Der große Irrtum! Norbert Lieth

Autor: Norbert Lieth

Verkündiger, Bibellehrer und Vorstandsmitglied des Missionswerkes Mitternachtsruf.

Wenn nicht anders vermerkt wurde, zitiere ich die Schlachter Version 2000 [Textus-Receptus].

Der große Irrtum!

Worte wie Attrappe, Imitation oder Kopie sind wohl jedem bekannt. Doch es gibt auch in der Christenheit Menschen, die sich Christen nennen, es aber im Grunde genommen gar nicht sind. Auf einem Rastplatz an der deutschen Autobahn hielt ein Auto neben mir. Jemand bot mir die beste Lederware für ganz wenig Geld an. Da ich von diesem Angebot regelrecht überrumpelt wurde und sowieso nur wenig Zeit hatte, kaufte ich etwas Weniges. Erst einige Zeit später merkte ich, um welche Art Lederware es sich handelte: Es waren lauter billige Imitationen, die schon vom blossen Hingucken auseinander fielen. So gibt es viele unechte Dinge, die den echten aufs Haar gleichen und kaum voneinander zu unterscheiden sind, wie beispielsweise Blumen, Gold, Diamanten, Geld, Gemälde, Holz und Teppiche. Hier sind Spezialisten gefragt, die an oft winzigen Unterschieden feststellen können, was echt und was unecht ist. Auch im Christentum gibt es Imitationen, Attrappen, Kopien, echte und unechte Christen. Das wird uns im Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Matthäus 25,1-13) ganz plastisch veranschaulicht:

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Das Öl, ist der Heilige Geist, mit dem der Gläubige versiegelt ist, für den Tag der Erlösung und für die Entrückung. Ohne die zwei gaben kommt niemand in den Himmel. Vergleiche auch 1.Korinther 15,50-54.

Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die  bereit  waren, gingen  mit  ihm  hinein  zur  Hochzeit,  und die Tür wurde verschlossen. (die Tür, ist der Himmel, vgl.  auch  Lukas 13,22-29). 

Später   kamen  auch  die   andern  Jungfrauen   und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht! Darum wacht! Denn ihr wißt weder den Tag noch Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird. (Matthäus 25, 1-13)

Die fünf Törichten waren den Klugen äusserlich sehr ähnlich, bis auf die Tatsache, dass ihnen das Öl (ein Bild für die Innewohnung des Heiligen Geistes) fehlte. Viele Menschen leben ein christliches Leben, weil sie vom Strom des Christentums, der sie umfliesst, mitgerissen werden. Ihre Umgebung ist christlich und darum sind sie es auch. Mit dieser Botschaft möchte ich niemandem die Heilsgewissheit rauben, die er durch das Zeugnis des Heiligen Geistes in seinem Herzen besitzt. Ausserdem bin ich fest davon überzeugt, dass ein geistlich von neuem geborener Christ überhaubt nicht verloren gehen kann, denn die Gewissheit, haben wir von Gott (Hebräer 10, 10.14.15-18).

Aber ich möchte auch nicht, dass sich jemand in einer falschen Sicherheit wiegt, die gar nicht vorhanden ist. Manchmal wundert man sich, dass Menschen, die man eindeutig für Christen hielt, sich plötzlich vom Glauben abwenden und nichts mehr von Jesus und Seinem vollbrachten Werk am Kreuz von Golgatha wissen wollen, ja dieses sogar verleugnen. Diese Schmerzliche Erfahrung hat auch der Apostel Johannes gemacht, schreibt er doch in seinem ersten Brief: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie  bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, daß sie alle nicht von uns sind. (1.Johannes 2, 19)

Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.  (Apostelgeschichte 20, 30)

Denn es müssen ja  auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch! (1.Korinther 11, 19)

Wehe der Welt wegen der Anstöße! Denn es ist zwar notwendig, daß die Anstöße kommen, aber wehe jenem Menschen, durch den der Anstoß kommt! (Matthäus 18, 7)

