Biblischer Maßstab und der Maßstab der Welt

Biblischer Maßstab und der Maßstab der Welt

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor, Bibelzitate sind aus der Schlachter Version 2000 entnommen. Überarbeiteter Text, April 2017

 

Immer mehr muß man heute feststellen, daß der Maßstab der heutigen Zeit oft genau um 180 Grad entgegen­gesetzt zum biblischen Maßstab ist. Dazu möchte ich fünf Bereiche, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ansprechen.

1. Biblischer Maßstab - im Umgang mit meinem Nächsten

Egal, wo wir heute hinschauen, sei es in der Wirtschaft, im Berufsleben, in der Nachbarschaft usw. gilt häufig das Motto, jeder ist sich selbst der Nächste.

Eine Psychologin der University of San Diego bezeichnet die heutige Generation amerikanischer Jugendlicher und Studenten als die Selbstverliebteste überhaupt. Sie hat mit einem Fragebogen im Jahr 2006 den Grad des Narzißmus (Selbstliebe) unter amerikanischen College-Studenten gemessen. Die Werte lagen um fast ein Drittel höher als vor 25 Jahren.

Die Rock- oder Punkgruppe "Stammtischprolls" (Proll = Proleten) singt in einem ihrer Stücke:

In den Liedern im Radio, egal welcher Sender oder Stil-Richtung, geht es heute doch meistens um "Sexuelle Liebe" - und meint Ehebruch oder Unzucht. Oder, in jeder Sekunde werden weltweit fast 30.000 Sex-Filme im Internet abgespielt. Nach einer Statistik von On­line Education, sind es hauptsächlich Männer, die sich Pornos im In­ternet anschauen. Insgesamt sollen im Internet 400 Mio. Webseiten pornografische In­halte anbieten. Jeden Tag kommen 300 neue dazu. 35% des ge­samten Datenverkehrs im In­ternet sind pornografischen Ursprungs. Es gibt auch den Ausspruch im Internet: Porno ansehen macht zu einem Erlebnis, damit ist die Selbstbefriedigung gemeint.

Der Herr Jesus warnt uns vor der Unzucht, die unweigerlich  Gericht herbeibringen wird, über die die solches vollbringen: Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wißt, daß der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, das zweite Mal diejenigen vertilgte, die nicht glaubten, und daß er die Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrten, sondern ihre eigene Behausung verließen, für das Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter der Finsternis verwahrt hat; wie Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie diese die Unzucht bis zum äußersten trieben und anderem Fleisch nachgingen, nun als warnendes Beispiel dastehen, indem sie die Strafe eines ewigen Feuers zu erleiden haben. (Judas Verse 5-7)

Psalm 73,28: Denn siehe, die fern von dir sind, gehen ins Verderben; Du vertilgst alle, die dir hurerisch die Treue brechen. {vgl. Ps 1,6; Hi 22,15-16; Jes 1,28; Hebr 10,38}

Das alles ist heute in unserer Gesellschaft alles ganz normal. Ehe und Familie scheinen ohne Zukunft zu sein. Welchen Maßstab legt die Bibel bei dieser Frage an? In Mt. 5,28 steht:

Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Mt 5,28) Das bezieht sich aber auf Eheleute.

Weiter sagt der Herr Jesus, daß ich nur dann mich scheiden darf, wenn der Mann oder die Frau Unzucht treibt, ansonsten nicht:

Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief«. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. (Matthäus Kap. 5, Verse 31-32)

Wir sehen also, Jesus anerkennt die Ehe als eine Institution von Gott und Ehebruch beginnt im Herzen. Nicht die Tat, sondern schon die Gedanken werden von Jesus verurteilt. Ein völlig anderer Maßstab, als der dieser unserer Zeit.

3. Biblischer Maßstab - bei Gut und Geld

Welche Maßstäbe gelten da heute? Trachte zuerst nach einem guten Job und einem guten Verdienst, damit du das Leben genießen kannst. Der Himmel hat noch Zeit. Die Bibel jedoch meint dazu in Matthäus Kapitel 6:

Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage. (Matthäus 6,33-34)

Und in Sprüche Kapitel 11,24-25: Einer teilt aus und wird doch reicher; ein anderer spart mehr, als recht ist, und wird nur ärmer. Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt.

Das ist der wahre Schlüssel zu einem gesegneten Leben. Wer gibt, wird von Gott beschenkt – und der hat Segen bereit ohne Grenzen. In Lukas 6,38 steht: Gebt, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß schütten. Denn mit demselben Maß, mit dem ihr zumeßt, wird euch wieder zugemessen werden. (vgl. Mk 4,24; Spr 11,25; Mt 10,42; 2Kor 9,6)

Dazu noch ein weiterer Gedanke. Wenn ich mich schon gemeinnützig einbringe, dann mach ich das möglichst öffentlichkeitswirksam. Der deutsche Politiker Walter Fisch prägte den bekannten Satz: Tue Gutes und rede darüber.

