Das Allerheiligste

Das Allerheiligste

 Die Bundeslade

 

Bis ins Heilige durften die auserwählten Priester Israels vordringen, um ihren heiligen Dienst zu verrichten, weiter aber kamen sie nicht. Der innere Vorhang trennte sie von dem Bereich, den Gott der Offenbarung Seiner Gegenwart vorbehalten hatte. Unter dem Gesetz war es dem Menschen nicht erlaubt, ins Allerheiligste vor den allmächtigen Gott zu treten.

Welche Ehrfurcht mag die Priester erfaßt haben, wenn sie vor dem Vorhang am Räucheraltar standen! Mit welcher heiligen Ergriffenheit mag der Hohepriester am Versöhnungstag mit dem Opferblut den Vorhang gelüftet haben — nur dieses eine Mal im Jahr durfte er es tun — und ins Allerheiligste geschritten sein! Auch wir sollten jetzt nur mit Ehrfurcht den Blick in diesen Bereich tun, gleichsam die Schuhe von den Füßen ziehen, denn wir betreten heiligen Boden!

Für uns Gläubige des Neuen Testaments ist der Vorhang hinweg getan, wir dürfen freimütig in die Gegenwart Gottes treten.

2. Mose 25, 10-22; 26, 31-34; Römer 3, 21-26; Hebräer 10, 19-22; 1. Johannes 2, 1-2.


 

Die Stiftshütte

DER VORHANG

DIE BUNDESLADE

DER Sühnedeckel

 

 

 

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DER VORHANG

 

vgl.2.Mose 26, 31-33 ; 3.Mose 16,2;  Hebr 9,6-9; Hebr  10, 19-20.

Als der Mensch im Garten Eden gesündigt hatte, mußte Gott ihn aus Seiner Gegenwart vertreiben und den Eingang zum Garten durch Cherubim hüten lassen (1.Mo 3,24). Diese Trennung des heiligen Gottes von dem unheiligen, sündigen Menschengeschlecht war durch den Vorhang angedeutet, der das Volk Israel von der unmittelbaren Gegenwart Gottes ausschloß. Die Tatsache aber, daß es ein Vorhang war und keine Mauer oder Bretterwand wies auf die Möglichkeit hin, doch noch bis in die enge Gemeinschaft mit Gott wieder vorzudringen. Einmal im Jahr wenigstens durfte schon ein Vertreter des Volkes mit dem Versöhnungsblut ins Allerheiligste eintreten.

Der Vorhang war aus feiner, gezwirnter Leinwand und wie die unterste Decke über dem Heiligtum mit eingewebten Cherubim in Blau, Purpur und Scharlach (2.Mo 26,31-37; Vgl. Hebr 9,6-9).

Das feine Leinen ist ein Schattenbild (Symbol) der Gerechtigkeit, hier der Gerechtigkeit Christi. Er war völlig gerecht in allem Trachten und Handeln.

Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehaßt; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl, mehr als deine Gefährten! (Hebräer l, 9)

»Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«; als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet. Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen;  jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen. (l. Petrus 2, 22-25)

"Gezwirnt" (der Webfaden ist aus zwei Fäden gedreht) spricht hier von der Verbindung des Mensch- und Gottseins Jesu Christi. Er war völlig Mensch mit Wünschen und Gefühlen wie jeder andere. Doch Er war ebenso völlig Gott und besaß die Weisheit, Erkenntnis, Kraft und Heiligkeit Gottes.

So ist der Vorhang ein Schattenbild des Leibes Christi, wie auch Hebräer 10, 19-22 bestätigt, denn der Vers spricht von dem neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist durch sein Fleisch. Als Jesus starb, riß der Vorhang im Tempel (Matthäus 27, 51).

Hebräische Geschichtsschreiber behaupten, er sei etwa zehn Zentimeter dick und es wären zwei Paar Ochsen nötig gewesen, ihn zu zerreißen. Er war nicht von Menschenhänden zerrissen worden, denn sie hätten's nicht vermocht, sie hätten ihn außerdem nur von unten nach oben durchreißen können. Er war aber von oben her zerrissen worden, und das zeigt, dass Gott es getan hatte.

Nun, seit der Vorhang in zwei Stücke von obenan bis untenaus zerrissen worden ist, hat jedermann durch Christus freien Zugang zum Sühnedeckel — zu Gott. Kein Hohepriester geht mehr für uns mit Ochsen- und Bocksblut ins Allerheiligste, um unsere Sünden zu versöhnen. Wir gehen selber hinein mit dem Blut Christi, durch welchen wir im Glauben den Zugang haben zu dieser Gnade, nämlich den Frieden mit Gott.


