Das Buch Ruth Teil 4

 

Überarbeiteter Text, April 2017

4. Teil – Das Buch Ruth

Ruths Ruhe – die Heimholung der Braut

Naemi aber, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: Meine Tochter, sollte ich dir nicht Ruhe verschaffen, damit es dir gut gehen wird? Und nun, ist nicht Boas, bei dessen Mägden du gewesen bist, unser Verwandter? Siehe, er worfelt diese Nacht auf der Gerstentenne. (Ruth 3,1-2)

Auch hier empfehlen wir, das ganze 3. Kapitel zu lesen.

   Nachdem Ruth die entscheidende Begegnung mir Boas auf dem Feld in Bethlehem hatte, geht es hier im 3. Kapitel um die Begegnung in seinem Zuhause. Während die erste Begegnung ein schönes geistliches Bild für die Erwählung der Gemeinde Jesu ist, ist die zweite eine eindrückliche Darstellung für die Entrückung der Gemeinde. In Psalm 65,5 heißt es so wunderbar: Wohl dem, den du erwählst und zu dir nahen läßt, daß er wohne in deinen Vorhöfen! Wir werden uns sättigen von den Gütern deines Hauses, deines heiligen Tempels!

   In Kapitel 3 geht es nur am Rande um Naemi. Sie wird hier eigentlich nur als Verbindungsglied zu Ruth erwähnt. Das 4. Kapitel handelt dann wieder mehr von ihr, von Israel, während Ruth, die Gemeinde, nicht mehr so in Erscheinung tritt.

   Laßt uns nun das 3. Kapitel im Blick auf die Entrückung betrachten, die im Neuen Testament erwähnt wird (Hebr 11,5; 2Kor 12,2.4; 1Th 4,17). Die Begegnung Ruths mit Boas in dessen Heim. Es ist interessant, daß Naemi ihre Schwiegertochter Ruth einleitend über die Schwelle bringt. Wir stehen heute auch an einer Schwelle, nämlich dort, wo Israel die Gemeinde wieder ablösen wird. Die Zeit ist nahe, wo die Gemeinde auf die »Tenne« gerufen wird. Naemi führt Ruth weiter in die Verbindung mit Boas ein. Woher weiß sie, was sie tun muß? Sie macht Ruth auf ihre zukünftige Ruhe bei Boas aufmerksam und sagt ihr, daß die Zeit dieser Ruhe nun gekommen ist (Vers 1). Sie ist sehr darauf bedacht, Ruth zu dieser Ruhe bei Boas zu führen, denn sie erklärt ihr alles sehr genau: Heute abend wird er auf die Gerstentenne die Gerste worfeln. Du hast ihn zwar auf dem Feld schon getroffen und bist bei ihm satt geworden, aber es gibt noch einen herrlicheren Ruheplatz für dich!

   Da denken wir unwillkürlich an den Hebräerbrief, der auch über die zukünftige Ruhe spricht, und zwar über die Ruhe der Gemeinde, wenn der Herr Jesus Christus wiederkommt. Der Herr fordert uns auf, in diese Ruhe einzugehen: So laßt uns nun mit Furcht darauf bedacht sein, daß sich nicht etwa bei jemand von euch herausstellt, daß er zurückgeblieben ist, während doch die Verheißung zum Eingang in seine Ruhe noch besteht! Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinen.  So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt. (Hebr 4,1.9-11) Das was Naemi Ruth ans Herz legt, ist prophetisch, zumal sie ja das Volk Israel versinnbildlicht, das in sein Land zurückgekehrt ist.

   Auch Israel weiß heute intuitiv, wie Naemi es wußte, das Boas »unser Verwandter«ist. Der Herr Jesus ist unser Erlöser, und Er ist auch der zukünftige Erlöser Israels. Wir fragen uns, wann geht die Gemeinde Jesu in die ewige Ruhe ein?

   Der Apostel Paulus hat uns das, durch Gottes Geist, geoffenbart: Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen; denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten! (1Thess 4,15-18)

   Als Ruth auf das Feld des Boas ging (Kap. 2), entschied sie sich ganz bewußt für ihn. Sie fand zur Gemeinschaft mit ihm und er sättigte sie. In Kapitel 3 geht es, wie gesagt, um eine andere Begegnung. Prophetisch gesehen handelt es sich hier um die Begegnung der Gemeinde mit dem Herrn, bei der Er sie mit in Sein Eigentum nimmt: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. Wohin ich aber gehe, wißt ihr, und ihr kennt den Weg. (Johannes 14,1-4)

   So wie damals Ruth durch Naemi auf diese Begegnung hingewiesen wurde, so weist uns heute die Existenz Israels auf die Entrückung hin. Es ist, als wenn Israel unbewußt der Gemeinde ins Ohr flüstern würde: Seht, eure Ruhe steht nahe bevor, der kommt, um euch in Seine Wohnstätte zu holen. Macht euch bereit, wenn Er kommt!

