Das Buch Ruth Teil 1

Die biblische Geschichte Ruths ist ein Meisterwerk der Erzählung und gleicht einer schönen Perle auf schwarzem Samt. Es ist eine faszinierende Geschichte über Liebe, Treue und Hingabe, aber auch über Errettung aus Leid und Elend mit einem herrlichen Happy End.

   Das Buch Ruth ist aber noch mehr als eine schöne Erzählung. Es hat tiefen prophetischen Charakter und zeigt in kurzen, aber prägnanten Zügen die wunderbare Heilsgeschichte Gottes mit Israel und der Gemeinde auf, in der Jesus Christus der Mittelpunkt ist.

  Im Buch Ruth wird auch die für alle Zeiten gültige Wahrheit deutlich, daß der Herr in Seinem liebenden, vorsorgenden und planenden Handeln treu ist: Er bringt Seine Brautgemeinde und Sein Volk Israel durch alle Wirren der Zeit zum herrlichen Ziel! –Diese Grundzüge biblischer Prophetie hervorzuheben, ist das Anliegen des Autors.

 

  Norbert Lieth

Autor: Norbert Lieth, ist Verkündiger, Bibellehrer und Vorstandsmitglied des  Missionswerkes Mitternachtsruf (MNR). Mit freundlicher Genehmigung, vom Norbert Lieth. Dieses Buch stammt aus dem Jahre 1996 und deshalb diese Überarbeitung.

1. Abschnitt: Das Buch Ruth – im Licht der Heilsgeschichte

  Ich zitiere die Schl. = Schlachterübersetzung

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.

Ich möchte das Buch Ruth, in fünf abschnitten, beschreiben.

Elimelechs Familie – die Zerstreuung und Wiederherstellung Israel

Das Buch Ruth

Einführung

Die Begebenheiten, die das Buch Ruth (= »Gefährtin«) schildert, gehören in die von Niedergang und Not geprägte Zeit der Richter; sein Verfasser ist laut der jüdischen Überlieferung der Prophet Samuel. Es bildet ein Bindeglied zum Königtum unter David und damit zu den Büchern Samuel. Eine israelitische Familie aus Bethlehem in Juda wandert aufgrund einer Hungersnot ins heidnische Moabiterland aus und läßt sich dort nieder. Die Söhne nehmen dort heidnische Frauen, doch nach einiger Zeit sterben erst der Vater und dann seine Söhne. Die Frau, Naemi, entschließt sich, nach Israel zurückzukehren. Dabei wird sie von Ruth begleitet, der moabitischen Schwiegertochter, die Naemi, vor allem aber den Gott Israels liebgewonnen hat und deshalb ihrem Volk den Rücken kehrt. In Bethlehem lernt Ruth den Boas kennen, der sie zur Frau nimmt. Weil sie sich von ihren falschen Göttern abwendet und ihr Herz ganz dem Gott Israels weiht, erfährt sie die reiche Gnade und den Segen des Jachwehs. Sie wird in das Volk Gottes aufgenommen und wird Stammutter des Königs David und damit des Messias Jesus Christus (Mt 1,5-6). In dieser Begebenheit sehen wir die große Gnade und Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Schwachen und Elenden; in Boas, dem Löser, haben wir ein Vorbild auf den großen Erlöser Jesus Christus.

*In den zitierten Bibelabschnitten des Buches Ruth wird die Schreibweise der Namen nach der revidierten Schlachterübersetzung 2000 Version wiedergegeben. In der Auslegung selbst gebrauchen wir die allgemein üblichere Schreibweise.

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Dort liegt eine Stadt, dessen Name bis in die Entferntesten Winkel der Erde dringen wird Bethlehem, im Lande Judäa. Aber es werden noch viele Generationen vergehen, bevor der Stern im Osten aufsteigen wird. Vieles ist geschehen im diesem Lande, das jenseits vom Jordan lebt, ein Volk das von Altersherr das Volk Israel haßt. Und einen Gott aus Stein anbeten tut, der Gott Kemosch. Der Gott der Moabiter der nach dem Blut der Jugend und Unschuld dürstet.

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Kommen wir nun zum Buch Ruth 1 Kap. 1-10.

