Die Bedeutung des Sabbats.

Die Bedeutung des Sabbats

Hat der Sabbat als biblischer Ruhetag heute noch eine Bedeutung oder gar eine Berechtigung? Wir wissen, daß er zu alttestamentlichen Zeiten geboten und gehalten wurde. Heute wird er bekannterweise von den Juden gehalten. Nahezu die gesamte christliche Welt hält den Sonntag als (göttlichen) Ruhetag. Warum sollte also gerade der Sabbat heute, nach dem Tod Christi und seinen Auferstehung, noch eine Bedeutung haben?

Die Antwort ist überraschend; Es gibt mehr Gründe dafür, als man vielleicht denken mag:

1) Das Beispiel Jesu
2) Gedenken an die Schöpfung
3) Befreiung aus der Knechtschaft
4) Besonderer Segen
5) Ruhe und Erquickung
6) Gott respektieren und bezeugen


1) Das Beispiel Jesus Christus.

Jesus hielt den Sabbat am siebenten Tag. Wir wissen, daß jener Tag im Neuen Testament dem heutigen Samstag entspricht. Jesus hielt das Gebot Gottes, um uns ein Beispiel zu geben. 1. Petrus 2, 21: Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.

Den Sabbat halten bedeutet, in Jesu Fußstapfen zu treten und seinem Beispiel zu folgen.                    


2) Gedenken an die Schöpfung

Gott selbst gab dem Sabbat in den Zehn Geboten eine große Bedeutung. In 2. Buch Mose 20, 11 lesen wir: Denn in sechs Tagen hat der Jachweh Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Jachweh den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

 

Der Grund, warum Gott den Sabbat einsetzte ist einmal mehr sein Vorbild. Aber nicht nur das, er brachte den Sabbattag in engen Zusammenhang mit der Schöpfung. Mit dem Beachten des Sabbats denken wir an die Schöpfung und ehren den Schöpfer, der diese Erde so wunderbar geschaffen hat. Durch die Erinnerung an unsere Schöpfung wird uns auch bewußt, daß wir geplant und gewollt sind, kein Produkt des Zufalls. Das gibt uns Würde und Bestimmung. Unser Leben hat einen Sinn. 

Den Sabbat halten bedeutet, Gott als Schöpfer dieser Erde anzuerkennen und unserer Rolle als Geschöpfe bewußt zu werden.


3) Befreiung aus der Knechtschaft

In 5.Buch Mose 5, 15 gibt Gott seinem Volk noch einmal die Zehn Gebote, die sich nicht verändert haben. Lediglich dem Sabbat gibt Gott eine zusätzliche Bedeutung: Denn du sollst bedenken, daß du auch ein Knecht gewesen bist im Land Ägypten, und daß der Jachweh, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgestrecktem Arm. Darum hat dir der Jachweh, dein Gott, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst.            

 

Nun gut, mögen Sie sagen, das mag für die Israeliten schön gewesen sein, die tatsächlich in Israel geknechtet wurden, aber für uns hat das doch keine Relevanz. 

Wer die Bibel ein wenig genauer studiert, findet sehr schnell heraus, daß die Geschichte Israels im alten Testament, ein riesiges Bild für die Erlösungsgeschichte im Allgemeinen ist (da ist der Heiligtumsdienst nur ein wichtiges Element von vielen). Plötzlich ist die Parallele zu unserem Leben direkt greifbar. In Johannes 8 verwendet Jesus die gleichen Worte und bekommt von den Juden folgende Frage gestellt; Joh. 8, 33:  Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie kannst du da sagen: Ihr sollt frei werden?

Seine Antwort in Vers 34.36: Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.

Jesus hat uns am Kreuz vom Tod (der Lohn der Sünde) befreit. Durch sein Leben hat er auch gezeigt, wie man die Sünde überwinden kann. Der Sabbat gibt die Möglichkeit, uns dieses unglaublichen Geschenks der Erlösung wöchentlich bewußt zu werden.

Den Sabbat halten bedeutet, uns in Demut an die Erlösung durch Jesus Christus zu erinnern und dafür dankbar zu sein.


