Das Buch Ruth Teil 3

Überarbeiteter Text, April 2017                 3. Teil – Das Buch Ruth

Die Schwiegertochter Ruth – die Erwählung der Gemeinde und deren Stellung zu Israel

   So kehrte Naemi zurück, und mit ihr Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die sich vom Land Moab abwandte; und sie kamen am Anfang der Gerstenernte nach Bethlehem. (Ruth 1,22)

   Im Grunde genommen müßte hier der ganze Abschnitt von Kapitel 1,19 bis Kapitel 2,23 zitiert werden. Darum empfehlen wir, diesen in der Bibel nachzuschlagen. Der Name Ruth bedeutet, wie wir schon sahen, »Freundin oder Gefährtin, Freundschaft, Labung oder Erquickung«. Diese Eigenschaften Ruths wurden sichtbar, als sie als Moabiterin mit ihrer Schwiegermutter Naemi nach Israel zurückkehrten. Naemi, die den Überrest Israels symbolisiert, wird von Ruth, die das wahre Christentum versinnbildlicht, begleitet. Damit sind wir als Christen aufgefordert, uns ebenfalls zum Volk Israel zu stellen und es segnend zu begleiten. Die wahren Christen sollten sich immer bewußt sein, daß sie sich zum Gott Israels bekehrt haben. Leider bedenken das viele gar nicht. Aber wir können den Heiland nicht von Israel trennen und deshalb Israel gegenüber auch nicht neutral bleiben. Ich wiederhole: Wer zu dem Gott Israels stehen will, muß auch zum Volk Israel stehen. Ruth konnte in der Situation, in der sie sich befand, auch nicht neutral bleiben. Sie mußte sich entscheiden, und sie tat es, indem sie sich für das Volk und den Gott Israels entschied.

   Sie sagte ganz entschlossen: Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, daß ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! Wo du stirbst, da sterbe auch ich, und dort will ich begraben werden; der Jachweh tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll! (Ruth 1,16-17) Die Verbindung zu Israel sollte die praktische Folge unserer Verbindung zu dem lebendigen  Gott sein. Wie könnten wir, die wir behaupten, Gott zu lieben, nicht auch Sein Volk mit der Liebe lieben, mit der Er Sein Volk liebt? Diese Liebe des Herrn sehen wir in Sacharja 2,14-17, wo Er über die zukünftige Wiederherstellung Israels spricht:  Juble und freue dich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und werde in deiner Mitte wohnen, spricht der Jachweh. An jenem Tag werden sich viele Heidenvölker dem Jachweh anschließen, und sie sollen mein Volk sein; und ich werde in deiner Mitte Wohnung machen, und du wirst erkennen, daß mich der Jachweh der Heerscharen zu dir gesandt hat. Und der Jachweh wird Juda als sein Erbteil in Besitz nehmen im heiligen Land, und er wird Jerusalem wieder erwählen. Alles Fleisch sei still vor dem Jachweh, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung! 

Dieser Liebe zu Israel können wir uns doch nicht entziehen! Wir leben in den Tagen, wo der Herr dabei ist, Jerusalem aufs neue zu erwählen, und wo Er sich bald aufmachen wird, um zu kommen und in der Mitte Israels zu wohnen.

   Ruth hat prophetisch die Notwendigkeit erkannt, und sich in dem Augenblick, wo Naemi zu ihrem Volk zurückkehrte, voll zu dem Volk und dem Gott Naemis gestellt. Als Wiedergeborene haben wir Gottes Geist empfangen. Das ist derselbe Geist, der in unseren Tagen Israel wiederherstellt. Und es war derselbe Geist, der in Ruth beides, die Liebe zum Volk und zum Gott Naemis, weckte. Wir haben nach Römer 11 dieselbe Wurzel – Israel ist der Stamm, wir sind die Zweige. Der Stamm ist wichtiger als die Zweige, weil der Stamm die Zweige trägt.