Ruth kommt mit Naemi nach Bethlehem

Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Und der Name dieses Mannes war Elimelech, und der Name seiner Frau Naemi, seine beiden Söhne aber hießen Machlon und Kiljon; sie waren Ephratiter aus Bethlehem in Juda. Und sie kamen in das Gebiet von Moab und lebten dort. Elimelech aber, Naemis Mann, starb, und sie blieb allein übrig mit ihren beiden Söhnen. Und diese nahmen sich moabitische Frauen; der Name der einen war Orpa, und der Name der anderen Ruth. Und sie wohnten etwa zehn Jahre dort. Danach starben auch sie beide, Machlon und Kiljon, so daß die Frau ohne ihre beiden Söhne und ihren Mann allein übrigblieb. Da machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf und kehrte zurück aus dem Gebiet von Moab; denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, daß der Jachweh sein Volk heimgesucht und ihm Brot gegeben habe. So verließ sie den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr, und sie machten sich auf den Weg, um wieder in das Land Juda zurückzukehren. Naemi aber sprach zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter! Der Jachweh erweise euch Güte, wie ihr es an den Verstorbenen und an mir getan habt! Der Jachweh gebe euch, daß ihr Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes! Und sie küßte sie. Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten, und sie sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen! (Ruth Kap.1, Verse 1-10)

   Im Buch Ruth wird uns, komprimiert in nur vier Kapiteln, die ganze 4000jährige Heilsgeschichte Gottes mit Israel und die nahezu 2000jährige der Gemeinde Jesu vor Augen geführt. Das zeigt uns, daß die Bibel ein Ganzes ist, daß sie im Grunde nur einen Autor haben kann, nämlich den Heiligen Geist.

   Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet. (2Pt 1,21; vgl. auch 2Tim 3,16-17; 2Sam 23,2, Jer 1,7.9)

Nur der Heilige Geist bringt es fertig, in vier Kapiteln des Alten Testaments, ungefähr 1300 Jahre vor Jesus Christus, das ganze heilsgeschichtliche Panorama aufzuzeichnen.

   Im Buch Ruth werden uns neun Personen namentlich vorgestellt. Jeder Name hat eine bestimmte Bedeutung:

1. Elimelech, ein Mann aus Bethlehem (Bethlehem heißt ins Deutsche übersetzt das»Brothaus«). Sein Name heißt übersetzt »Mein Gott ist König«.

2. Naemi, dessen Frau = »Meine Liebliche«.       

3. Machlon, der eine Sohn = »Kränklichkeit«.

4. Kiljon, der zweite Sohn = »Verschmachten«, »Hinfälligkeit«, oder »vertilgen« (je nach Übersetzung).

5. Orpa, die eine Schwiegertochter = bed. verm. »Hartnäckig, oder Widerspenstige«, oder bed. verm. »die Nacken-Zeigende«.

6. Ruth, die zweite Schwiegertochter = bed. »Freundin / Gefährtin, Freundschaft, Labung oder Erquickung«.

7. Boas, der Löser beziehungsweise Erlöser von Ruth und Naemi. Er war der Landbesitzer und sein Name  bedeutet »In ihm ist Stärke, Munterkeit, oder Lebendigkeit«.

8. Ein Blutsverwandter, dessen Name nicht erwähnt wird. Er stand in der Reihenfolge der Löser vor Boas an erster Stelle.

9. Obed, das erste Kind von Boas und Ruth. Er wurde der Großvater von König David. Sein Name bedeutet »Diener oder Knecht«.

   Durch diese Geschichte, die Heilsgeschichte Gottes mit Israel und der Gemeinde, will der Jachweh aber auch zu uns persönlich (jeder Mensch, ist damit gemeint) reden. Da sehen wir nämlich, daß wir es mit dem lebendigen Gott des Himmels und der Erde zu tun haben, vor dem einmal jeder Mensch wird stehen müssen (Hebr 9,27; Joh 5,22-30; Apg 17,31; Röm 2,5; Offb 14,7; 16,7; Pred 12,14).

   In den ersten fünf Versen des Buches Ruth begegnen wir vor allem Elimelech und seinen Söhnen. Weil in Bethlehem-Juda eine drückende Hungersnot herrschte, verließ er mit seiner Familie das Land und ließ sich in Moab, als Fremdling nieder: Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen. (Ruth 1,1)

Durch die Person Elimelechs wird der Fall und die Zerstreuung Israels vorgeschattet.

