Das Geheimnis Christus in euch

Ich benutze wie immer die Schlachter Version 2000.

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.

Das Geheimnis Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!

Ihnen wollte Gott bekanntmachen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. (Kolosser 1,27)

Dieses Geheimnis des Christus ist der Höhepunkt des Glaubens an Ihn. Paulus spricht davon in Kolosser 1. Er nennt es: die Vollendung des Wortes Gottes (V.25), ein Geheimnis, das den Heiligen offenbart wurde (V.26), den Reichtum der Herrlichkeit (V.27) und die Vollkommenheit in Christus (V.28).

Es geht hier um den Kernpunkt des Glaubens an Christus. Als Nikodemus Ihn in der Nacht aufsuchte, um von Ihm das Geheimnis Seiner Vollmacht zu erfahren, da wies ihn Jesus auf dieses höchste Geheimnis hin, indem Er sagte: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir; Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. (Johannes 3,3.5-6)

Sind Bekehrung und Wiedergeburt identisch?

Manche Christen haben die Ansicht, dass Bekehrung und Wiedergeburt in jedem Fall identisch sind oder dass die Wiedergeburt unmittelbar auf die Bekehrung folgt. Dem ist jedoch nicht unbedingt so. Jemand kann sich wohl einmal bekehrt haben, aber noch nie zur Wiedergeburt durchgedrungen sein. Die Bekehrung geht vom Menschen aus und hängt deshalb von uns ab; die Wiedergeburt jedoch von Gott aus und kann nicht – manipuliert – werden. Trotzdem wird sie entscheidend von unserem Verhalten bestimmt.

Am eindeutigsten macht uns das Jesus selbst klar: Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. (Johannes 14,21.23)

Jesus gibt hier unmissverständlich zu verstehen, dass der Innewohnung Seines Geistes in uns eine Echtheitsprüfung unseres Glaubens vorangeht. Damit will Er gewährleisten, dass unsere Liebe zu Ihm durch Gehorsam Seinem Wort und Seinen Geboten gegenüber sich als echt erweist. Nur dann folgt die – Neugeburt – aus Seinem Geist, indem Er in unserem Herzen Wohnung nimmt. Das ist tatsächlich ein tiefes Geheimnis Gottes, das wiederum mit dem schon behandelten Geheimnis des Glaubensgehorsams zu tun hat.

Ist die Wiedergeburt sichtbar?

Die Wiedergeburt muß sichtbar sein, sonst haben wir allen Grund zur Besorgnis: Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt. (Galater 4,19)

Die Christusähnlichkeit ist das Hochziel unseres Glaubens. In diesem Wissen setzte Paulus alles ein, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen. (Vgl. Kolosser 1,28-29)

Bild-Quelle: www.gottesbotschaft.de

Der JACHWEH behütet alle, die ihn lieben, Und er wird alle Gottlosen vertilgen. (Ps 145,20; Schlachter Version; vgl. Psalm 91,14; 1.Samuel 2,9)

Die Innewohnung des Geistes – eine heilsnotwendige Bedingung!

Im Römerbrief unterstreicht Paulus die Notwendigkeit der Innewohnung des Geistes Gottes in den Gläubigen wie folgt: Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. (Römer 8, 9)

Das sind klare Worte. Jemand könnte jetzt behaupten: Ob Gottes Geist in mir wohnt, hängt ja nicht von mir ab. Darum nennt Paulus diesen Zustand auch – in Christus sein –. Und dazu können wir wohl etwas beitragen. Die Worte Jesu vom Bleiben in Ihm sind da sehr wichtig.

Im Johannesevangelium 15,4 unterstreicht Johannes wie folgt: Bleibt in mir, und ich in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

In seinem ersten Brief greift Johannes dieses Thema auf und sagt: Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt. (1.Johannes 3,6)

Darum konnte Paulus in Römer 8,1 sagen: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

Eine Vorbedingung für die Auferweckung zur Herrlichkeit!

Wenn Paulus von der Hoffnung der Herrlichkeit durch das Geheimnis des – Christus in uns – redet, dann meint er die Herrlichkeit, die Gott im Himmel bereitet hat für alle, die Ihn lieben. Der durch den Glaubensgehorsam in uns wohnende Heilige Geist ist das Unterpfand, das uns als Miterben der zukünftigen Herrlichkeit ausweist.

So im Römerbrief 8,11 uns wie folgt mitteilt: Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Die herrliche Erkenntnis des Geheimnisses – Christus in euch – bewirkte bei Paulus eine tiefe Ehrfurcht und er betete für die Festigung der Gläubigen wie folgt: Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden den Namen erhält, daß er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen, daß der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, dazu fähig seid, mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite, die Länge, die Tiefe und die Höhe sei, und die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes. (Epheser 3, 14-19)

Christus in uns und wir in Ihm – das ist das Geheimnis der Glückseligkeit.

Fredi Winkler (MNR). Überarbeitete Fassung, Mai 2017

 

 

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