Der Gottesbeweis durch die Liebe

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.

Ich zitiere die Schlachter Version 2000.

Kann man Gott beweisen?

1. Der Gottesbeweis durch die Liebe

2. Das Goldene Tor

Werner Gitt Dir. und Prof. a. D. Dr.-Ing.

www.wernergitt.de

Über Gottesbeweise ist im Laufe der Geschichte viel diskutiert worden. Immer hat es starke Befürworter und ebenso heftige Kritiker gegeben. Das ist bis heute so geblieben. Schon in früheren Jahrhunderten hat man Gottesbeweise formuliert:

1. Der ontologische Gottesbeweis

Die erste bekannte Version des ontologischen Gottesbeweises wurde von Anselm von Canterbury (1033-1109) formuliert.

Seinen Namen erhielt der Beweis nach dem darin vorgenommenen Schluß von der logisch-begrifflichen Ebene zur Ebene des Seins (griech. to on, Genitiv ontos).

2. Der kosmologische Gottesbeweis

Die antiken und mittelalterlichen Varianten des kosmologischen Beweises gehen davon aus, daß das Universum eine Ursache haben muß, die außerhalb davon liegen muß.

3. Der Kausalitätsbeweis

Der kausale Gottesbeweis ("ex ratione causae efficientis") geht davon aus, daß sich alles, was in dieser Welt existiert, auf eine Ursache zurückführen läßt. Da man (in einer endlichen Welt) die Reihe der Ursachen nicht unendlich fortsetzen kann, muß es eine allererste Ursache geben, die selbst auf andere Ursache zurückgeführt werden kann.

4. Der teleologische Gottesbeweis

Der Begriff Teleologie (griech. telos = Zweck, Ziel; Logos = Lehre) bezieht sich traditionell auf Thomas von Aquin. Wir sehen an den Details der Schöpfung, daß alles zweckorientiert eingerichtet ist: Das Ohr dient zum Hören, das Auge zum Sehen, unser Gehirn zum nachdenken. All das bedarf einer äußeren Ursache. Diese muß notwendigerweise intelligent sein.

5. Allgemeines zu Gottesbeweisen

Alle diese Gottesbeweise sind so aufgebaut, daß es als erste Ursache zur Erklärung dieser Welt eines intelligenten Wesens bedarf. Dieses intelligente Wesen wird als Gott bezeichnet, ohne jedoch sagen zu können, welchen Gott man damit meint.

Spricht man heute irgendwo von einem Gottesbeweis, dann erhält man meistens eine der beiden folgenden Antworten, die sich jedoch fast entsprechen:

1) Die Existenz Gottes ist nicht beweisbar. Aber auch seine Nichtexistenz ist nicht beweisbar.

2) Der Philosoph Kant hat alle Gottesbeweise zerschlagen. Fazit: Gott kann man nicht beweisen.

6. Kant, der Alleszermalmer

Immanuel Kant lebte von 1724–1804; also vor über 200 Jahren. Kant und Lessing waren Zeitgenossen. Beide werden das "Zweigestirn der Aufklärung" genannt.  Neben Lessing ist Kant zum Inbegriff der Aufklärung geworden.

Kant wuchs in einem gläubigen Elternhaus auf. Er wurde pietistisch erzogen. Seine Eltern standen unter dem geistlichen Einfluß von Philipp Jakob Spener, dem Vater des Pietismus.

Anmerkung: Jemand könnte sich Fragen, was ist Pietismus? Der Pietismus ist nach der Reformation die wichtigste Reformbewegung im kontinentaleuropäischen Protestantismus. Theologisch versteht sich der Pietismus als eine Rückbesinnung auf zentrale Anliegen der Reformation, die jedoch durch die Aufnahme anderer Traditionsstränge in spezifischer Weise umgeformt wurden. Das fromme Subjekt rückt in den Fokus der pietistischen Bewegung, die reine Lehre sowie die kirchliche Einheit gerät dabei in den Hintergrund. So findet sich einerseits in der pietistischen Bewegung ein moderner Zug, da sie der Persönlichkeit des Einzelnen einen hohen Stellenwert gibt. Im Laufe seiner Entwicklung ist der Pietismus andererseits in weiten Teilen jedoch eine theologisch und sozial konservative Bewegung geworden.

Die pietistische Bewegung in Deutschland hat seit ihrer Entstehung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zahlreiche Veränderungen durchgemacht: Vom klassischen Pietismus der Barockzeit zum Spätpietismus des ausgehenden 18. Jahrhunderts und beginnenden 19. Jahrhunderts über die Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts und die Gemeinschaftsbewegung bis zur evangelikalen Bewegung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die kirchenkritische Strömung innerhalb des Pietismus wird als Radikaler Pietismus umschrieben.

Ende der Anmerkung.

Der junge Kant wandte sich jedoch schon im Studentenalter dem Geist der Aufklärung zu. Das begonnene Theologiestudium beendete er nach dem Tode des Vaters zugunsten philosophischer Studien. Auffallend ist, daß auch Darwin mit einem Theologiestudium begann und dann ebenfalls wie Kant gegen die Bibel dachte. Nietzsche war Pfarrerssohn, und wurde ebenfalls ein heftiger Kritiker der Bibel. Kant meinte, daß unser Erkenntnisvermögen äußerst beschränkt ist. Dennoch wirft unser Gehirn dauernd Fragen auf, mit denen – so meint Kant – es überfordert ist: Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Universum, nach der Unendlichkeit, nach der Seele, nach der Unsterblichkeit und auch nach Gott.

Die Bibel sagt hingegen, daß wir sehr wohl Gott erkennen können:

  • »Seid still und erkennt, daß ich Gott bin; ich werde erhaben sein unter den Völkern, ich werde erhaben sein auf der Erde!« (Psalm 46,11)
  • Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; (Römer 1,18-19)

Moses Mendelssohn (1729-1786), der Großvater des bekannten Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), nannte Kant den „Alleszermalmer“.

Kant vertrat die Auffassung: Beim Nachdenken über Gott und die Seele dreht das Denken leer. Wir können nicht wissen, ob es Gott gibt. Hier irrt Kant, denn die Bibel sagt uns genau das Gegenteil:

  • Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. (Römer 1,20-21)

Aus zwei Gründen können wir uns keineswegs auf Kant berufen, er lebte vor ca. 200 Jahren, und er hat nicht das wissen gehabt, das wir heute haben, wenn es um Gottesbeweise geht.

Erstens: Kant hatte nur einen kleinen Bruchteil der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Verfügung, die wir heute haben. Darum müssen wir selbst ganz neu über Gottesbeweise nachdenken.

Zweitens: Kant kannte nicht den Gott der Bibel. So ist er in dieser Frage überhaupt nicht kompetent.

7. Ist Gott beweisbar?

Wenn wir wissen wollen, ob Gott beweisbar ist oder nicht, dann müssen wir dazu die Bibel – das Buch der Wahrheit – befragen. Sie gibt uns die rechte Einschätzung. In Römer 1,20-21 wird erklärt, daß wir aus den erschaffenen Werken mit Hilfe unseres Verstandes auf die Existenz Gottes schließen können:

Römer 1,20-21: Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. Denn obgleich  sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.