   Naemi weiß, daß Boas an diesem Abend auf der Tenne die Gerste worfelt, und daß das der Zeitpunkt ist, wo Ruth ihm begegnen muß. Die Bibel offenbart uns offensichtlich nicht alles, warum sie das wußte und Ruth vorbereitete. Unseres Erachtens liegt dies aber in der Prophetie Gottes begründet: Und nun, ist nicht Boas, bei dessen Mägden du gewesen bist, unser Verwandter? Siehe, er worfelt diese Nacht auf der Gerstentenne. (Ruth 3,2) Mit Sicherheit können wir heute sagen, daß es Gott ist, der die Geschehnisse  auf der Erde beeinflussen kann, um seine Ziele zu erreichen (vgl. Hes 29,19-20; 1Mo 6,12; Hi 12,22; Dan 2,22; 5Mo 31,21; 1Chr 29,18; Ps 33,10).

   Die Zeit, in der Boas kamen, um die Gerste zu worfeln, war die Erntezeit. Wenn in der Bibel über die Ernte gesprochen wird, sind damit die letzten Tage gemeint, das heißt die letzte Zeit. Die Zeit der Ernte war ja auch der Moment, wo Naemi in ihr Land zurückkehrte: So kehrte Naemi zurück, und mit ihr Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die sich vom Land Moab abwandte; und sie kamen am Anfang der Gerstenernte nach Bethlehem. (Ruth 1,22)

   Prophetisch heißt das: Seit Israel 1948 in sein Land zurückkehrt ist, ist die Zeit der Ernte da, das heißt die Endzeit hat begonnen.

   Das Worfeln auf der Tenne ist auch ein Hinweis auf das bevorstehende Gericht durch Jesus Christus in der kommenden großen Trübsal: Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand und wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. (Mt 3,12) Wir leben heute am Ende der Zeit der Ernte, und wir wissen daher, daß die Entrückung der Gemeinde Jesu bevorsteht. Die Zeit nach der Ernte, wo auf der Tenne geworfelt wird, ist die Gerichtszeit, die ebenfalls nahe bevorsteht. Unsere Welt ist in jeder Beziehung gerichtsreif geworden.

   Israel ist der Zeiger an Gottes Himmelsuhr. Es ist auch die Stimme, durch die der Heilige Geist ruft: Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen! (Mt 25,6) Zugleich ist es das prophetische Volk, durch das wir heute zu sehen und zu hören bekommen, daß die Zeit des Gerichts nahe ist!

   Die Geschichte Gottes mit Israel hat schon lange begonnen, und die zunehmenden Unruhen in Israel deuten darauf hin, daß die Ruhe der Gemeinde bevorsteht, jeder Tag, der vergeht, kommen wir der Entrückung näher. An Israel sehen wir, daß die Zeit da ist, wo der Herr bald auftritt, um auf Seiner »Tenne« zu worfeln und Seine Gemeinde zu sich zu holen. Der Herr sagte doch, im Matthäus 24,42; 25,13: So wacht nun, da ihr nicht wißt, in welcher Stunde euer Herr kommt! Darum wacht! Denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird.

   Israel selbst kommt nicht zur Ruhe; es schreit nach Frieden, und es ist doch kein Friede –, weil der eingeschlagene Weg zum Frieden ein falscher ist. Es ist, als wenn Israel überall nur Flicken aufsetzen könnte: Und sie heilen den Schaden der Tochter meines Volkes leichthin, indem sie sprechen: »Friede, Friede!«, wo es doch keinen Frieden gibt. (Jer 6,14; vgl. Hes 13,9-19) Der angestrebte Friede wird durch Terror der Feinde Israels ständig boykottiert. Dennoch wird die Hoffnung auf Frieden in dieser Welt durch alle diese Terroranschläge immer größer statt kleiner, und das treibt Israel in die Arme des falschen Friedenbringers, der diesen »Frieden« stärken beziehungsweise befestigen wird (vgl. Dan 9,27; 11,22-23.39). Stärken oder befestigen kann man aber nur etwas, was bereits vorhanden ist. Israel und die ganze Welt werden dann erleichtert aufatmen – doch dann wird er der Friede endgültig von der Erde genommen, bis der wahre Friedefürst und »König der Könige und Herr der Herren«, Jesus Christus, kommen und Sein Friedensreich aufrichten (Offb 19,16; Jes 9,5; Offb 20,3-6) wird.