   Wenn wir dieses Geschehen in die Geschichte des jüdischen Volkes einordnen, sehen und können wir  verstehen, was Israel in der Vergangenheit beziehungsweise während der letzten zwei Jahrtausende erlebt hat. Ist es reiner Zufall, daß sich diese Geschichte ausgerechnet in Bethlehem zutrug und durch den Geist Gottes niedergeschrieben wurde, oder ist es Gott – gewollte Geschichte, oder Absicht? Sicher das letztere! Bethlehem ist heute weltweit ein Begriff, denn in diesem  »Brothaus« wurde Jesus Christus, der Messias, und Erlöser Israels, und der ganzen Welt geboren.

   Er ist das Brot des Lebens, wie Er es selber in Johannes 6,33-36 sagte: Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt. (vgl. → 2Mo 16,4; Ps 78,23-25; 1Kor 10,3-4)

   Die tiefe Sehnsucht aller Menschen ist die nach dem lebendigen Brot, und trotzdem glauben die meisten nicht an Ihn (vgl. Lk 24,25; Joh 3,12; 4,42.44-47; 6,64; 2Tim 2,19; Apg 3,16; 15,7; 19,4, Röm 1,17; 3,28.30; 4,20; 2Kor 13,5; Gal 3,8-9; Eph 3,14-19; 2Th 3,2; 1Tim 4,1; 5,15, Jud Vers 5).

   Bist Du schon einmal ganz persönlich zu Jesus gekommen? Hast Du schon einmal, zu Jesus Christus gebetet? Und hast Du mit Ihm, im gebet geredet?

   Die damalige jüdische Generation kam, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht zu Ihm. Sie glaubten Ihm nicht, obwohl Er große Zeichen und Wunder tat: Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, und sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen? Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen:Murrt nicht untereinander! Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. (Johannes Kap. 6, Verse 40-44)

   Das mußten sie bitterlich bereuen, und dies gilt auch heute der Jesus ablehnt, denn dann kam in der Geschichte Israels der Tag, an dem Jesus sich von Seinem Volk abwendete, um für die Nationen (Heiden), das Brot des Lebens zu werden – das Brot des Lebens, das in Bethlehem geboren worden war, wie es die Schrift voraussah (z.B. Jes 7,14; 61,1-3). Somit war in Israel kein Brot mehr vorhanden, und es kam zu einer geistlichen Hungersnot. Bethlehem, das Brothaus, wurde dadurch zum Nothaus. Das Volk mußte sein Land verlassen und wurde in alle Welt zerstreut, hier haben wir die Prophetischen Ankündigungen (z.B. Ps 44,12; 60,3; Jer 23,2; 30,11; 31,10; Jer 24,9-10;5Mo 28,64-66; 30,1-5; Jes 43,5-8; Jer 31,7-10; Hes 36,24), genauso wie in der Geschichte Elimelechs, der mit seiner Familie in das heidnische Moab ziehen mußte.

*Aber es kommt wieder die erneute Sammlung Israels entspricht ebenso dem Bundesschluss: vgl. 5Mo 30,1-10; Jes 11,10-12; Jer 23,3-8; Hes 37,21-25.

*Die gegenwärtige weltweite Sammlung Israels wird verschiedene Male angekündigt: Hes 20,33-38; 22,17-22; 36,22-24; 37,1-14; Jes 11,11-12; Zeph 2,1-2 und Hes Kap. 38-39 u.v.m.

   Dort suchten sie Nahrung, Brot, aber sie wurden nicht satt. Sie blieben ruhelos, mußten bitteres Leid erleben, aufgrund ihres Ungehorsams, und starben zum Teil. Das ist die tragische Geschichte Israels. – Der größte Teil der Menschheit lebt in einer geistlichen Hungersnot. Überall begegnen uns Menschen, die an Leib und Seele verkümmern (vgl. 5Mo 32,24; Hi 11, 20) und verschmachten, weil sie Jesus nicht haben, oder wollen.