Die Formulierung »Denn obgleich sie Gott erkannten« ist eine sehr starke Aussage. Mann kann es auch so formulieren, jeder Mensch weis das es einen Gott gibt, auch wenn er Ihn leugnet. Damit ist gesagt, daß Gott sich auch außerhalb der Bibel offenbart hat.

»Das Wort »Sie« bezieht sich auf alle Menschen die je gelebt und noch leben.«

Wir können es auch anders formulieren:

Warum leugnet der Mensch die Existenz Gottes?

Ob man nun Gott lediglich in frage stellt oder regelrecht leugnet, ist letztlich einerlei.

Warum nennt die Bibel einen solchen Menschen einen Toren (Römer 1,22; vgl. Jer 8,8-9; 1Kor 1,20-21)?

Nicht nur, weil er seine Augen für die Werke der Schöpfung verschließt oder sein Gewissen abgetötet hat, sondern weil er gerade mit seiner Leugnung Gott einen zusätzlichen Existenzbeweis erbringt!

Denn jemand, der nicht existiert, muß nicht geleugnet werden!

Oder ist derjenige etwa nicht ein Tor, der in einem mit Tisch und Stühlen möblierten Zimmer sitzt und fortwährend behauptet: «Es gibt hier keinen Tisch und keine Stühle!»?

Der Gottesleugner ist im Grunde genommen auf der Flucht vor der Tatsache (um die er tief in seinem Herzen weiß), daß er letztlich eben doch mit dem Gott konfrontiert wird, den er leugnet (vgl. Prediger 9,5; 7,2; Hiob 30,23; Hebr 9,27; Pred 3,11; Jes 40, 28).

Aus diesem Grunde befürworte ich Argumente, die zweifelsfrei auf Gott hinweisen.

8. Der prophetisch-mathematische Gottesbeweis

Schon seit etlichen Jahren beschäftige ich mich mit den Prophetien der Bibel. Als ich in der amerikanischen Dake’s Bible die Anzahl der bereits erfüllten Prophetien (3268) fand, war das für mich eine Herausforderung, einmal mathematisch zu ermitteln, wie unwahrscheinlich es ist, daß sich die Prophetien hätten zufällig erfüllen können.

Auf die mathematischen Details will ich hier nicht eingehen. Ich nenne nur das Endergebnis der Berechnungen:

Selbst wenn wir für die Erfüllung einer Prophetie die hohe Wahrscheinlichkeit von 0,5 annehmen, errechnen wir dafür, daß sich alle 3268 Prophetien zufällig erfüllen könnten, einen Wert von

w = 10-984

(Das ist eine Null vor dem Komma, dann folgen 984 Nullen und dann erst erscheint die erste Ziffer)

Wie kann man sich eine so immens kleine Zahl veranschaulichen?

Dazu verwende ich das Ameisenmodell, das ich in meinem Buch - So steht’s geschrieben1 ausführlich beschrieben habe. Man stelle sich einen Ameisenhaufen vor, in dem sich unter den vielen schwarzen Ameisen nur eine einzige rote Ameise befindet. Es ist leicht einzusehen – je größer der betrachtete Haufen wird, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, die eine rote Ameise zufällig (z.B. mit verbundenen Augen) herauszugreifen.

Die Frage lautet nun: Bei welcher Ameisenzahl sind zwei Wahrscheinlichkeiten gerade gleich?

1) Aus einer noch zu ermittelnden Zahl von schwarzen Ameisen zufällig die eine rote herauszugreifen?

2) Und daß sich 3268 Prophetien zufällig erfüllen?

Reicht eine Badewanne voller Ameisen aus, oder muß die ganze Erde 10 Meter dick mit Ameisen bedeckt sein? Die korrekte Lösung ist: Man müßte nicht nur die Erde, sondern 10896 (eine eins mit 896 Nullen) Universen auffüllen.

Was drückt diese immens große Zahl aus, die noch jenseits aller astronomischen Größenverhältnisse liegt?

Es muß einen allwissenden und allmächtigen Gott geben, der die Prophetien im Voraus nennen konnte und sie später aufgrund seiner Allmacht auch in die Realität umgesetzt hat.

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1W. Gitt: So steht’s geschrieben, CLV Verlag Bielefeld, 8. Auflage 2011, 255 S.

Diese Muß-Aussage können wir auch einen Gottesbeweis nennen. Ich formuliere hier drei Folgerungen aus den Berechnungen:

a.) Nachweis der Existenz eines allmächtigen und allwissenden Gottes.

Da die prophetischen Aussagen sich nicht zufällig erfüllen konnten, bedarf es eines allmächtigen und allwissenden Gottes, der die Prophetien im Voraus nennen konnte und später aufgrund seiner Allmacht auch in die Realität umgesetzt hat.

b.) Der prophetisch-mathematische Gottesbeweis

Der Atheismus ist widerlegt, unwiderruflich!

Da die Erfüllung der Prophetien nur durch einen Gott möglich ist, haben wir durch unsere Rechnungen einen prophetisch-mathematischen Gottesbeweis erbracht. Wir können es auch so sagen: Der Atheismus konnte auf zweifache Weise widerlegt werden – mit Hilfe der Naturgesetze der Information und durch den „Prophetisch-mathematischen Gottesbeweis“.

Die Bibel bewertet das atheistische Denken in Psalm 14,1: Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott!« Sie handeln verderblich, und abscheulich ist ihr Tun; da ist keiner, der Gutes tut.

Weiterhin heißt es: Aber dem Gottlosen wird es nicht gut ergehen, und er wird, dem Schatten gleich, seine Tage nicht verlängern, weil er Gott nicht fürchtet! (Prediger 8,13)

Die Atheisten greifen somit nicht nur ins Leere, sondern befinden sich auf dem Weg zur ewigen Verdammnis: Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16,16)

Wir können es auch so sagen: Wer aber nicht an den Herrn Jesus Christus glaubt, der wird für ewig verdammt werden.
 

c.) Der Beweis für den Gott der Bibel als einzig existierenden Gott

Da es bei unserer Betrachtung um die Prophetien in der Bibel ging, ist der im Beweis geforderte Gott kein anderer als der lebendige Gott der Bibel.

Damit erweisen sich alle in den verschiedenen Religionen genannten Götter als nichtexistent, d.h. sie sind in biblischer Sprachweise nichtige Götzen (Psalm 96,5; vgl. Ps 115,4-8; Jes 42,5.8).

9. Bedeutung der Gottesbeweise

Wer vom mathematisch-naturwissenschaftlichen Denken geprägt ist, dem mag diese nüchterne Vorgehensweise eine Tür geöffnet zu haben, um sich dem Gott der Bibel zu nähern, und um schließlich im nächsten Schritt auch zum Glauben an den Herrn Jesus Christus zu kommen.

Wie aber können Menschen von Gott überzeugt und gewonnen werden, die ganz anders orientiert sind? Gibt es vielleicht einen Gottesbeweis, der geeignet ist, das Herz eines jeden Menschen zu erreichen?

