Das liebste Möbelstück des Teufels ist, die

Das liebste Möbelstück des Teufels ist, die lange Bank!

Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seiner Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ den Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus. Als er aber von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht redete, wurde Felix von Furcht erfüllt, und er antwortete: Für diesmal kannst du gehen; wenn ich aber gelegene Zeit finde, will ich dich wieder rufen lassen! Zugleich hoffte er aber auch, daß er von Paulus Geld erhalten würde, damit er ihn freiließe. Darum ließ er ihn auch öfters kommen und besprach sich mit ihm. Als aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix den Porcius Festus zum Nachfolger, und da sich Felix die Juden zu Dank verpflichten wollte, ließ er Paulus gebunden zurück. (Apg 24,24-27)

Vor einiger Zeit installierte ich auf meinem Computer eine neue Software. Als die langwierige Prozedur der Installation vorüber war, erschien zu meinem Leidwesen auf dem Bildschirm ein Hinweis mit großem Ausrufungszeichen. Mir wurden drei Möglichkeiten zur Wahl gestellt: Eine ausführliche Information sofort lesen; den Hinweis für immer beseitigen; den Hinweis zu einem späteren Zeitpunkt anzeigen lassen. Einerseits wollte ich keine Zeit mehr investieren, andererseits war es mir zu riskant, die Meldung völlig zu ignorieren – also entschied ich mich dafür, die Sache später unter die Lupe zu nehmen. Tatsächlich blinkte diese Mitteilung danach noch öfters auf. Jedes Mal wählte ich die Variante "später". Überflüssig zu bemerken, daß ich die Information nie gelesen habe.

Der römische Gouverneur Felix machte es vor ca. 2000 Jahren ähnlich. Als der Apostel Paulus zu ihm von dem kommenden Gericht sprach, war er hin- und hergerissen: Über so ernste Dinge wollte er nichts hören und doch fühlte er sich von der christlichen Botschaft angezogen. Er meinte, daß es am besten sei, die Sache zu vertagen. Ob er wohl jemals eine klare Entscheidung für Christus getroffen hat? Einen Hinweis darauf haben wir nicht.

Ohne Gott – ein großer Betrug!

Auf der langen Bank sitzen Menschen, die meinen, in ihrer ausrede, in das Reich Gottes zugelangen. Die dann sagen:

 

Ich bin zu jung:

 

 

Ich bin zu beschäftigt (Beruf):

 

Ich bin zu Verliebt:

 

Ich bin zu alt:

 

 

Es ist zu spät:

Um mich noch richtig zu entscheiden, für das Reich Gottes.

Die Errettung der Seele ist so wichtig, daß wir sie nicht auf die lange Bank schieben dürfen. Denn das ist das liebste Möbelstück des Teufels. Darauf fängt er die meisten Menschen, auf der langen Bank.

Zögern Sie bitte nicht, den entscheidenden Schritt zu tun, hin zu Jesus Christus, dem Erlöser!

Ein weiterer Hinweis gibt uns Jesus Christus, unsere Errettung nicht auf die lange Bank zuschieben: Da begann Jesus und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen. Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Sagt den Geladenen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe; die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie. (Mt 22, 1-6)

Als nun einer, der mit ihm zu Tisch saß, dies hörte, sprach er zu ihm: Glückselig ist, wer das Brot ißt im Reich Gottes! Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Mahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, um den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon alles bereit! Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß unbedingt hinausgehen und ihn ansehen; ich bitte dich, entschuldige mich! Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, um sie zu erproben; ich bitte dich, entschuldige mich! Wieder ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet, darum kann ich nicht kommen! (Lk 14,15-20)

Das alles sind doch nur ausreden. Diese Menschen tun mir jetzt schon leid! Sie entscheiden sich freiwillig für den ewigen Tod!

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle! (Mt 10,28)

Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet hat, auch Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet! (Lk 12,5)

Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist! (Mt 25,41)

Im Hebräerbrief 12,29 finden wir die Antwort, wer damit gemeint ist, nämlich Gott, der Jachweh: Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. (Vgl. 2Mo 24,17; 5Mo 4,24; Jes 26,11; Jer 5,14; Zeph 1,18)

Es gibt auch Menschen, die sagen, ich habe so viele Fragen, aber kann mir diese jemand beantworten?