   Egal, ob als Direktoren, König, Kanzler, oder Arbeitsloser, ob als Filmschauspieler oder eine einfacher Arbeiter und Hausfrau, ob in Königspalästen oder in Elendshütten, oder Obdachlosen: Wer Jesus nicht hat, lebt in einer geistlichen Hungersnot und wird trotz seines Suchens nirgends satt, und erst recht nicht bei den falschen Religionen, die nie zum ewigen Heil führen können, in Ewigkeit nicht. Denn sie wollen durch andere Türen ins himmelreich gelangen, aber es ist umsonst (Joh 10,1.7-8.10.12-13). Es bleibt eine ungestillte Sehnsucht, die durch nichts Erschaffenes gestillt werden kann. Jesus spricht: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben. Ich bin das Brot des Lebens. (Joh 6,47-48)

   Es gibt Menschen, die meinen, daß letztlich alle Wege zu Gott führen würden, ob nun durch den Islam, den Buddhismus, oder was auch immer. Das ist nicht wahr! Wenn es zutreffen würde, könnten wir Gott nicht mehr glauben. Gott kann sich doch nicht widersprechen! Er kann uns doch nicht die Bibel geben und proklamieren, daß Jesus Christus der fleischgewordene Sohn Gottes und zugleich Gott selber ist, und daß Er der einzige Weg zum Vater ist, und dann im Koran genau das Gegenteil sagen. 

   Und Jesus kann doch nicht von sich behaupten: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben. (Joh 6,47) Ich bin das Brot des Lebens. (Joh 6,48) Und gleichzeitig noch viele andere Möglichkeiten akzeptieren. Er kann auch nicht erklären: Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! (Joh 14,6) Und daneben tausend andere Wege gelten zu lassen. Zur Samariterin am Jakobsbrunnen sprach Er: Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt. (Joh 4,13-14)

Der Mensch braucht den lebendigen Glauben an Jesus; das Zu-Ihm-Kommen um satt zu werden. Wenn Du nicht ganz bewußt und entschieden zu Christus kommst, bleibt deine Seele hungrig bis ins Grab (Hiob 17,13-16; Joh 12,37-41.48). Du wirst die eigentliche Erfüllung deines Lebens verpassen.

   Klaus Vollmer brachte das einmal folgendermaßen zum Ausdruck: «Wenn ich erst einmal in die Schule komme! Dann kamen wir in die Schule, und wir merkten: das ist auch nicht das Wahre. Wenn ich nur wieder aus der Schule heraus bin, dann! Dann haben wir uns ausgestreckt nach dem ersten Geld. Wenn ich erst mal verdiene, dann! Wenn ich erst mal mein Mädel habe, dann! Wenn ich erst mal meinen Freund habe, dann! Wenn wir erst mal verlobt sind, dann! Wenn wir erst mal verheiratet sind und unsere Wohnung haben, dann!Wenn wir erst mal unser Haus und unser Auto haben, dann! Und unser Schwimmbassin, dann!Und unseren Doktorgrad, dann! Wenn wir erst mal unsere Kinder haben, dann! Und wenn die dann in die Schule kommen, dann…!»

   Wie lange geht das? Bis sechzig, fünfundsechzig Jahre. Dann guckt einer den anderen an und sagt: «Weißt du noch, damals? Wenn das nicht so unendlich tragisch wäre, könnte man lachen. Dann beginnen die Alten, sich an die früheren Zeiten zu erinnern. Das war aber die Zeit, von der sie meinten, sie sei noch nicht das wahre Leben. Wann haben diese Leute eigentlich gelebt? Wann haben sie die Erfüllung gefunden, um sagen zu können:  »Jetzt lebe ich sinnvoll? «

   Ich (Norbert Lieth) bin mit vielen Menschen in Berührung gekommen, auch mit älteren, großartigen; sie öffneten ihr Inneres, was sehr schwer ist für einen alt gewordenen Menschen, und sagten in einer großen Bitterkeit: »War das nun das Leben?«

Friedrich Nietzsche, der große Spötter, hat es so formuliert: Die Welt, ein Tor zu tausend Wüsten stumm und kalt. Wer das verlor, was ich verlor, macht nirgends Halt. Nun steh ich bleich, zur Winter-Wanderschaft verflucht, dem Rauche gleich, der stets nach kältern Himmeln sucht. Wehe den, der keine Heimat hat!