Die Liebe ist das Größte, und es ist jenes Phänomen, wofür jedes menschliche Herz empfänglich ist – sei es ein Urwaldbewohner, der nie etwas von irgendeiner Wissenschaft gehört hat, oder ein Physik-Nobelpreisträger, der versucht, die Urgründe der Materie zu erforschen.

Kann es sein, daß Gott sich in seiner Liebe offenbart hat und damit allen Menschen – und damit auch Ihnen, lieber Leser – den

Universalbeweis seiner Existenz und seines Wesens geliefert hat?

In der Tat hat Gott das getan. Wie wir den Beweis verstehen können, soll im Folgenden gezeigt werden:

10. Der Gottesbeweis durch die Liebe

Problem: Wie soll man an einen Gott glauben, den man noch nie gesehen hat und dessen Charaktereigenschaften den Menschen unbegreiflich sind? Die Schöpfung allein vermittelt nur ein verzerrtes Bild über Ihn.

10.1 Vorstellungen über Gott durch Betrachten der Schöpfung

Wir beobachten in der Schöpfung unermeßlich viel Intelligenz und Genialität in den Konzepten, aber auch das andere: Schönheit ist mit Häßlichkeit, Güte ist mit Bosheit, Dunkelheit ist mit Licht, Gewalt ist mit Sanftmut, Gefahr ist mit Sicherheit und Liebe ist mit Hass gepaart sind.

Die meisten Heiden und Evolutionstheoretiker, die Gottes Wort nicht kennen sind durch Naturbeobachtung zu dem Schluß gekommen, daß der Gott – wenn es ihn denn gibt – "ein böser Gott sein muß". Aber Gott kann nicht böse sein, weil Er die Liebe ist. Die Tatsache, daß in der Natur die stärkeren Lebewesen die schwächeren bestialisch töten, um zu überleben, ist für sie ein starkes Argument, das nicht widerlegbar zu sein scheint. Auch die Neigung im Menschen sowohl zum Guten als auch zum Bösen, bestätigt diese Aussage.

Menschen, die die Bibel nicht kennen, wissen nichts von einem Sündenfall, der die ursprünglich sehr gute Schöpfung in den Sog des Falles riß und damit sowohl das Wesen des Menschen wie auch die Verhaltensweisen in der Tierwelt veränderte. Erst nach dem Sündenfall haben wir giftige Schlangen und Skorpione, Löwen und Hyänen mit Reißzähnen!

Ohne vom Sündenfall zu wissen, festigt sich in den Köpfen der Menschen eine Vorstellung über Gott, daß in seinem Herzen Gut und Böse genauso wohnen müssen wie bei den Menschen. Wenn man so denkt, dann bleibt nur zu wünschen und darauf zu hoffen, er möge den Menschen wohlgesonnen sein.

Auf dies verwirrende Bild der Schöpfung lassen sich wahrscheinlich viele heidnische Opfertraditionen zurückführen. Die Opfer sollten das Böse in den Göttern besänftigen, damit sie den Menschen wohlgesonnen sind. Welcher Mensch hat sich nicht schon einmal durch Geschenke besänftigen lassen? Warum soll es dann für den Gott oder die Götter nicht ebenso möglich sein? So denkt manch einer, dem man dabei eine gewisse Denkkonsequenz nicht absprechen kann. Den Göttern der Hindus oder der antiken Griechen hat man nur allzu menschliche Eigenschaften zugeschrieben. Auch der Allah der Muslime rasselt sofort mit dem Säbel, wenn man nicht Mitglied in seinem Club ist.

Der Journalist Jan Roß beschreibt in einem Buch2, wie sich wohl der Mensch ohne biblische Offenbarung einen Gott vorstellen würde:

„Wahrscheinlich wie ein ins Überdimensionale und Übermenschliche gesteigerter Comic-Held, ein kosmischer Superman, Batman oder Spiderman – stark, unverwüstlich, Athlet und Sheriff, ein Schützer von Recht und Ordnung für das ganze Universum“ (S. 93).

10.2 Wie aber ist der Gott der Bibel?

Der Gott der Bibel aber hat durch seine Botschaften alle Göttervorstellungen in den Religionen der Völker grundlegend korrigiert:

Jesaja 55,8-9: Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der JACHWEH; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. (vgl. Röm 11,33-36; Hiob 11,7-8; Ps 92,6; 103,11)

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2Jan Roß: Die Verteidigung des Menschen – Warum Gott gebraucht wird, Rowohlt Berlin, 2012, 234 S.

Dann fügte er eins nach dem anderen seine Charaktereigenschaften hinzu, die nicht aus der Schöpfung ableitbar sind:

Johannes 3,16: Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (vgl. Röm 8,31-39; 1Joh 4,9-12)

Jesaja 51, 6: Erhebt eure Augen zum Himmel und schaut auf die Erde drunten; denn die Himmel werden vergehen wie ein Rauch, und die Erde wird wie ein Kleid zerfallen, und ihre Einwohner werden auf dieselbe Weise umkommen; aber mein Heil wird ewig bleiben und meine Gerechtigkeit nicht zugrundegehen.

Psalm 100,5: Denn der JACHWEH ist gut; Seine Gnade währt ewiglich Und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht. (vgl. Ps 25,8; Mk 10,18; Joh 10,11; Ps 36,6; 86,5; 107,1.8; Lk 1,50)

2. Samuel 7,28-29: Und nun, Jachweh, Jachweh, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit, und du hast deinem Knecht so viel Gutes zugesagt. So lasse es dir nun wohlgefällig sein, das Haus deines Knechtes zu segnen, daß es ewiglich vor dir sei; denn du selbst, Jachweh, Jachweh, hast es gesagt. So möchte denn das Haus deines Knechtes mit deinem Segen gesegnet werden ewiglich!

Psalm 36,6: JACHWEH, deine Gnade reicht bis zum Himmel, Deine Treue bis zu den Wolken!

Jeremia 31,3: Von ferne her ist mir der Jachweh erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.

Jesaja 61,8: Denn ich, der Jachweh, liebe das Recht und hasse frevelhaften Raub; ich werde ihnen ihren Lohn getreulich geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.

Jeremia 10,12: Er ist's, der die Erde erschaffen hat durch seine Kraft, der in seiner Weisheit den Weltkreis abgegrenzt und mit seinem Verstand den Himmel ausgespannt hat.

Johannes 14,27: Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!

1. Korinther 14,33: Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen.

Psalm 146,6: Er hat Himmel und Erde gemacht, Das Meer und alles, was darin ist; Er bewahrt Treue auf ewig.

2. Korinther 1,3-5: Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. Denn wie die Leiden des Christus sich reichlich über uns ergießen, so fließt auch durch Christus reichlich unser Trost.

Jesaja 33,17: Deine Augen werden den König in seiner Schönheit schauen; du wirst das Land erweitert sehen.

Apostelgeschichte 7,2-3: Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, hört! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: »Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!«

Psalm 18,31: Dieser Gott – sein Weg ist vollkommen! Das Wort des Jachwehs ist geläutert; er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

5. Mose 32,4: Er ist der Fels; vollkommen ist sein Tun; ja, alle seine Wege sind gerecht. Ein Gott der Treue und ohne Falsch, gerecht und aufrichtig ist er.

