Zwölf Fragen an Prof. Dr. Werner Gitt.

Alle angeführten Bibelstellen, sind aus der Schlachter Version 2000 entnommen.

Hervorhebungen in fetter Schrift sind vom Textautor.

Interview für die Zeitschrift Mitternachtsruf, CH-8600 Dübendorf

Zwölf Fragen an Prof. Dr. Werner Gitt

Uns ist klar, dass eigentlich fast jede der nachfolgenden Fragen, einer umfangreichen Antwort bedürfte, die den Rahmen jeder Zeitschrift sprengen würde.

1. Herr Prof. Dr. Werner Gitt, Sie gelten in Fachkreisen als «Kreationist». Welche Definition verbirgt sich hinter diesem Ausdruck?

Ein Kreationist (abgeleitet von engl. „creation“ = Schöpfung) ist jemand, der die ganze Bibel, beginnend mit der Schöpfung und der Urgeschichte der Menschheit (1. Mose 1-11) in allen Details ernst nimmt. Er glaubt, dass Gott die Welt in sechs regulären Tagen geschaffen hat und dass es in Raum und Zeit einen Sündenfall gab, der die ursprüngliche Welt radikal verändert hat. Lautete Gottes Urteil über seine Schöpfung: Und siehe, es war sehr gut (1.Buch Mose 1,31), so sagt Jesus die Welt nach dem Sündenfall mit den Worten.

Wir wissen heute, das wir aus Gott sind, wie es geschrieben steht: Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und dass die ganze Welt sich im Bösen befindet. (1.Joh 5,19)

Ein Kreationist glaubt auch, dass Noah eine Arche zur Rettung seiner Familie und der gesamten Tierwelt baute. Die Sintflut war eine globale Flut, die die gesamte Erde bedeckte. Die Bezeichnung "Kreationist" gefällt mir aus zwei Gründen überhaupt nicht: Dieser Name wird bei seinem Gebrauch oft negativ belegt und außerdem entsteht der falsche Eindruck, dass ein Kreationist eine spezielle Glaubenslehre vertrete. Das Zeugnis des Paulus: Das bekenne ich dir aber, daß ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, daß ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht; (Apg 24, 14)

Sollte nicht auf Kreationisten beschränkt, sondern für jeden wiedergeborenen Christen verbindlich sein.

2. Wie können Sie als Wissenschaftler glaubhaft begründen, warum die Welt, wie es 1. Mose Kapitel 1 beschreibt, in sechs Tagen erschaffen worden ist?

Wissenschaftlich lässt sich die Schöpfung in sechs Tagen weder begründen noch widerlegen. Es stellt sich einzig die Frage, ob wir das glauben, was Gott uns mitgeteilt hat. Die uns bekannten Naturgesetze sind erst nach Abschluss der Schöpfung vollständig installiert. Naturwissenschaftliche Forschung beruht auf der Anwendung der Naturgesetze, die prinzipiell erst dann wirksam wurden, als alles fertig war. Somit reicht alle unsere Forschung höchstens zurück bis zum Abschluss der Schöpfung.

Die Evolutionslehre kennt diese Grenze definitionsgemäß nicht und meint somit auch den Prozess der Entstehung des Universums und des Lebens erforschen zu können. Aus biblischer Sicht ist dies ein gravierender Irrtum.

Hinweise zur Bedeutung des Wortes Tag (hebr. jom) in 1. Mose 1: Alle Schöpfungstage sind von eins bis sechs durchnummeriert und mit dem Zusatz und es wurde Abend, und es wurde Morgen versehen. An anderen Stellen der Bibel wird jom 410- mal in Verbindung mit einer Zahl verwendet, und jedes Mal bedeutet es einen gewöhnlichen Tag. Wären im Schöpfungsbericht längere Zeitperioden gemeint, wäre es unsinnig diese mit Abend und Morgen zu begrenzen.

3. Und wie steht es mit der unter Christen immer wieder zu hörenden Auslegung von 1. Mose 1,2 «die Erde war wüst und leer», dass diese Stelle den zerstörten Zustand der «Ur»-Schöpfung nach dem Fall Satans beschreibe?

Diese so genannte Restitutionstheorie oder Lückentheorie war der Versuch, zwischen den ersten beiden Versen von 1. Mose 1 eine zeitliche Lücke unbestimmten Umfangs einzufügen.