   Gott der Herr selber sagt eindringlich, in Hiob 8,5-15: Bist du es aber, so suche Gott ernstlich und flehe um Gnade zu dem Allmächtigen! Wenn du lauter und aufrichtig bist, so wird er sich um deinetwillen aufmachen und dein gerechtes Heim wiederherstellen. Da wird dein früheres Glück im Vergleich zu deinem späteren klein sein! Denn frage doch das frühere Geschlecht und beherzige das, was ihre Väter erforscht haben! Denn von gestern sind wir und wissen nichts; ein Schatten nur sind unsere Tage auf Erden. Sind sie es nicht, die dich belehren, es dir sagen und Sprüche hervorholen aus ihrem Herzen? Schießt der Papyrus ohne Sumpf empor, oder gedeiht das Riedgras ohne Wasser? Noch steht es in vollem Trieb, ist nicht zum Schneiden reif – da verdorrt es schon vor allem anderen Gras. Das ist der Weg all derer, die Gott vergessen; ja, die Hoffnung des Ruchlosen geht zugrunde!Seine Zuversicht wird abgeschnitten, und sein Vertrauen ist ein Spinngewebe. Er stützt sich auf sein Haus, aber es hält nicht stand; er hält sich daran fest, aber es bleibt nicht stehen.                    

   Das ist das Leben des natürlichen Menschen (1Kor 15, 42-44). Er baut sich seine Existenz auf, ist auf der Suche nach einem Ziel und erreicht es auch. Er hält sich daran fest und zerbricht daran – es sei denn, er findet Jesus. Doch wer Jesus nicht hat, geht haltlos in die Ewigkeit des Todes (Spr 7, 27). Nur mit Gott und durch Ihn können wir wirklich leben. Ohne Ihn bleibt das Leben, trotz vieler erreichter menschlicher Ziele und einer gewissen Religiosität, leer. Geist und Seele verkümmern.

   Darum hat Jesus auch gesagt: Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden! (Joh 16,33) Jesus möchte, daß der Mensch satt wird. Aber nur in Ihm können wir Frieden bekommen, nur durch Ihn werden wir satt. Warum nehmen sich so viele Menschen das Leben?

Andre Heller, ein Wiener Multimedia-Poet, erklärte in einem Interview: Ich will einmal mit Selbstmord aus dem Leben scheiden. Der Selbstmord wird zu einem Zeitpunkt erfolgen, zu dem andere sagen: «Was will er denn? Er hat doch alles! Er sollte doch dankbar sein.»

   Das ist ein treffendes Beispiel von »alles haben und doch hungrig bleiben«, weil Jesus Christus fehlt. Wer jedoch einmal zu Jesus gekommen ist, wird nicht nur satt, sondern übersatt. Genauso wie Ruth bei Boas satt wurde: Und zur Essenszeit sprach Boas zu ihr: Komm her und iß von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig! Und sie setzte sich neben die Schnitter. Er aber gab ihr geröstetes Korn, und sie aß und wurde satt und ließ übrig. (Ruth 2,14)

Anmerkung zu dem Essig; mit Wasser verdünnter Weinessig diente damals als erfrischendes Getränk.

   Boas ist hier ein wunderschönes Bild auf Jesus, Ruth ein herrliches Beispiel einer hungrigen Seele, die zu Jesus findet.

   Von Elimelech lesen wir, daß er mit seiner Familie nach Moab zog, weil im Lande Juda eine Hungersnot herrschte: Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen. (Ruth 1,1)

Aber wer vollbrachte diese Hungersnot? Nun die Antwort finden wir im Jesajabuch 44,24-28, der Jachweh und Gott ist es der dies alles vollbringt, und sonst niemand! Dieser Satz stellt sinnbildlich die Tragik und das Leid der Juden in der Zerstreuung dar. Sie waren während ~1900 Jahren immer fremde, mehr als andere ruhelos, ohne Bürgerrecht, heimatlos. Hier haben wir sinnbildlich, und Prophetisch, ebenfalls ein Gleichnis für die heutige Gemeinde Jesu, denn wir sind auch noch ohne bürgerrecht und heimatlos, solange wir hier auf Erden leben (vgl. Hebr 11,13-14; Phil 3,20-21; Eph 2,19-22). Wie damals vorgeschattet die Juden. Elimelech war im Moabiterland rechtlos. Er wußte nie, wie lange man ihn dulden würde. Außerdem waren die Moabiter Feinde seines Volkes und Gottes. Auch Israel war in dem Moment, wo es das Herrschaftsgebiet Gottes verließ beziehungsweise verlassen mußte, ohne Heimatrecht, fremd und wehrlos. Es wurde verstoßen und ausgebeutet, angeklagt und verfolgt. Israel ohne eigenes Land war wie ein Mensch ohne Schatten.