Gott kann jede Frage, die ein Mensch hat, beantworten, früher oder später auf seine weise. Sie müssen einfach diese Fragen Gott stellen. Warum tun Sie das nicht?

Ich bin sogar der Meinung, wer zu viele Fragen hat, kommt "vermutlich auch nie in das Reich Gottes"! Denn das ist ein Mensch, der unentschlossen ist, oder zweifelt, über das Wort Gottes (vgl. Mt 21,21; Röm 14,23; Jak 1,6).

So heißt es über den Thomas, in den Schriften: Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten ihm die anderen Jünger: Wir haben den Jahwe gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und meinen Finger in das Nägelmal lege und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich es niemals glauben! Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum drinnen, und Thomas war bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt in ihre Mitte und spricht: Friede sei mit euch! Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Und Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus spricht zu ihm: Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,24-29; vgl. Joh 4,48; 2Kor 5,7; 1Pt 1,8-9)

So ist es bei vielen Menschen, sie glauben erst wenn sie irgendein Zeichen bekommen. Aber, Jesus sagte: Glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben! Wir werden durch den glauben gerettet, und nicht durch irgendein Zeichen oder Wunder. Das ist die Hauptbedingung Gottes!

Und jetzt kommt eine traurige Entscheidung, über diese Männer die einmal eingeladen waren, und Jesus sagt dann: Denn ich sage euch, daß keiner jener Männer, die eingeladen waren, mein Mahl schmecken wird! (Lk 14,24)

Was hat das nun zu bedeuten?

Das heißt: sie wären einmal in das Reich Gottes gekommen, aber sie wollten nicht, und deshalb gehen sie verloren, und haben in Ewigkeit keine Sündenvergebung, weil sie die Gnade Gottes abgelehnt haben. Das ist dann die traurige Bilanz. Sie hätten nämlich gerettet werden können. Aber sie wollten nicht, und sie schoben ihre Entscheidung, auf die lange Bank.

Hier einige Bibelstellen: Aber als Mitarbeiter ermahnen wir euch auch, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu  empfangen. (2Kor 6,1)

Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit, so ist Christus vergeblich gestorben. (Gal 2,21) Anmerkung: Wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit "kommt" so ist Christus vergeblich gestorben.

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; (Titus 2,11)

Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wieviel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen. (Röm 5,15)

Was bedeutet eigentlich die Vergebung?

Es ist Begnadigung und Versöhnung, zwischen Gott und den Menschen, des weiteren auch ein Ausdruck Seiner Liebe!

In einer Welt, in der selbst jene immer wieder schuldig werden, die in Christus volle Vergebung erfahren können, mangelt es nicht an Gelegenheit, Vergebung zu praktizieren. Als Gottes Kinder, denen er eine ungeheuere Schuld erlassen hat (Jer 36,3), erwartet Er nun, daß wir anderen, ihre vergleichsweise geringere Schuld erlassen. (vgl. Jer 18,11; 26,3; Jes 55,6-7; Jon 3,5-10; Apg 3,19)

Vergebung = ist kein Gefühl, vielmehr ein ewiges Versprechen, die Er einmal Vergeben hat (1Joh 2,12; Hebr 8,12; 10,17). Es ist sehr wichtig dem anderen seine Schuld nicht mehr vorzuhalten, wie es oft der Fall ist bei den Menschen. Da werden immer wieder diese Fehler, die er einmal begannen hatte vorgehalten. Aber nicht bei Gott, was Er einmal vergeben hatte, das hält Er uns nicht noch einmal vor. Vergeben ist vergeben!

Gott verlangt in Lk. 17,3-4: Habt acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigte und siebenmal am Tag wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.

Und wenn es ihn reut, so vergib ihm. Das heißt: Wenn er Aufrichtige Buße tut.

Ein weiteres Beispiel ist Esau:

Und achtet darauf, daß nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden, daß nicht jemand ein Unzüchtiger oder ein gottloser Mensch sei wie Esau, der um einer Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. Denn ihr wißt, daß er nachher verworfen wurde, als er den Segen erben wollte, denn obgleich er ihn unter Tränen suchte, fand er keinen Raum zur Buße. (Hebr 12,15-17)

Andere Übersetzung: Für eine Sinnesänderung (d.h. von Seiten Isaaks, der ihm den gewünschten Segen verweigerte).

