Das Buch Ruth Teil 2

 Überarbeiteter Text, April 2017                              Willkommen

Bethlehem

2. Teil – Das Buch Ruth

Die Schwiegertochter Orpa – die Stellung des Namenchristentums zu Israel

Ruth 1, 9-10. Der Jachweh gebe euch, daß ihr Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes! Und sie küßte sie. Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten, und sie sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen!

Ruth 1,11-18:  Aber Naemi sprach: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich denn noch Söhne in meinem Schoß, die eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter, und geht heim! Denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu heiraten. Und wenn ich auch spräche: Es ist zu hoffen, daß ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und sogar Söhne gebäre! – wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß geworden sind? Wolltet ihr euch deshalb einschließen und keinen Mann heiraten? Nicht doch, meine Töchter! Denn mir ergeht es noch viel bitterer als euch, weil die Hand des Jachweh gegen mich ausgestreckt ist! Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten noch mehr; und Orpa küßte ihre Schwiegermutter; Ruth aber hing ihr an. Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihren Göttern; kehre du auch um, deiner Schwägerin nach! Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, daß ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott!  Wo du stirbst, da sterbe auch ich, und dort will ich begraben werden; der Jachweh tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll! Als sie nun sah, daß sie sich fest vorgenommen hatte, mit ihr zu gehen, ließ sie davon ab, ihr zuzureden.

   Durch den Werdegang dieser Moabiterinnen, Orpa und Ruth, gibt uns der Herr einen tiefen Blick in die Heilsgeschichte von der Vergangenheit bis in unsere Gegenwart. Ruth und Orpa sind nach meiner Erkenntnis ein Bild für das wahre und falsche Christentum. In Vers 10 heißt es noch: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen! Und dann, als die Naemi noch weiter redete: Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten noch mehr; und Orpa küßte ihre Schwiegermutter; Ruth aber hing ihr an.

Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihren Göttern; kehre du auch um, deiner Schwägerin nach! (Verse 14-15) Orpa bedeutet ja die »Hartnäckig, oder Widerspenstige, oder die den Nacken zeigt«. Der Nacken ist ein Bild für eine gewisse Härte. Wir wollen dieses falsche Christentum nicht verurteilen, weil diese Menschen gar nichts anderes kennen und den Ratschluß Gottes über Seinem Volk nicht verstehen.

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   Zusatz

   *Und trotzdem müssen wir, die dazu berufen sind, diese Menschen es so erklären, daß Sie es verstehen können. Das falsche Christentum, bedeutet auch:

*Sie gehen einmal in der Woche, am Sonntag in die Kirche, manchmal auch nicht oder?

*Dann gehen Sie zum Taufbecken, da tun sie sich bekreuzigen und verbeugen sich vor den Altären, oder vor ihren sogenannte Heiligenfiguren, das sind aber Götzen.

*Und dann hören sie sich vom Pfarrer oder Pfarrerin  irgendeine Predigt an, die aber Ökumenisch ist, und oft habe ich gehört, daß in der Kirche auch viel Belangloses geredet wird. Wie wir es auch im Radio z.B. auf MDR Radio Sachsen, kurz vor 9:00Uhr hören können. Es wird kaum noch vom Wort Gottes geredet, und wenn stark verwässert und verfälscht. 

*Sie lesen kaum oder überhaupt nicht, täglich in der Bibel. Und lassen sich nur durch das Gerede in der Kirche beeinflussen. Und sie selbst, überprüfen nicht was aus der Bibel erwähnt wird. Ob das stimmt was sie behaupten. Gott fordert uns aber auf, alles zuprüfen, was andere behaupten (1.Thess 5,21; 1Joh 4,1).

*Das sind die falschen Christen, die keine echte Beziehung zu Gott haben, und sie sind nicht von neuem Wiedergeboren (vgl. Joh 3,5). 

*Das falsche Christentum bedeutet auch: Sie haben den Namen das Sie leben, aber Sie sind lebendig vor Gott geistlich Tod, – vgl. Röm 7,14; 1Kor 2,13-14; Gal 6,1; Offb 3,1.15-15). Um es vielleicht besser zu verstehen, lesen Sie bitte die Zeitschrift – Mitternachtsruf, Nr. 07 Juli 2013 (Der freie Fall des westlich-evangelikalen Christentums, der Endzeitlicher Abfall). Oder auf meiner Homepage die Seite – Bin ich ein Christ? So ist es heute bei den Christen, sie sagen sie sind Christ, aber nur äußerlich, sie gehen nicht den endscheidenden Schritt zu Jesus hin. Sie sagen nie ja, ich will auch zu dir Herr Jesus gehören, bitte vergib mir alle schuld und Sünde & sie bekennen nicht mit Namen ihre Sünden. Wenn sie das getan hätten, dann wären sie auch gerettet, von Sünde, Teufel und Tod. Das ist der entscheidende Schritt, den sie tun sollten. Aber sie sind halsstarrig und haben ein verstocktes Herz, und sie gehen ihre alten Gleise weiter. Gott selbst sagt es im 2Tim 3,5: Dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab! (vgl. Titus 1,16)