Im Buch A History of Israel von Howard M. Sachar steht: Wenn ich daran denke, was man uns angetan hat, wie man uns lehrte, Rußland und seine Sprache zu lieben, wie man uns lockte, alles, was russisch ist, in unser Heim einzuführen… und wie man uns jetzt ablehnt und verfolgt…, dann überkommt mich eine Verzweiflung, aus der es kein Entrinnen gibt. Den Lebenden ist der moderne Jude ein toter Mann, den Einheimischen ist er ein Fremder, den Niedergelassenen ein Vagabund, den Reichen ein Bettler, den Armen ein Millionär und Ausbeuter, den Städtern ein Heimatloser und allen Gesellschaftsschichten ein verhaßter Rivale.

   Die ganze Ruhelosigkeit erkennen wir auch aus dem Verhalten der Personen und ihrem Ergehen im weiteren Verlauf der Geschichte Ruths. Gott gibt uns auch da ein Sinnbild für die Geschichte Israels in der Zerstreuung.

    Elimelech aber, Naemis Mann, starb, und sie blieb allein übrig mit ihren beiden Söhnen. Und diese nahmen sich moabitische Frauen; der Name der einen war Orpa, und der Name der anderen Ruth. Und sie wohnten etwa zehn Jahre dort. Danach starben auch sie beide, Machlon und Kiljon, so daß die Frau ohne ihre beiden Söhne und ihren Mann allein übrigblieb. (Ruth 1,3-5)

   Wie schon erwähnt, bedeutet Elimelech »Mein Gott ist König«. Seine Person deutet auf die ursprüngliche Berufung Israels hin; es ist das Königsvolk. Aus Israel kommt der »König der Könige und Herr der Herren« (Offb 19,16), Jesus Christus, der Messias! Israel ist nach wie vor zum Königtum über die ganze Welt bestimmt. Diese Bestimmung hat es nie verloren. Schon in 1.Buch Mose 49,10 steht geschrieben:  Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorsam sein.

Anmerkung zu dem Wort, »Schilo«: bed. »Der Ruhebringer« (vgl. Mt 11,28-30; Hebr 4,1-11).

   Aus dem Namen Elimelech erkennt man, daß nicht ein blindes grausames Schicksal über Israel waltet, sondern daß Gott einen wahrhaft königlichen Plan mit Seinem Volk hat, und daß Er auch durch das bittere Leid ein köstliches Ziel verfolgt. Obwohl Elimelech stirbt, stirbt doch die göttliche Berufung nicht: »Mein Gott ist König. «Jesaja ruft es Jahrhunderte nach Ruths aus: Denn der Jachweh ist unser Richter, der Jachweh ist unser Gesetzgeber, der Jachweh ist unser König; er wird uns retten! (Jes 33,22) Der göttliche Ratschluß mit Seinem geliebten Volk Israel bleibt auf ewig bestehen: Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen. (Röm 11,29; vgl. 1Pt 5,10)

   Im Tod Elimelechs sehen wir die bittere Not Israels in der Zerstreuung, in der ein Großteil der Kinder Israels gestorben ist. Auch Machlon (Krankheit) und Kiljon (Hinfälligkeit oder Verschmachten) deuten auf das Schicksal Israels in der Zerstreuung hin: Israel war während nahezu zwei Jahrtausenden krank, hinfällig und dem Tod preisgegeben. Erst als die Juden 1948 in ihr Land zurückkehrten, wurde wieder ein »lebendiges«  Volk aus ihnen. Fast über Nacht wandelte sich die Situation Israels. Auch das wird im Buch Ruth vorgeschattet: Da machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf und kehrte zurück aus dem Gebiet von Moab; denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, daß der Jachweh sein Volk heimgesucht und ihm Brot gegeben habe. (Ruth 1,6) In Vers 5 lesen wir noch von der großen Not, dem tiefen Leid und grausamen Tod, aber dann kommt es in Vers 6 plötzlich und unverhofft zu der alles veränderten Wende. Naemi, die »Liebliche«, kehrt in ihr Land Israel zurück! Das ist Israel! 1945 herrschte noch der Tod, aber dann, drei Jahre später, 1948, wurde der Staat Israel gegründet oder herausgerufen. Da werden wir an das Wort in Jeremia 31,3 erinnert:  Von ferne her ist mir der Jachweh erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade. Oder auch an Jesaja 54,7-8: Einen kleinen Augenblick habe ich dich verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit werde ich dich sammeln. In überwallendem Zorn habe ich einen Augenblick mein Angesicht vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich über dich erbarmen, spricht der Jachweh, dein Erlöser.