Es gibt verschiedene Anschauungen darüber, was in dieser zeitlichen Lücke angeblich geschehen sein soll. Die meisten Versionen platzieren Milliarden Jahre geologischer Zeit hier hinein. Diese Theorie untergräbt jedoch das Evangelium, da sie die Möglichkeit von Krankheit und Tod (Fossilien) vor dem Sündenfall Adams einräumt. Einige ordnen dieser angeblichen Zeitperiode den Fall Satans zu. Doch eine Rebellion Satans in diesen Zeitraum würde Gottes Beschreibung seiner vollendeten Schöpfung am sechsten Tag widersprechen: Es war sehr gut. (1. Mose 1, 31)

Die Lückentheorie ist unvereinbar mit der Aussage der Bibel, dass Gott alles in sechs Tagen geschaffen hat. In 2. Mose 20,11 heißt es ausdrücklich: Denn in sechs Tagen hat der Jachweh Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tag.

Es bleibt also keine Zeit für eine Lücke. Die Lückentheorie entkräftet die Belege für eine weltweite Sintflut.

Wenn die Fossilien durch die Flut Luzifers verursacht wurden, was geschah dann durch die Sintflut?

Hier sind die Anhänger dieser Theorie gezwungen zu behaupten, die Sintflut habe so gut wie keine geologischen Spuren hinterlassen. Die beiden markanten Wörter tohu und bohu werden üblicherweise mit wüst und leer übersetzt. Sie sagen aus, dass das Universum im Anfangszustand ohne Struktur und ohne Inhalt geschaffen wurde und innerhalb von sechs Tagen durch Gottes Schöpfungshandeln gestaltet und gefüllt wurde.

Lückentheoretiker behaupten, diese Wörter würden einen Prozess gerichteter Vernichtung beinhalten und auf einen sündigen und deshalb nicht ursprünglichen Zustand der Erde hinweisen. Dadurch werden jedoch Interpretationen in 1. Mose 1 hineingelegt, die in anderen Teilen des Alten Testaments in völlig anderen Zusammenhängen auftauchen (Jes 34,11; Jer 4,23).

4. Mit Ihrer «kreationistischen» Haltung haben Sie sicherlich in der heutigen Zeit einen schweren Stand. Werden Sie von Kollegen oder anderen Wissenschaftlern diesbezüglich angegangen?

Während meines langjährigen Dienstes an einem wissenschaftlichen Forschungsinstitut habe ich mir eine solche Auseinandersetzung eigentlich sehr gewünscht. Unter den Wissenschaftlern beobachtete ich jedoch eine tolerante bzw. weitgehend gleichgültige Haltung zu Glaubensfragen. Zweimal habe ich innerhalb des Hauses bei wissenschaftlichen Veranstaltungen die von mir formulierten Naturgesetze über Information vorgetragen.

Die Schlußfolgerungen fordern einen intelligenten Sender für jede Information und damit auch für alle biologischen Systeme.

Da die Evolution definitionsgemäß keinen Sender bzw. Urheber kennt, stellen die Sätze eine massive Kritik am Evolutionssystem dar. Meine Auffassung war somit gut bekannt. Meine Sichtweise wurde weit gehend akzeptiert, wenn auch nicht übernommen. Schwierigkeiten bezüglich meines Glaubens haben nicht gehabt.

5. Wenn mein Nachbar ein überzeugter Anhänger der Evolutionstheorie ist, was würden Sie mir im Umgang mit ihm raten; welche Fehler sollten wir als Christen im Gespräch vermeiden?

Der wohl häufigste Fehler in diesem Zusammenhang ist, wenn es zu einem Streitgespräch kommt. Durch Streit werden wir niemanden gewinnen, auch nicht mit den besten Argumenten.

So ist es die allerwichtigste Vorraussetzung, das wir mit dem Nachbarn in einem guten persönlichen Einvernehmen leben. Bei einem solchen Klima können wir dann einsichtige Argumente für die Schöpfung nennt, über die man dann freimütig diskutieren kann. Einsichtige Argumente bezüglich der Schöpfung führen zu anregen den Gesprächen und eignen sich als hervorragende Hinweise auf den Schöpfer. Dies ist eine wichtige Vorraussetzung für weitere Gespräche, wenn es im zweiten Schritt um das Evangelium geht.