Esau suchte Vergebung unter Tränen, aber Gott erhörte seine Gebete nicht. Warum?

Einige Bibelstellen über Esau:

Und Esau sprach zu Jakob: Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir das Erstgeburtsrecht? (1.Buch Mose 25,32)

Da gab Jakob dem Esau Brot und das Linsengericht. Und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht. (1.Buch Mose 25,34)

Die Bibel spricht über, Esaus Ende!   

Doch ich, ich lege Esau bloß, ich ziehe ihn aus seinen Schlupfwinkeln hervor, so daß er sich nicht länger verbergen kann. Seine Nachkommen und seine Brüder und seine Nachbarn sind zerstört, und sie sind nicht mehr. (Jer 49,10)

Esau muß was getan haben, was in den Schriften nicht klar hervorgeht.

Wie ist Esau durchsucht, wie sind seine verborgenen Schätze ausfindig gemacht worden! (Obadja Vers 6)

Und das Haus Jakob wird ein Feuer sein und das Haus Joseph eine Flamme; aber das Haus Esau wird zu Stoppeln werden; und jene werden sie anzünden und verzehren, so daß dem Haus Esau kein Überlebender übrigbleibt; denn der Jachweh hat es gesagt! (Obadja Vers 18)

Ist nicht Esau Jakobs Bruder? Spricht der Jahwe. Dennoch habe ich Jakob geliebt, Esau aber habe ich gehaßt; und sein Gebirge habe ich zu einer Wildnis gemacht und sein Erbteil den Schakalen der Wüste gegeben. (Maleachi 1,3)

Es gibt wahrscheinlich nur eine oder mehrere Antworten, warum der Jachweh im AT, den Esau verworfen hatte. Die Völkervermischung?

Flieht, seid verwirrt, die ihr euch tiefe Schlupflöcher gemacht habt, ihr Bewohner von Dedan! Denn Esaus Verhängnis lasse ich über ihn kommen, die Zeit seiner Heimsuchung. (Jer 49,8)

Esau nimmt zwei hetitische Frauen

1Mo 27,46-28,9

1) Als aber Esau 40 Jahre alt war, nahm er Judith zur Frau, die Tochter Beris, des Hetiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hetiters; die bereiteten Isaak und Rebekka viel Herzenskummer. (1Mo 26,34-35)

2) Als Esau diese Worte seines Vaters hörte, schrie er laut auf und wurde über die Maßen betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne doch auch mich, mein Vater! Er aber sprach: Dein Bruder ist mit List gekommen und hat deinen Segen weggenommen! Da sprach er: Er heißt mit Recht Jakob; denn er hat mich nun zweimal überlistet! Mein Erstgeburtsrecht hat er weggenommen, und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen! Und er sprach: Hast du mir keinen Segen zurückbehalten? (1Mo 27,34-36)

Esau nimmt sich die  dritte Frau

3) Da rief Isaak den Jakob, segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm keine Frau von den Töchtern Kanaans! Als nun Esau sah, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Paddan-Aram entlassen hatte, damit er sich von dort eine Frau hole, und daß er, als er ihn segnete, ihm gebot und sprach: »Du sollst keine Frau von den Töchtern Kanaans nehmen«, und daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorsam war und nach Paddan-Aram zog, als Esau auch sah, daß Isaak, sein Vater, die Töchter Kanaans nicht gerne sah, da ging Esau hin zu Ismael und nahm zu seinen Frauen noch Mahalath als Frau hinzu, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths. (1Mo 28,1.6-9)

Ich fasse nun zusammen: Warum Esau, keinen Raum fand zur Buße?

 1) Esau nimmt zwei hetitische Frauen (1Mo 27,46-28,9).

 2) Esau nimmt sich die  dritte Frau (1Mo 28,1.6-9).

 3) Du sollst keine Frau von den Töchtern Kanaans nehmen (1Mo 28,1.6).

 4) Und Jakob war gehorsam! Was Esau nicht war.

Eine andere Quelle, berichtet es so: Warum fand Esau keinen Raum zur Buße?

 

 

Bitte erklären Sie mir Hebräer 12,16-17, wo wir lesen, daß Esau keinen Raum zur Buße fand.

Bibelstelle(n): Hebräer 12,16-17.