Anmerkung: od. eine äußere Form von Frömmigkeit / Gottseligkeit. Welche Kraft ist aber gemeint? Damit ist die Kraft des HEILIGEN GEISTES gemeint, ER ist die Kraft des Wortes GOTTES, des Evangeliums, des Heils. Diese Menschen glauben nur oberflächlich, sie sind nicht wirklich überzeugt von dem was in der HEILIGEN SCHRIFT geschrieben steht. Und das ist der Schritt den sie aber machen sollten. Nämlich ja zusagen, ich nehme heute auch dein Heil oh Jesus Christus (Apg 4,12) an. Bitte nehme mich auch an, damit ich auch im Buch des Lebens stehe (Phil 4,3; Offb 3,5; 20,12.15).

Zusatz Ende

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Wir machen nun weiter im Buch Ruth:

   Auch Orpa wollen wir nicht richten, denn sie erkannte es nicht anders. Sie ging einfach, ohne sich weiter Gedanken zu machen oder sich zu bemühen, wieder zu ihrem Volk und zu ihren Göttern zurück, die es damals in Moab gab. Welche Tragik! Sie ging ihren Weg ohne Naemi. Das ist der Grund, warum ich glaube, das Orpa ein prophetisches Bild für das abgefallene Christentum der Endzeit ist. Orpa ging zwar ein Stück mit, aber als sie anfing, die Kosten zu überschlagen (vgl. Lk 14,28; 1Kor 9,7), schreckte sie zurück, und zeigte wieder den Nacken und verlor das herrliche Erbe (Röm 8,17).

   In ihr widerspiegeln sich die vielen Menschen und Christen, die nur bis zur Grenze gehen und sich dann im alles entscheidenden Moment der Herausforderung abwenden und den Nacken zeigen, und sie gehen auf der breiten Straße, in ihr Unglück, anstatt den schmalen Weg zu wählen (Die enge Pforte: Joh 13,23-24; Mt 7,13-14.21-23; 8,11-12).

   Auffallend an dieser Geschichte ist, daß die Treue beziehungsweise ihre Untreue der Schwiegertöchter erst offenbar wurde, als sich Naemi, die Jüdin, aufmachte, um nach Israel zurückzukehren. Vorher war die innere Haltung der beiden nicht erkennbar. Was jede von ihnen wirklich im Herzen trug, sah man nicht. Aber jetzt schieden sich die Geister.

   Wir haben schon dargelegt, daß Naemi ein prophetisches Bild für den Überrest Israels ist, der seit 1948 aus der Zerstreuung in das verheißene Land zurückkehrt. Damit wurde die Endzeit eingeläutet. Und hier sollte jeder Mensch aufhorchen. Als Naemi heimkehrte, war Erntezeit, die Zeit für Ruth, den Boas zu begegnen. Seit 1948 ist Endzeit, die Zeit, in der Gott Seil Volk Israel heimsuchte, um wiederzukommen und ihm zum Brot des Lebens zu werden. Gerade in dieser letzten Zeit wird die Treue beziehungsweise Untreue vieler Christen offenbar werden. 

   Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. (1Tim 4,1-2; vgl. → 1Joh 4,1-3; 2Tim 3,1-9.13; 2Tim 4,3-4)

   Die Untreue gegenüber Gott wird auch immer an der Untreue gegenüber Israel ersichtlich. Gott hat sich so mit Israel identifiziert, daß man Ihn und Sein Volk nicht voneinander trennen kann. Ruth, die »Freundin/Gefährtin«, wendet sich nicht von Israel und seinem Gott und Jahwe ab, sondern bezeugt ganz klar: Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, daß ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! (Ruth 1,16)

   Die allerletzte Phase der Endzeit hat mit der Rückkehr Israels in sein Land begonnen. Darum leben wir heute im 21.Jahrhundert, in einer Zeit, wo mehr und mehr offenbar wird, was die Menschen wirklich in ihren Herzen tragen, weil sich die Geister an Israel scheiden, so wie Ruth und Orpa sich an Naemi geschieden haben. Orpa wollte sich in letzter Konsequenz nicht zum Volk und dem Gott der Naemi halten. Wir erkennen an diesem Beispiel, daß es dem Volk Israel und dem lebendigen Gott (Ps 42,3; 84,3; Apg 14,15; Hebr 3,12) gegenüber niemals eine neutrale Haltung geben kann. Es gibt nur ein Entweder-Oder. Der Herr Jesus Christus sagt mit großem Ernst: Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut! (Mt 12,30) Man kann dem Herrn gegenüber niemals neutral bleiben, und wer nicht unvoreingenommen zu Israel steht, steht auch nicht unvoreingenommen zu Gott. Ruth hat sich ganz bewußt für das Volk und für den Einen Gott Naemis entschieden. Es ist auch für uns sehr wichtig, überaus wichtig, zu Israel zu stehen, denn dadurch wird letztlich unsere Haltung dem lebendigen Gott gegenüber sichtbar, oder offenbar. Orpa kehrte zu ihrem Volk und ihren Göttern (Tote Göttern) zurück. Der moabitische Götze hieß Kemosch und wurde vom Herrn als »Greuel« bezeichnet (vgl. 1Kön 11,7).