6. Was halten Sie aus wissenschaftlicher Sicht für das schlagkräftigste Argument gegen Evolution? Ist die Evolution widerlegbar?

Die stärkste Argumentation in der Wissenschaft ist immer dann gegeben, wenn man Naturgesetze in dem Sinne anwenden kann, daß sie einen Prozess oder Vorgang ausschließen. Die Argumentation beruht darauf, dass Naturgesetze keine Ausnahme kennen und dass sie in Raum und Zeit immer gültig sind. Früher gab es die so genannten Perpetuum mobilsten, also Erfinder und Tüftler, die eine Maschine bauen wollten, die ohne Energiezufuhr ständig läuft.

Seitdem wir den Energiesatz der Physik kennen, arbeitet niemand mehr an einer solchen Problemstellung, denn dieses „Gesetz von der Erhaltung der Energie“ besagt, dass in einem geschlossenen System die Energie weder zu- noch abnehmen kann. Somit ist ein Perpetuum mobile eine unmögliche Maschine. Sie kann nie gebaut werden, weil ein Naturgesetz so etwas verbietet.

Das Gedankensystem Evolution kann überhaupt nur funktionieren, wenn es in der Materie eine Möglichkeit gäbe, dass durch Zufallsprozesse Information entstehen kann. Dies ist aus der Sicht der Evolutionslehre eine unabdingbare Forderung, denn in allen Lebewesen finden wir eine geradezu unvorstellbare Menge an Information.

Diese Information ist dermaßen grundlegend, weil alle Baupläne der Individuen und alle komplexen Vorgänge in den Zellen (z.B. Proteinsynthese) informationsgesteuert ablaufen.

Information ist eine geistige, also eine nicht-materielle Größe; sie ist also keine Eigenschaft der Materie. Die Naturgesetze über nicht-materielle Größen, insbesondere die der Information, besagen, dass Materie niemals eine nicht-materielle Größe erzeugen kann. Weiterhin gilt: Information kann nur durch einen mit Intelligenz und Willen ausgestatteten Urheber entstehen.

Damit ist bereits klar: Wer Evolution für denkmöglich hält, glaubt an ein Perpetuum mobile der Information.

Ist Evolution widerlegbar? Evolutionskritik ist unbedingt nötig in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Solange wir aber nur Evolutionskritik betreiben, indem wir die von den Vertretern der Evolutionslehre vorgetragenen Argumente kritisieren, verharren wir letztlich in einer Patt-Situation. Evolutionstheoretiker sind, wie die unendliche Geschichte ihrer Publikationen belegt, sehr erfinderisch. Ihr Erklärungsreichtum ist geradezu unbegrenzt.

So hinken wir mit sicherlich besseren astronomischen, biologischen und geologischen Modellen immer einige Schritte hinterher, weil man mit Modellen prinzipiell nicht andere Modelle widerlegen kann. Setzen wir hingegen Naturgesetze ein, die die Archillesverse der Evolution treffen, dann ist damit das wissenschaftliche AUS gesetzt.

Wenn Evolutionstheoretiker sich dennoch nicht überzeugen lassen, dann zeigt dies einmal mehr, wie sehr mit diesem Denksystem ein tief verwurzeltes Glaubensbekenntnis zum Atheismus einhergeht.

(Näheres dazu in meinem Buch: Am Anfang war die Information, Hännsler-Verlag, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2002).

7. Nun gibt es aber auch Christen, die einen Kompromiss mit der Evolutionslehre eingegangen sind. Solche Leute sagen, die Bibel könne auch im Sinne der Evolution ausgelegt werden; in dem Falle hätte Gott die Evolution als sein Werkzeug benutzt.

Solche sicherlich wohlgemeinten Versuche hat es immer wieder gegeben. Diese so genannte Theistische Evolution hätte für sich, dass man kein Perpetuum mobile der Information braucht, denn man hätte ja einen Schöpfer (der aber niemals derjenige der Bibel sein kann), der als Informationsquelle rekrutiert werden kann.

Meine grundlegende Ablehnung dieses Gedankensystems liegt in der Bibel selbst. Die theistische Evolution stellt das Evangelium geradezu auf den Kopf. Nach dem biblischen Bericht schuf Gott durch seine Allmacht und Weisheit eine sehr gute, also fertige und perfekte Schöpfung.