Wer dürfte jemals behaupten, auch nur eine einzige der Charakterisierungen Gottes aus der obigen Liste würde auf ihn zutreffen?

Selbst die Liebe, die im Herzen aller Menschenkinder aufflammt, erlischt doch oft schon nach kurzer Zeit wie ein Strohfeuer.

Ewige, bis zu den Wolken reichende Güte und Treue in den Menschen, findet man nur in der Märchenliteratur.

Eine Gerechtigkeit, die nicht zerbrechen kann, ist hier auf Erden ein Ding der Unmöglichkeit.

Und der Frieden entpuppt sich immer wieder als eine glitzernde Fata Morgana in der Wüste einer kriegerischen Welt.

Von der Weisheit ist ganz zu schweigen – wie sonst können selbst Nobelpreisträger eine Idee propagieren, die allen Ernstes behauptet, die unvorstellbare Komplexität des Lebens sei allein dem Würfelspiel mit der Materie zu verdanken.

10.3 Der Schöpfer ist die Quelle der Vollkommenheit

Der Mensch sehnt sich zwar nach Vollkommenheit, aber nirgendwo in dieser Welt kann er sie finden. Seine Suche danach drückt sich am deutlichsten darin aus, in allen Bereichen des Lebens immer nach dem Besten zu streben:

Ein Firmenchef begnügt sich nicht mit einem kleinen Marktanteil seines Produktes, vielmehr strebt er danach, den Markt zu beherrschen. Volkswagen hat am 14.01.2013 das hundertste Werk eröffnet (in Mexiko). Seit 2010 hat der Konzern seinen Absatz jährlich um etwa eine Million Autos gesteigert. Würden alle in 2012 von VW produzierten Autos hintereinandergestellt, ergäbe das ein Schlange von 38 500 Kilometern Länge, und das ist knapp einmal um den Äquator. Das nächste anvisierte Ziel ist, Toyota zu überholen und damit Platz 1 in der Welt einzunehmen.

(Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 15. Januar 2013)

Ein heiratswilliger junger Mann sucht nicht eine arme, kranke und schlecht aussehende Frau, sondern eine Traumfrau, die attraktiv und intelligent ist und auch eine gute Mitgift einbringen darf.

Ein Wissenschaftler möchte seine Forschungsergebnisse nicht in einer unbedeutenden Lokalzeitung veröffentlichen, sondern in einer international renommierten Fachzeitschrift, die ihm das ersehnte Ansehen einbringt.

Seit dem Sündenfall wandert der Mensch als unvollkommenes Wesen umher. Alle Anstrengungen, die Vollkommenheit wieder aus eigener Kraft zu erlangen, sind fehlgeschlagen. Seine Liebe und Sehnsucht danach sind im Grunde genommen die Sehnsucht nach Gott und Seiner Vollkommenheit. Eigentlich müßte der Mensch Gott inbrünstig lieben, weil er vollkommen ist. Aber dem ist nicht so. Der Mensch strebt nach göttlicher Vollkommenheit, damit er selbst liebenswert und anbetungswürdig wird – wie Gott.

Wie sonst sind all die Personenkulte zu erklären? Die römischen Kaiser ließen sich als göttlich verehren, und Lenin war zur Zeit der Sowjetunion durch unzählige Denkmäler und Bilder zum allgegenwärtigen Gott geworden.

Im Dezember 2011 starb der nordkoreanische Diktator Kim Jongil. Seitdem wurden Unmengen von Statuen errichtet und Denkmäler aktualisiert. Für diesen Personenkult werden 40 Millionen Dollar ausgegeben. Eine 23 Meter hohe Statue wurde im April 2012 fertiggestellt und kostete 10 Millionen Dollar. Und diese ist nur eine von 200 000 solcher Denkmäler im Lande.

(Quelle: Tageszeitung "DIE WELT" vom 01.11.2012)

10.4 Die Sehnsucht nach Liebe

Wenn die Liebe zu Gott durch die Sehnsucht nach seinen Attributen im Herzen verankert ist, braucht der Mensch gar keinen externen Gott, meinen die Atheisten. Sie sagen: Ich tue Gutes, stifte Frieden und bin auch jedem gegenüber freundlich. Was will ich noch mehr? Damit ist nach ihrer Ansicht alles erfüllt, was religiöse Menschen von ihren Göttern erwarten. Aber sie merkten nicht, daß ihre Sehnsucht nach Liebe, Gerechtigkeit und Weisheit nur als Schatten in ihren Herzen existierten. Seitdem Gott und Menschen voneinander getrennt sind; ist das Original seiner Sehnsüchte nur bei dem Schöpfer zu finden.

Menschliche, irdische Liebe ist mit Lüge und Egoismus verunreinigt, was nur allzu häufig zu endlosen Enttäuschungen führt. Seine Gerechtigkeit ist wie ein flackerndes Kerzenlicht, das bereits bei einem leisen Windhauch erlischt. Wohin soll er gehen, um den Frieden zu finden?

10.5 Gott sucht uns

Trotz seiner Rebellion gegen Ihn (d.h. Jesus Christus) hat der in der Bibel genannte Gott die Menschen nicht ihrem Schicksal überlassen. Er hat immer wieder zu verstehen gegeben, daß seine Geschöpfe ohne seine Hilfe sowohl in dieser Welt als auch nach dem Tod verloren sind.

Der Mensch kann all seine Sehnsucht nach Liebe und Güte, nach Gerechtigkeit und Frieden nur bei Ihm stillen, wenn er sie denn haben will und neugierig ist, wie ihr Original bei Gott aussieht. Aber schon das Original seiner Liebe, wonach er sich eigentlich sehnt, paßt dem so mangelhaften Menschenkind gar nicht. Denn sie ist bedingungslos, gütig, gerecht, wertschätzend, barmherzig, sanftmütig, friedlich, auf Wahrheit gegründet und ewig. Er (der Mensch) kann diese Art von Liebe (griech. Agape) gar nicht erbringen.

Treffend hat es Paulus übermittelt, im Römerbrief, aber das bezieht sich auf einen Menschen, der von oben herab wiedergeboren ist, zu einer neuen Schöpfung (Kreatur).

  • Römer 5,3-5: Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, daß die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Aber anstatt Gott um Hilfe zu bitten, stürzt schon diese kleinste Offenbarung des Schöpfers über seine Liebe die Herzen der Menschen in Unglauben. Sein Vorwurf ist immer derselbe: Sie ist unmöglich, und sie übersteigt sein Fassungsvermögen. Woran liegt das? Seit Adams Fall beherrschen drei Motive die Menschen und treiben sie an: Egoismus, Ruhm und Ehre. Diese Drehung Angelpunkte bestimmten seine Ausrichtung und sein Handeln. Alle persönlichen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systeme sind so angelegt, sie zu verwirklichen und zu erhalten. Für deren Bestand wird je nach Bedarf gelogen oder auch die Wahrheit gesagt, ja sogar in großem Stil Gewalt angewendet.