   Darum dient das wahre Christentum Israel, auch wenn es von den Juden oftmals nicht verstanden wird. Der Grund dieser Zuwendung ist der Gott Israels, der auch unser Gott geworden ist. Wir lieben Israel auf Grund der Liebe Gottes und Seiner Verheißungen, mit denen Er Sein Volk beschenkt. Deshalb tut das wahre Christentum auch das, was Ruth Name versinnbildlicht. Es ist der Gefährte Israels und will seine Labung, Erquickung und sein Freund sein.

   Im vorhergehenden Kapitel erwähnten wir den Hauptmann von Kapernaum, von dem es ja so schön heißt: Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn eindringlich und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm dies gewährst; denn er hat unser Volk lieb, und er hat uns die Synagoge erbaut. Da ging Jesus mit ihnen hin. Und als er schon nicht mehr fern von dem Haus war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst! (Lukas 7,4-6)

   Wenn wir wollen, daß Gott mit uns ist, dann sollten wir auch mit dem Volk Israel sein, das Er liebt. Der Gott Israel ist unser Gott geworden, und daraus entspricht auch der Segen, der in Ruth 2,12 beschrieben wird. Boas spricht dort die Segensworte aus: Der Jachweh vergelte dir deine Tat, und dir werde voller Lohn zuteil von dem Jachweh, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln! 

Das war die Folge von Ruths Handeln an Naemi. So sind auch wir zu dem Gott Israels gekommen. Wir haben unter Seinen Flügeln in Jesus Christus Zuflucht gesucht und gefunden und tun daher Gutes an Israel, so wie Ruth es tat.

   Wie sieht das Gute aus, das Ruth an Naemi tat? Es heißt: Nun hatte Naemi einen Verwandten ihres Mannes, der war ein sehr angesehener Mann aus dem Geschlecht Elimelechs, und sein Name war Boas. Ruth aber, die Moabiterin, sprach zu Naemi: Laß mich doch aufs Feld hinausgehen und Ähren auflesen bei dem, in dessen Augen ich Gnade finde! Da sprach sie zu ihr: Geh hin, meine Tochter! (Ruth 2,1-2)

Ruth hat durch Naemi zu ihrem Verwandten Boas gefunden. Boas stammt aus der Sippe Elimelechs und ist ein wunderschönes Bild auf Jesus Christus. Jesus kam als Mensch aus der Sippe der Juden, und zugleich war Er wahrer Gott. In Ihm haben wir die Gunst gefunden, die wir für unser Leben bis in die Ewigkeit hinein so nötig haben. Durch Ihn, der im Brothaus Bethlehem geboren wurde und selbst das Brot des Lebens ist, sind wir satt geworden:  Und zur Essenszeit sprach Boas zu ihr: Komm her und iß von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig! Und sie setzte sich neben die Schnitter. Er aber gab ihr geröstetes Korn, und sie aß und wurde satt und ließ übrig. (Ruth 2,14)

   Hier fällt uns etwas sehr Eigenartiges auf, und dieses Merkwürdige finden wir auch in der Geschichte Israels wieder: Ruth hat eher zu Boas gefunden als Naemi; sie hat ihn eher gesehen und ist ihm eher begegnet als ihre Schwiegermutter, obwohl Boas aus Naemis Verwandtschaft kam. Während Naemi in ihrem Haus blieb, war Ruth draußen auf dem Feld und fand Gemeinschaft mit Boas. Daraufhin führt Ruth Naemi nicht etwa sofort zu Boas, sondern sie tut etwas anderes, ganz Entscheidendes: So las sie auf dem Feld bis zum Abend; und als sie ausgeklopft hatte, was sie aufgelesen hatte, war es etwa ein Epha Gerste. Und sie hob es auf und trug es in die Stadt; und ihre Schwiegermutter sah, was sie aufgelesen hatte; dazu zog sie heraus, was sie übriggelassen hatte, nachdem sie satt geworden war, und gab es ihr. (Ruth 2,17-18)