Anmerkung:  Wikipedia, gibt es folgender maßen wieder; Das Wort Greuel bezeichnet etwas, das Grauen erregt. Im deutschsprachigen Kulturkreis erfuhr es eine gewisse Prägung durch die Bibel. Im modernen Sprachgebrauch werden besonders grausame und opferreiche Taten, als Greuel oder Greueltaten bezeichnet. Moloch auch Molechoder Molek genannt: Gott der Ammoniter (Sonnengott), dem laut Bibel an der Kultstätte Tophet ("Feuerstätte, Herd") im Hinnom-Tal südlich von Jerusalem, das einzig zu diesem Zweck errichtet wurde, Menschenopfer bzw. Kinder geopfert wurden, die für den Gott verbrannt wurden („Greuel der Kinder von Ammon“), ein Brauch, der auch noch in der Königszeit bestanden haben soll, später wurde dieser Ort von den biblischen Propheten verflucht, von Josia verunreinigt und zu einem Strafort ("Feuerhölle") gemacht, Salomon errichtete ihm eine KulthöheAhas und Manasseließen ihre Söhne für diesen Gott durchs Feuer gehen, Name entstellt von hebräischMelek („König“), wird meist als Mischwesen zwischen Mensch und Stier dargestellt, König galt manchmal als Sohn des Molochfür den Moloch meint wohl „für die Sache oder das Leben des Königs“ und bezieht sich auf das Opfer, das während eines heiligen Eherituals gezeugt worden war (2Kön 23,10; Jer 7,31f; 19,5-9).

   Orpa symbolisiert damit die vielen Menschen und leider auch viele Christen, die nur bis zur Grenze gehen, weil sie sich nicht trauen, den Weg ganz zu gehen. Orpa küßte ihre Schwiegermutter und kehrte zurück. Wie entsetzlich, wenn Kinder Gottes wieder in die Welt zurückgehen! Ruth aber hängte sich an Naemi. Es gibt nur wenige Christen, die es – geistlich gesehen – wagen, über die Grenze und somit vorwärts zu gehen, die wie Jabez beten: »Erweitere meine Grenzen« (vgl. 1.Chronik 4,10).

   Versuchen wir uns in Orpa hineinzuversetzen und nachzuvollziehen, was in ihr vorging, als sie sich mit Naemi in Richtung Israel aufmachte. Je näher sie zur Grenze kamen, desto unruhiger und unsicherer wurde sie. Ihre Zweifel wurden immer größer und der Entschluß reifte, eben doch nicht über die Grenze zu gehen. Sie drehte sich im letzten Moment um, zeigte den Nacken und ging zu ihrem Volk und zu ihren Göttern zurück.

   Wie viele Christen gehen heute, zum Beispiel hinsichtlich ihrer Stellung gegenüber Israel, nur bis zur Grenze. Doch gerade dieser Stellung wird in der Bibel sehr wichtig genommen. An so vielen Beispielen, bis in die Offenbarung hinein, wird verdeutlicht, daß wenn der Herr Jesus Christus wiederkommt, sogar die Völker an ihrer Stellung gegenüber Israel gemessen und gerichtet werden. Auch wenn viele nicht unbedingt Feinde Israels sind, so sind sie eben doch keine Freunde Gottes. Vom biblischen Standpunkt aus gibt es diesbezüglich keine Neutralität. Orpa küßte zwar Naemi, aber dann ging sie zu ihrem Volk und zu ihren Göttern zurück. Das hatte schreckliche Konsequenzen.

   Nur wenige Christen stehen seit der Staatsgründung Israels und der Rückkehr der Juden in ihr Land tatsächlich auch zu Israel und erkennen, daß Erntezeit ist (vgl. Spr 20,4; Mt 13,30; Offb 14,15). Viele halten statt dessen an den alten Überlieferungen und Traditionen fest. Sie sind der irrigen, unbiblischen Meinung verfallen, Israel sei auf ewig verstoßen und die Kirche habe nun seinen Platz eingenommen. Das sitzt so tief, daß sie es nicht wagen, sich zu Israel zu stellen.