   Napoleon sah das aus menschlicher Perspektive: Von ihm wird erzählt, daß er am 9. Av (= Trauertag für die 1. und 2. Tempelzerstörung, Red.) an einer überfüllten Synagoge vorüberzog und sich, erstaunt über das laute Wehklagen, nach dessen Ursache erkundigte. Man berichtete ihm, daß die Juden in ihrer Synagoge um ihr Land und ihr Heiligtum weinten, das 1800 Jahre zuvor zerstört worden war. Tief bewegt sagte Napoleon: Ein Volk, das den Verlust seiner Heimat vor 1800 Jahren beweint und es nicht vergißt, ein solches Volk wird niemals untergehen. Dieses Volk kann sicher sein, das daß es in seine Heimat zurückkehren wird.

   Während Elimelech und seine Söhne ein Bild für das zerstreunte Israel sind, das in der Fremde bleibt und umkommt, so ist Naemi ein Bild für das Israel, das als Überrest aus der Zerstreuung in das verheißene Land zurückkehrt. Ausschlaggebend ist dabei – und das ist meines Erachtens sehr prophetisch – die Aussage in Vers 6: Da machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf und kehrte zurück aus dem Gebiet von Moab; denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, daß der Jachweh sein Volk heimgesucht und ihm Brot gegeben habe.

   1948 kam dieser Zeitpunkt auch in der Heilsgeschichte, indem der Herr Sein Volk heimsuchte, um ihm nach 1900jähriger Zerstreuung sein Land wieder zu geben. Bei dieser Rückführung der Juden aus alles Völkern der Welt war nur ein einziger göttlicher Heilsgedanke ausschlaggebend, und dieser gibt uns zugleich die Antwort auf die Frage, warum Gott Sein Volk heimgeholt hat. Die Antwort lautet: Um ihnen Brot zu geben. Denn das Brot des Lebens, ist Jesus Christus, der Messias, und Er wird wieder kommen! Es gibt also nur einen einzigen Grund, warum der Herr Sein in alle Welt zerstreutes Volk wieder nach Israel sammelte und sammelt. Damit es Jesus, seinem Messias, begegnet. Die Zeit ist heute gekommen, Israel das Brot des Lebens zu geben, das heißt, daß der Herr bald wiederkommt, wenn alle weiteren Prophetischen Ankündigungen, sich auch noch erfüllen, um Israel Glückselig zu machen. Seit 1948 leben wir in Vers 6 und damit am Ende der Endzeit. Wir eilen mit atemberaubender Geschwindigkeit den letzten Endzeitereignissen und der Wiederkunft Jesu entgegen. Treffend hat es Gott niederschreiben lassen in dem Er sprach, in Markus 13,20: Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt. (vgl. Röm 9,27-29; Jes 9,1)

   Seit der Gründung des jüdischen Staates kehrten bis heute Millionen Juden nach Israel zurück, um auf den Empfang des Brot des Lebens vorbereitet zu werden (vgl. Hes 36,33-38). Und seither ist das ganze Land in Bewegung. Bildhaft steht in Vers 1,19: So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem gelangten. Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und man fragte: Ist das die Naemi? Interessant ist, daß in Vers 22 der Zeitpunkt der Rückkehr beschrieben wird:  So kehrte Naemi zurück, und mit ihr Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die sich vom Land Moab abwandte; und sie kamen am Anfang der Gerstenernte nach Bethlehem. (Ruth 1,22)