Esau war ein Ungöttlicher, d.h. ein Weltmensch, der sich völlig über Gott und Seine Anordnungen hinwegsetzte, wenn von ihm auch keine besonders bösen Taten berichtet werden. Er mißachtete die gottgemäße Fremdlingsschaft im Land und verband sich durch Heirat mit dem Wildling Ismael, dem Sohn der Magd, und machte sich so seßhaft (1Mo 28,9). Dann, was noch weit schlimmer war, verkaufte er leichtsinnig, zur Befriedigung einer fleischlichen Begierde, sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Als sich dann Jakob, allerdings durch betrügerische List, auch den väterlichen Segen eroberte, da brauste Esau wohl auf. Aber er dachte nur an das materielle Vorrecht, das mit der Erstgeburt verbunden war, aber nicht im geringsten an die große Verheißung Gottes, die mit der Erstgeburt verbunden war. Er hatte ja mit dieser auch das Anrecht an jene gewissermaßen verkauft. So war er zufrieden, als sein Vater ihm nachher noch einen Segen gab, auch wenn dieser nur rein irdischer Art war. Er erkannte nicht, daß der eigentliche, göttliche Segen dem Jakob gehörte, und daß er diesen durch seinen Leichtsinn selber verscherzt hatte. Deshalb kamen ihm keine Gedanken der Beugung und Buße, sondern er sah nur Jakobs betrügerische List und wurde ihm feind. Unsere Stelle besagt, daß es Esau sehr um den Erstgeburtssegen zu tun war. Er grämte sich über dessen Verlust und empfand wohl Reue über die Einbuße des Erstgeburtsrechts, aber dies ist noch lange keine Buße, und wenn noch irgendein Gedanke von Umkehr gekommen wäre, so war es jetzt zu spät. Adolf Küpfer

Noch eine andere Quelle: Warum hat Gott den Esau gehasst? (Mal 1,3 und Röm 9,13)

Heute Morgen stieß ich in meiner Stillen Zeit auf eine interessante Stelle in Psalm 137,8: Tochter Babel, du sollst verwüstet werden! Wohl dem, der dir vergilt, was du uns angetan hast!

Es war sehr beeindruckend zu sehen, dass die Vertriebenen in Babel nicht einfach den Gottesdienst an die geänderten Bedingungen anpassten, sondern dass sie sich vollkommen darüber im Klaren waren, dass man in Babel keine Anbetung bringen kann. Das Singen von Zionsliedern war unmöglich. Man kann dem JACHWEH auf fremder Erde, dort wo er keine Wohnung hat, da kann man ihn nicht anbeten. Anbetung steht immer in Verbindung mit der Wohnung Gottes. In Jerusalem gab es keine Wohnung Gottes mehr und in Babel hatte es nie eine gegeben.

Warum fordern die Vertriebenen Gott zur Rache an den Kindern Edom auf? Es muss ein entscheidendes Ereignis zwischen 5. Mose 23,8-9: Den Edomiter sollst du nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder; den Ägypter sollst du auch nicht verabscheuen, denn du bist in seinem Land ein Fremdling gewesen. Von ihnen dürfen Kinder, die ihnen in der dritten Generation geboren werden, in die Gemeinde des Jachwehs kommen.  Und Psalm 137,8 gegeben haben. Auch in 5. Mose 2,1-6.8-12.21-22 finden wir zwei interessante Erwähnungen in Bezug auf Esau: Und gebiete dem Volk und sprich: Ihr werdet durch das Gebiet eurer Brüder, der Söhne Esaus, ziehen, die in Seir wohnen, und sie werden sich vor euch fürchten; aber nehmt euch wohl in acht,  fangt keinen Streit mit ihnen an; denn ich werde euch von ihrem Land nicht einen Fußbreit geben; denn ich habe das Bergland Seir dem Esau als Besitztum gegeben! (Vers 4-5)  

(Die Emiter haben vor Zeiten darin gewohnt; das war ein großes, starkes und hochgewachsenes Volk wie die Enakiter; sie wurden auch zu den Rephaitern gerechnet wie die Enakiter, und die Moabiter nannten sie Emiter; und in Seir wohnten vor Zeiten die Horiter; aber die Söhne Esaus vertrieben sie aus ihrem Besitz und vertilgten sie vor sich her und wohnten an ihrer Stelle, so wie es Israel mit dem Land seines Besitztums tat, das ihm der Jachweh gab Vers 10-12)

Offensichtlich haben wir am Ende des 5. Buches Mose noch eine völlig andere Position von Esau, als in Psalm 137, bzw. bei Maleachi, der kurz nach den Vorkommnissen in Psalm 137 kam.