  Paulus aber berichtet uns etwas anderes, nämlich, hat Gott Israel verstoßen? Das sei ferne! (vgl. Röm 3,1-4; 9,4-5; 11,25-29). Die Konsequenz von Orpas Handeln war, daß sie vergessen wurde und das Erbe verlor. Ruth hingegen, die sich öffentlich zu Israel stellte, wurde die Urgroßmutter von David und kam somit in die Geschlechtslinie Jesu mit hinein (Mt 1,5-6).

   Manche Ausleger meinen, Orpa sei die Urgroßmutter Goliaths geworden, der Jahre später das Volk und den Gott Israels öffentlich höhnte und lästerte, ja, der Israel vernichten wollte, aber dann von David getötet wurde (1.Samuel 17,23-26). Für diese Aussagen gibt es jedoch keinerlei Beweise.

  Man sieht die Tragik der Entscheidung Orpas gegenüber Israel und dessen Gott eigentlich erst in den nachfolgenden Generationen. Auch in unserem Leben ist es manchmal so: Sünden haben nicht immer direkte Konsequenzen. Wenn man keine Buße darüber tut, oder unser Gewissen nicht straft (z.B. vgl. 2Sam 24,10; Spr 28,17; Joh 8,9; Apg 24, 16), merkt man oftmals erst später, aber dann mit aller Härte, daß sie Folgen hat. Das laue, abgefallene Christentum unserer Zeit, das hauptsächlich aus alten Überlieferungen und Traditionen besteht und sich mittels Ökumene fremden lehren und Göttern zuwendet – man ist offen für viele Religionen, z.B. buddhistischen, hinduistisches, islamisches und sonstiges heidnisches gedankengut! – wird wahrscheinlich schon bald den großen Goliath, den Antichristen, hervorbringen.  Doch dieser wird zu seiner Zeit vom großen Sohn Davids geschlagen werden, mit großer Macht und Kraft, nämlich Jesus Christus.

 

Die ganze Wahrheit über das Lügen

Menschen neigen zum Flunkern, Schwindeln, Täuschen und Betrügen – und sie tun es immer hemmungsloser: Forscher konnten nun erstmals zeigen, daß vor allem Zeitnot daran schuld ist. Besonders hemmungslos lügen wir, um andere zu beeindrucken. Das Risiko, später enttarnt zu werden, gehen wir gerne ein. Quelle: Internet Von Jörg Zittlau

   Die Heilige Schrift sagt: Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. (Römer 6,23) Wenn ich die Gnade annehme!

   Wie viele Christen lassen sich durch die Medien und falsche Informationen einschüchtern und schreiten nicht über die Grenze zur Stellungsnahme pro Israel. So konnten Arafat († 11. November 2004  verstorben) zum Beispiel lauthals verkündigen, Jesus sei ein Palästinenser gewesen, ohne daß dies in der sogenannt christlichen Öffentlichkeit beziehungsweise bei den Kirchenführern zu energischen Protesten geführt hätte. Und solchen lügen wird gehör geschenkt.

  Wir können die ganze Bibel durchkämmen und müssen feststellen, daß die Menschen, die sich öffentlich zu Israel stellen und in dieser Weise die »Grenze« überschritten, außerordentlich gesegnet wurden. Der Herr Jesus stellte sich immer zu ihnen.

  Die Geschichte von Abraham und Abimelech zeigt das besonders deutlich. Eigentlich wurde Abimelech an Abraham schuldig, aber warum?