DIE BUNDESLADE

2.Mose 25, 10-22; vgl. 2Mo 37,1-9.

 

Als Gott Mose den Auftrag erteilte, ein Heiligtum zu bauen, und dazu im einzelnen die Anweisungen gab, begann Er mit dem Kernstück, der Bundeslade. Dann beschrieb Er, von innen nach außen fortschreitend, die übrigen Dinge. Gott entwickelt Seine Offenbarungen von sich zum Menschen hin. Er gab den Anstoß zur Erlösung und bahnte ihren Weg bis zum Menschen. Der Mensch, der Gott sucht, erkennt den Weg in der umgekehrten Richtung: von sich zu Gott hin. Zuerst erkennt er die Notwendigkeit der Buße und Bekehrung, dann dringt er schrittweise vor bis zu den tiefsten göttlichen Geheimnissen.

Die Bundeslade mit dem Sühnedeckel stellt das Ziel der Erlösungsplans dar: die wiederhergestellte Gemeinschaft Gottes mit dem Menschen. Sie ist ein Schattenbild der Gegenwart Gottes unter Seinem Volk. Zwischen den beiden Cherubim über der Lade tat sich der allmächtige Gott kund.

Dort will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will.  (2.Buch Mose 25, 22)

Von hier aus stieg auch bei Tag die Wolken- und bei Nacht die Feuersäule über das Lager Israels empor.

Als Begegnungsort Gottes mit dem Menschen ist die Bundeslade ein Schattenbild Christi, in dem Gott gegenwärtig ist: Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.  (Epheser 2, 13)

Sie zeigt uns Christus wieder als Mensch und Gott (Akazienholz mit Gold überzogen).

In Ihm ist Gott zum Menschen gekommen, und in Ihm darf der Mensch Gott begegnen.

Aus der Art des Gebrauchs der Bundeslade erkennen wir einige Parallelen zu dem Dienst, den Christus an Seiner Gemeinde tut.

Göttliche Führung: So brachen sie auf vom Berg des Jachwehs, drei Tagereisen weit, und die Lade des Bundes des Jachwehs zog drei Tagereisen vor ihnen her, um ihnen einen Ruheplatz zu erkunden. Und die Wolke des Jachwehs war bei Tag über ihnen, wenn sie aus dem Lager aufbrachen. (4.Buch Mose Kap.10, Verse 33-34) Von Christus, dem guten Hirten, heißt es:

Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. (Johannes 10, 4)

Göttlichen Beistand: Als Israel vor dem Problem stand, auf Gottes Verheißung hin bei Hochwasser den Jordan zu durchschreiten, gingen in dieser Schwierigkeit die Priester mit der Bundeslade voran. Sobald sie den Fuß ins Wasser setzten, blieb das Wasser oberhalb im Fluss stehen. Die Priester schritten mit der Lade bis zur Mitte des Flusses und blieben dort, bis das ganze Volk trockenen Fußes hinübergegangen war. Das zeigt uns, wie Christus uns auf allen Glaubenswegen vorangeht und mitten in der Prüfung so lange bei uns bleibt, bis wir hindurch sind. Zugleich mit dem Befehl, im Glauben zu gehen und das Evangelium zu verkündigen, hat Er verheißen: So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen. (Matthäus 28, 19-20)

Göttlichen Sieg: Bei Jericho (Hebr 11,30) wurde dem Volk Israel Sieg gegeben über die uneinnehmbar erscheinende Sündenstadt. Als die Bundeslade um die Stadt geführt wurde und das Volk nach Gottes Befehl handelte, fielen die Mauern ein. In Christus haben wir den Sieg über Sünde, Satan und Welt & Tod:  Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! (l. Kor 15, 57)

Der Kampf um Jericho

Unser Herr Jesus Christus geht vor uns her auf dem Weg ins himmlische Kanaan. Er steht uns in allen Nöten bei und gibt uns den Sieg. Wir brauchen Ihm nur zu folgen, so werden wir das Ziel erreichen.

Nicht weniger bedeutend ist, was in der Bundeslade aufbewahrt wurde: Hinter dem zweiten Vorhang aber befand sich das Zelt, welches das Allerheiligste genannt wird; zu diesem gehört der goldene Räucheraltar und die Bundeslade, überall mit Gold überzogen, und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gesproßt hatte, und die Tafeln des Bundes; oben über ihr aber die Cherubim der Herrlichkeit, die den Sühnedeckel überschatteten, worüber jetzt nicht im einzelnen geredet werden soll.  (Hebräer 9, 3-5)

Die erste Ausfertigung der Gesetzestafeln, auf die Gott die Zehn Gebote geschrieben hatte, waren von Mose zerbrochen worden, weil das Volk das Gesetz bereits gebrochen hatte. Diese zweite Ausfertigung in der Bundeslade, die unversehrt (5. Mose 10, 4-5; vgl. 2Mo 34,28) war, ist ein Schattenbild Christi als dessen, der durch völligen Gehorsam und völlige Liebe das Gesetz erfüllt hatte (vgl.  Römer 13, 10; Hebräer 4, 15-16).