Dann kam der Sündenfall, und erst durch die Sünde kam der Tod in die Welt. Wegen unserer Sünde und der Todverfallenheit kam Jesus in diese Welt, um uns zu erlösen und ewiges Leben zu bringen. Im Evolutionssystem hat der Tod eine völlig andere Funktion; er ist der erforderliche und ständige Wegbegleiter bei der Höherentwicklung.

Der Evolutionsbiologe R. W. Kaplan bringt es auf den Punkt: Das eingebaute Altern und Sterben ist zwar leidvoll für das Individuum, besonders für das menschliche, aber es ist der Preis dafür, dass die Evolution unsere Art überhaupt erschaffen konnte.

Auch für W. Tanner ist das Leben todesabhängig: Es mag eine wenig tröstliche Einsicht sein, dass es ohne den Tod uns Menschen wahrscheinlich noch gar nicht gäbe.

Solche Aussagen stehen im direkten Gegensatz zur Bibel. Unterstellt man eine theistische Evolution, dann hat Gott sich des Feindes Tod bedient, um Leben zu schaffen. Und das ist - biblisch gesehen - eine absurde und antigöttliche Idee. Die Existenz des Todes wird damit vor den Sündenfall verlegt, und damit wird das Evangelium ausgehöhlt und unbedeutend.

In Gesprächen mit Vertretern der theistischen Evolution fällt auf, dass sie viele Teile der Bibel nicht ernst nehmen, sie umdeuten oder gar für ungültig erklären. Der Kompromiss mit der Evolution ist verbunden mit dem Aufgeben zentraler biblischer Aussagen.

8. Nach dem bisher Gesagten steht und fällt alles mit der Gültigkeit der Aussagen der Bibel. Können Sie uns auch auf wissenschaftliche Weise zeigen, dass die Bibel war ist?

Als Informatiker möchte ich es auf mathematische Weise tun.

Die Bibel ist das einzige Buch der Weltgeschichte, in dem wir eine Vielzahl von Prophetien vorfinden, die sich in Raum und Zeit präzise erfüllt haben. Schon aus diesem Grunde ist die Bibel ein ganz außergewöhnliches und einzigartiges Buch.

Weit verbreitet ist dennoch die Auffassung, die Bibel sei ein Buch wie jedes andere auch – von verschiedenen Menschen verfasst, die sich über Gott und die Welt Gedanken gemacht haben.

Stimmt diese Beurteilung?

Zur Beantwortung dieser Frage wollen wir einmal die in der Bibel enthaltenen Prophezeiungen heranziehen. Es gibt 3268 prophetische Aussagen, die sich bereits erfüllt haben.

Ist es möglich, dass Menschen, die in einer Zeitspanne von über 1500 Jahren gelebt haben, derart viele präzise Voraussagen treffen können? Haben sie sich zufällig so erfüllt, oder war das nur möglich, weil Gott letztlich der Autor der Bibel ist, der auf Grund seiner Allwissenheit und Allmacht Prophetien geben kann, die dann auch präzise am geschichtlichen Ablauf nachprüfbar sind?

Wir verwenden einen anschaulichen Vergleich: Man stelle sich einen Ameisenhaufen vor, in dem sich unter den ansonsten schwarzen Ameisen eine einzige rote Ameise befindet. Es ist leicht einzusehen - je größer der betrachtete Haufen wird, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, die eine rote Ameise zufällig (z.B. mit verbundenen Augen) herauszugreifen.

Die Frage lautet nun: Bei welcher Ameisenzahl ist es gleichwahrscheinlich, die eine rote Ameise zufällig herauszugreifen und 3268 Prophetien zufällig zur Erfüllung zu bringen?

Um mathematisch vorgehen zu können, müssen wir einige Annahmen treffen: Unabhängigkeit der Aussagen, keine Doppelnennungen. Da diese beiden Vorraussetzungen nicht ganz erfüllt sind, nehmen wir weiterhin an, jede biblische Prophetie erfülle sich mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Damit haben wir alle Unwägbarkeiten mehr als nur kompensiert.