4) Der Besondere Segen

Es wäre ja kein göttliches Gebot, wenn es nicht auch einen praktischen Nutzen für uns Menschen hätte. Gott hat mit dem Sabbat einen besonderen Segen verbunden (2Mo 20,11). Auf diesem speziellen, von Gott ausgesuchten Tag liegt ein Segen, der jeder zuteil wird, der diesen Tag als Geschenk annimmt. Auch in Jesaja 58, 13-14 sagt Gott diesen Segen zu. Diesen Segen hat er nie aufgehoben (genauso wenig wie das Gebot), das heißt, daß diese Zusage auch heute noch gilt.
 

Den Sabbat halten bedeutet, den Segen in Anspruch zu nehmen, den Gott auf diesen einen Tag gelegt hat.


 

5) Ruhe und Erquickung                  

In der Bibel finden wir neben der Segnung und Heiligung des siebenten Tages durch Gott auch zwei weitere Tätigkeiten denen der Schöpfer an diesem Tag nachging. Ruhen und Erquicken. In 2. Mose 20, 11 wird für den Ausdruck "Ruhe" im hebräischen das Wort "nuach" verwendet, das für Ruhe, Gelassenheit, Frieden und Zurückgezogenheit steht.
 

In 2. Mose 31, 17 findet sich das Wort Erquicken, das in hebräisch "naphasch" heißt. Dieser Ausdruck steht für neues Leben, freies Atmen und Erfrischung.

Diese Bedeutung oder auch Zweck ist dem Sabbat also auch gegeben. Es ist die Ruhe die uns förmlich verordnet wird. Jeder Berufstätige oder Schüler wird diese regelmäßige "Entspannung", die natürlich auch der Gesundheit dient, bald zu schätzen wissen.
 

Den Sabbat halten bedeutet, sich selbst etwas Gutes zu tun indem man das "Gebot der Ruhe" ernst nimmt und genießt.


 

6) Gott respektieren und bezeugen   

Nicht zuletzt ist der Sabbat ein Tag, durch den sich Christen öffentlich zu Ihrem Glauben bekennen bzw. zu erkennen geben. Gott macht in seinem Wort deutlich, daß sich gottesfürchtige Menschen nicht (nur) durch Lippenbekenntnisse identifizieren sondern durch ihr Handeln. Jesus hatte eine interessante Diskussion mit einer Gruppe von Juden in der es darum ging, wem Sie folgen würden (Joh. 8, 37-45). In Vers 39 sagt Jesus: Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater! Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr Abrahams Werke tun.

Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen unseren persönlichen Taten und der Autorität, der wir in unserem Leben folgen und die wir dadurch ehren (bewußt oder unbewußt). Durch das Halten des Sabbats bezeugen wir, daß wir Gott, dem Schöpfer und Gesetzgeber die Ehre geben. Durch das Halten eines anderen Tages geben wir zwangsläufig einem anderen Gesetzgeber die Ehre, nämlich jenem, der einen anderen Tag als heilig erklärt hat.

Den Sabbat halten bedeutet, dem wahren Gesetzgeber bewußt die Ehre zu geben.

Anhang: Wie es Gott schon gesagt hatte, bezieht sich das nur für die Juden, und den Heiden wer es will, keiner ist ausgeschlossen das Sabbatgesetz zu halten. Nicht aber für die Gemeinde Jesu, denn Er hat uns ja befreit vom Fluch des Gesetzes. Die Schrift gibt uns die Antwort, für das was ich behaupte: Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«), (Gal 3,13)

Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun«. (Gal 3,10)

Das heißt, jeder der will, muß alle Gebote halten, ist verpflichtet es zu tun, und wenn er ein gebot bricht, ist er dem ganzen Gesetz schuldig geworden. Und wo will er dann Erlösung finden ohne Jesus Christus? Und wo will er das Opfer hernehmen?