   In einem Nachschlagewerk von Helmut Lamparter heißt es: Der Anfang der Gerstenernte war immer Mitte Mai. Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 gegründet! Meines Erachtens wurde da die Endzeit, die Erntezeit eingeläutet, die mit dem Geschehen in Offenbarung 14,15 enden wird:  Und ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor, der rief mit lauter Stimme dem zu, der auf der Wolke saß: Sende deine Sichel und ernte; denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist! (vgl. Mt 13,30; Joh 4,35)

   Aber warum mußte Israel durch all das bittere Leid? In Ruth 1,12-13 sagt Naemi zu ihren Schwiegertöchtern: Kehrt um, meine Töchter, und geht heim! Denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu heiraten. Und wenn ich auch spräche: Es ist zu hoffen, daß ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und sogar Söhne gebäre! – wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß geworden sind? Wolltet ihr euch deshalb einschließen und keinen Mann heiraten? Nicht doch, meine Töchter! Denn mir ergeht es noch viel bitterer als euch, weil die Hand des Jachwehs gegen mich ausgestreckt ist! Und zu den Frauen in Bethlehem sprach sie: Sie aber sprach: Nennt mich nicht Naemi, sondern nennt mich Mara; denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht! Voll zog ich aus, aber leer hat mich der Jachweh wieder heimgebracht. Warum nennt ihr mich denn Naemi, da doch der Jachweh mich gedemütigt und der Allmächtige mich betrübt hat? (Ruth 1, 20-21) 

*Naemi bed. »Meine Liebliche«.

*Mara bed. »Bitterkeit«.

   Naemi weiß um ihr bitteres Leid, doch sie erkennt den Grund beziehungsweise die Notwendigkeit des Leidens nicht. Aber durch sie und ihr Leid findet Ruth zu Boas. „Ruth wäre sonst niemals nach Israel gekommen und zum Heil geführt worden.“ Somit ist Ruth ein herrliches Bild für die Gemeinde Jesu aus den Heidenvölkern (Moab, vgl. Apg. 20,28; 1Kor 1,2). Boas, der Löser, steht für den himmlischen Erlöser Jesus Christus, Gottes Sohn. Vergessen wir nicht, daß die Gemeinde aus den Nationen durch Israel zu Jesus gefunden hat, bzw. Gott hat uns gefunden (vgl. Ps 94,22; Lk 1,30; 17,18; 1Th 1,9). Wenn Israel nicht in eine geistliche Hungersnot und in die Zerstreuung gekommen wäre, wären wir alle noch verloren. Jesus hat das in Johannes 4,21-24 selber gesagt und es auf sich bezogen: Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

   Warum von den Juden? Die Antwort gibt uns Gott selbst, in z.B. 2Chr 6,5-6; Ps 135,4; Jes 44,1. Und weil Jesus als wahrer Gott aus dem Himmel herniederstieg und als wahrer Mensch von den Juden stammt. Zuerst wurde Israel erwählt, dann kam durch Israel der Christus und dann wurde Israel zerstreut, damit wir zu Christus finden konnten! Israels Leid bedeutet für uns Errettung. So heißt es in Römerbrief 11,11-12:  Ich frage nun: Sind sie denn gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, um sie zur Eifersucht zu reizen. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt und ihr Verlust der Reichtum der Heiden geworden ist, wieviel mehr ihre Fülle!

*Eifersucht = od. zum Nacheifern.

*Fülle = Andere Übersetzung: ihre völlige Wiederherstellung, für Israel / ihre Heilsfülle.

  Was wird das werden, wenn der Messias wiederkommt und Israel seinen Christus erkennt!

   Laßt es uns abschließend nochmals vor unseren Augen stellen, wie wichtig es ist, eine persönliche Beziehung zu Jesus zu haben. Wir müssen zu Ihm kommen und Ihn als Brot des Lebens aufnehmen, denn Jesus hat selbst gesagt: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon ißt, nicht stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. (Joh 6,47-51)

   Viele Menschen wissen um Jesus und sind religiös – das waren die Juden damals auch –, aber sie sind noch nie in ihrem Leben zu Jesus gekommen, oder noch nie zu Jesus gebetet. Das heißt, sie haben Ihn nie ganz praktisch in ihr Leben aufgenommen. Gerade das aber tut not, wenn Du das ewige Leben erlangen willst!

Überarbeiteter Text, April 2017

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