  Die Antwort finden wir im 1.Buch Mose 20,1-18 ist eine wundervolle Begebenheit die sich einmal zutrug: Abraham aber zog von dort in den Negev und wohnte zwischen Kadesch und Schur, und er hielt sich als Fremdling in Gerar auf. Und Abraham sagte von seiner Frau Sarah: Sie ist meine Schwester. Da ließ Abimelech, der König von Gerar, Sarah holen. Aber Gott kam nachts im Traum zu Abimelech und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist die Ehefrau eines Mannes! Abimelech aber hatte sich ihr noch nicht genähert, und er sprach: Herr, willst du denn auch ein gerechtes Volk umbringen? Hat er nicht zu mir gesagt: »Sie ist meine Schwester?« Und auch sie selbst hat gesagt: »Er ist mein Bruder!« Habe ich doch dies mit aufrichtigem Herzen und unschuldigen Händen getan! Und Gott sprach zu ihm im Traum: Auch ich weiß, daß du dies mit aufrichtigem Herzen getan hast; darum habe ich dich auch bewahrt, daß du nicht gegen mich sündigst, und darum habe ich es dir nicht gestattet, daß du sie berührst. So gib nun dem Mann seine Frau wieder, denn er ist ein Prophet; und er soll für dich bitten, so wirst du am Leben bleiben. Wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, daß du gewiß sterben mußt samt allem, was dir gehört! Da stand Abimelech am Morgen früh auf und rief alle seine Knechte zusammen und sagte ihnen dies alles vor ihren Ohren; und die Leute fürchteten sich sehr. Und Abimelech rief Abraham und sprach zu ihm: Warum hast du uns das angetan, und was habe ich an dir gesündigt, daß du eine so große Sünde auf mich und mein Reich bringen wolltest? Du hast nicht mit mir gehandelt, wie man handeln soll! Und Abimelech fragte Abraham: In welcher Absicht hast du dies getan? Da sprach Abraham: Weil ich dachte: Es ist gar keine Gottesfurcht an diesem Ort, darum werden sie mich wegen meiner Frau umbringen! Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist die Tochter meines Vaters, aber nicht die Tochter meiner Mutter, und so ist sie meine Frau geworden. Und es geschah, als mich Gott aus dem Haus meines Vaters führte, da sprach ich zu ihr: Das mußt du mir zuliebe tun, daß du überall, wo wir hinkommen, von mir sagst: Er ist mein Bruder! Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und schenkte sie Abraham und gab ihm seine Frau Sarah zurück. Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land steht dir offen; wo es dir gefällt, da laß dich nieder! Aber zu Sarah sprach er: Siehe, ich habe deinem Bruder 1 000 Silberlinge gegeben; siehe, das soll dir eine Decke der Augen sein für alle, die um dich sind, damit du in jeder Weise gerechtfertigt bist! Abraham aber legte Fürbitte ein bei Gott. Da heilte Gott Abimelech und seine Frau und seine Mägde, daß sie wieder Kinder gebären konnten. Denn der Jachweh hatte zuvor jeden Mutterleib im Haus Abimelechs fest verschlossen um Sarahs, der Frau Abrahams willen.

   Ein anderes Beispiel aus dem Neuen Testament ist der Hauptmann von Kapernaum:   Nachdem er aber vor den Ohren des Volkes alle seine Reden beendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum. Und ein Knecht eines Hauptmanns, den jener schätzte, lag krank und war am Sterben. Als er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm mit der Bitte, er möge kommen und seinen Knecht retten. Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn eindringlich und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm dies gewährst; denn er hat unser Volk lieb, und er hat uns die Synagoge erbaut. Da ging Jesus mit ihnen hin. Und als er schon nicht mehr fern von dem Haus war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst! Darum hielt ich auch mich selbst nicht für würdig, zu dir zu kommen; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund! Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und habe Kriegsknechte unter mir; und wenn ich zu diesem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem anderen: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er's. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu der Menge, die ihm nachfolgte: Ich sage euch: Einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Und als die Abgesandten in das Haus zurückkamen, fanden sie den kranken Knecht gesund. (Lk 7,1-10) Dieser römische Hauptmann überschritt in seiner Stellungnahme zu Israel die Grenze. Lernen wir daraus! Überschreiten wir doch ebenfalls die Grenze, um uns öffentlich zu Israel und damit zu seinem Gott zu stellen. Mit unserem Einstehen und unserer praktischen Hilfe für Israel anerkennen wir sein Existenzrecht, denn Gott hat ihm eine Zukunft verheißen.

   Sehr viele Christen zögern auch, die Grenze aus dem LAND DER SÜNDE zu überschreiten. Sie brechen nicht total mit der Sünde. So mache kämpfen und ringen mit der Sünde und halten gleichgültig daran fest. Sie sind Grenzgänger zwischen der Welt und einem Leben des göttlichen Wohlgefallens. Sie wagen den bedingungslosen Schritt zum völligen Gehorsam dem Herrn Jesus gegenüber nicht, sondern lassen sich immer noch eine Hintertüre offen. Sie können sich nicht entscheiden, wie Orpa, und bleiben deshalb zurück. Orpa ging in ihr altes Leben zurück. Da war wohl der Kuß, die Sympathie für Naemi, nicht aber die Herzenshingabe, nicht der feste Entschluß, sich auf ihre Seite zustellen. 

