Das Erntedankfest.

Setze Dich zum gedeckten Dich          

Ein Wort zum Erntedankfest.

Nicht «Erntedank», sondern «Gott sei Dank, für Seine guten Gaben», müßte es meines Erachtens heißen. Denn: Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel. (Jakobus 1,17)

Wir sollen für alles dankbar sein, das heißt: Gott für alles danken was ich von Ihm bekomme, und das nicht nur im Oktober, wie es gebräuchlich in den Kirchen gang und gebe ist, sondern jeden tag. Denn von Ihm kommt ja alles was wir zum leben brauchen. Denn Er, Gott, der Vater, hat alles durch Jesus Christus erschaffen (vgl. Eph 3,9; Kol 3,15-17).

Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1.Thessalonicher 5,18)

Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus; (Epheser 5,20)

Psalm 65, 10-14:  Du suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich; der Strom Gottes hat Wasser in Fülle. Du läßt ihr Getreide gut geraten, denn so bereitest du zu; du tränkst seine Furchen, feuchtest seine Schollen; mit Regenschauern machst du es weich und segnest sein Gewächs. Du krönst das Jahr mit deiner Güte, und deine Fußstapfen triefen von Fett. Es triefen Auen in der Steppe, und mit Jubel gürten sich die Hügel. Die Weiden kleiden sich mit Schafen, und die Täler bedecken sich mit Korn; sie jauchzen, ja, sie singen.

Leider klammerte man Gott im Laufe der Geschichte immer mehr aus, was wir täglich so selbstverständlich genießen. So prahlten die Kommunisten in der damaligen DDR: «Auch ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein.» Im Westen sagte man früher noch vor den Mahlzeiten: «Gott segne diese Mahlzeit!» Oder gesegnete Mahlzeit! Später aber vergaß man Gott und sagte lediglich noch «Gesegnete Mahlzeit». Doch wo man Gott ausklammert, geht auch der Segen verloren. Schließlich sagte man nur noch «Mahlzeit!» Die Bibel aber lehrt uns, daß alles durch Jesus Christus geschaffen wurde und nur durch Ihn Bestand hat: Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. (Kolosser 1,16-17)

Alles, was wir wie selbstverständlich ernten, wird durch Jesus getragen und erhalten. Darum gebührt Gott aller Dank. Jesus selbst aber trägt nicht nur das Erschaffene, vielmehr ist Er zum Träger unserer Erlösung und damit zur unaussprechlichen Gabe des Lebens für uns Menschen geworden. In Seiner Person wird uns das Brot des Lebens dargeboten. Wer es annimmt und im Glauben in sich aufnimmt, erhält Vergebung und  das ewige Leben. Vor einiger Zeit blätterte meine Frau in einem Kochbuch, das sie von meiner Mutter geschenkt bekam. Auf einer Seite war das Rezept für einen Bauernrahmkuchen abgedruckt. Im Vorwort dazufand sie folgende Zeilen eines Bäcker-Meisters:  Happy Birthday.

Info: Happy Birthday to You ist ein weltweit gesungenes Glückwunschlied zum Geburtstag.

Es war soweit. Die Gäste kamen. Die Fete stieg. Es ging rund. Doch auch schon vorher ging es rund. An alles mußte gedacht werden. An das kalte Büffet. An die Getränke. Und natürlich an den Kuchen zum Nachmittagskaffe.‹Den backen wir selbst›, war die eine heilige Meinung. Käsekuchen natürlich. Man sah ihn schon vor sich, mit feinem Duft und unverwechselbarem Geschmack. Oft war er gebacken worden. Es war jedes Mal ein Genuß. Das Rezept altbewährt. Es konnte eigentlich nichtsschief gehen. Und so war es auch: Herrlich duftend stand der Kuchen auf dem Tisch. Das altbewährte Rezept. Nun müssen ja nicht nur Geburtstage und Käsekuchen gelingen. Was unendlich wichtiger ist: Unser Leben muß gelingen. Weil es einmalig ist. Unwiederholbar. Da greifen wir nach verschiedenen Rezepten: Liebe, Geld, Reisen, Sport, Familie usw., und doch gelingt der Kuchen unseres Lebens nicht so recht. Es bleibt eine Leere. Manchmal fast eine Depression. Mehr schlecht als recht bringt man sich über die Runden.

Lassen Sie sich sagen: Es gibt ein altbewährtes Rezept für unser Leben. Von vielen erprobt. Die Quote, daß es gelingt ist 100%. Entwickelt ist das Rezept vom Schöpfer unseres Lebens. Von dem, der allein weiß, wie ein Leben glücklich wird und gelingt. Sein Rezept heißt:‹Durch den Glauben an Meinen Sohn Jesus Christus findet ihr die Bestimmung eures Lebens. Er behebt eure Sinnkrise. Zerstörende Mächte haben kein Anrecht mehr an euch.› Gott gibt uns noch viele andere Rezepte. In der Bibel, dem Rezeptbuch Gottes für uns Menschen. Alle altbewährt und auch brandaktuell. Schon vor Tausenden Jahren sind Menschen an diesen Rezepten satt geworden. Und auch heute noch stillen Menschen ihren Hunger nach Leben an diesem Wort. Greifen Sie nach diesen Rezepten. Sie werden satt werden wie nie zuvor. Diese ‹Vollwertkost› wird Ihnen Kraft, Gesundheit und Freude geben.»

Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. (Johannes 6,34-35)

Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon ißt, nicht stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. (Johannes  6,48-51) Norbert Lieth   

Erster Sonntag im Oktober: Erntedankfest.

Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land ...
Matthias Claudius, 1782

1. Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

2. Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, der Sperling und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm, das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

4. Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er läßt die Winde wehen und tut den Himmel auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

Gedicht von Matthias Claudius

Gott der Jachweh (hebr.), gibt das Gedeihen! (vgl. 5.Buch Mose Kap. 8, Vers 8; 2Sam 23,5; 1Chr 29,23; Ps 92,14; Prediger 11,6; Jer 12,2; Sach 9,17; 1Kor 3,6-7; 16,2)

Aber Gott gibt auch das nicht Gedeihen, wegen des Ungehorsams (vgl. 1Mo 41,23; Hiob 30,3; Jer 14,1-6; 50,38; Haggai 1,5-11; das sollten wir uns immer vor Augen halten, und es beherzigen. Wenn eine Hungersnot im Land herrscht, gibt es dafür gründe (vgl. 1Mo 12,10; 45,6; Ruth 1,1; 1Kön 8,37-38; 2Kön 4,38-41; 2Chr 6,36-39).

 

Überarbeiteter Text, April 2017

 

Nach oben