   Das ist es, was wir auch tun sollten! Wir können das Volk Israel nicht einfach zu Jesus Christus führen, weil es, von wenigen Juden abgesehen, noch blind (z.B. Joh 9,30-41) ist für Ihn, bis Er sich ihm selbst offenbart. Aber wir können und müssen Israel heute schon die Gaben seines »Boas« Jesus Christus bringen. Die Liebe, die Er in unser Herz ausgegossen hat, soll auch zu Israel weiterfließen. Dasselbe gilt auch für materielle Werte, mit denen Er uns gesegnet hat. So helfen wir mit, gleich dem Hauptmann von Kapernaum, die »Synagoge« zu bauen. Es geht darum, Israel zu begleiten, wie es von Ruth in Kapitel 1,19 heißt: So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem gelangten. Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und man fragte: Ist das die Naemi? Als Naemi von ihrer Schwiegertochter erfuhr, auf wessen Feld sie Ähren aufgelesen hatte, sprach sie: Da sprach Naemi zu ihrer Schwiegertochter: Gesegnet sei er von dem Jachweh, der seine Gnade den Lebendigen und den Toten nicht entzogen hat! Und Naemi sagte ihr: Der Mann ist mit uns nahe verwandt, er gehört zu unseren Lösern. (Ruth 2,20)

Anmerkung: hebr. goel = Blutsverwandter / Löser / Erlöser (vgl. 3Mo 25,25-55).

   Naemi hatte zu diesem Zeitpunkt Boas noch gar nicht gesehen, aber sie wußte, daß er ihrer beider Löser war. Der Gott von Israel sagt in Römerbrief 11,32: Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich über alle erbarme.(vgl. Gal 3,22) Das heißt: Gott gibt jeden die Möglichkeit, sowohl den Juden und den Heiden, das ewige Heil zu ergreifen, durch Jesus Christus, jeder der den Namen des Herrn, im Gebet anruft, der soll gerettet werden (vgl. Jes 41,25; Joel 3,5; Apg 2,21; Röm 10,13).

   Obwohl Israel noch blind ist (Geistlich gesehen), erkennt es heute intuitiv, wie das auch Naemi tat, daß unser Erlöser auch sein Erlöser ist. So heißt es von Nachman Ben Jakov, ehemaliger israelischer Staatskontrolleur und Träger des Bundesverdienstkreuzes: Die Ansicht des größten Teils der Bevölkerung in Israel ist, daß wir uns in der Epoche des Kommens des Messias befinden. Wir leben in der Zeit, in der wir sehnlichste den Messias erwarten.

Und David Flusser, ehemaliger Professor für Religionsgeschichte und Neues Testament an der Hebräischen Universität in Jerusalem, sagte: Ich bin überzeugt von der Möglichkeit, daß Jesus Christus auch für die Juden der kommende Messias sein könnte.

Israel ahnt es, daß der Messias zugleich der Christus der Heiden ist.

   Das 2. Kapitel des Buches Ruth beschreibt uns, wie Ruth zu Boas, dem Löser, fand. Damit wird uns allegorisch die Bekehrungsgeschichte der Gemeinde zu Jesus Christus, ihrem Erlöser, geschildert. Alles begann mit einer Sehnsucht, mit einem tiefen inneren Herzenswunsch nach Gunst: Ruth aber, die Moabiterin, sprach zu Naemi: Laß mich doch aufs Feld hinausgehen und Ähren auflesen bei dem, in dessen Augen ich Gnade finde! Da sprach sie zu ihr: Geh hin, meine Tochter! (Ruth 2,2)

Schlachter Version. Vor dessen Auge ich gnade finde. Ist das nicht auch der Herzenswunsch unendlich vieler Menschen? Möchte nicht letztlich jeder zu Dem finden, vor dessen Augen man Gunst beziehungsweise Gnade findet?