Als Gegengewicht zu den menschlichen Zielen offenbart uns Gott seine Lebensmaxime: Statt Egoismus Liebe, statt Ruhm Demut und statt Ehre Wertschätzung. Er erwählt die Liebe als Krone seiner Zehn Gebote, ohne die sie gar nicht erfüllbar wären.

In Römer 13,10 lesen wir: Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Dadurch wird auch deutlich, welches Gebot die Menschen direkt in die Verlorenheit führt, auch wenn man die anderen Gebote gehalten zu haben meint.

Den selbstgerechten und "gesetzestreuen" Pharisäern hält Jesus vor:

Lukas 11,39-48: Da sprach der Herr zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit. Ihr Toren! Hat nicht der, welcher das Äußere schuf, auch das Innere gemacht? Gebt nur von dem, was darin ist, Almosen, siehe, so ist euch alles rein! Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Minze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgeht! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen. Wehe euch Pharisäern, daß ihr den ersten Sitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten liebt! Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr wie die unkenntlich gewordenen Gräber seid, über welche die Leute dahingehen, ohne es zu wissen! Da antwortete einer der Gesetzesgelehrten und sprach zu ihm: Meister, mit diesen Worten schmähst du auch uns! Er aber sprach: Wehe auch euch Gesetzesgelehrten! Denn ihr ladet den Menschen unerträgliche Bürden auf, und ihr selbst rührt die Bürden nicht mit einem Finger an. Wehe euch, daß ihr die Grabmäler der Propheten baut! Eure Väter aber haben sie getötet. So bestätigt ihr also die Taten eurer Väter und habt Wohlgefallen daran; denn jene haben sie getötet, ihr aber baut ihre Grabmäler.

Das Phänomen Liebe ist der Gegenpol zum Egoismus. Da, wo der Egoismus besitzen, Macht ausüben und ständig nehmen will, gibt die göttlich orientierte Liebe mit vollen Händen. Dort wo Egoismus wüten und zerstören will, baut diese Liebe auf und stiftet Frieden. Es ist eine Kraft, die der Mensch nicht von sich aus hervorbringen kann, weil die in ihm herrschende Kraft ihn zum Egoismus lenkt.

Selbst der Apostel Paulus bekennt von sich:

Römer 7,14-20: Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, daß es gut ist. Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

Nur die Liebe kann den Egoismus aufheben. Sie ist die einzige treibende Kraft und Macht, die Raum und Zeit überwinden kann, die unterschiedliche Individuen zu einer Einheit verschmelzen läßt und die in der Lage ist, sich mentalen, kulturellen und rassistischen Gesetzen und Verboten zu widersetzen. Sie ist eine geheimnisvolle Kraft, die sogar Entfernungen aufzuheben vermag. Sie ist eine unsichtbare Infrastruktur. Sie ist Impulsgeber und Impulsempfänger zugleich. Sie ist mit einem Chemielabor vergleichbar, wo steinerne Herzen zu einfühlsamen, fleischernen umgewandelt werden.

In Hesekiel 11,19-20 lesen wir: Ich aber will ihnen ein einiges Herz geben, ja, ich will einen neuen Geist in euer Innerstes legen; und ich will das steinerne Herz aus ihrem Leib nehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Satzungen wandeln und meine Rechtsordnungen bewahren und sie tun; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Wenn die Liebe erkaltet, erobert der Egoismus seine Macht zurück. Dann kann der arme Mensch nicht mehr begreifen, warum er als Liebender mit vollen Händen gegeben hat. Er nennt diesen einst durch die Liebe entstandenen Zustand nun Blindheit und bereut bitter, großzügig, hilfsbereit, verständnisvoll und gütig gewesen zu sein, weil sein Herz mit Liebe erfüllt war. Er sieht die Liebe nun als Krankheit, die blind, taub und selbstlos und bettelarm macht. Im Grunde genommen lehnt er die Liebe ab, weil sein Egoismus ihn entlarvt hat, obwohl er selbst die Hingabe der Liebe als Balsam für die Seele erlebt hatte.

10.6 Wir wissen nicht, was "Liebe ist"

Auch wenn der Mensch sich nach den Wohltaten der Liebe sehnt, ist er nicht in der Lage, die Liebe von der hier die Rede ist, selbst zu erzeugen. Er mag mit seinem Intellekt die "Zutaten", aus denen die Liebe besteht, zusammenzumischen, um damit seine Vorstellung von ihr zu verwirklichen. Jedoch erweist sich dieses Experiment nach kurzer Zeit als Fehlschlag. Die Liebe, die er nach seinen Vorstellungen zu produzieren, zu manipulieren und zu reproduzieren versucht, erweist sich als etwas völlig anderes als das Gesuchte. Schon seine Bemühungen, die Liebe zu ergründen, offenbaren sich daher als durchweg nebulös. Bei allem Herumphilosophieren bei den "Dichtern und Denkern" kommt ohne das göttliche Wort nur sehr Spärliches heraus:

  • Liebe ist Geben und Nehmen. (Sprichwort)
  • Liebe ist die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden wird. (George Bernard Shaw).
  • Liebe ist die ständig variierende Mischung aus dem Glück jemanden zu haben und aus der Angst genau diesen Jemand zu verlieren. (Sprichwort)
  • Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße. (Franz Kafka)
  • Die Liebe ist Sehnsucht, und gestillte Sehnsucht vergeht. (Hans Christian Andersen)
  • Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. (Napoleon Bonaparte)
  • Liebe ist nur ein schönes Wort für Triebe. (Sigmund Freud)
  • Liebe kann viel, Geld kann alles. (Jaques Bénigne Bossuet)
  • Liebe ist der Versuch der Natur, den Verstand aus dem Wege zu räumen. (Thomas Niederreuther).

Neulich sagte eine Schauspielerin, nachdem ihr Liebe geplatzt war: "Als das Strohfeuer abgebrannt war, stank es nur noch nach Schwefel."

Sucht man nach dem Unterschied zwischen menschlicher und göttlicher Liebe, so könnte es die folgende Formulierung auf den Punkt bringen:

Die menschliche Liebe liebt den anderen, weil er so ist, wie er ist. Und die göttliche Liebe liebt den anderen ganz gleich, wie er ist.

10.7 Woher kommt die Liebe?

Wenn die Liebe schon ein undefinierbares und von Menschenhand nicht reproduzierbares Phänomen ist, woher kommt sie dann? Das kann kein Wissenschaftler genau erklären. Diejenigen, die meinen, die Welt und alles Leben sei durch Evolution entstanden, müssen konsequenterweise auch annehmen, die Liebe habe sich im Laufe der Evolution entwickelt. Damit wäre die Liebe nur eine willkürliche Spielerei von Materieteilchen.

Da die Evolution aber durch die Naturgesetze der Information3 widerlegt ist, ist damit auch die evolutive Entstehung der Liebe ad absurdum geführt.