Die Bibel lässt uns nicht im Unklaren darüber, dass es neben dem wahren, echten Christentum, das aus Wasser und Geist wiedergeboren ist, auch ein Scheinchristentum gibt, das aus Christen besteht, die nicht an Jesus gebunden, nicht mit Ihm verwurzelt sind und nicht mit und durch Ihn leben. Es scheint bei ihnen zwar alles echt zu sein, aber es handelt sich bei ihnen lediglich um eine Imitation. Solche Christen meint Paulus, wenn er in seinem zweiten Brief an Timotheus schreibt: Dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab! (2.Timotheus 3,5)

Hüte dich vor solchen Menschen! Und Ludwig Albrecht übersetzt: ... sie halten wohl noch fest an den äusseren Bräuchen der Frömmigkeit, aber sie geben ihr keinen Einfluss auf ihr Leben. Solche Menschen meide!  

Das es ein blosses Lippenbekenntnis geben kann, dem der wahre Inhalt fehlt. Beziehungsweise das  mit dem Herzen nicht übereinstimmt, macht der Herr Jesus selbst warnend deutlich: Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen! (Matthäus 7, 22-23) Der Herr erklärt damit vier grundlegende Sachverhalte: zwei reichen auf keinen Fall aus, um gerettet zu werden und zu zweien muss es unbedingt kommen, um erlöst zu werden.

Zwei Dinge die nicht ausreichen, um gerettet zu werden!

Weder das blosse Bekenntnis Herr, Herr (1.) noch die Taten im Namen Jesu (2.) reichen aus, um für ewig gerettet zu sein. In wie vielen christlichen Kirchen, Denominationen, Klöstern und Vereinigungen wird rein formell gebetet, werden christliche Taten im Namen des Herrn getan, ohne dass die Ausübenden selber zu Jesus gehören und Kinder Gottes wären. Wie viele christliche Einzelpersonen verrichten doch christliche Taten, ohne selbst Christus anzugehören! Es ist erschreckend, dass ihre Taten von Jesus letztlich sogar als Übeltaten verworfen werden. Weil der Mensch meint, er könnte durch seine Werke in den Himmel kommen!

Aber die Bibel erzählt was anderes, so im Galaterbrief 2,16. Weil wir erkannt haben, daß der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird.

Zwei Dinge zu denen es kommen muß, um gerettet zu werden!

(1.) Wir müssen den Willen Gottes tun. (Johannes 6,40;14,10.11)

(2.) Und wir müssen bei Gott bekannt werden (sein).

Erstens: Mit dem tun dessen, was der Vater im Himmel will, sind nicht die vielen kleinen und grossen Guttaten gemeint, sondern der Glaube an Jesus Christus, die bewusste Lebensübergabe (Sündenvergebung), an Ihn und die praktische Nachfolge. Gute Taten konnte das damalige Judentum wohl vorweisen: Viele waren Eiferer im Gesetz, hatten Umgang mit dem Wort Gottes, trieben böse Geister aus und vollbrachten Wunder. Aber eines wollten sie nicht: an Jesus Christus glauben und damit die Gnade, die man durch Ihn erlangt, annehmen. Sie dachten, sie kämen auch ohne Ihn in den Himmel kommen, Gott würde ihre Taten schon anerkennen und ihnen Einlass gewähren. Doch gerade da machte Jesus ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung. Sie mussten akzeptieren lernen, dass der Wille Gottes darin bestand, dass sie ihren eigenen Bankrott erklären und an Jesus glauben mussten. Das gleiche Problem haben wir heute noch. Ins christliche Umfeld hineingeborene Christen meinen, durch christliche Taten in den Himmel kommen zu können. Wenn man ihnen sagt, dass ihnen das nichts nützt, dass ihre Taten in Gottes Augen letztlich Übeltaten sind, die Er nicht akzeptieren kann und sie deshalb noch verloren sind, dann werden die allermeisten von ihnen sehr erbost reagieren, weil sie meinen, Jesus nicht persönlich brauchen zu müssen.