   Praktizierte Sünde hat Folgen. So sagt der Herr von der Sünde Israels in Hosea 2,4-15:  Weist eure Mutter zurecht; weist sie zurecht – denn sie ist nicht meine Frau, und ich bin nicht ihr Mann –, damit sie ihre Hurerei von ihrem Angesicht wegschaffe und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten! Sonst werde ich sie nackt ausziehen und sie hinstellen, wie sie war am Tag ihrer Geburt, und sie der Wüste gleichmachen, einem dürren Land, und sie sterben lassen vor Durst! Und über ihre Kinder werde ich mich nicht erbarmen, weil sie Hurenkinder sind. Denn ihre Mutter hat Hurerei getrieben; die sie geboren hat, bedeckte sich mit Schande; denn sie sprach: »Ich will doch meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, meine Wolle, meinen Flachs, mein Öl und meinen Trank!« Darum siehe, ich will deinen Weg mit Dornen verzäunen; ja, ich will eine Mauer für sie errichten, damit sie ihre Pfade nicht mehr finden soll. Wenn sie dann ihren Liebhabern nachjagt und sie nicht mehr einholt, wenn sie sie sucht, aber nicht findet, so wird sie sagen: »Ich will hingehen und wieder zu meinem ersten Mann zurückkehren; denn damals hatte ich es besser als jetzt!« Sie erkannte ja nicht, daß ich es war, der ihr das Korn, den Most und das Öl gab und ihr das Silber und Gold mehrte, das sie für den Baal verwendet haben. Darum will ich mein Korn zurücknehmen zu seiner Zeit und meinen Most zu seiner Frist und will ihr meine Wolle und meinen Flachs entziehen, womit sie ihre Blöße bedeckt. Und ich will nun ihre Schande enthüllen vor den Augen ihrer Liebhaber; und niemand wird sie aus meiner Hand erretten. Und ich will aller ihrer Freude ein Ende machen, ihren Festen, ihren Neumondfeiern und ihren Sabbaten und allen ihren Feiertagen. Ich will auch ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, von denen sie sagt: »Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben!« Ja, ich will sie in eine Wildnis verwandeln, daß sich die Tiere des Feldes davon nähren sollen. Ich will sie strafen für die Festtage der Baale, an denen sie ihnen räucherte und sich mit ihren Ohrringen und ihrem Geschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachlief und mich vergaß! spricht der Jachweh.

   Was Sünde vermag, sehen wir ebenfalls in Hosea 4,10-12: Sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht vermehren; denn sie haben davon abgelassen, auf den Jachweh zu achten. Hurerei, Wein und Most rauben den Verstand. Mein Volk befragt sein Holz, und sein Stab wahrsagt ihm; denn der Geist der Hurerei hat sie verführt, daß sie ihrem Gott durch Hurerei untreu geworden sind.

   Die Sünde kann einem den Verstand rauben, so daß man nicht mehr klar denken kann, kein klares Urteilsvermögen mehr hat und die Dinge nicht mehr objektiv sieht. Sie verändert das Empfinden und denken.

   Die Bibel lehrt uns: Da trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und weil er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das erste Gebot unter allen? Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot unter allen ist: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist Herr allein; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!« Dies ist das erste Gebot. (Mk 12,28-30) Aber es kann sogar soweit kommen, daß wir Kinder Gottes die Sünde mehr lieben als den Herrn Jesus.

   Gott hat diese Bezeichnung, für Kinder Gottes, für Erwachsene Menschen. Manche Ausleger tun das falsche Interpretieren. Nebenbei erwähnt.

   Jemand hat das einmal so formuliert: Was du ansiehst, gewinnt Macht über dich. Wie wahr! Wer Jesus im Wort, in der Bibel, sucht, IHN ansieht und IHM im Gehorsam nachfolgt, wird immer mehr in Sein Bild umgewandelt und wachstümlich verändert (Lk 6,40; 1Kor 15,49). Er nimmt in der Erkenntnis Jesu zu.

   Wer sich hingegen mit der Sünde beschäftigt und diese praktiziert, erfährt eine negative Veränderung, denn er wird von der Sünde geprägt und deren Gestalt annehmen:  Und der Herr spricht: Weil sie mein Gesetz verlassen haben, das ich ihnen gab, und meiner Stimme nicht gehorcht haben und nicht danach lebten, sondern dem Starrsinn ihres Herzens und den Baalen nachgelaufen sind, was ihre Väter sie gelehrt haben. (Jer 9,12) So kann dem Sünder dann plötzlich die Kraft fehlen, um umzukehren.

   In Hosea 5,4.6-7 heißt es: Ihre Taten erlauben ihnen nicht, zu ihrem Gott umzukehren; denn ein Geist der Hurerei ist in ihren Herzen, und den Jachweh erkennen sie nicht. Mit ihren Schafen und mit ihren Rindern werden sie kommen, um den Jachweh zu suchen; aber sie werden ihn nicht finden; er hat sich von ihnen entfernt. Sie sind dem Jachweh untreu geworden, denn sie haben fremde Kinder gezeugt; jetzt wird der Neumond sie fressen samt ihren Erbteilen. Sie werden so sehr von der Sünde vereinnahmt, daß sie kaum noch die Kraft aufbringen, sie loszulassen. Der Feind ist zu mächtig geworden.