So wie die DNS-Information der Zellen nicht von alleine in der Materie entstehen kann, sondern einen geistigen Urheber benötigt, braucht auch die Liebe eine Quelle, aus der sie entspringt. Es bleibt nur eine einzige Alternative übrig: Sie wurde von einem weisen Schöpfer kreiert. Und dieser Urheber sagt uns, daß er selbst die Quelle der Liebe ist und daß die Liebe sein Wesen beschreibt:

1Johannes 4,16: Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

(vgl. 1Joh 4,9-10)

Die Liebe hat er nicht für sich behalten, denn er sagt uns: Von ferne her ist mir der JACHWEH erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade. (gemäß Jeremia 31,3 und Römer 5,8). Wir haben die schriftliche Bestätigung, daß unser Vater im Himmel die Liebe auch in unsere Herzen gelegt hat:

Römer 5,1-5: Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, daß die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

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3W. Gitt: Am Anfang war die Information, Hänssler-Verlag, 3. Auflage 2002, 360 S. 14

10.8 Wie Gott sich offenbart hat

10.8.1 Die Schöpfung

Gottes Bemühungen, sich und die Gesetze seiner ganzen Schöpfung seinen Menschenkindern verständlich zu machen, stießen auf taube Ohren. Angefangen von der Komplexität seines Universums bis hin zu seinem Himmelreich blieb alles ein Mysterium für die Menschen.

Dieser grundsätzlichen Unkenntnis stehen die erworbenen Teilkenntnisse der Menschen über die Schöpfung durch die Wissenschaft gegenüber. Beides klafft weit auseinander. Trotzdem verlassen sich die Menschen lieber auf die Teilkenntnisse der Wissenschaft, die doch immer wieder korrigiert werden müssen, statt auf den Schöpfer, der alles weiß.

10.8.2 Gott selbst kommt zu uns

Dann ging der Gott der Bibel noch einen Schritt weiter, damit unsere Augen sehen und unsere Ohren hören möchten. Der Schöpfer selbst hat sein Himmelreich verlassen und ist in der Gestalt eines Menschen zu den Menschen gekommen.

Philipper 2,5-11: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Jahwe ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Er brachte sich damit selbst in die Schöpfung ein und zeigte immer wieder seine Macht über Naturkräfte, Dämonen, Krankheiten und sogar über den Tod. Aber diesmal hatte (und hat heute noch) der Mensch, seinem verdorbenen Denken entsprechend, einen neuen Einwand gefunden, nämlich, daß der wahre Gott nicht die Gestalt eines Menschen haben könne und dürfe. Er will darüber entscheiden, wie der Schöpfer auszusehen hat. Wäre der Gott der Bibel jedoch in einer anderen Gestalt zu den Menschen gekommen, wer hätte ihn als Schöpfer erkannt? Läge nicht die Vermutung nahe, ihn als Außerirdischen oder Gespenst zu identifizieren, auch wenn er unsere Sprache spräche? Und wäre er in göttlicher Machtfülle gekommen, wer hätte am Leben bleiben können? Im Grunde genommen kann Gott tun und lassen, was er will, es ist dem Menschen nie recht.

In Lukas 19,14 sagen die Leute:

Seine Bürger aber haßten ihn und schickten ihm eine Gesandtschaft nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!

Als Beweis seiner Existenz kann Er sogar seine Worte durch die Erfüllung seiner Prophezeiungen als sein eigenes Siegel bestätigen, und Er kann unter seinem Volk wohnen, dennoch ist es dem Menschen nie genug. Am Ende verwirft der vom Bösen beherrschte Mensch alles, was er nicht begreift.

Die Muslime lehnen Jesus als Sohn Gottes deshalb ab, weil Er wie jeder andere Mensch aus Fleisch und Blut von einer Jungfrau geboren wurde. Sie akzeptieren ihn als Prophet, der – ähnlich wie Mose – mit Gottes Erlaubnis Wunder tat. Die Tatsache, daß Jesus wie jeder andere Mensch geboren wurde, gelitten hat, gefangen genommen und schließlich getötet wurde, ohne sich zu befreien, um seine Herrlichkeit als Gott unter Beweis zu stellen, haben Menschen ihn verworfen:

Lukas 23,35: Und das Volk stand da und sah zu. Und es spotteten auch die Obersten mit ihnen und sprachen: Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er der Christus ist, der Auserwählte Gottes!

Wenn Jesus vor dem Hohepriester bei Gott beschwören sollte, daß er der Sohn Gottes (Matthäus 26,63) und damit gottgleich (Johannes 10,30; Philipper 2,6) ist, dann mußte er konsequenterweise auch die Welt erschaffen haben.

Das kann bis heute niemand begreifen; es läßt sich nur im Glauben fassen. Wie auch soll ein Mensch, der sein irdisches Leben in Israel verbracht hat und nie wie ein Vogel zu anderen Ländern oder zu den Sternen geflogen ist, Himmel und Erde erschaffen haben? Wenn ja, wo soll er all die Materie und das Wasser hergeholt haben? Heute noch versagt aller menschliche Verstand bei der Suche nach dieser Antwort. Auch seine Worte:

Matthäus 28,16-20: Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Überfordert heute noch das Begriffsvermögen von aufgeklärten Wissenschaftlern, weil sie genauso wie damals vor zweitausend Jahren nicht begreifen können, wie Jesus heute gleichzeitig in Deutschland, Australien, Japan oder USA und bei sieben Milliarden Menschen sein kann. Genau dieses Phänomen, das wir nicht verstehen und wissenschaftlich nicht ergründen können, ist die Ursache, daß wir sein Wort als Wahrheit nicht akzeptieren.

Durch den Fortschritt in der Technik verstehen wir heute, was vor zweitausend Jahren unbegreiflich war. Wir sehen und hören einen Menschen, der Tausende von Kilometern von uns entfernt ist, als stände er direkt neben uns. Dieser Fortschritt erleichtert uns zwar den Glauben, daß Gott uns von seinem Himmelreich herab sehen und hören kann, aber wie Er gleichzeitig bei sieben Milliarden Menschen im Wohnzimmer sein kann, bleibt uns ein Mysterium. So gesehen haben die Menschen die Informationsinfrastruktur in der materiellen Welt fast erschlossen, aber die Infrastruktur der himmlischen Welt ist uns immer noch unbekannt.

Jesus beklagt in Lukas 7,30-34 wie die Menschen gleichgültig und ablehnend mit ihm umgegangen sind:

Lukas 7,30-34:  Und das ganze Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes; die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten verwarfen den Ratschluß Gottes, sich selbst zum Schaden, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen. Und der Jahwe sprach: Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Und wem sind sie gleich? Sie sind Kindern gleich, die am Markt sitzen und einander zurufen und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint! Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der aß kein Brot und trank keinen Wein; da sagt ihr: Er hat einen Dämon! Der Sohn des Menschen ist gekommen, der ißt und trinkt; da sagt ihr: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!

Wie Gott auch zu uns kommt, die Menschen sind nie zufrieden.

