Das Wesen Gottes mit unserem Verstand begreifen?

Überarbeiteter Text, April 2017

Können wir das Wesen Gottes mit unserem Verstand begreifen?

Wer Verstand erwirbt, liebt seine Seele; wer Einsicht bewahrt, findet Gutes.

(Sprüche 19,8)

Antwort: Der Verstand weiß daß Gott existiert, aber er kann das Wesen Gottes nicht erfassen. Da der Verstand um seiner selbst noch nicht ganz begriffen hat, ist es nicht empfehlenswert eine Frage wie diese zu stellen, da sie sehr irreführend ist. Alles was sich der Mensch bezüglich Gottes Wesen ausdenkt ist und bleibt immer ein Produkt seiner eigenen Vorstellungen. Der Mensch ist selber ein erschaffenes Wesen (ein Geschöpf Gottes) und somit sind auch seine Gedanken, Worte, Taten usw. ebenfalls von Gott geschaffen.

Der Mensch ist befähigt (im Stande), das von Gott erschaffene zu verstehen und über Gottes Werke nachzudenken, aber er vermag nicht Dessen Wesen zu begreifen. Die Bedeutung um Sein heiliges Wesen kennt nur Gott allein.

Weder das Auge kann alles Visuelle sehen, noch das Ohr kann alles Akustische hören, und weder noch kann der Verstand alle Dinge begreifen. Aber Gott sagt zum Menschen, von wem er den Verstand, Weisheit, Erkenntnis, Geschicklichkeit und mit dem Geist der Geschicklichkeit ausgerüstet. Denn die Bibel offenbart uns das, wenn das nicht so wäre, wären wir hilflose Geschöpfe!  

Die von Gottes Geist begabten Werkleute

→ 2.Buch Mose Kap. 31, Verse 1-11

Da sprach Mose zu den Kindern Israels: Seht, der Jachweh hat Bezaleel mit Namen berufen, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, und hat ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit Geschicklichkeit für jede Arbeit, um Kunstwerke zu ersinnen und sie auszuführen in Gold und in Silber und in Erz, und um Steine zum Besatz zu bearbeiten, und um Holz zu schnitzen, so daß er Kunstwerke aller Art ausführen kann. Auch hat er ihm ins Herz gegeben, daß er unterweisen kann; ihm und Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan. Er hat sie mit Weisheit des Herzens erfüllt, damit sie jegliches Werk eines Künstlers machen können, und eines Kunstwebers und Buntwirkers in blauem und rotem Purpur und Karmesin und Leinen, und eines Webers, damit sie jegliche Arbeit ausführen und Kunstwerke ersinnen können. (2.Buch Mose Kap. 35, Verse 30-35)

Alles ist von Gott erschaffen und somit Sein Eigentum. Der Verstand ist nur ein Bruchteil dieser ganzen Schöpfung und wie jedes Geschöpf ist auch er in seinen Fähigkeiten eingeschränkt und begrenzt. Selbst die Zelle samt ihrer Funktion, die genetische Codierung, die Anzahl der Galaxien oder die weiten des Universums sind noch nicht endgültig erfaßt, und wird es auch nicht, aber dennoch möchte der Verstand Vermutungen über Gottes allumfassendes Wesen aufstellen. Der Verstand hat noch nicht einmal alles Lebende auf der Erde und alles Vorhandene im Weltraum entdeckt, erforscht, geschweige denn Verstanden, möchte aber den Schöpfer des ganzen Universums samt Inhalt und Funktion mit eigens entworfenen Vermutungen definieren, um das Wesen Gottes begreifen zu können. Der menschliche Verstand ist gerade mal jenseits davon sich selbst zu verstehen. Aber wir lesen in der Heiligen Schrift, von wem alles kommt, es ist der Allmächtige Gott, unser Vater!

Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr viel Verstand und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Meeresufer liegt. (1.Könige 5,9)

Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so daß man das Gelesene verstand. (Nehemia 8,8)

Was ist eigentlich der Verstand und wie funktioniert er? Wie entschlüsselt der Verstand die Wahrnehmungen der Sinne? Wie verhilft er sich aus dem Gedächtnis? Wie werden das Erlernte und das Verstandene in das Gedächtnis übernommen? Solche und ähnliche Fragen sind immer noch unbeantwortet. Ja, aber nur, weil sie keine Erkenntnis von Gott haben, der uns fast alles sagt, durch sein Wort, die Bibel. Das Andere, offenbart Er uns, in der Ewigkeit!

Die Unwissenheit des Verstandes über seine eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften, ist eine Art Wegweiser zur Rechtleitung für den Menschen. Wenn der Mensch nicht einmal die Fähigkeiten seines Verstandes kennt, wie will und kann er dessen Produkt trauen? Das spricht dafür, daß nicht wir Menschen die Eigentümer unseres Verstandes sind, sondern Gott als dessen Erschaffer. Kein Verstand vermag seine eigenen Fähigkeiten zu kennen, jedoch leugnet oder bezweifelt aber auch keines seine eigene Existenz. Das ist ein Zeichen göttlicher Weisheit. Wer dieses Zeichen entschlüsselt hat, wird keine Zweifel daran haben einen Herrscher samt Dessen heiliges Wesen zu akzeptieren.