Als Jesus gefragt wurde: Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat. (Johannes 6,28-29) Wen hat Gott unser Vater gesandt?, Jesus Christus.

Zweitens: Muß ich (wir), bei Gott bekannt sein. Es wird Menschen geben, denen der Herr Jesus an jenem Tag sagen muss: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!  Es reicht eben nicht aus, nur oberflächlich an Jesus zu glauben, Ihn zu bejahen, Ihn stehen zu lassen oder Ihn in gewisser Weise zu akzeptieren. Nein, es muss zu einer persönlichen Begegnung kommen. Ich kann wohl sagen: Ich kenne Angela Merkel, die erste deutsche Bundeskanzlerin. Woher kenne ich sie? Durch ihre Auftritte in den Medien. Aber kennt sie mich auch? Wohl kaum! Sollte ich einmal von ihr persönlich eingeladen werden, würde ich dieser Einladung Folge leisten: Erst dann hätte ich mit ihr persönlich Kontakt und Austausch; erst dann würde sie auch mich persönlich kennen lernen.

Der Herr Jesus lädt jeden Menschen ganz persönlich ein, zu Ihm zu kommen: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so  will ich euch erquicken! (Matthäus 11,28)  

Wer diese Einladung annimmt, mit all seinen Sünden zu Ihm kommt, Ihn in sein Herz und Leben aufnimmt und an Seinen Namen glaubt (Johannes 1,12), der ist bei Ihm bekannt. Wer das tut, der hat den Vater und den Sohn Gottes erkannt und kommt in den Himmel: Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. (Johannes 17,3) 

Du hast den Namen, dass du lebst, ...

Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, welcher die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, daß du lebst, und bist doch tot. (Offenbarung 3,1)

Es gibt Menschen, die sich Christen nennen, es aber nur dem Namen nach sind. Schon der Herr Jesus hat von solchen Menschen gesprochen, die meinten, Gott zu dienen, die aber gerade diejenigen töteten, die tatsächlich wiedergeborene Christen waren:

Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. Und dies werden sie euch antun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. (Johannes 16,2-3)

Sie beanspruchen theologische Autorität, meinen Gott zu dienen, kennen aber weder den Vater noch Jesus Christus. Das war in der Zeit der Kreuzritter und der Inquisition so. Auch heute gibt es eine Theologie, die jede Autorität für sich beansprucht und Fundamentalisten abkanzelt. Denken wir nur an die vielen Sekten und an den Islam, der behauptet, Gott habe keinen Sohn.

Schon im 7. Jahrhundert vor Christus, zur Zeit des Propheten Jeremia, gab es geistliche Würdenträger, die es nur dem Namen nach waren. Wir hören Jeremia klagen: Die Priester fragten nicht: Wo ist der Jachweh? Und die mit dem Gesetz umgingen, erkannten mich nicht; die Hirten fielen von mir ab, und die Propheten weissagten durch Baal und liefen denen nach, die nicht helfen können. (Jeremia 2,8)

Auch ein blosser Namenschrist kann von dem Bekenntnis des Glaubens abfallen. Wer mit den Lippen bekennt, Christ zu sein, im Alltag aber das Christsein nicht praktiziert, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht etwa einem Selbstbetrug erlegen ist. Ist es nicht genau das, was wir heute sehen? Viele Theologen und Namenschristen, haben den biblischen Glauben verlassen und laufen Überzeugungen nach, die nichts nützen. Sie haben sich Religionen und spirituellen Trends geöffnet, die mit Jesus Christus nicht das Geringste zu tun haben. Aber das war auch schon während der Wüstenwanderung des Volkes Israel so. Nachdem Mose die Grösse und Erhabenheit Gottes gerühmt hatte (5.Mose 32,3-4), sprach er gleich daran anschliessend von den Abtrünnigen: Das verkehrte und böse Geschlecht hat gesündigt wider ihn; sie sind Schandflekken und nicht seine Kinder (5). Es können also tatsächlich auch solche von Ihm abfallen, die nicht Seine Kinder sind.

