Das Gebot der Liebe.

Hinweis auf die verwendeten Bibelübersetzungen: Wenn nicht anders vermerkt, zitiere ich die Schlachter Version 2000. Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.  

Das Gebot der Liebe!

Jeder Mensch sollte aber bedenken, das die Liebe von & aus Gott ist (vgl. Joh 15,9-10; Röm 5,5.8; 1Kor 13,13)

Zitat, von Roy Black: Die Liebe ist als Trost für Leid und Weh.

Zitat, von Heino: Und nur wer Kämpft kann auch gewinnen.

In dieser Gottes - und Nächstenliebe gilt es zu bleiben. Unser Verhältnis zu Gott und unsere Christuserkenntnis sind davon abhängig.

Das Grundprinzip der Gebote Gottes ist die Liebe, zu meinem Mitmenschen, egal wer das ist. Und zwar die Liebe zu Gott und die liebe zum nächsten (Mt 22,36-40; Röm 13,8-10). Dies bestätigt auch Jesus auf die Frage, was man tun müsse, um das ewige leben zu ererben (Lk 10,25-28). Liebe ist die Grundlage der Beziehung zu Gott.

Aber, es gibt heute auch Menschen, die gar nicht mehr wissen, was überhaupt menschenliebe (Nächstenliebe) ist, sie kennen nur noch die sexuelle liebe, was aber Gott nicht meint. Die ist im Grunde gar kein liebe, in dem sinne, sondern, ein Sexuelles bekehren oder verlangen, nach dem anderen Fleisch.

Sie kennen das bestimmt selber, in ihrem persönlichen Umfeld, es ist bei den meisten Menschen nur noch Fluchen und Bitterkeit ist auf ihren Lippen (Röm 3,14).  Denn Gott sagt ja, das die Menschen in der Endzeit immer liebloser werden (vgl. Röm 1,31; 2Tim 3,3). Was es beinhaltet, »du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (Mt 19,19), machte Jesus mit der Begebenheit barmherzigen Samariter (Lk 10,30-37). Denn Jesus sagte auch: Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt es regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mt 5,44-45)

Den Bedürftigen zu helfen und ihnen gutes zu erweisen, das ist die nächstenliebe. Seinen Mitmenschen zu lieben bedeutet, seine nächsten anzunehmen, egal wer und wie sie sind, ohne vorbehalte oder vorurteile, denn die damaligen Juden haben mit den Samaritern keinen Umgang und umgekehrt gehabt (Joh 4,9). Was erfordert es von uns, seinen nächsten zu lieben? Seine Mitmenschen anzunehmen wie er ist, und ihnen zu helfen, setzt ein gehöriges Maß an Selbstlosigkeit voraus: Die Fähigkeit, eigene Interessen (zeitweise) zurückzustellen, ohne den Eindruck zu haben, selbst zu kurz zu kommen. Wie können wir selbstlos sein und handeln?

Das deutsche Wort sagt es: um selbstlos zu sein, müssen wir uns selbst loslassen können. Loslassen kann ich nur, was ich vorher angenommen habe! Man muß sich also zuerst selbst angenommen haben, um andere Menschen annehmen zu können! Selbstannahme meint JA sagen zu sich selbst, zu den Gaben die Gott mir gibt, und Fähigkeiten, Grenzen oder Lebensumstände, einverstanden zu sein, der zu sein, der ich bin, mit meinem Aussehen, Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, sozialem Status usw. Selbstannahme bedeutet, mit allem einverstanden zu sein, was ich (zumindest jetzt) nicht ändern kann. Wenn ich mich selbst angenommen habe, kann ich mich im Spiegel betrachten, ohne wegzublicken oder mich zu schämen, über mich nachdenken, ohne deprimiert zu werden und meiner Situation ins Auge blicken, ohne mich zu bemitleiden.

Manche meinen, es sei egoistisch, selbst so anzunehmen. Wir wollen klären, wie es zur Selbstsucht, zum Egoismus kommt. Auch hier ist das deutsche Wort eine gute Hilfe: Sucht ist eine übertriebene Suche. Wenn ich selbstsüchtig bin, bin ich auf der ständigen Suche nach meinem eigentlichen Selbst. Ich bin nicht einverstanden, der zu sein, der ich bin, ich bin mit mir unzufrieden, eben weil ich keine Selbstannahme vollzogen habe!