Jakobus 2,10: Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. (vgl. Mt 5,19; 5Mo 27,26; Hes 33,12)

Wem ist eigentlich das Gesetz (die Gebote) auferlegt worden? Gott gibt uns da auch die Antwort, und die Merkmale: Wir wissen aber, daß das Gesetz gut ist, wenn man es gesetzmäßig anwendet und berücksichtigt, daß einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist, sondern Gesetzlosen und Widerspenstigen, Gottlosen und Sündern, Unheiligen und Gemeinen, solchen, die Vater und Mutter mißhandeln, Menschen töten, Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre widerspricht, nach dem Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes, das mir anvertraut worden ist. (1.Tim 1,8-11)

Anhang: Sabbat oder Sonntag? – Eine Frage der Macht


Der Sabbat - das Machtzeichen des Schöpfers
 

Der Sabbat wurde für alle Zeiten zum Zeichen der Macht des Schöpfers. Ein auffälligeres Zeichen gibt es nicht. Kein Symbol und kein Bau würde auch nur annähernd die Macht Gottes demonstrieren. Gesegnete und geheiligte bzw. reservierte Zeit erreicht jeden Menschen für immer und überall. Der Mensch sollte sich immer bewusst sein: Ich bin ein geschaffenes, gewolltes Wesen und der Geber des Lebens sucht eine persönliche Beziehung zu mir. ER weiß, was und wie wirkliches Leben ist und gibt mir Ratschläge und Anweisungen, wie ich glücklich sein kann und in Frieden und Harmonie mit der ganzen Schöpfung leben kann.

Der Sonntag - das Machtzeichen einer Kirche?
 

Es konnte nur Satan wirkliches Interesse haben, das liebevolle Zeichen des Schöpfers, den Sabbat, entweder völlig falsch zu interpretieren oder es überhaupt abzuschaffen. Für das eine waren die Pharisäer schließlich willige Werkzeuge, obwohl sie keine schlechte Absicht hatten. Für das zweite ließen sich zu allen Zeiten Menschen einspannen, die man allgemein als "Heiden" bezeichnete. Doch der Höhepunkt der Entstellung göttlicher Macht fand sich im mittelalterlichen geistlichen Rom. In der Auseinandersetzung mit dem Protestantismus verwies die römische Kirche immer wieder auf ihre Macht und ihr Zeichen, den Sonntag, der ihre Macht demonstrierte:

"Die Kirche hat im Namen dessen, der über den Sabbat Herr ist, und kraft ihrer Vollmacht, zu binden und zu lösen, den Sabbat des Alten Bundes, den letzten Tag der Woche, als Tag des Herrn aufgelöst und an die Stelle des Sabbats den ersten Tag der Woche, den Sonntag, den Auferstehungstag Christi von den Toten, festgelegt."
Kardinal Faulhaber, "Katholische Kirchenzeitung" München, 26.2.1950

Die Kirche bemühte sich den Sonntag; mit dem vierten Gebot zu begründen und ihn als Sabbat zu bezeichnen. Der Staatsmann und Dichter John Milton meinte dazu: "Es ist unmöglich, einen solchen Sinn aus dem Wortlaut des Gebotes herauszulesen; man muss den Grund in Betracht ziehen, aus dem das Gebot ursprünglich gegeben wurde, nämlich zum Gedächtnis der Ruhe Gottes nach der Schöpfung der Welt, und dieser kann nicht vom siebten auf den ersten Tag übertragen werden; auch kann ohne die Bestätigung durch ein göttliches Gebot kein andrer Beweggrund an seiner Stelle gesetzt werden, weder die Auferstehung unseres Herrn noch irgend ein anderer."
"Prose Works", Ausg. Bohn, pp. 70 f aus ebd, S. 115

Die katholische Kirche gibt unumwunden zu, das Sabbatgebot aufgehoben zu haben. Sie beruft sich auf ihre Vollmacht, die ihr aber nie gegeben wurde. Viele  Lehren der heutigen katholischen Kirche beruhen nicht auf dem biblischen Wort, sondern sie stehen im Gegensatz zu ihm. Für den katholischen Klerus mit dem Papst an der Spitze, ist dies kein Problem. Sie hätten das Recht von Gott bekommen. Aber auch für diesen Anspruch gibt es kein biblisches Wort.

Der Erzbischof von Reggio, Kaspar del Fosso, erklärte in der Sitzung vom 18. Januar 1562: Der Sabbat, der berühmteste Tag im Gesetz, ging in den Herrentag über ... Dieser und Ähnliches haben nicht auf die Predigt Christi hin aufgehört (denn er sagt, er sei nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen), sondern auf die Autorität der Kirche hin sind sie verändert worden." (Kaspar del Fosso, "Mansi" XXXIII, 526-533)

Überarbeiteter Text, April 2017

 

 

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