Von den Söhnen des Priesters Eli heisst es: Aber die Söhne Elis waren Söhne Belials; sie kannten den Jachweh nicht. So war die Sünde der jungen Männer sehr groß vor dem Jachweh; denn die Leute verachteten die Opfergabe des Jachwehs. (1.Samuel 2,12.17)

Solange ein Mensch und mag er sich noch so christlich dünken, das Opfer Jesu für seine Schuld verachtet, wird er den Jachweh nicht erkennen, und sehen.

Aber an der Mehrzahl von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen; sie wurden nämlich in der Wüste niedergestreckt. (1.Korinther 10,5)

(vgl. 1.Korinther 10,1.-12) Als ein besonderes Beispiel, dem Namen und Tun nach gläubig, trotzdem aber geistlich tot zu sein, möchte ich Bileam erwähnen (vgl. 4.Mose Kap 22-24): > Er war ein Mann, dem Gott sich offenbarte, mit dem Gott sprach (Kap 22,9). > Anfänglich war er gehorsam (Kap 22,12-14). > Er behauptete, den Jachweh zu kennen und bezeichnete Ihn als seinen Jachweh und seinen Gott (Kap 22,18). > Er betete den Jachweh, an (Kap 22,31). > Er bekannte seine Sünden (Kap 22,34). > Er war dienstwillig (Kap 22,38). > Gott legte Bileam Sein Wort in den Mund (Kap 23,5). > Bileam segnete Israel dreimal (Kap. 23 und 24). > Er bezeugte die Wahrhaftigkeit und Bundestreue Gottes (Kap 23, 19). > Er sprach dreimal vom Messias als König Israel (Kap 23,21; 24,7; 24,17-19). > Der Heilige Geist kam auf ihn (Kap 24,2). > Er bezeugte, ein Prophet Gottes zu sein (Kap. 24,3-4). > Bileam bezeugte den Segen und Fluch Gottes über Abrahams Freunde und Feinde aus 1.Mose 12,3. > Er stellte das Gebot Gottes über materielle Güter (Kap 24,13). > Er redete prophetisch über die Zukunft der Völker, über die Ankunft des Messias und erwähnte bereits das römische Weltreich (Kittim) (Kap 24,14-24).

Trotz dieser Gegebenheiten wird Bileam in der Bibel als falscher Prophet, Wahrsager und Verführer bezeichnet (vgl. 4.Mose 31,16; Josua 13,22; Nehemia 13,1-3; 2.Petrus 2,15-16; Judas 11; Offenbarung 2,14-16).

Warum? Weil Bileam Kompromisse und Vermischung duldete und andere zur Vermischung verführte. Es gab eine Diskrepanz zwischen seinen Worten und Taten.  

Und Israel lagerte in Schittim. Da fing das Volk an zu huren mit den Töchtern der Moabiter; die luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter. Und das Volk aß und betete ihre Götter an. Und Israel hängte sich an den Baal-Peor. Da entbrannte des Jachwehs Zorn über Israel, und er sprach zu Mose: Nimm alle Oberen des Volks und hänge sie vor dem Jachweh auf im Angesicht der Sonne, damit sich der grimmige Zorn des Jachwehs von Israel wende. (4.Buch Mose Kap.25, Verse 1-4)

Zu dieser Vermischung hatte Bileam das Volk Israel verführt (vgl. 4.Mose 31,16; Nehemia 13,1-3). Petrus nennt Bileam einen, welcher den << Lohn der Ungerechtigkeit >> liebte, im Brief des Judas wird er gar als Betrüger (<< Irrtum Bileams >>) entlarvt und im Buch der Offenbarung wird er als jemand hingestellt, der einen Anstoss zur Sünde gab. Die Bibel sagt über die Endzeitmenschen: Mit den bösen Menschen aber und Betrügern wird's je länger, desto ärger: sie verführen und werden verführt. (2.Timotheus 3,13)

Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihren Gewissen haben. (1.Timotheus 4,1-2)

Wer zu Vermischung und Komproissen neigt und diese ohne inneren Wiederspruch erträgt, duldet und vollführt, hat Grund zu der Annahme, trotz christlichem Anschein kein wahrer Christ zu sein. Damit meine ich allerdings nicht den Kampf gegen die Sünde, den jedes Kind Gottes führen muss. Nein, es geht hierbei nicht um Niederlagen im Glaubenskampf und der Nachfolge, die alle Gotteskinder erfahren, sondern darum, ob wir mit der Sünde bewusst und gleichgültig umgehen; ob wir sie festhalten und nicht loslassen wollen. Wir werden nicht durch eigene Werke gerettet, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus, durch die Bekehrung zu Ihm. Erst wer Ihn, den Sohn Gottes, in kindlichem Glauben in sein Herz und Leben aufgenommen hat, wird Werke vollbringen können, die von der Echtheit seines Glaubens zeugen. Dieser Glaube muss die Wurzel im Wort Gottes haben. Der Herr Jesus sagt im Gleichnis über das vierfache Ackerfeld, dass es Menschen gibt, die das Wort Gottes wohl mit Freuden aufnehmen, aber keine Wurzel in sich haben und später abfallen (Matthäus 13,20-21).

Die Wurzel verbindet eine Pflanze mit dem Erdreich, wovon sie lebt; sie gibt ihr Festigkeit, saugt die Nahrung auf und leitet sie an die Pflanze weiter. Die Wurzel ist ein Bild für den Heiligen Geist, durch welchen wir mit bzw: In Gott verwurzelt sind. Der Heilige Geist leitet uns Leben aus Gott zu, indem er  die Nahrung aus dem Wort Gottes schöpft. Man kann das Wort Gottes oberflächlich aufnehmen, mit ihm sympathisieren, eine Zeitlang mit den Christen mitziehen, dann aber doch abfallen, weil man nie wirklich wiedergeboren wurde und so keine Wurzel in sich hatte. Jesus sagte zu Seinen Jüngern, die Ihm nachfolgten: Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. (Johannes 6,64)

Hebräer 6,4-6.8: Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. Wenn sie aber Dornen und Disteln trägt, bringt sie keinen Nutzen und ist dem Fluch nahe, so daß man sie zuletzt abbrennt.

Warum, muss es erst soweit kommen? Weil sie wohl erleuchtet, aber nie selber zum Licht wurden. Ich kann vom Licht angeschienen werden, dann bin ich erleuchtet; aber es muss mehr geschehen, wenn ich selber zum Licht werden soll. Weil sie wohl geschmeckt, aber nicht gegessen (aufgenommen) haben. Ich kann an einem Brot riechen, es kosten, schmecken (so wie Weinprüfer, der ein wenig Wein in seinen Mund nimmt, um sein Aroma zu testen, ihn danach aber wieder ausspuckt). Aber es muss mehr geschehen: Wir müssen das Brot essen, in uns aufnehmen. Es reicht nicht, Jesus bloss zu schmecken oder zu probieren, nein wir müssen Ihn in uns aufnehmen (Johannes 6,53-56. 63; 1,12).  Weil sie wohl der Wirkung des Heiligen Geistes teilhaftig wurden, Ihn aber nicht persönlich empfangen haben. Ich kann durch das Lesen des Wortes Gottes, durch den Besuch der Gottesdienste, der Wirkung des Geistes Gottes teilhaftig werden. Aber das reicht nicht aus. Nein, es muss zu einer wirklichen geistlichen Erneuerung kommen. Solche Menschen können wohl eine Zeitlang das Christentum imitieren, in einer örtlichen Gemeinde mitlaufen und mitmachen. Aber eines Tages fallen sie ab und verleugnen Jesus und durch ihre Werke. Viele fragen sich dann ganz verwundert: Wie kann das nur möglich sein?