   Hosea 7,2-4 schreibt weiter: Und sie bedenken nicht in ihrem Herzen, daß ich an all ihre Bosheit gedenke; nun aber haben ihre Taten sie umstellt; sie sind vor meinem Angesicht! Durch ihre Bosheit erfreuen sie den König und durch ihre Lügen die Fürsten. Sie alle sind Ehebrecher; sie gleichen einem Ofen, welcher vom Bäcker angeheizt wurde, der das Schüren nach dem Kneten des Teiges nur so lange unterläßt, bis er ganz durchsäuert ist.

   In den Versen 10-11.13 steht: Wiewohl aber Israels Stolz sich als Zeuge gegen ihn erhebt, sind sie doch nicht zu dem Jachweh, ihrem Gott, umgekehrt und haben ihn trotz alledem nicht gesucht; sondern Ephraim hat sich benommen wie eine einfältige Taube ohne Verstand; Ägypten haben sie herbeigerufen, nach Assyrien sind sie gelaufen. Wehe ihnen, daß sie von mir weggeflohen sind! Verderben komme über sie, daß sie von mir abgefallen sind! Ich möchte sie erlösen, aber sie reden Lügen gegen mich.

   Dies alles geschieht, wenn man die Grenze zur Ganzhingabe nicht überschreiten will. Orpa war halbherzig. Sie war nicht bereit, die Konsequenzen zu ziehen und verfehlte das Ziel. Im neuen Testament heißt es so: Denn die, welche reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke und viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen. Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles Bösen; etliche, die sich ihr hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel Schmerzen verursacht. (1Tim 6,9-10; vgl. Jak 5,1)

  Sünde heißt aus dem Griechischen übersetzt: Zielverfehlung. Sünde bedeutet also nicht nur falsches Tun, sondern eine verkehrte Lebensbeziehungsweise Zielrichtung. Man geht einen grundsätzlich falschen Weg. Es wäre katastrophal, wenn wir am Ende unseres Lebens eingestehen müßten – nur weil wir uns nie entschlossen haben, die Grenze zu überschreiten –, daß wir das letztendliche Ziel Gottes mit unserem Leben verfehlt haben!

   Welchen Weg gehst Du? Der Psalmist sagt: Mein Herz entbrannte in mir, durch mein Nachsinnen wurde ein Feuer entzündet, da redete ich mit meiner Zunge: Laß mich mein Ende wissen, o Jachweh, und was das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin! (Psalm 39,4-5)

   Gott sei gedankt, der uns die ganze Tragik und Folge der Sünde aufzeigt, aber in Seiner Liebe durch die Vergebung einen Ausweg anbietet! Er hat die Grenze zu uns hin überschritten und ist uns in Jesus und Seinem vollbrachten Werk am Kreuz begegnet. Es ist noch Gnadenzeit, und Er bietet uns die Wiederherstellung in Jesus an (vgl. z.B. Jes 26,12; 44,23; Hebr 1,1-3).

 Doch müssen wir unsererseits auch tatsächlich bereit sein und die Grenze zu Ihm hin bewußt überschreiten, ansonsten gehen wir lehr aus. Der Herr mahnt uns, nicht nur Israel, denn es gilt jeden Menschen: Kehre um, o Israel, zu dem Jachweh, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine eigene Schuld. Nehmt Worte mit euch und kehrt um zum Jachweh! Sprecht: »Vergib alle Schuld und nimm es gut auf, daß wir dir das Opfer unserer Lippen bringen, das wir schuldig sind! (Hosea 14,2-3)

  Und in den Versen 5-8 macht Er uns das gewaltige Liebenangebot: Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, gerne will ich sie lieben; denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewandt. Ich will für Israel sein wie der Tau; es soll blühen wie eine Lilie und Wurzel schlagen wie der Libanon. Seine Schößlinge sollen sich ausbreiten; es soll so schön werden wie ein Ölbaum und so guten Geruch geben wie der Libanon. Die unter seinem Schatten wohnen, sollen wiederum Getreide hervorbringen und blühen wie der Weinstock und so berühmt werden wie der Wein vom Libanon. (Hosea 14,5-8)

   Gott kann nicht anders als auch Dich, lieber Leser, zu lieben. Kehre doch zu Ihm zurück! Gehe bitte über die Grenze! In Hosea 10,12 steht:  Sät euch Gerechtigkeit, erntet nach dem Maß der Gnade! Pflügt einen Neubruch, denn es ist Zeit, den Jachweh zu suchen, bis er kommt und euch Gerechtigkeit regnen läßt!