Nun geht es um jene Anzahl schwarzer Ameisen, unter der sich eine einzige rote befindet. Reicht eine Badewanne voller Ameisen aus, oder muss es die ganze Erdoberfläche sein, die mit einer 10-Meterschicht bedeckt ist?

Die korrekte Lösung zeigt, dass auch die letztgenannte Menge immer noch nicht ausreicht. Muss man gar unser ganzes Universum mit Ameisen auffüllen?

Erst die Berechnung gibt uns eine Antwort: Wir benötigen nicht zwei, drei oder hundert (= 10 hoch 2) oder tausend (= 10 hoch 3) Universen, sondern 10 hoch 896.

Was drückt eine solche immense Zahl aus – also eine Eins gefolgt von 896 Nullen? Zufällige Erfüllung ist völlig auszuschließen.

Kein Mensch ist in der Lage, Prophetien zu formulieren, die sich dann ausnahmslos auch erfüllen.

Der wahre Autor der Bibel ist der allwissende und allmächtige Gott (2. Tim 3,16).

Darum ist die ganze Bibel wahr. Jesus betet zum Vater: Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. (Johannes Kap. 17, Vers 17)

Paulus bekennt: Das bekenne ich dir aber, daß ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, daß ich alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht;  (Apg 24,14) Er vertraute Gott auch ohne Mathematik.

9. Ethik und Moral in unserer Gesellschaft nehmen zunehmend antichristliche Formen an. Ist das ein «endzeitlicher» Trend?

Unsere Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend verändert. Unsere Gesetzgebung fragt nicht mehr nach dem Willen Gottes.

Die Titelüberschrift der Bildzeitung vom 22. Juli 2004 lautete - Wie schwul ist Deutschland? Untertitel: Immer mehr prominente Männer bekennen sich zu ihrer Homosexualität.

Der ethische und moralische Dammbruch wird immer offensichtlicher.

Das Urteil Gottes aber hat sich nicht geändert: Darum hat sie Gott auch dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren. (Römer Kap. 1, Vers 24)

Ein neues Phänomen ist der sich häufende islamische Terrorismus, der mit dem 11. September 2001 eine bis dahin ungeahnte Brutalität erlangt hat. Gegenüber dieser Eskalation an Gewalt herrscht weithin Ratlosigkeit.

Das alles empfinde ich als unübersehbare Trends des Endes. In Verzweiflung und Angst zu versinken, wäre die falsche Reaktion. Jesus ermahnt uns in Matthäus 24, 6+13: Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. Ebenso ermutigt er uns mit den Worten: Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht. (Lukas 21,28)

10. Was ist Ihre Meinung bezüglich Organspenden? Und wie sehen Sie die gegenwärtigen Entwicklungen in der Gen- bzw. Klontechnik?

Als 1967 der südafrikanische Arzt Christiaan Barnard die erste Herzverpflanzung ausführte, gab es von einigen Christen kritische Stimmen dazu. Hier gehe man mit der Technik zu weit und greife zu sehr in Gottes Schöpfung ein. Weltweit wurden seit 1967 über 60 000 Herzen verpflanzt, und die Fünf-Jahr-Überlebensrate liegt heute bei 70 Prozent. Nach meinem Verständnis gehört Organverpflanzung zum Bereich dessen, was Gott uns erlaubt hat mit den Worten: Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde! (1.Buch Mose 1,28)

Wir dürfen Technik nicht nur betreiben, wir müssen es sogar, um dem Menschen zu helfen. Wenn wir die Gen- und Klontechnik beurteilen wollen, dann ist er ratsam, zunächst einen Blick in die Schöpfung zu tun. Wir stellen fest, dass der Schöpfer das Klonen in mannigfacher Weise einsetzt und (wir) es auch ständig betreiben. Wenn wir im Frühjahr eine Kartoffel in die Erde legen und im Herbst eine ganze Staude ernten, dann sind die neuen Kartoffeln Klone der ursprünglichen Saatkartoffel. Sie sind genetisch identisch und darum sind sie Klone. Das Klonen kennen wir auch bei Erdbeeren. Die Pflanze bildet nach der Ernte Ableger. Diese neuen, frischen Pflänzchen haben die gleichen Eigenschaften wie ihre Mutterpflanze. Die Früchte haben die gleiche Farbe und den gleichen Chen Geschmack. Die Ableger sind also Klone, auch wenn sie üblicherweise nicht so benannt werden. Das Prinzip des Klonens ist auch im Tierreich bekannt. Die Blattlaus kann sich sowohl geschlechtlich als auch durch Klonen vermehren. Das Prinzip des Klonens gibt es auch bei Krebsen, bei Wespen-, Bienen- und Ameisenarten.