   In einem Traktat wird dies folgendermaßen beschrieben: Die Sehnsucht nach einem sinnvollen Leben ist ein Hinweis dafür, daß es diesen Sinn geben muß. Der Psychotherapeut und Psychiater Viktor E. Frankl, der Begründer der Logotherapie, wies einmal darauf hin: »Durst ist der sichere Beweis für die  Existenz von Wasser. Wie könnte der Mensch Durst empfinden, wenn es kein Wasser gäbe? Und wie könnte der Mensch nach dem Sinn des Lebens auch nur fragen, wenn es ihn nicht wirklich gäbe?«

1. Chronik 29,18: Jachweh, du Gott unserer Väter Abraham, Isaak und Israel, bewahre ewiglich solchen Sinn und Gedanken im Herzen deines Volkes, und richte ihr Herz fest auf dich!

Nehemia 8,8: Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so daß man das Gelesene verstand.

   Ruth war auf der Suche und sie fand Boas. Er hatte sein Auge auf sie gerichtet, so wie auch Jesus Christus Sein Auge auf uns gerichtet hat. Ihm geht es um unser Heil. Bist Du nicht auch schon lange auf der Suche? Jesus läßt sich so gerne von dir finden (z.B. Ps 36,8; Spr 4,22; 8,17). In Ihm bekommst Du Vergebung der Sünden und Gnade für das ganze Leben, bis hinaus ins ewige Leben (vgl. Mt 26,28; Lk 24,47; Apg 2,38; 10,43; Kol 1,14).

   Ja, diese Gnade ist sogar bis in die Ewigkeit hinein wirksam. Gott versprach dem Volk Israel, und das gilt auch für uns heute: Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören; ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet; und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Jachweh. Und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, zu denen ich euch verstoßen habe, spricht der Jachweh; und ich werde euch wieder an den Ort zurückbringen, von dem ich euch weggeführt habe. (Jer 29,12-14)

Ruth hat das getan und kam so in den Bereich» Göttliche Fügung« (vgl. Spr 10,22; Hebr 13,17)Nachdem sie in Vers 2 ihrer Sehnsucht Ausdruck verliehen hat, sehen wir in den Versen 3-4, wie Gott den Menschen beobachtet und die Sehnsucht und den Schrei unseres Herzens hört:  Und so ging sie hin, kam und las Ähren auf dem Feld hinter den Schnittern her. Es traf sich aber, daß jenes Stück Feld dem Boas gehörte, der aus dem Geschlecht Elimelechs war. Und siehe, Boas kam von Bethlehem her und sprach zu den Schnittern: Der Jachweh sei mit euch! Und sie antworteten ihm: Der Jachweh segne dich! (Ruth 2,3-4) Gott wollte es so, daß sie auf das Feld von Boas kam.

   Alle Führungen und Fügungen in deinem Leben haben nur das eine Liebesziel Gottes: Das Du zu Seinem Sohn Jesus Christus findest und es zu einer Begegnung zwischen Ihm und Dir kommt. Du wirst nirgends satt als nur bei Ihm allein. Beachten wir, wie eindringlich und liebevoll Boas der Ruth ans Herz legt, auf seinem Feld zu bleiben: Da sprach Boas zu Ruth: Hörst du, meine Tochter? Du sollst auf keinen anderen Acker gehen, um aufzulesen; und begib dich auch nicht weg von hier, sondern halte dich da zu meinen Mägden. (Ruth 2,8) Auf deine inneren Bedürfnisse bezogen: Geh nirgends sonst hin als zu Jesus, suche nicht bei anderen Religionen oder Philosophen nach dem Sinn und Ziel deines Lebens! Es ist kein Geringerer als Jesus selbst, der dir das sagt. Nur bei Ihm, nur auf Seinem » Feld « wist du satt!