   Das ist es, was der Herr für Israel und uns bereitet hat. Er hat es auch für dich, lieber Leser, bereitet. Wenn Du willig bist, die Grenze der Sünde zu verlassen, und zu Ihm hin zu überschreiten, dann schenkt Er dir auch das ewige Leben, wenn Du aufrichtig Ihm deine Sünden bekennen tust! Sehr viele Menschen gehen auch hinsichtlich der Mission nur bis zur Grenze. Gerade junge Leute wagen den Schritt über die Grenze meistens nicht, daß heißt, sie wagen nicht, dem Befehl des Herrn gehorsam zu sein, der da lautet: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! (Mk 16,15)

  Mission muß allerdings nicht immer Dienst im Ausland bedeuten, denn wo einer Wohnt, gibt es auch viele Menschen, die auf die Frohe Botschaft warten. Es geht oft nur darum, gewohntes aufzugeben, zu verlassen, über die Grenze zu gehen und zu tun, was der Herr will. »Alle Welt« beginnt vor unserer Haustüre!

   Gar manche gehen den Schritt über die Grenze auch nicht, wenn es darum geht, ein Glaubenswagnis einzugehen. Viele haben keinen Mut, im Glauben zu wagen, was der Herr ihnen aufs Herz gelegt hat.

  Abraham war ein Mann, der im Glauben über die Grenze ging: Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebr 11,8-10)

   Ein Wagnis – aber er ging es im Glauben ein! Aus diesem Glauben heraus wurde das Land Israel sein Besitztum. Wir müssen endlich aus der Enge unseres Unglaubens heraus in die Grenzenlosigkeit des Glaubens eintreten. Denken wir nochmals an Jabez, der seinen Gott, den Gott Israels, anflehte:  Und Jabez rief zu dem Gott Israels und sprach: O daß du mich reichlich segnen und meine Grenze erweitern wolltest und deine Hand mit mir wäre und du mich vor dem Übel bewahrtest, damit mich kein Schmerz trifft! Und Gott ließ kommen, was er gebeten hatte. (1.Chronik 4,10)

  Es ist so wichtig, daß wir die Grenze überschreiten und das Zielkonkret ins Auge fassen, Paulus beschreibt dieses Ziel:  Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, daß ich es ergriffen habe; eines aber: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. (Phil 3,13-14; vgl. 1Kor 9,24-27; Hebr 3,1)

  Aber Orpa konnte das leider nicht. Sie sagte zwar mit Ruth: Der Jachweh gebe euch, daß ihr Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes! Und sie küßte sie. Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten, und sie sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen! (Ruth 1,10) Aber im Gegensatz zu Ruth fehlte ihr der nötige Antrieb. Die Not unseres Lebens ist oft die, daß wir uns wohl etwas wünschen, aber nicht fest entschieden sind, es zu tun. Wir wünschen uns, die Sünde loszulassen, aber wir sind nicht bereit, es auch tatsächlich zu tun. Wir wünschen uns, auf das Missionsfeld zu gehen und vom Herrn gebraucht zu werden, sind aber doch nicht fest entschlossen, den Schritt auch tatsächlich zu wagen und die nötige Vorkehrungen zu treffen.

  Treffend hat es Gott gesagt, daß Er uns, was wir für ihn tun, auch Belohnen wird: So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! (Hebr 10,35) Und ein anderes Beispiel gibt uns Gott: der Glaubensweg des Mose (Hebr 11,23-29). Wir wissen um gewisse Notwendigkeiten in unserem Leben, sind aber nicht willig, sie im Glauben durchzusetzen. Wir wissen, diesen Weg sollten wir gehen, jene Entscheidung treffen, ja oder nein zusagen. Aber wir tun es nicht. Im Reich Gottes kann nur dann wirklich etwas geschehen, wenn wir gewisse Dinge entschlossen anpacken und durchziehen.

  Laßt uns beginnen, im rechten biblischen Sinn die Grenze zu überschreiten und den ganzen Weg mit Jesus zugehen. Vielleicht hat der Herr etwas ganz Bestimmtes mit dir vor. Möglicherweise solltest Du einen bestimmten Schritt tun, eine Sünde bekennen und ablegen oder etwas aufgeben oder annehmen. Bist Du vielleicht noch gar nicht bekehrt? Dann wäre dieser Schritt über die Grenze überfällig! Willst Du nicht heute deine dir jetzt bewußt gewordene Grenze, wie sie auch heißen mag, überschreiten und an Jesu Hand vorwärts gehen?

  Gott der Vater sagt, Heute, wenn ihr seine stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht! Im Psalm 95,6-11: Kommt, laßt uns anbeten und uns beugen, laßt uns niederfallen vor dem Jachweh, unserem Schöpfer! Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie bei der Herausforderung, am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten; sie prüften mich – und sahen doch mein Werk! Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht; und ich sprach: Sie sind ein Volk, das in seinem Herzen in die Irre geht, und sie haben meine Wege nicht erkannt, so daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!«

  Aber, welche Stimme ist damit gemeint? Natürlich die Heilige Schrift, das Wort Gottes. In der Bibel stehen Seine Worte geschrieben, und wenn ich darin lese, kann ich die Stimme Gottes hören.

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