10.8.3 Gott kommt zu uns und tut selbst alles, was ER uns zu tun gelehrt hat

So ein Konzept gibt es in keiner Religion. Kein Religionsstifter hat je das erfüllt, was er anderen gelehrt hat. Hier ist Jesus einzigartig. Dazu einige Beispiele:

1. Gesetz:

Den Menschen des Alten Bundes wurde gelehrt, das Gesetz einzuhalten. Wenn es kein Mensch erfüllen konnte, so tat Jesus es doch:

Galater 4,4-5: Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.

2. Mitfreuen und Mitweinen:

Die Bibel lehrt  in Römer 12,15: Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!

Auf der Hochzeit zu Kana feierte Jesus mit den Hochzeitsgästen. Als aber Lazarus gestorben war und er sah, wie Maria und auch die Juden um ihn weinten (Johannes 11,33.35), da weinte auch Jesus mit ihnen.

3. Dem Teufel widerstehen:

Es ist uns geboten: So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; (Jakobus 4,7) Auch Jesus wurde vom Teufel versucht. In Matthäus 4,1-11 ist davon berichtet, wie dies sogar dreimal hintereinander geschah. Dreimal widerstand Er, und dann heißt es in Matthäus 4,11: Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.

4. Nicht sündigen:

Die Bibel lehrt, daß wir nicht sündigen sollen. Die Bibel sagt uns aber auch, daß wir es nicht schaffen:

1Johannes 1,8: Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

Was immer auch die Bibel von uns fordert, Jesus hat es in allen Punkten erfüllt. Er sündigte nie. Hebräer 4,15: Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise, doch ohne Sünde.

5. Immer vergeben:

Petrus fragte den Herrn in Matthäus 18,21: Wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal?

Darauf antwortet ihm Jesus in Matthäus 18,21-22:  Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!

Damit wollte Jesus sagen: Nicht nur 490-mal, sondern immer!

Diese Aussage Jesu macht mir viel Mut – auch mir wird vergeben! Wenn Jesus von uns fordert, immer zu vergeben, dann kann ich mich darauf verlassen, daß er selbst dann auch ganz gewiß tut.

Auch für uns gilt dann: Wenn wir zu ihm kommen, wird Er auch uns immer vergeben – so oft wir auch zu ihm kommen.

10.8.4 Gott gibt sich ganz hin

Dann ging Gott noch einen Schritt weiter, die ungläubigen Herzen seiner Geschöpfe zu berühren. Jesus, der Sohn Gottes, ging freiwillig zum Kreuz, ohne irgendeine Bedingung an den Menschen zu stellen, allein aus Liebe und Gnade, um seine Geschöpfe vor der ewigen Verlorenheit zu retten.

Jan Roß beschrieb in dem bereits oben genannten Buch die Erniedrigung Gottes am Kreuz sehr treffend:

Das Bild eines ans Kreuz genagelten sterbenden oder schon toten Menschenkörpers ist das totale Gegenteil von Macht, Kraft und Vollkommenheit. Der Kontrast in unserer üblichen Vorstellung vom Göttlichen könnte nicht schreiender und verstörender sein (S. 94)... Der Gott, der im Stall geboren wurde und am Kreuz starb, der sich tiefer als alle anderen ins Irdische und Diesseitige verstrickt hat, steht daher paradoxerweise am wenigsten in der Gefahr, eine selbstgemachte Kultpuppe seiner Verehrer zu sein. Ihn hätte sich keiner ausgesucht und ausgedacht. (S. 102).

So wie der Vater das Kind mahnt, nicht mit dem Feuer zu spielen, so mahnt Gott ständig die Menschen, nicht in die ewige Verlorenheit zu geraten. Doch die absichtliche Unwissenheit macht die Menschen leichtfertig, und solange es ihnen Spaß macht und sie sich dabei nicht verbrennen, gibt es für sie keinen Grund, damit aufzuhören.

Das Wunder der Liebe, das eigentlich jedes versteinerte Menschenherz butterweich machen sollte, ist ein Phänomen, welches die Menschen letztlich nicht begreifen, aber sie sind eingeladen, es im Leben selbst zu erfahren.

Erst, wenn der Mensch sich ganz und gar in die Hände Jesus Christus begibt, wird er zu einer neuen Kreatur:

2Korinther 5,17: Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!

Es bleibt ein Geheimnis, wann und wie die Liebe an die Tür anklopft. Ihr Kommen ist überraschend, ihr Dasein beglückend, und ihr Weggang ist schmerzlich.

Trotz aller Ablehnung gibt Gott nicht auf, sondern offenbart weiter, daß er seinen Geschöpfen sogar seine himmlischen Reichtümer schenkt, denen, die ihn lieben. Der ungläubige Mensch braucht nur ja zu sagen! Alles, wonach sich ein Herz nur sehnen mag, ist in seinem Himmelreich in Hülle und Fülle vorhanden!

10.8.5 Naturgesetze und Gottes Liebe

Aus der Physik wissen wir, daß Naturgesetze angreifbar formuliert sind, aber sie müssen jedem Angriff standhalten. Erst wenn ein angenommenes Naturgesetz diese Feuerprobe bestanden hat, erhält es den Status eines wirklichen – und nicht nur vermeintlichen – Naturgesetzes, das dann in allen Fällen eingesetzt werden kann, weil es ausnahmslos gültig ist.

Das Wort Gottes ist ebenfalls angreifbar formuliert. Im harten Test der Wirklichkeit muß es aber bestehen. Bezüglich der Liebe hatten wir bereits festgestellt:Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. (1. Johannes 4,8)

Über die Liebe Gottes finden wir in Hohelied 8,6 ein prophetisches Wort:

Hohelied 8,6: Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn die Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich; ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Jachwehs.

Dieser Satz ist angreifbar formuliert. Er kann im Prinzip widerlegt werden. Das Kreuz Jesu war der Härtetest dieses Gesetzes der Liebe Gottes.

Mit seinem Leben hatte Jesus die Liebe Gottes ausgelebt. Nie handelte er egoistisch. Was er tat, war von völlig selbstloser Liebe zu den Menschen geprägt. Wie schon erwähnt; kennt die Bibel für diese Art der Liebe ein eigenes Wort, die Agape. Es ist die grundlose Liebe, die nicht erst auf etwas Liebenswertes reagiert, sondern unabhängig davon handelt. Ging diese Liebe so weit, daß sie noch nicht einmal vor dem Tod Halt machte? Die Versuchung am Kreuz war groß, den Satz von der unbedingten Liebe zu Fall zu bringen. Der erste Anlauf geschah durch die Oberen in Israel:

Lukas 23,35: Und das Volk stand da und sah zu. Und es spotteten auch die Obersten mit ihnen und sprachen: Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er der Christus ist, der Auserwählte Gottes!

Das war ein Versuch, die Liebe Gottes zu Fall zu bringen. Wäre Jesus vom Kreuz gestiegen, wäre der obige Satz widerlegt worden. Kurz darauf gab es den zweiten Anlauf, den Satz von der Liebe Gottes, die stark ist wie der Tod, zu widerlegen:

Lukas 23,39: Einer der gehängten Übeltäter aber lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns!

Auch dieser Test widerlegte Gottes Liebe nicht! Jesus hätte vom Kreuz steigen können, aber er tat es nicht. Die Liebe Gottes ist wirklich stärker als der Tod, denn Jesus ging durch den Tod. Die Liebe Gottes konnte nicht überwunden und der Satz von der unbedingten Liebe nicht widerlegt werden.