Was ist eigentlich liebe, wie es die Welt beschreibt?

Liebe: "Gutes, Angenehmes, Wertes" gern, lieb haben, begehren ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist. Der Erwiderung bedarf sie nicht. Nach engerem und verbreitetem Verständnis ist Liebe ein starkes Gefühl, das mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine entgegenkommende tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Hierbei wird zunächst nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes (Elternliebe, Geschwisterliebe) oder um eine Geistesverwandtschaft handelt (Freundesliebe, Partnerschaft), oder aber um ein körperliches Begehren gegenüber einem anderen Menschen (geschlechtliche Liebe (Libido)). Dieses Begehren ist eng mit Sexualität verbunden, die jedoch nicht unbedingt auch ausgelebt zu werden braucht.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liebe

Was sind mögliche Folgen mangelnder Selbstannahme? Ohne sie werde ich zwangsläufig selbstsüchtig handeln, ja. Ich suche ständig, was mir Befriedigung verschafft, auch auf Kosten anderer, ich kann den anderen nicht annehmen wie er ist. Ich verlange etwas von ihm oder kritisiere ihn andauernd. Wenn ich mich selbst nicht angenommen habe, kommt es möglicherweise zu Eß-, Trink-, oder Magersucht, zur Körperfeindlichkeit oder zu sexuellen Problemen, eventuell zu Schwermut, Lebensangst, Lebensüberdruß oder zu Selbstmordgedanken. Weil ich mit mir selbst und meiner Situation unzufrieden bin, das heißt: ich hadere mit meinem leben! Ich habe keine Lebensfreude mehr. Die Selbstannahme ist also die unerläßliche Grundlage für ein sinnvolles leben, mit und Gott, Jesus Christus.

Die Selbstannahme ist also Voraussetzung zur Selbstlosigkeit. Selbstannahme und Selbstsucht schließen sich gegenseitig aus: Je mehr ich mich selbst angenommen habe, desto mehr kann ich mich loslassen und meine Interessen hintenan stellen. Wenn ich mich selbst gefunden habe, brauche ich meine Mitmenschen nicht mehr zu benutzen, um meine innere Leere auszufüllen, sondern kann selbstlos für sie da sein und ihnen, mit Gottes Hilfe, Gutes erweisen.

Jesus sagte: gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. (Mt 20,28) Das tat Jesus, für uns, damit wir leben können! Gab Er freiwillig ohne zwang, sein leben für uns, daß das uns mal auch bewußt wird. Weiter sagte Jesus: Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? (Mt 16,26) Das beinhaltet die Nächstenliebe!

Gott fordert von uns auch keine gefühlsmäßige Zuneigung zu jedem Menschen, denn im Gebot der Nächstenliebe wird das Wort Agape benutzt, das ist die gebende, mehr prinzipielle liebe aus einem liebevollen Herzen, die vom Verstand gesteuert wird, aber wer steuert unseren Verstand? Nun die Bibel offenbart uns das, woher der Verstand kommt z.B. 2.Buch Mose 31,3; 35,31; 36,1.

In der Bibel wird die Selbstannahme wie selbstverständlich vorausgesetzt. Paulus sagt: Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. (Eph 5,28: auch hier Agape) das bedeutet: wer seine Frau liebt, beweist damit, daß er sich selbst angenommen hat. Und er fährt fort: Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehaßt, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde. (Eph 5,29) Wir sollen ein positives Verhältnis zu uns unserem Körper (Leib) haben. Wieso setzt Paulus die Selbstannahme so selbstverständlich voraus? Menschen in anderen Kulturen haben viel weniger Probleme damit. Unsere Schwierigkeiten damit sind ein Ergebnis unserer Leistungsgesellschaft.

Sich selbst annehmen lernen.

