Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.

Der Geist ist willig, das Fleisch wo die Sünde Wohnt, streitet gegen den Heiligen Geist.

Bibelstellen sind aus der Schlachter Version wiedergegeben. Hervorhebungen in fetter Schrift, ist vom Textautor.

Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. (Römer 7, 18 vgl. 1.Mose 6,5; 8,21; Phil 2,13)

Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. (Römer 7, 18)

Ermahnung zum Wandel im Geist

→ Röm 8,1-14; Eph 5,1-12; Kol 3,5-15

Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt. Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. (Galater 5,16-18)

Nach diesen Aussagen des Apostels sind wir wie Werkzeuge, die einen eigenen Willen haben. Mit einem Werkzeug kann man Böses tun, jemanden verletzen – man kann aber auch Gutes tun, etwas aufbauen. Früher waren wir nur fähig, das Böse zu tun. Jetzt aber sind wir in Christus fähig, auch das Gute zu tun, und wir haben die Freiheit, uns dem einen oder anderen zur Verfügung zu stellen. Später in Römer Kap. 6,17-18 wird unser Leben mit dem Leben eines Sklaven verglichen:

Wir waren Sklaven eines Dienstherren, nämlich des Teufels. Und wir waren nicht fähig, in der Freiheit zu wirken. Uns blieb gar nichts anderes übrig, als ihm zu dienen. Dann aber kam ein stärkerer HERR und hat uns aus dem Sklavendienst freigekauft (durch das Blut Jesu). Nun sind wir der Stellung nach keine Sklaven des Teufels mehr. Wir sind nun dienstbar in Jesu Christi. Dadurch müssen wir dem ersten nicht mehr dienen, wir sind befreit. Aber wir haben den freien Willen, uns wieder auf das alte Gebiet zu begeben. Wir sind jetzt frei zu sündigen, aber auch nicht zu sündigen. Und das letzte muss das erste sein. 

Wißt ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müßt ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?  (Röm. 6, 16; vgl. Röm 6,17; Joh 8, 34; 2Pt 2,19; Jos 24,15; Mt 6,24)

Was genau ist mit dieser Stelle gemeint? Wir müssen davon ausgehen, dass der Christ hier von dem Apostel Johannes ganz in Seiner wiedergeborenen Stellung in Gott gesehen wird. Es heisst nicht, dass der Gläubige als Mensch nicht mehr sündigen kann, sondern der «wiedergeborene Same» in ihm. Wir müssen aber unterscheiden, dass der Christ nicht nur aus Gott geboren ist, sondern auch aus Fleisch. Und die alte fleischliche Natur hat nicht aufgehört zu existieren. So hat z.B. jeder Mensch seinen eigenen Charakter, und dieser wird bei der Wiedergeburt nicht aufhören zu existieren; so ist beispielsweise ein Choleriker auch nach seiner Bekehrung noch ein Choleriker. Jetzt aber soll der Charakter geheiligt werden, d.h. unter die Herrschaft des Heiligen Geistes kommen.

Der Christ besteht nun aus zwei Naturen, aus einer geistlichen und einer fleischlichen:

Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. (Römer 7, 18)

Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.  (Römer 7, 25; bis Kap. 8, 1)

Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.  (Röm. 8, 13; vgl. Gal 5,19-21; Kolosser 3,5)

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. (Gal 2, 20; vgl. Röm 6,4-6; Joh 15,4; Eph 3,17; Kol 2,20; Phil 1,21; 1Joh 5,12; Joh 10,15)

Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe. Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt.  Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. (Gal. 5, 13.16-17.19.24)

Dazu gehört auch nicht mehr den Horrorfilme, unchristliche Musik, Pornoseiten z.B. im Internet, Kino, TV, Zeitschriften ansehen zu müssen. Das ist sehr wichtig, wenn ich damit aufhöre. Im Römerbrief lesen wir: 

Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.  (Römer 8,13)

Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt. (Gal 5,17)

Ein Christ kann eben noch sündigen, aber es ist für ihn nicht mehr das Normale. Es ist zu vergleichen mit einer Entgleisung, einem Unfall. Es ist eben ein Unterschied zwischen Stellung und Zustand.

Wie kann ich die Diskrepanz zwischen Geist und Fleisch überwinden?

Jeder wahrhaft Wiedergeborene trägt durch den Heiligen Geist das Verlangen in sich, auch im Geist zu wandeln. Manchmal empfinden wir das stark, manchmal weniger stark, je nachdem, wie gut unsere Verbindung zu Jesus Christus & Gott dem Vater ist. Wenn aber jemand dieses Verlangen gar nicht in sich spürt und es einem egal ist, dann könnte es sein, dass er den Geist nicht hat. Wir können das Fleisch nicht besser machen, aber wir können nach dem Geist wandeln. Das will uns die Bibel lehren. Das ist auch der Kampf zwischen Geist und Fleisch (vgl. Galater 5, 17).

Das meint die Bibel mit Glaubenskampf, da spricht sie vom Überwinden. Das geht nur in Verbindung mit Jesus und mit der Verbindung mit dem Leib Christi, der Gemeinde. Darum ist Gemeindebesuch so unwahrscheinlich wichtig, weil wir einander brauchen. Lebe ich der Sünde und dem Fleisch hingegeben, regiert mich der Tod, und ich bin der Sünde Knecht (vgl. Römer 8,13).

Wir haben die Fähigkeit durch den Geist, über das Fleisch zu regieren. Wie sieht das praktisch aus? Dazu wollen wir nachfolgend drei Punkte beachten.

1. Ich muss mich im Glauben für tot halten und dem Geist Gottes Raum geben. Es heißt:

Das heißt im praktischen Sinn: Wir dürfen nicht mehr im armen Sündertum leben und stecken bleiben. Wir müssen als Kinder Gottes lernen, unserer Stellung gemäß zu wandeln. Wir dürfen unser Leben aber nicht zu einem Krampf werden lassen, sondern wir sollten wissen und uns eingestehen, dass das Fleisch niemals heilig werden wird.

Darum: Fliehen Sie der Sünde und nahen Sie sich zu Gott, so naht Er sich zu Ihnen! «Im Wort, im Werk, in allem Wesen, sei Jesus und sonst nichts zu lesen.»

Johannes der Täufer sagte: Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. (Joh. 3, 30)

Paulus sagt: Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln. (Gal. 5, 25)

2. «Mein Wille gehört meinem Gott» heißt es in einem Lied, und wir lesen in Römerbrief 6, 13:

Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit!

Der Wille ist der Schlüssel zu einem gottseligen Wesen. Und zum Wollen schenkt der HERR Jesus Christus auch das Vollbringen (vgl. 2Kor 8,11; Phil 2,13; Hes 12,25).

 

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