   Hier wird uns, wie erwähnt, auch der Zeitraum  der Entrückung angezeigt, sie geschieht dann, wenn der Herr sich aufmacht, sobald die Posaune erschallt, um auf Seiner Tenne zu worfeln –, also vor dem Gericht, kurz vor der großen Trübsal. Die Gemeinde selber wird vor diesem Gericht bewahrt (Judas 1,1; 1Pt 1,5; 4,17). Darum wird sie auf Seine Tenne gerufen. Sie wird statt dessen mit dem Herrn zusammen die Welt richten: Und nun, ist nicht Boas, bei dessen Mägden du gewesen bist, unser Verwandter? Siehe, er worfelt diese Nacht auf der Gerstentenne. So bade dich nun und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; aber laß dich von dem Mann nicht bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken! Und sie ging zur Tenne hinab und machte es genau so, wie es ihre Schwiegermutter geboten hatte. (Ruth 3,2-3.6)

   Und in 1. Korinther 6,2-3 heißt es: Wißt ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr dann unwürdig, über die allergeringsten Dinge zu entscheiden? Wißt ihr nicht, daß wir Engel richten werden? Wieviel mehr die Angelegenheiten dieses Lebens?

   Weil der Herr bald kommen wird, ist es für uns von entscheidender Wichtigkeit, das zu tun, was Naemi der Ruth ans Herz legte: So bade dich nun und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; aber laß dich von dem Mann nicht bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken! (Ruth 3,3)

   Ruth sollte dort dem Boas begegnen, wo er zu Hause war, und sich auch dementsprechend vorbereiten. Auch wir werden bald unserem himmlischen »Boas«begegnen und darum gilt es heute, mehr denn je, uns darauf einzustellen und der Heiligung nachzujagen.

   Die Bibel ruft uns zu: Laßt uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen. Und er sprach zu mir: Schreibe: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind! Und er sprach zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes! (Offb 19,7-9)

   Laßt uns jetzt Naemis Anweisungen aus neutestamentlicher Sicht betrachten: * »So bade dich«: Wasche dich im Wasserbad des Wortes Gottes (Eph 5,26). Die Wurzel aller Sünde ist das In-Frage-Stellen des Wortes Gottes: »Sollte Gott gesagt haben (1Mo 3,1)«? Das Gott sprach, aber ist der Grund aller Wiederherstellung.

   In Hebräer 10,19-22 werden wir aufgefordert: Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben, so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.

* »Salbe dich«: Gesalbt mit heiligem Salböl, das heißt, voll Heiligen Geistes.

* »Leg deine besten Kleider an«: Wandle in der Heiligkeit. Lege das alte Kleid der Sünde und des Fleisches ab und ziehe das neue Kleid der Gerechtigkeit in Seinem Blut an: Laßt uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden! (Röm 13,13-14)

* »Geh zur Tenne hinab«: Das ist der Weg, um dem Herrn zu begegnen: So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid! (Jakobus 4,7-8)

   Ruth gab Naemi darauf eine eindeutig klare Antwort: »Alles, was du sagst, will ich tun« (Ruth 3,5) Sind wir auch bereit, das zu tun, was die Bibel uns lehrt?

   Nach Ruths Gehorsam sehen wir ihre Begegnung mit Boas: »Und sie ging zur Tenne hinab« (Vers 6): Ruth geht dahin, wo Boas zu Hause ist.

   Als nun Boas gegessen und getrunken hatte und sein Herz guter Dinge war, ging er und legte sich hinter einen Garbenhaufen. Und sie kam leise und hob die Decke auf zu seinen Füßen und legte sich dort hin. (Ruth 3,7)

   Die Ernte ist die Endzeit, und das Ende des Getreidehaufens bedeutet, daß die Ernte eingebracht und vollendet ist. Das ist ein wunderschönes Bild für die Vollendung des Zeitalters, wo die Vollzahl der Heiden eingegangen und zubreitet ist, Ihm entgegengerückt zu werden.

   Als es nun Mitternacht war, da schrak der Mann auf und beugte sich vor, und siehe, da lag eine Frau zu seinen Füßen! (Ruth 3,8) Wie so oft in der Prophetie, ist die Mitternacht der entscheidende Zeitpunkt: Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen! (Mt 25,6) Es ist die Zeit, wo Er sich über Seine Gemeinde beugen wird, um sich ihr zu offenbaren:Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, daß wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (1Joh 3,29)

Für viele wird dieser gewaltige Augenblick aber auch ein Moment unsäglichen Erschreckens sein, denn Er kommt wie ein Dieb in der Nacht (2Pt 3,10).