Die Fähigkeit zur Selbstannahme muß erlernt werden, sie ist nicht angeboren (im Gegensatz zur Selbstsucht). Wir lernen sie nur, indem wir von anderen Mitmenschen liebe und Annahme erfahren! Wer als Kind viel liebe und Zuneigung erfahren hat (gerade dann auch, wenn er Fehler gemacht hat), dem ist es viel eher möglich, sich selbst zu lieben und anzunehmen. Eine besondere Hilfe zur Selbstannahme bietet uns Christus an, Er hat uns angenommen, wie wir sind (Lk 15,2; Joh 6,37)! Er liebt uns mit allen unseren Fehlern und Schwächen, auch wenn wir gesündigt haben. Er hat JA zu uns gesagt, daher können wir es auch tun. Denn das ist die Voraussetzung für ein glückliches Verhältnis, zu Gott, zu uns, und zum nächsten!

Gott spricht zu seinem geistlichen Kindern: Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes kap. 3, Vers 16)

Das ist göttliche liebe, zu seinen Kindern! Größere liebe hat niemand, außer Gott!

Selbstannahme ist ein bewußter Willensakt der Agape: wir entscheiden uns dafür, das Bewußtsein der liebe und Annahme Jesu befähigt uns, uns selbst in einem größeren Maß anzunehmen, als es sonst möglich wäre, und gibt uns die innere Freiheit, uns selbst zu verändern bzw. von Gott verändert zu lassen (2Kor 13,11; Phil 3,12). Gottes Liebe liebt nicht das Liebenswerte, sie schafft das Liebenswerte! Dieses Prinzip gilt auch in einer Ehe, nur wenn wir den Partner annehmen, wie er ist, wird er befähigt, sich auch zu ändern. Gott fordert uns in Römerbrief 15,7 auf: Darum nehmt einander an, gleichwie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes! (vgl. Röm 14,1; Mt 11,28; Joh 13,35; 15,12)

Weshalb sollen wir den anderen Menschen Annahme erweisen? Wir stillen damit ihr tiefstes seelisches Bedürfnis und befähigen sie zur erneuten Selbstannahme. Wir demonstrieren ihnen den Kern des Evangeliums nämlich, daß Gott die Sünder annimmt, siehe Lukas 15,2 und helfen ihnen damit, der guten Botschaft zu vertrauen.  Die Menschen müssen durch uns das Evangelium erfahren, bevor sie es glauben können, denn es klingt für sie, zu wunderbar, um wahr zu sein, ist es aber! Wir können nur dann andere Menschen beständig lieben, wenn wir uns selbst angenommen haben und immer wieder neu Gottes liebe auftanken (1Joh 4,7-21). Er versetzt uns sogar in die Lage, unsere Feinde zu lieben und ihnen Gutes zu erweisen, siehe Matthäus 5,43-48.  

Hier noch einige Bibelstellen, wo Gott zu uns redet, wie wir unseren Nächsten lieben sollen, und Gott hat es in Christus zuerst getan, bzw. vorgelebt. Denn Jesus sagte doch, in Mt 11,29: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13,34-35)

Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde. Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe. Größere Liebe hat niemand als die, daß einer sein Leben läßt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete. Das gebiete ich euch, daß ihr einander liebt. (Johannes 15,9-14.17)

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. (Johannes 14, 23-24)

Ich liebe, die mich lieben, und die mich eifrig suchen, finden mich. (Sprüche 8, 17)

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. (1. Johannes 2,15)

Daran haben wir die Liebe erkannt, daß Er sein Leben für uns hingegeben hat; auch wir sind es schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. (1. Johannes 3,16; vgl. auch: 1.Kor 13,1-3.8.13)

In der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe. (2Petrus 1,7)

Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden. (Römer 12,17-18)

So laßt uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens. (Galater 6,10)

Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten. Laßt uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten.  (Galater 6,8-9)


Bild mit Spruchkarte ist, von Ruth Eckstein (www.gottesbotschaft.de).


*Gottes Liebe zu uns und die Liebe zum Bruder*  (wer will, kann das in aller stille lesen: 1.Johannes Kap. 4, Verse 7-21) 

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist; wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen geschätzt. (Römer 14,17-18)

Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. (Römer 13,10)

Überarbeitete Fassung, April 2017 

 

Nach oben