Stellen wir uns einmal vor, daß jedes unserer Organe, welche unterschiedliche Funktionen haben, über ein Bewußtsein verfügte. Fragten wir diese Organe nach der Seele samt ihrem Wesen, so antworteten sie, das die Seele eine ihnen nicht gleichende, aber sie alle umfassende, führende und andersartige Lebensform sei. Gleichwohl alles womit sie die Seele zu umschreiben versuchten wäre unwahr und fehlerhaft. Noch könnten sie die Seele mit irgend etwas anderes vergleichen.

Obwohl beide (sowohl die Organe, wie auch die Seele) erschaffen sind, können die Organe die Seele nicht annähernd begreifen oder gar beschreiben. Wenn nicht einmal Geschöpfe sich untereinander ganz begreifen können, wie soll dann der von Gott erschaffene menschliche Verstand seinen Schöpfer mit Seinen vollkommenen Eigenschaften erfassen und begreifen können? Der erschaffene und beschränkte menschliche Verstand ist nicht im Stande Gottes unendlich vollkommene Eigenschaft zu verstehen. Gott weiß Selbst um Seine heiligen Eigenschaften. Gott, geht mit seinem Geschöpf, überaus wundersam, und auf wunderlicher weise um.

Weiter spricht der Jachweh: Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist, siehe, so will auch ich künftig mit diesem Volk wundersam, ja überaus wundersam und verwunderlich umgehen; und die Weisheit seiner Weisen soll zunichte werden und der Verstand seiner Verständigen unauffindbar sein. (Jesaja 29,13-14)

Denn alles was der Verstand umschließt, das Gedächtnis beherbergt und die Phantasie erreicht, besteht aus (genau) dem was das Auge sieht, das Ohr hört, die Zunge schmeckt, eben auch nur aus erschaffenem. Diese Sinnesorgane sind Geschöpfe, auf denen man auch nur geschaffenes verzeichnen und aufwiegen kann.

Was sagt ein Dichter der Psalmen, über die Größe Gottes? 

Groß ist unser Jachweh und reich an Macht; sein Verstand ist unermeßlich.

(Psalm 147,5)

So wie der Verstand ein Geschöpf ist, so ist auch das Gedachte ein Geschöpf. Alles was der Mensch sich bezüglich dem Zustand Gottes ausdenkt, ist (aus Gottes erschaffenem Reich entnommen) aus der Naturwissenschaft abgeleitet. Dieses Wissen wiederum besteht aus dem von Menschen erfaßten, gesehenen, gehörten, wahrgenommenen und gelernten Dingen.

Diese Art der Gotterkenntnis führt definitiv zu Fehlinterpretationen und zu Fehlvorstellungen und somit in die absolute Irreleitung.

Den Häuptern des Volkes im Land nimmt er den Verstand und läßt sie irren in pfadloser Wüste; sie tappen in Finsternis ohne Licht; er läßt sie taumeln wie Betrunkene. (Hiob 12,24-25)

Zur Erkenntnis und somit zu Gott findet derjenige, der Gott aus Dessen Offenbahrungen wie die Bibel erkennt, und nicht derjenige, der Gott aus seinem beschränkten Menschen Verstand zu modellieren versucht.

Was sind die möglichen Eigenschaften Gottes?

Antwort: 

Die göttlichen Eigenschaften sind generell in zwei Gruppen zu unterteilen. Die erste Gruppe besteht aus den Eigenschaften, die Gottspezifisch sind und nur Ihm gebühren und als so genannte Unbeschreibliche Eigenschaften zu bezeichnen sind. Die zweite Gruppe besteht aus den dann so genannten Begreifbaren, Nachweisbaren Eigenschaften.

Die Eigenschaften Gottes, welche unbegreiflich sind:
 

1. Der Seiende (Die Gegenwärtigkeit Gottes).
2. Der Immergewesene (Das immer schon Gewesen sein Gottes, Der keinen Anfang/Beginn/Ende hat).
3. Der Unendliche, Der kein Ende und kein Nachher, Der erhabene, Der nachwährend Seiende, Der ewig Andauernde, Der niemals Endende.
4. Der Einzig und Allein Seiende (Der ohne Gleichen und ohne Gegensatz Seiende, Der Einzigartige).
5. Der aus sich selbst heraus Existierende (Des Bestehenden und von nichts unabhängigen Seienden).
6. Die Unvergleichbarkeit Seines Wesens samt dessen Eigenschaften mit denen Seiner Schöpfung.

Die Eigenschaften Gottes, welche begreiflich sind:

Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte. Sein Gewand war schneeweiß, und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle; sein Thron waren Feuerflammen und dessen Räder ein brennendes Feuer. (Daniel 7,9)

1. Das Leben - Der Lebende, Der Lebendige, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
2. Das Wissen - Der Allwissende.
3. Der Wille – Das Wollen.
4. Die Macht - Der Allmächtige.
5. Das Hören - Der Vernehmende.
6. Das Sehende - Der Erfassende.
7. Das Wort – Der Offenbarende.
8. Die Erschaffung – Der Erschaffende, der alles ins dasein rief.

9. Der Wundersame – Der Wunderliche.

10. Der unerschöpfliche – dessen Verstand, alles begreifende, nicht erfassen kann.  

Wer die Unterweisung verwirft, verachtet seine Seele, wer aber auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand. (Sprüche 15,32)

Alle angeführten Bibelstellen, entstammen aus der Schlachter Version 2000, Hervorhebungen in fetter Schrift, sind vom Textautor.

 

 

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