet werden. Bibelübersetzungen, die von Irrlehrern verfaßt wurden bzw. von Irrlehren geprägt sind, müssen wir ablehnen und sollten sie nicht benutzen. Beispiele sind etwa die "Ökumenische Einheitsübersetzung" und die "Jerusalemer Bibel" (katholisch); "Gute Nachricht" (liberaltheologisch - ökumenisch); "Dabhar"/Baader und "Konkordante" (Allversöhnung); "Mülheimer NT" (Pfingstbewegung); Albrecht (katholisch - apostolisch); "Neue Welt Übersetzung" (Der Zeugen Jehovas).

Rudolf Ebertshäuser / Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe. ESRA-Schriftendienst.

Der Kanon

Da die Bibel ein göttliches Buch ist, das durch die Inspiration Gottes entstanden ist (2.Timotheus 3,16; 2.Petrus 1,21)  muß der Frage nachgegangen werden, wie überhaupt entschieden wurde, welche Bücher in den Kanon der Bibel aufgenommen worden sind und welche nicht. Oder anders ausgedrückt. Welche Bücher gehören zur Bibel und welche nicht?

Welche Kriterien wurden dafür angewandt?

Zunächst ist wichtig, folgendes festzuhalten: Niemals haben irgendwelche Führer in der Vergangenheit, auf welchem Konzil auch immer, "bestimmt" oder "festgelegt", welche Bücher in den Kanon aufgenommen werden müßten und welche nicht. Sie konnten höchstens feststellen, welche Bücher aufgrund ihrer göttlichen Autorität offensichtlich zum Kanon der Bibel gehörten. Kein einziges Buch ist deshalb maßgebend (kanonisch), weil es irgendwann einmal von Menschen in den Kanon aufgenommen wurde. Ein Buch ist nur dann maßgebend, wenn es deutlich von Gott mit Autorität versehen ist, d.h. von Gott inspiriert ist. Das einzige, was den Menschen von Gottes Vorsehung überlassen wurde, war, solche göttlich autoritativen Bücher als solche zu erkennen.

Dazu wurden in der Hauptsache zwei Kriterien herangezogen:

1.Das prophetische Kriterium bzw. der apostolische Charakter eines Buches. Wenn jemand ein anerkannter Prophet Gottes war, war es für jedermann klar, daß seine Schriften nicht dem Willen eines Menschen entsprungen waren, sondern der Eingebung des Heiligen Geistes. Das Alte Testament besteht ausschließlich aus Büchern, die von Männern mit prophetischer Berufung und Begabung geschrieben wurden. Auch die Bücher des Neuen Testamentes wurden von Männern mit spezieller Berufung und Begabung geschrieben, nämlich zuerst und vor allen Dingen von den Aposteln.

2.Das Kriterium der Autorität. Manchmal war die Berufung eines Propheten nicht sofort deutlich zu erkennen, oder man war sich nicht sicher, wer der Verfasser eines Buches war, wie z.B. beim Hebräerbrief. In solchen Fällen spielte ein zweites Kriterium eine große Rolle: die göttliche Autorität eines Buches. Jedes Buch der Bibel redet in autoritärem Ton und direkt im Namen Gottes; oft sogar mit einem ausdrücklichen So spricht der Jachweh, oder Das Wort des Jachwehs geschah zu mir. Es ist nicht immer ganz leicht, die wirkliche göttliche Autorität zu erkennen. Manche Apokryphen Bücher erheben den Anspruch autoritativ zu sein, aber das ist kein so absolutes Kriterium wie der prophetische Charakter eines Buches. Darum wurden manche Bücher, die behaupteten, göttliche Autorität zu besitzen, aus anderen Gründen doch verworfen. Bei anderen Büchern war es genau umgekehrt: es war nicht sofort klar, daß sie mit göttlicher Autorität sprachen.

»Jahwe ist Jesus Christus, das ist der biblische Beweis«

Apostelgeschichte 10,36: Das Wort, das er den Kindern Israels gesandt hat, indem er Frieden verkünden ließ durch Jesus Christus – welcher Herr über alle ist –,

2. Korinther 4,5: Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen.

Philipper 2,11: und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Ein Beispiel dafür ist das Buch Esther, in welchem der Name Gottes überhaupt nicht einmal vorkommt. Erst als allgemein deutlich wurde, daß Gottes bewahrendes Handeln mit seinem Volk und damit seine Pläne und sein Vorhaben mit ihm sehr deutlich in diesem Buch zum Ausdruck kamen, erhielt es seinen Platz im alttestamentlichen Kanon. Das bei bestimmten Büchern, was die Aufnahme in den Kanon angeht, gezögert wurde, braucht dabei nicht zu beunruhigen, zeigt es doch, wie sorgfältig man mit dem Wort Gottes umgegangen ist.

Der Kanon der Bibel ist ein faszinierendes Thema und zeigt, wie deutlich und auffällig sich die Bücher der Bibel von den edelsten, nicht inspirierten religiösen Schriften unterscheiden. Dieser einzigartige Charakter der kanonischen Bücher kann nur durch das Wunder der göttlichen Inspiration erklärt werden. Jeder, der die Bibel aufrichtigen Herzens gelesen hat und gemerkt hat, welch geistige Kraft von ihr ausgeht, wird das aus eigener Erfahrung bestätigen können.

Eckart Haase

1956 fanden Beduinen in Höhle 11 die sog. Tempelrolle. Sie wurde jedoch von dem Antiquitätenhändler Kando unsachgemäß gelagert. Fast die ganze obere Hälfte verklebte und verrottete im Laufe der Jahre.

1967 kam Israel durch den 6-Tage-Krieg in den Besitz dieser Schriftrolle. Für die Entzifferung und Bearbeitung der 8 Meter langen Rolle benötigt Professor Yigael Yadin zehn Jahre. Er gab ihr den Namen »Tempelrolle«, da ein Großteil ihres Textes detaillierte Instruktionen zum Bau des idealen Tempels in Jerusalem enthält.

Die Tempelrolle enthält u.a. einen Kommentar zu 5.Buch Mose 21,22ff

Überarbeiteter Text, April 2017

 

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