Als der Herr Jesus vom Essen Seines Fleisches und Trinken Seines Blutes sprach, um ewiges Leben zu erlangen (Joh 6,53-59), sagten viele Seiner Jünger: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören! (Vers 60), und wandten sich von Ihm ab (Vers 66), obwohl Er ihnen zuvor erklärte, wie das gemeint war: Der Geist ist's, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben (V63).

Christ werden trotz Christ seins. Wir beschwindeln uns selbst, wenn wir behaupten: Wir sind alle Christen! Wenn ich dann fragte: Ja, wieso denn?, dann hiess es: Ich habe christliche Eltern, oder auch: Ich hatte eine christliche  Grossmutter! Darauf pflegte Billy Graham zu sagen: Wenn einer in einer Garage geboren wird, ist er noch lange kein Auto! Und wer in einer christlichen Familie geboren wurde, ist noch lange kein Christ! (Wilhelm Busch). Zu Petrus sagte Jesus: Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. (Lukas 22,32)

Einerseits bestätigte der Herr damit den Glauben des Petrus, andererseits aber sprach Er von der Notwendigkeit seiner zukünftigen Bekehrung. Hätte Petrus hier nicht einwenden können: Herr ich bin Jude, ein Sohn Abrahams. Ich lebe mit den Geboten, bin am achten Tag beschnitten, halte den Sabbat, bete dreimal am Tag, gehe zu den Passahfest und opfere. Und ich folge Dir schon fast drei Jahre nach ... Dennoch war eine Bekehrung für ihn notwendig. Ebenso musste sich Paulus bekehren, der Eiferer für das Gesetz, sowie auch alle anderen Apostel und Jünger. Jeder Mensch muss sich bekehren, wenn er gerettet werden will – auch Christen, seien sie nun Mitglieder der römisch – katholischen, protestantischen, evangelischen Kirche, Zeugen Jehovas, Mormonen, oder in einer Freikirche oder in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Nicht wenige werden zwar ins Christentum hineingeboren, so wie ein Jude ins Judentum hineingeboren wird. Aber nicht diese Geburt rettet, sondern nur eine Neugeburt:

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Johannes 3,3)

Trotz Taufe, Kirche, Konfirmation, Firmung, Gottesdienstbesuchen, Abendmahls muss man sich bekehren und wenn man es nicht tut, bleibt man verloren und ein Sünder. Als der Apostel Petrus sich später bekehrt und die Wiedergeburt erlebt hatte, schrieb er in seinem ersten Brief:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendige Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Glückseligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. (1.Petrus 1,3-5)

Die Menschen von heute gehen gerne in die Kirche (Evangelische oder Katholische), und hören belangloses reden und was noch viel schlimmer ist, dort wird Ökumene gelehrt, das bringt dich aber nicht zu Gott des Himmels, diese Lehre, sondern immer weiter weg zu den Irrlehren, deshalb gehen sie verloren. Wie es die Heilige Schrift es bezeugt (vgl. Lukas Kap. 19, Vers 10 & Epheser Kap. 4, Verse 17-19).

Wer das Zeugnis des Heiligen Geistes, von neuem geboren zu sein, in sich trägt (vgl. Römer 8,16), sollte sich dieser Sicherheit freuen und Jesus Christus dafür danken (und das Täglich). Wer aber dieses eindeutige Zeugnis des Heiligen Geistes nicht hat und trotzdem meint, er sei ein Christ, kann einem grossen Irrtum unterliegen. Doch heute können solche Christen, jeder, der da will, zur Sicherheit des Heils gelangen, indem sie sich ganz ernsthaft zu Jesus Christus bekehren. Warum also noch länger warten, morgen könnte es zu spät sein!

MNR – Norbert Lieth. Überarbeitete Text, April 2017

Nach oben