Aber was sagt Jesus dazu? In Matthäus. 6,1-4 sagt er: Habt acht, daß ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, er wird es dir öffentlich vergelten.

Jesus sagte: Wir sollen nur die zum Essen einladen, die es mir nicht vergelten können, damit sind Arme und Obdachlose gemeint!

Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir vergolten wird; sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein, so wirst du glückselig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. (Lk 14,12-14.21; vgl. Lk 6,34; Spr 14,31; Jes 58,7; Hebr 13,2; Spr 19,17; Mt 25,40; Joh 5,29)

Die jüdische Wohltätigkeit gab reichlich Almosen. Nach dem Gottesdienst in der Synagoge trat der einzelne auf und gab an, wie hoch die Summe sei, die er geben wolle. Wurde sehr viel gespendet, dann wurde der Spender auf die Tribüne hinaufgerufen und dadurch geehrt, daß er sich neben den Rabbi setzen durfte. Der Gemeindediener blies dann eine Posaune, um Gott und die Engel darauf aufmerksam zu machen, was für eine besondere Wohltat hier geleistet worden war.

Dazu sagt Jesus noch vollkendes, über die Almosen oder Spende: Und Jesus setzte sich dem Opferkasten gegenüber und schaute zu, wie die Leute Geld in den Opferkasten legten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Groschen. Da rief er seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten gelegt als alle, die eingelegt haben. Denn alle haben von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt. (Mk 12,41-44; vgl. Röm 15,26-27; 2Kor 8,1-2)

Und hier zeigt uns Gott in seinem Wort erneut einen völlig anderen Maßstab als den, welchen uns die heutige Zeit vormachen möchte.

4. Biblischer Maßstab – wer ist wirklich groß

Wer ist heute groß? Wer Lena heißt, gerade sein ABI macht, gut singen kann und dann den Eurovision Song Contest gewinnt? Wer Karriere macht und Führungskraft von vielen Mitarbeitern ist? Wer in 9,6 sec 100 Meter läuft?

Jesus dreht auch hier wieder den Spieß um und sagt uns in Lukas 9,46-48 als seine Jünger sich Gedanken machten, wer der Größte unter ihnen sei: Es schlich sich aber der Gedanke bei ihnen ein, wer wohl der Größte unter ihnen sei. Da nun Jesus die Gedanken ihres Herzens sah, nahm er ein Kind und stellte es neben sich; und er sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Geringste ist unter euch allen, der wird groß sein!

Und dann gibt er uns dazu ein Beispiel in Joh 13,16-17: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wißt, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!

Also der Dienende und in Liebe Gebende ist der wirklich Große.

5. Biblischer Maßstab - in meiner Beziehung zu Gott

Wenn wir heute in die Medien schauen, werden wir regelmäßig damit konfrontiert, daß es nur einen Gott gibt. Und dieser liebe Gott ist in allen Religionen der Gleiche und er liebt alle Menschen. Deshalb kannst Du auch leben wie du willst – am Ende kommen alle in den Himmel. Das ist heute die landläufige Meinung unserer Gesellschaft.

Jesus hat hier einen ganz anderen Anspruch. In Joh. 14,6 steht:

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! (vgl. Hebr 10,20; 1Joh 5,20; 2Joh Verse 1-2; Offb 3,14; Mt 11,27; Apg 4,12)

Auch hier zeigt uns die Bibel klar, daß wir uns inzwischen meilenweit vom biblischen Anspruch an Wahrheit und Weg zu Gott entfernt haben.

Auch der nächste Schritt, wenn ich das Wort aus Joh. 14,6 glaube und durch Bekehrung neues Leben aus Gott erhalten habe, ist wichtig zu prüfen: Ist mein Verhältnis zu Gott biblisch basierend, oder folge ich dem heute weitverbreiteten Wohlfühl-Evangelium? Jemand beschrieb einmal die heutige Situation mancher Gemeinde so: Viele Gemeinden gleichen heute einem Vergnügungsdampfer, der im sicheren Hafen vor sich hin dümpelt, auf dem die Gläubigen in der Sonne liegen und sich von den Hauptamtlichen kühle Getränke servieren lassen. Biblische Gemeinde aber ist ein Rettungsboot. Die Geretteten wollen aus Dankbarkeit ihrem Herrn dienen und andere aus der eisigen See bergen.

Das ist das Prinzip der Gemeinde Jesu. In der Gemeinde Jesu stehen nicht meine Bedürfnisse im Vordergrund, sondern der Dienst für meinen Herrn – aus Dankbarkeit. Nicht Selbstverwirklichungen sondern Hingabe.

Deshalb schreibt Paulus den Thessalonichern in 1Thessalonicher 1,9-10:

Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, und um seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns errettet vor dem zukünftigen Zorn. (vgl. 1Kor 12,2; Gal 4,8; Apg 14,15; Hebr 9,14)

Darum danken wir auch Gott unablässig, daß ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid. (1.Thess 2,13; vgl. Mk 4,20; Apg 17,4.11-12)

Im diesem Sinne, ein gutes Arbeiten an mich selbst.

 

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