In der Bibel ist der Schaubrottisch detailgetreu beschrieben.

Das Manna, das Mose auf Gottes Anordnung in einem goldenen Krug in die Lade stellte (2. Mose 16, 33-35), zeigt Christus als das Lebensbrot. Es bedeutete Gottes wundersame Versorgung Israels während der Wüstenwanderung. Die göttliche Versorgung des neutestamentlichen Gottesvolkes, die bis in die Ewigkeit reicht, ist Jesus Christus, das Brot des Lebens. Er sagte den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben;  dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon ißt, nicht stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.  (Johannes 6, 47-51)

Manna, das Schattenbild, unterhielt nur das irdische Leben. Christus aber, das wirkliche Brot vom Himmel, gibt und nährt und gibt das ewige Leben, das wir jetzt schon haben und das in der Ewigkeit offenbar werden wird.

Aarons Stab, der blühte und Frucht trug (siehe 4. Mose 17, 23), ist ein Schattenbild der göttlichen Kraft und Vollmacht Jesu Christi, am Kreuz!

In den Händen Aarons und Moses war ER ein Zeichen der göttlichen Vollmacht, als er ausgereckt wurde, um die Plagen über Ägypten zu bringen und um einen Weg durch das Rote Meer zu bahnen. Mose schlug mit ihm den Felsen, und es quoll Wasser heraus. In seiner Hand erhoben, war er ein Zeichen des Sieges über Amalek. Doch die größte Offenbarung der göttlichen Kraft geschah durch ihn, als die Rotte Korah sich gegen Mose und Aaron empört hatte (vgl. 4.Mose 16,5-6.16; 17,5; 26,10). Um Seine beiden Knechte zu rechtfertigen und ihr Amt zu bestätigen, ließ Gott diesen dürren Stab über Nacht grünen, blühen und Mandeln ausreifen.

So ist er ein Bild für die Kraft des Heiligen Geistes, der aus Toten neues Leben hervorbringt, ein Schattenbild der Auferstehung Christi, der wiederum unsere Auferstehung ist und uns vom Tode zum Leben verholfen hat.


Die Bundeslade

Der Sühnedeckel

2. Mose 25, 10-22.

War an der Bundeslade noch das Akazienholz der menschlichen Natur, so war der Sühnedeckel ganz aus feinem Gold gemacht.

Die Gnade kommt von Gott, und der Mensch hat nur so viel damit zu tun, dass er sie als Geschenk annehmen darf. Auf dem Sühnedeckel standen, aus solidem Gold getrieben, zwei Cherubim. Dies war der Thron Gottes unter Seinem Volk, der Offenbarungsort Seiner Gegenwart. In Psalm 80, 2 heißt es: Du Hirte Israels, höre, Der du Joseph führst wie Schafe; Der du thronst über den Cherubim, leuchte hervor!

Die Frommen des Alten Testaments begriffen schon, dass der Sühnedeckel auf einen anderen Thron hinwies. David sang:   Der Jachweh ist in seinem heiligen Tempel. Der Thron des Jachwehs ist im Himmel; seine Augen spähen, seine Blicke prüfen die Menschenkinder. (Psalm 11, 4)

Die beiden Cherubim, ein Bild der richtenden Gerechtigkeit Gottes, blickten auf den Sühnedeckel herab, der das gebrochene Gesetz bedeckte. In den Originalsprachen werden für den Sühnedeckel Ausdrücke gebraucht, die seinen Zweck genauer bezeichnen. Das hebräische Wort bedeutet Bedeckung, das griechische „Sühne". (In Römer 3, 25-26 der Schlachter Version heißt es Sühnopfer) Der Sühnedeckel bedeckte in der Tat das Gesetz, das gebrochen worden war, und wurde einmal im Jahr am großen Versöhnungstag mit dem Blut des Sünd- und Sühnopfers entsühnt. So sah Gott, durch die Cherubim dargestellt, nicht mehr den Bruch des Gesetzes, sondern das sühnende Blut der Versöhnung. Darum konnte Er Gnade vor Recht ergehen lassen, und so kam der Sühnedeckel zu seinem Namen.

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