Einen größeren Beweis für die Liebe Gottes gibt es nicht als den, den Jesus selbst genannt hat:

Johannes 15,9.13: Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! Größere Liebe hat niemand als die, daß einer sein Leben läßt für seine Freunde.

Ein anderes prophetisches Wort über die Liebe steht in

1. Korinther 13,8: Die Liebe hört niemals auf. …

Damit ist ein weiteres Qualitätsmerkmal der Liebe Gottes genannt: Sie wird auch im Himmel vorhanden sein und somit ewig währen. Auch die Liebe zwischen Menschen, die sich auf der Erde geliebt haben, wird nicht aufgehoben, sondern findet im Himmel ihre nie endende Fortsetzung, und das sogar in ganzer Vollkommenheit.

11. Gottesbeweise und Rettung

Durch die Akzeptanz eines Gottesbeweises ist man noch nicht zum Glauben gekommen. Es bedarf noch der Offenbarung durch den Heiligen Geist, daß Jesus als der persönliche Retter in freier Entscheidung angenommen werden muß. Wenn auch Gottesbeweise nicht direkt zum Glauben führen, so sind sie dennoch geeignet, mancherlei Glaubenshindernisse abzubauen oder gar zu beseitigen.

Nachdem wir verstanden haben, daß ein allmächtiger und allwissender Gott da ist, der sich durch den Herrn Jesus in grenzenloser Liebe zu uns gewandt hat, können wir ihn von ganzem Herzen annehmen. Jesus will unser Freund, unser Retter und unser Herr sein. Nimm ihn heute an, wenn Du Ihm Dein Leben noch nicht anvertraut hast.

11.1 Der nächste Gottesbeweis ist, das Goldene Tor. Jeder Mensch, auf der Erde, ob kleine oder groß, Religiös oder nicht Religiös kann das nachprüfen.

Das Goldene Tor in Jerusalem

Drei Lehren Lerner wir daraus:

1. Für die Juden, ist Alttestamentlich ein beweis dafür, daß der Messias bereits gekommen ist. Warum? Weil das Goldene Tor zugemauert ist!

2. Für die "Zeugen Jehovas", die nicht zu Jesus beten, ist Jesus Gott, der uns besucht hat (vgl. Lk 1,67-80). Und wer Jesus nicht hat, hat auch keine Vergebung der Sünden! Denn ich muß meine Sünden, bekennen um gerettet zu werden. Und nur der Herr Jesus Christus kann meine Sünden abnehmen, indem ich meine Sünden bekenne, wenn ich das nicht tue, gehe ich lehr aus. Dann habe ich auch keine Vergebung der Sünden (vgl. Mk 1,5; Ps 32,5; Spr 28,13; 1Joh 1,9).

3. Es gibt Menschen, die mit ihrer Musik auch Gott leugnen, z.B. der Blaue Planet (1982) von Karat, und viele andere.

Hier haben wir auch einen Göttlichen beweis, das Gott existiert!

Das Goldene Tor ist eines von acht Toren in der Stadtmauer von Jerusalem und befindet sich am Tempelberg, im östlichen Teil Jerusalems, gegenüber dem Ölberg. Es ist das einzige Tor, das direkt auf den Tempelberg führt und hat somit eine besondere Bedeutung in Bezug auf Gott selbst, dem der Tempel geweiht war.

Der Prophet David und viele andere, kündigten den Einzug des Messias an, in Psalm 24,7: Hebt eure Häupter empor, ihr Tore, Und hebt euch. Ihr ewigen Pforten, Damit der König der Herrlichkeit einziehe! (vgl. Mal 3,1; Hag 2,7-9; Lk 2,27-32; 7,27; 19,45-48; Jes 40,10; Offb 3,20; 22,20; Mk 1,3)

Durch den Propheten Hesekiel wurde prophezeit, daß das goldene Tor einst verschlossen sein würde, nachdem Gott selbst hindurch gezogen ist:

Und er führte mich wieder zurück auf dem Weg zum äußeren Tor des Heiligtums, das nach Osten sieht; und es war verschlossen. Da sprach der Jachweh zu mir: Dieses Tor soll verschlossen bleiben und nicht geöffnet werden, und niemand soll durch es hineingehen, weil der Jachweh, der Gott Israels, durch es hineingegangen ist; darum soll es verschlossen bleiben. Was den Fürsten betrifft, so soll er, der Fürst, darin sitzen, um ein Mahl zu halten vor dem Jachweh. Er soll durch die Vorhalle des Tores eintreten und es auf demselben Weg wieder verlassen.

 (Hesekiel 44,1-3; vgl. Hes 43,1.4; 46,1; Offb 3,20)

Wann wurde das Buch Hesekiel geschrieben? Antwort: 593 v. Chr. Wurde Hesekiel berufen.  

Mit Jesus Christus erfüllte sich die Voraussage des Einzugs des Messias in Jerusalem durch das Tempel-Tor bzw. goldene Tor:

Als sie sich nun Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; die bindet los und führt sie zu mir! Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprecht: Der Herr braucht sie!, dann wird er sie sogleich senden. Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht:  »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers«. (Matthäus Kap. 21, Verse 1-5)

Gleichfalls erfüllte sich die Schließung des Tores und das bis auf den heutigen Tag.

Der Name des Tores wird zwar in den Evangelien nicht explizit genannt, jedoch wird in allen Evangelien bezeugt, daß Jesus Christus vom Ölberg her kam und zum Tempel ging - und das einzige Tor zum Tempel war das goldene Tor und lag zudem zum Ölberg hin.

Zunächst war ganz Jerusalem 70 nach Christus von den Römern zerstört worden, jedoch wurde die Stadtmauer incl. dem goldenen Tor im Jahre 1537-1541 vom türkischen Herrscher Süleyman dem Prächtigen wieder aufgebaut. Dieser ließ jedoch schon bald das goldene Tor zumauern. Man nimmt an, daß dies deshalb geschah, um dem Messias - von dem er als Moslem gehört hatte - den Zutritt zu verwehren. Der Messias - Jesus Christus - war bereits schon eingezogen, aber er wird ein zweites Mal kommen. Voraussichtlich wird das goldene Tor für diese zweite Wiederkunft wieder geöffnet werden, denn ein weiterer Prophet sagte voraus, daß der Messias wiederum vom Ölberg her kommen wird.

Aber der Jachweh wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht. Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden. Da werdet ihr in das Tal meiner Berge fliehen; denn das Tal zwischen den Bergen wird bis nach Azel reichen; und ihr werdet fliehen, wie ihr geflohen seid vor dem Erdbeben in den Tagen Ussijas, des Königs von Juda. Dann wird der Jachweh, mein Gott, kommen, und alle Heiligen mit dir! Und der Jachweh wird König sein über die ganze Erde. An jenem Tag wird der Jachweh der einzige sein und sein Name der einzige. (Sacharja 14,3-5.9)

Überarbeitete Text, April 2017

 

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