Wie ist es beim Menschen?

Eineiige Zwillinge sind untereinander echte Klone. Es sind eigenständige Menschen mit absolut identischer genetischer Ausstattung. Sie haben wegen sämtlich gleicher Erbanlagen die gleichen Neigungen, Begabungen und Talente. Dennoch sind es zwei verschiedene Menschen. Jeder erlebt die Welt anders und wird durch seine individuellen Erfahrungen anders geprägt. Beide haben eine eigene Persönlichkeit – jeder Mensch ist einzigartig - und eine eigene Seele. Nach diesen Überlegungen kann also das Klonen nichts Böses und Verwerfliches sein. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund dafür, dass man es in der Tierwelt – es sei noch einmal ausdrücklich betont: In der Tierwelt – nicht tun dürfte. Auch wenn der Mensch Weizensorten züchtet, die in kalten Gegenden anbaubar sind, oder Kuhrassen so miteinander kreuzt, dass Folgegenerationen besonders hohe Milcherträge bringen, dann greift er in die Natur ein. Niemand denkt sich etwas bei solchen Züchtungen – und das zu Recht. Von der Beherrschung des Menschen durch den Menschen hat Gott nichts gesagt. Das bedeutet auch, dass der Mensch von der Manipulierbarkeit durch den Menschen ausgenommen ist. Klonen beim Menschen ist somit nicht im Willen Gottes. Die weltweite Angst bezüglich des Klonens resultiert vielfach aus der diffusen Sorge eines nicht mehr beherrschbaren Sieges der Technik über den Menschen.

Aber Gott, der Vater, sagt ganz deutlich, daß Er jede Pflanze, die Er nicht gepflanzt hat herausreißen wird, oder Vernichten wird, was Er nicht gepflanzt hat (Matthäus Kap. 15, Vers 13)

Dasselbe gilt auch auf das Klonen, weil das ein Eingriff ist, in Gottes Schöpfung!

Die tieferen Ursachen jedoch liegen in folgendem: In der Welt, in der wir leben, ist die deutliche Trennlinie zwischen der Tierwelt und dem Menschen verloren gegangen. Für die Evolutionslehre ist dieser Unterschied definitionsgemäß aufgehoben. Wenn der Mensch nur ein Emporkömmling aus dem Tierreich ist, dann gibt es letztlich keine unterschiedliche Ethik im Umgang mit Menschen oder mit Tieren.

Die Bibel markiert deutlich eine unüberbrückbare Trennlinie zwischen Tierwelt und Menschen und liefert uns von daher auch Maßstäbe für das ethische Handeln. Das Klonen beim Menschen ist aus biblischer Sicht nicht erlaubt, weil der Mensch Vater und Mutter haben und durch die Begegnung von Mann und Frau entstehen soll. Deshalb ist der Mensch in zweierlei Geschlecht – als Mann und Frau – geschaffen.

Das Klonen beim Menschen ist des Weiteren darum abzulehnen, weil viele Versuche nötig wären, bis eine Zelle in der Gebärmutter weiter heranwachsen würde. Auch der Gedanke, dass die Tyrannen sich hundertfach klonen könnten, versetzt uns in Schrecken.

11. Wie stellen Sie sich den Himmel vor?

In erster Linie ist für mich der Himmel die ewige Heimat: Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so daß er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann. (Phil 3,20-21)

Es ist der Ort, wo wir ewig beim Vater sind und bei seinem Sohn Jesus Christus.

Hier erfüllt sich Jesu Gebet: Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. (Joh 17,24)

Über den Tod werden wir nur noch mitleidig lächeln, weil wir ihn alle längst hinter uns haben. Es wird weder Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr sein, denn unsere jetzige Welt mit allem Übel ist vergangen. Es gibt keine Sünde mehr, die Ursache allen Leides und allen Schmerzes.

Die neue Schöpfung wird ohne Spuren der Sünde sein. Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet die Stadt, das neue Jerusalem. Ihre Leuchte ist Jesus – die ewige Sonne. Darum gibt es dort auch keine Nacht mehr.