   * Da fragte er: Wer bist du? Sie aber antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd! So breite deine Flügel über deine Magd; denn du bist ja Löser! (Ruth 3,9)

   In dem Augenblick wird offenbar, wer wir sind, ob Jesus uns kennt oder nicht. Steht mein Name, im Buch des Lebens (Phil 4,3; Offb 3,5)? Boas fragt Ruth nach ihrem Namen, obwohl sie ihm vorher auf dem Feld begegnet ist und er sie gesättigt hat. Aus Vers 11 wird klar ersichtlich, daß er sie tatsächlich bereits kannte:  Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht! Alles, was du wünschst, das will ich für dich tun; denn jedermann im Tor meines Volkes weiß, daß du eine tugendhafte Frau bist.

   Im neuen Testament heißt es: Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen! und: Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit! (2Tim 2,19)

Welche Ungerechtigkeit ist hier gemeint? Anwort finden wir im 1.Johannes Kap. 5, Vers 17: Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde nicht zum Tode.

Und trotzdem muß auch bei uns offenbar werden, ob wir Knechte & Mägde ind. Denn Gott nennt uns heute nicht mehr Knechte & Mägde, sondern Kinder Gottes (Joh 1,12). Denn Gottes Kinder werden nicht mehr Knechte genannt (Joh 15,15). Auch Ruths Treue wurde offenbar: Er aber sprach: Gesegnet seist du vom Herrn, meine Tochter! Du hast jetzt noch edler gehandelt als zuvor, daß du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, weder den armen noch den reichen! (Ruth 3,10)

   Im Vergleich dazu gilt uns Lukas 19,17: Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben!

   Vor dem Preisrichterthron geht es um mehr als um die Frage, ob wir Seine Kinder sind. Denn dann wird offenbar, ob wir hier auf Erden Seine Knechte und Mägde gewesen sind, aufs AT – NT  gesehen, diese Betitelung bezieht sich jeweils nur auf die Juden. Ruth konnte antworten: Ich bin Ruth, deine Magd! Im 1. Korinther 4,5 steht geschrieben: Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird jedem das Lob von Gott zuteil werden.

Die alles entscheidende Frage lautet deshalb: Bin ich Sein Kind Gottes?

* Und er sagte: Gib den Überwurf her, den du anhast, und halte ihn auf! Und sie hielt ihn auf. Da maß er sechs Gerste ab ud und les ihr auf und ging in die Stadt. (Ruth 3,15)

   Das ist der Zeitpunkt der Belohnung, so wie es auch in 1. Korinther 3,14-15 geschrieben steht: Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch. In Ruth Kapitel 3, 11 wird von Boas so ergreifend gesagt: Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht! Alles, was du wünschst, das will ich für dich tun; denn jedermann im Tor meines Volkes weiß, daß du eine tugendhafte Frau bist.

   Jesus ist der Höchste, der Herrlichste, wer Jesus ehrt, ehrt zugleich unseren Vater (Joh 5,23; 2Pt 2,17; Phil 4,20)! Seine Liebe zu uns ist unbegreiflich und unbeschreiblich groß ist Gott der Vater, denn alles geschieht durch unseren einzigen Vater, der im Himmel Wohnt, das sollten wir nie Vergessen (vgl. z.B.  Joh 6,27; Jes 9,5; Joh 6,45; 13,3; 16,27; Röm 1,7; 1Kor 1,3; 8,6; 15,24; Eph 1,3; 5,29). Er beschenkt uns über die Maßen. In Lukas 12,37 sagt Er: Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen.

   Um Mitternacht, als Ruth den Boas begegnete, blieb Naemi allein zurück. Im Augenblick, wo die Gemeinde entrückt wird, um bei dem Herrn zu sein, beginnt gleichsam die Nacht der großen Trübsal, wo Israel fast allein sein wird – ohne den geistlichen Schutz der weltweiten Gemeinde Jesu. Darum schreit Israel in Psalm 80,13-14: Warum hast du nun seine Mauer niedergerissen, daß alle ihn zerpflücken, die vorübergehen? Der Eber aus dem Wald zerwühlt ihn, und die wilden Tiere des Feldes weiden ihn ab.

   Wenn die geistliche Mauer, die Gemeinde Jesu, weg ist, stürzen sich die Wilden (Gottlosen) der Nationen auf Israel. Wir nahen uns unaufhaltsam dieser Zeit, und es gilt, das zu tun, was Ruth tat: In der Heiligung zu stehen und uns zubereiten zu lassen, indem wir tun, was uns in Gottes Wort gesagt ist! Ruth antwortete: Sie sprach zu ihr: Alles, was du sagst, das will ich tun! Und sie ging zur Tenne hinab und machte es genau so, wie es ihre Schwiegermutter geboten hatte. (Ruth 3,5-6)

   Das heißt: Sie war nicht nur Hörerin des Wortes, sondern auch Täterin des Wortes (Jak 1,21-27)!

   Bist Du ein Täter des Wortes oder bloß ein Hörer?

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