Es gibt einige aufschlussreiche Bibeltexte in Bezug auf Esau oder Edom.

In Jeremia 49,7-22 finden wir eine Weissagung gegen Edom. Edom erleidet dort Strafe wegen seiner Vermessenheit. Aus diesen Versen wird deutlich, dass Esau wegen seiner eigenen Schuld umkommt. Aus Klagelieder 4,21-22 können wir entnehmen, dass Edom aktiv an der Vertreibung Judas beteiligt war. Diesen Gedanken bestätigt Hesekiel ganz konkret.  

So spricht Gott, der Jachweh: Weil Edom Rachsucht geübt hat am Haus Juda und sich damit schwer verschuldet hat, indem es sich an ihnen rächte, darum, so spricht Gott, der Jachweh: Ich will meine Hand gegen Edom ausstrecken und Menschen und Vieh darin ausrotten. Von Teman an will ich es in Trümmer legen, und bis nach Dedan sollen sie durchs Schwert fallen! Und ich will meine Rache an Edom vollstrecken durch die Hand meines Volkes Israel; diese sollen an Edom handeln nach meinem Zorn und nach meinem Grimm, so daß sie meine Rache kennenlernen sollen, spricht Gott, der Jachweh. (Hes 25,12-14)

Und: Wie du dich gefreut hast über das Erbteil des Hauses Israel, weil es verwüstet wurde, so will ich auch mit dir verfahren: Du sollst verwüstet werden, Gebirge Seir, und du, Edom, insgesamt; und sie sollen erkennen, daß ich der Jachweh bin! (Hes. 35,15)

Wir finden im Alten Testament einen Propheten, der sich nur an Esau (Edom) wendet, dass ist Obadja Verse 1-16. Er schildert uns ganz konkret die Ursache des Gerichtes Gottes über Esau.

Esau hatte daran mitgewirkt dem Gottesdienst in Jerusalem die Grundlage zu entziehen. Er hatte aktiv daran mitgewirkt, dass Gott keine Ehre mehr gebracht wurde. Darum hasst Gott Esau!

Natürlich hatte Gott der Rebekka gesagt, dass der Ältere dem Jüngeren dienen sollte (Röm 9,12).  

Den Haß und damit das gerechte Gericht hat sich Esau gerade zugezogen, weil er keine Gnade wollte, weil er dem Jüngeren nicht gedient hat. Alle, die in diesem Sinn dem

"Jüngeren" den Dienst verweigern, werden sich unweigerlich den Hass und damit das gerechte Gericht zuziehen.

Jakob zeigt uns, dass man nur aus Gnaden gerettet und gerechtfertigt werden kann. Aus Gnaden kam er in eine Beziehung zu dem Erstgebornen unter vielen Brüdern.

Esau zeigt uns warum Gericht kommt und das das Gericht gerecht ist. Esau ist ungehorsam. Er verweigert die Inanspruchnahme der Gnade und dem Jüngeren den Dienst. Er wendet alles daran diesen Gehorsam nicht zu erfüllen. Er entzieht mit seinem Ungehorsam dem Gottesdienst die Grundlage und freut sich daran. Darum kommt Gericht!

Die Tatsache dass Gott wollte, dass der Ältere dem Jüngeren dient, zeigt gerade, dass Gott wollte, dass der Ältere gerettet wurde.

Darum sagt uns auch Römer 9,14-15: Was wollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne! Denn zu Mose spricht er: »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich«.

Hebr. 12,16-17 zeigt uns sogar, dass Esau den Segen ererben wollte. Er fand keinen Raum für die Buße, obgleich er ihn eifrig mit Tränen suchte. Esau wollte erben. Erben haben einen Rechtsanspruch. Darum fand er keinen Raum für die Buße. Er hätte Segen bekommen können, aber nur wenn er Gott gehorsam war und dem Jüngeren diente.

Ja, 1.Tim 2,1-4 wird letztendlich wieder groß und bedeutungsvoll: So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit; denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Überarbeitete Text, April 2017

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