Auch die Ewigkeit braucht eine Sonne. Jesus ist die bessere Sonne, die Sonne der Gerechtigkeit. Wir werden Jesus sehen wie er ist. Der Glaube kommt zum Schauen.

Offenbarung 21,23: Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, daß sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. (vgl. Joh 1,4; 8,12; Offb 21,11; Jes 60,19)

Offenbarung 22,5: Und es wird dort keine Nacht mehr geben, und sie bedürfen nicht eines Leuchters, noch des Lichtes der Sonne, denn Gott, der Herr, erleuchtet sie; und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. (vgl. Offb 21,23.25; Dan 7,13-14; 7,18)

Die Tore der Stadt werden nicht verschlossen. Es gibt keine Polizei mehr, keinen Fahndungsdienst, keine Diebe, keine Gefängnisse, keine Schlösser und Riegel. Nichts wird mehr unter dem Bann sein, denn Sünde ist dort unbekannt. Wir werden mit Jesus regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Vieles ist für uns noch unfassbar, insbesondere auch, was Johannes schreibt: Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (1Johannes 3, 2)

12. Stichwort Zukunft; was kommt auf uns zu? Dürfen wir mit dem zweiten Kommen Jesu Christi täglich rechnen?

Das Stichwort Zukunft ist in politischen Reden zu einem Schlagwort geworden. Gemeint ist in solchen Fällen u. a. die Sicherung der Arbeitsplätze, der Renten und des Wirtschaftsstandortes. Ganz außer Acht bleibt dabei aber das allergrößte Zukunftsereignis: Die Wiederkunft Jesu in Macht und Herrlichkeit.

Als am 20. Juli 1969 Neil A. Armstrong (Flug mit Apollo 11) als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, haben 500 Millionen dieses Ereignis live am Fernseher miterlebt.

Am 31. August 1997 kam die englische Prinzessin Lady Diana durch einen Autounfall ums Leben. Als sie am 6. September zu Grabe getragen wurde, gab es 2,5 Milliarden Fernsehzuschauer in 200 Ländern – das waren 40 Prozent der Weltbevölkerung. Man sprach von der ersten Globalbeerdigung der Menschheitsgeschichte.

Die Wiederkunft Jesu in seiner ganzen Macht und Herrlichkeit wird alle je auf dieser Erde stattgefundenen Ereignisse weit in den Schatten stellen. Hiervon wird es keine Fernsehübertragung geben und doch werden alle Menschen, die zu der Zeit leben und die je auf der Erde gelebt haben, sein Kommen als Augenzeuge miterleben: Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde! Ja, Amen. (Offenbarung 1,7)

Dieser große Tag müßte eigentlich für alle Menschen ein Freudentag sein, denn es kommt der und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: »König der Könige und Herr der Herren«. (Offb 19,16)

Es kommt der, der als Auferstandener den Jüngern gesagt hatte: Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. (Mt 28,18)

Der obige Bibeltext aber stellt fest, dass es aus allen Generationen viele Menschen geben wird, die über die Erscheinung Jesu entsetzt sind.

Sie werden zu den Bergen sagen: Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt über uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns! (Lukas 23,30)

Jesus spielte in ihrem Leben keine Rolle; sie haben sich nie zu ihm bekehrt, obwohl sie die Gelegenheit dazu hatten. Nun ist es zu spät.

Für die Entschiedenen aber erfüllt sich das, was der Prophet Maleachi 3,20 schon lange zuvor im Namen Gottes verheißen hatte: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung unter ihren Flügeln; und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall!

Diejenigen, die wir noch leben, können uns heute zu Christus hinwenden, damit wir bei seinem Kommen zur erretteten Schar gehören.

Wann wird dieses große Ereignis stattfinden?

Die Antwort Jesu straft alle Berechnungskünstler Lügen: Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. (Lk 12,40)

Dennoch mahnt uns Jesus, die Zeichen der Zeit zu beachten. Lesen wir aufmerksam Matthäus 24 und die dort genannten Zeichen, dann können wir täglich mit seinem Kommen rechnen.

Das Interview wurde in der Zeitschrift Mitternachtsruf veröffentlicht, 2004.

Überarbeitete Text, April 2017

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