   „Ich las einmal den treffenden Satz: Alle Religionen sind die ausgestreckten Arme der Menschen zu Gott“, aber nur Jesus ist der ausgestreckte Arm Gottes zu uns Menschen. Nirgends in der Welt finden wir sonst jemanden, der uns unsere Schuld nehmen und unsere Sünden vergeben kann, als Jesus Christus! Der Prophet Micha ruft aus:  Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erläßt, der seinen Zorn nicht allezeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat?  Er wird sich wieder über uns erbarmen, unsere Missetaten bezwingen. Ja, du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen! Du wirst Jakob Treue erweisen und an Abraham Gnade üben, wie du unseren Vätern von den Tagen der Vorzeit her geschworen hast. (Micha 7,18-20)

Auf einem anderen Feld oder bei einem anderen Herrn wirst du nur belästig; da legt man dir weitere schwere Bürden auf, das sagte Jesus schon zu den Pharisäer& Schriftgelehrten (Mt 23, 4; Lk 11,46). Das sagt auch Naemi zu ihrer Schwiegertochter: Und Naemi sprach zu ihrer Schwiegertochter Ruth: Es ist gut, meine Tochter, wenn du mit seinen Mägden ausgehst und man dich nicht auf einem anderen Acker belästigt! (Ruth 2,22) Bei Jesus wirst Du wirklich frei (Joh 8,32.36)! Ruth selber bekennt, wie die Gunst des Boas ihr Herz berührt hat: Und sie sprach: Mein Herr, laß mich Gnade finden vor deinen Augen; denn du hast mich getröstet und deiner Magd freundlich zugesprochen, obwohl ich doch nicht wie eine deiner Mägde bin! (Ruth 2,13) Sie hat erkannt, daß sie bei Boas satt werden durfte. Das ist auch bei Jesus so. Niemand liebt dich so wie Er es tut! Er ist sogar für Dich gestorben und will Dich so gerne mit hineinnehmen in Sein Werk auf Golgatha.

   Das folgende Geschehen in Ruth 2,14 ist ein wunderschönes Bild für Jesus Christus: Und zur Essenszeit sprach Boas zu ihr: Komm her und iß von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig! Und sie setzte sich neben die Schnitter. Er aber gab ihr geröstetes Korn, und sie aß und wurde satt und ließ übrig. Zur Essenszeit, der Zeit des Heils, erging die Einladung des Boas: - Tritt hierher und iß von dem Brot! Jesus lädt auch Dich ein, das Brot des Lebens zu essen. Laß Dich doch einladen und nimm Jesus in dein Herz auf! Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer dies Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit (Joh 6,58). – Tunke deinen Bissen in den Essig! Damit will Jesus Dich in Sein Werk auf Golgatha miteinbeziehen, und Dir Vergebung schenken. Als Er am Kreuz hing, gab man Ihm Essig zu trinken, und Er hat ihn genommen: Es stand nun ein Gefäß voll Essig da; sie aber tränkten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. (Joh 19,29-30) – Sie aß und wurde satt und ließ sogar etwas übrig.

   Bei Ihm wirst du satt, ja sogar so satt, daß noch übrig bleibt und Du auch anderen aus Seiner unermeßlichen Fülle weitergeben kannst. In Seinen Augen, ja in Ihm selber, findest Du die Gunst, nach der du suchst.

   Mit großer Inbrunst möchte ich Dir aufs Herz binden: Den Herrn verlangt so sehr nach Dir und Er kümmert sich um Dich! Und Boas fragte seinen Knecht, der über die Schnitter bestellt war: Zu wem gehört diese junge Frau? (Ruth 2,5) Willst Du nicht auch von Herzen die Entscheidung für den himmlischen Boas, Jesus Christus, treffen und wie Ruth sprechen: Und sie sprach: Mein Herr, laß mich Gnade finden vor deinen Augen; denn du hast mich getröstet und deiner Magd freundlich zugesprochen, obwohl ich doch nicht wie eine deiner Mägde bin! (Ruth 2,13) Die Antwort des Herrn wird nicht ausbleiben: So nahm Boas die Ruth, und sie wurde seine Frau, und er ging zu ihr ein. Der Jachweh aber gab ihr, daß sie schwanger wurde und einen Sohn gebar. (Ruth 4,13)

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